von Katholisches Bibelwerk1Denn in allem ist dein unvergänglicher Geist. (Ps 104,30)2Darum bestrafst du die Sünder nur nach und nach; / du mahnst sie und erinnerst sie an ihre Sünden, / damit sie sich von der Schlechtigkeit abwenden und an dich glauben, Herr.3Du hast auch die früheren Bewohner deines heiligen Landes gehasst,4weil sie abscheuliche Verbrechen verübten,/ Zauberkünste und unheilige Riten;5sie waren erbarmungslose Kindermörder/ und verzehrten beim Kultmahl Menschenfleisch und Menschenblut; / sie waren Teilnehmer an geheimen Kulten6und sie waren Eltern, die mit eigener Hand hilflose Wesen töteten / - sie alle wolltest du vernichten durch die Hände unserer Väter; (Jos 11,14)7denn das Land, das dir vor allen anderen teuer ist, / sollte eine seiner würdige Bevölkerung von Gotteskindern erhalten. (5Mo 11,12; Ps 47,5)8Doch selbst jene hast du geschont, weil sie Menschen waren; / du sandtest deinem Heer Wespen voraus, / um sie nach und nach zu vernichten.9Obgleich du die Macht hattest, in einer Schlacht die Gottlosen den Gerechten in die Hand zu geben / oder sie durch entsetzliche Tiere oder ein Wort mit einem Schlag auszurotten,10vollzogst du doch erst nach und nach die Strafe und gabst Raum zur Umkehr. / Dabei wusstest du genau, dass ihr Ursprung böse / und ihre Schlechtigkeit angeboren war / und dass sich ihr Denken in Ewigkeit nicht ändern werde;11sie waren schon von Anfang an eine verfluchte Nachkommenschaft. / Keine Furcht vor irgendjemand hat dich dazu bestimmt, sie für ihre Sünden ohne Strafe zu lassen. (1Mo 9,25)12Denn wer darf sagen: Was hast du getan?/ Wer vermag sich deinem Urteilsspruch zu widersetzen?
Wer könnte dich anklagen wegen des Untergangs von Völkern, die du selbst geschaffen hast? / Wer wollte vor dich treten als Anwalt ungerechter Menschen? (Hi 9,12; Jes 45,9)13Denn es gibt keinen Gott außer dir, der für alles Sorge trägt; / daher brauchst du nicht zu beweisen, dass du gerecht geurteilt hast. (Jes 44,6; Sir 36,4)14Kein König und kein Herrscher kann dich zur Rede stellen wegen der Menschen, die du gestraft hast.15Gerecht, wie du bist, verwaltest du das All gerecht / und hältst es für unvereinbar mit deiner Macht, / den zu verurteilen, der keine Strafe verdient. (Ps 9,9; Ps 11,7)16Deine Stärke ist die Grundlage deiner Gerechtigkeit / und deine Herrschaft über alles lässt dich alles schonen.17Stärke beweist du, wenn man an deine unbeschränkte Macht nicht glaubt, / und bei denen, die sie kennen, strafst du die anmaßende Auflehnung.18Weil du über Stärke verfügst, richtest du in Milde / und behandelst uns mit großer Schonung; / denn die Macht steht dir zur Verfügung, wann immer du willst.19Durch solches Handeln hast du dein Volk gelehrt, / dass der Gerechte menschenfreundlich sein muss,
und hast deinen Söhnen und Töchtern die Hoffnung geschenkt, / dass du den Sündern die Umkehr gewährst. (Spr 19,18)20Du hast die Feinde deiner Kinder, auch wenn sie den Tod verdienten, / sehr nachsichtig gestraft
und sie gerettet, indem du ihnen Zeit und Raum gabst, / sich von ihrer Schlechtigkeit abzuwenden.21Aber wie viel umsichtiger noch hast du deine Söhne bestraft, / deren Vätern du Gutes verheißen hast, als du mit ihnen unter Eid den Bund schlossest. (1Mo 15,18; 5Mo 7,8)22Während du uns erziehst, geißelst du unsere Feinde zehntausendfach, / damit wir als Richter uns um deine Güte bemühen / und auf Erbarmen hoffen, wenn wir selber vor dem Gericht stehen. (Spr 3,11)23Daher hast du jene, die in Torheit und Unrecht dahinlebten, / mit ihren eigenen Gräueln gepeinigt.24Allzu weit waren sie in die Irre gegangen,/ als sie die allerhässlichsten und verachtetsten Tiere für Götter hielten / und wie unverständige Kinder sich täuschen ließen.25Darum hast du ihnen wie unvernünftigen Kindern eine Strafe gesandt, die sie zum Gespött machte. (2Mo 10,2; Jes 66,3)26Die sich aber durch eine Strafe, die sie zum Gespött macht, nicht warnen ließen, / die werden eine Strafe erleiden, die der Macht Gottes entspricht.27In ihren Leiden wurden sie zornig / über die Tiere, die sie für Götter hielten und mit denen sie jetzt gestraft wurden.
