GOTT PREISENDE VERGEGENWÄRTIGUNG DER RETTUNGSGESCHICHTE SEINES VOLKES SEIT DEM EXODUS ALS MOTIVATION FÜR EIN LEBEN IN GERECHTIGKEIT
Wasser als Strafe und als Wohltat
2Sie zogen durch eine unbewohnte Wüste / und schlugen in unwegsamen Gegenden ihre Zelte auf.3Sie widerstanden Feinden und wehrten Gegner ab. (Ps 118,10)4Als sie dürsteten und dich anriefen, / wurde ihnen Wasser aus schroffem Fels gegeben, / ein Heilmittel gegen den Durst aus hartem Stein. (2Mo 15,26; 2Mo 17,1; 4Mo 20,2; 5Mo 8,15; Ps 78,15; Ps 105,41; Ps 135,16)5Denn wodurch ihre Feinde bestraft wurden, / dadurch empfingen sie Wohltaten in ihrer Not.6Die ständig fließende Quelle / wurde durch schmutziges Blut getrübt. (2Mo 7,17; Ps 78,44; Ps 105,29)7So wurden jene für den befohlenen Kindermord gestraft. / Diesen aber gabst du wider Erwarten reichlich Wasser, (2Mo 1,15; Hebr 11,23)8nachdem du ihnen vorher durch ihren Durst gezeigt hattest, / wie ihre Gegner von dir bestraft wurden.9Denn als sie geprüft und, wenn auch nur milde, zurechtgewiesen wurden, / da erkannten sie, wie die Gottlosen im Zorn gerichtet und gepeinigt worden waren.10Sie hast du wie ein mahnender Vater auf die Probe gestellt, / die Frevler aber wie ein strenger König untersucht und verurteilt. (5Mo 8,5; Spr 3,11)11Alle ohne Ausnahme wurden in gleicher Weise geplagt;12denn zweifaches Leid und Seufzen brachte ihnen / die Erinnerung an das Vergangene:13Als sie nämlich hörten, dass durch ihre eigene Bestrafung / jene Wohltaten erhalten hatten, da spürten sie den Herrn.14Den sie einst ausgesetzt und weggeworfen, den sie mit Hohn abgewiesen hatten,/ den mussten sie am Ende von allem bestaunen,/ nachdem sie einen ganz anderen Durst gelitten hatten als die Gerechten. (Ps 42,3; Ps 62,2)
Strafen und Wohltaten durch Tiere und zwei grundsätzliche Überlegungen zu Strafen durch Gott
15Zur Strafe für ihre unverständigen und unrechten Gedanken, / von denen irregeführt sie vernunftlose Kriechtiere und unbedeutendes Getier verehrten, / sandtest du ihnen eine Menge vernunftloser Tiere. (2Mo 7,4)16Sie sollten erkennen: Man wird durch das bestraft, wodurch man sündigt.17Für deine allmächtige Hand, die aus ungeformtem Stoff die Welt geschaffen hat,/ wäre es keine Schwierigkeit gewesen, / eine Menge von Bären gegen sie zu senden oder grimmige Löwen (1Mo 1,2)18oder unbekannte Tiere voll unerhörter Wut, / die feuersprühenden Atem hauchen / oder zischenden Qualm ausstoßen / oder entsetzliche Funken aus den Augen sprühen. (Hi 41,10)19Nicht nur ihre schädliche Gewalt hätte sie zermalmen, / schon ihr Furcht erregender Anblick hätte sie vernichten können.20Aber abgesehen davon hätten sie durch einen einzigen Hauch fallen können, / verfolgt von deinem Gericht / und fortgeweht vom Sturm deiner Macht. / Du aber hast alles nach Maß, Zahl und Gewicht geordnet. (Hi 4,9; Sir 1,9)21Denn du bist immer imstande, deine große Macht zu entfalten. / Wer könnte der Kraft deines Arms widerstehen? (2Chr 20,6)22Die ganze Welt ist ja vor dir wie ein Stäubchen auf der Waage, / wie ein Tautropfen, der am Morgen zur Erde fällt. (Jes 40,12)23Du hast mit allen Erbarmen, weil du alles vermagst, / und siehst über die Sünden der Menschen hinweg, damit sie umkehren. (Ps 145,9)24Du liebst alles, was ist, / und verabscheust nichts von dem, was du gemacht hast; / denn hättest du etwas gehasst, so hättest du es nicht geschaffen.25Wie könnte etwas ohne deinen Willen Bestand haben / oder wie könnte etwas erhalten bleiben, das nicht von dir ins Dasein gerufen wäre?26Du schonst alles, weil es dein Eigentum ist, Herr, du Freund des Lebens. (Jon 4,11)
1Sie liess ihre Taten gelingen durch die Hand eines heiligen Propheten.2Sie zogen durch eine unbewohnte Wüste, und an unwegsamen Orten schlugen sie ihre Zelte auf.3Sie leisteten Kriegern Widerstand und wehrten Feinde ab.
Wasser und Blut
4Sie litten Durst und riefen zu dir, und ihnen wurde Wasser gegeben aus schroffem Fels und Linderung des Durstes aus hartem Stein.5Wodurch ihre Feinde nämlich gezüchtigt wurden, 6 dadurch wurde ihnen Gutes erwiesen in der Not.67 Statt der Quelle eines nie austrocknenden Flusses, der von Mordblut aufgewühlt worden war,[1]78 als Zurechtweisung wegen des Befehls, die kleinen Kinder zu töten, gabst du ihnen reichlich Wasser, unverhofft,89 um durch den Durst von damals zu zeigen, wie du die Gegner züchtigst.910 Als sie nämlich auf die Probe gestellt wurden - auch wenn sie voller Erbarmen erzogen wurden -, erkannten sie, wie die Gottlosen durch deinen Zorn gerichtet und gepeinigt wurden.1011 Denn diese hast du wie ein Vater getadelt und geprüft, jene aber hast du wie ein strenger König dem Gericht und dem Verhör übergeben.1112 Ob aber abwesend oder anwesend: In gleicher Weise wurden sie gequält.1213 Denn doppelte Betrübnis hatte sie ergriffen und ein Seufzen über Erinnerungen an das, was vergangen war.1314 Als sie nämlich vernahmen, dass durch das, was für sie Züchtigungen waren, jenen Gutes erwiesen wurde, nahmen sie den Herrn wahr.1415 Denn den, der einst ausgesetzt worden war, den hatten sie verworfen und verhöhnt; am Ende aber, da sich zeigte, wie alles ausging, waren sie erstaunt, weil sie nach ganz anderem gedürstet hatten als die Gerechten.[2]
Der Grundsatz des göttlichen Strafens
1516 Als Vergeltung für ihre unverständigen und rechtswidrigen Überlegungen, mit denen sie, in die Irre geführt, vernunftlose Kriechtiere und niedriges Getier verehrten, sandtest du ihnen zur Strafe eine Menge vernunftloser Lebewesen,1617 damit sie erkannten: Womit jemand sündigt, damit wird er gezüchtigt!
Gottes massvolles Strafen
1718 Denn deine allmächtige Hand wäre ja nicht unfähig gewesen - sie hatte die Welt aus gestaltlosem Stoff erschaffen -, ihnen eine Menge Bären oder kühne Löwen zu schicken1819 oder neu erschaffene, noch unbekannte Tiere voller Leidenschaft oder auch solche, die feuerversprühenden Atem ausstossen oder die mit Getöse und Rauch Verwüstung verbreiten oder aus ihren Augen gefährliche Funken hervorblitzen lassen.1920 