So erfuhren sie jenen, von dem sie vorher nichts wissen wollten, und erkannten ihn als den wahren Gott; / deshalb war ja auch die äußerste Strafe über sie gekommen. (2Mo 5,2)
Weisheit 12
Zürcher Bibel
von Theologischer Verlag Zürich1Denn dein unvergänglicher Geist ist in allem.2Deshalb weist du diejenigen, die sich verfehlen, ein wenig zurecht und tadelst sie, indem du sie an das erinnerst, worin sie sündigen, damit sie, von der Schlechtigkeit befreit, auf dich vertrauen, Herr.3Denn auch die ehemaligen Bewohner deines heiligen Landes,4die du verabscheut hast, weil sie taten, was sich aufs Schlimmste gegen dich richtete - Zauberkünste und heillose Riten,5unbarmherzige Mörder von Kindern, das Feiern von Festen, an denen die Innereien von menschlichem Fleisch und Blut verzehrt wurden, Eingeweihte aus der Mitte eines Kultvereins6und Eltern, die hilfloses Leben umbrachten -: sie alle wolltest du zugrunde richten durch die Hand unserer Vorfahren,7damit es eine würdige Bewohnerschaft aus Kindern Gottes erhalte: das Land, das dir von allen das teuerste ist.8Aber auch diese hast du geschont, da sie Menschen waren, und als Vorboten deines Heeres hast du Wespen gesandt, damit diese nach und nach Verderben über sie brachten.9Du wärst ja nicht unfähig gewesen, die Gottlosen den Gerechten in einer Schlacht in die Hände zu geben oder sie durch gefährliche Tiere oder ein strenges Wort in einem einzigen Augenblick zu zermalmen;10nur nach und nach aber hast du über sie Gericht gehalten und ihnen Raum zur Umkehr gegeben, nicht ohne zu wissen, dass ihre Herkunft böse und ihre Schlechtigkeit angeboren ist und dass ihr Denken sich für alle Zeit nicht ändern wird.11Der Samen nämlich war verflucht von Anfang an, und nicht etwa, weil du dich vor jemandem gescheut hättest, hast du ihnen Straffreiheit gewährt für das, worin sie sündigten.12Denn wer wird sagen: Was hast du getan? Oder wer wird sich deinem Urteil widersetzen? Wer aber wird dich vor Gericht ziehen wegen der Nationen, die zugrunde gegangen sind, obwohl du sie gemacht hast? Oder wer wird sich dir gegenüber als Rächer aufspielen für die ungerechten Menschen?[1]13Denn weder gibt es ausser dir einen Gott, dessen Fürsorge allen gilt - so dass du zeigen müsstest, dass du nicht ungerecht gerichtet hast -,14noch wird ein König oder Alleinherrscher dich zur Rechenschaft ziehen können wegen derer, die du gezüchtigt hast.15Da du aber gerecht bist, leitest du alles auf gerechte Weise; den aber zu bestrafen, der es nicht verdient, gezüchtigt zu werden, das hältst du für nicht vereinbar mit deiner Macht.16Denn deine Stärke ist die Grundlage der Gerechtigkeit, und dass du über alles herrschst, führt dazu, dass du alle schonst.17Denn du erweist deine Stärke, wenn man der Vollkommenheit deiner Macht misstraut, und weist die Kühnheit derer zurecht, die darum wissen.18Du aber, der du kraftvoll herrschst, richtest mit Augenmass und regierst uns mit viel Schonung; in deiner Hand liegt das Vermögen, etwas zu tun, wenn du es willst!19Durch solche Taten aber hast du dein Volk gelehrt, dass der Gerechte ein Menschenfreund sein muss, und du hast deine Söhne zu hoffnungsvollen Menschen gemacht, weil du bei Verfehlungen die Möglichkeit zur Umkehr schenkst.20Denn wenn du die Feinde deiner Kinder, obwohl sie den Tod verdient hätten, mit so grosser Umsicht und Nachsicht bestraft hast - indem du ihnen Zeiten und Gelegenheiten gabst, durch die sie von der Schlechtigkeit befreit werden sollten -,21mit welch grosser Sorgfalt hast du deine Söhne gerichtet, deren Vorfahren du Eide und Bündnisse voll guter Versprechen gegeben hattest!22Während du uns also erziehst, geisselst du unsere Feinde zehntausendfach, damit wir deine Güte vor Augen haben, wenn wir richten, und auf dein Erbarmen warten, wenn wir gerichtet werden.
Fehlgeleitete Frömmigkeit
23Deshalb hast du auch diejenigen, die - aus Mangel an Einsicht ins Leben - ungerecht leben, durch ihre eigenen Greuel gepeinigt.24Denn sogar über die Wege des Irrtums hinaus haben sie sich verirrt, da sie annahmen, Götter seien die, die auch unter den Tieren nicht nur schändlich, sondern völlig ehrlos sind - getäuscht in der Art uneinsichtiger, unmündiger Kinder.25Deshalb hast du ihnen, wie vernunftlosen Kindern, das Gericht gesandt, um sie dem Spott preiszugeben.26Sie aber, die sich durch Spott und Tadel nicht ermahnen liessen, werden das verdiente Gericht Gottes erfahren.27Denn an ihnen, über die sie sich in ihrem eigenen Leiden ärgerten und die sie als Götter angesehen hatten - derentwegen sie nun, wie sie bemerkten, gezüchtigt wurden -, erkannten sie den wahren Gott, den zu kennen sie vorher geleugnet hatten. Deshalb ist auch die höchste Strafe über sie gekommen.[2]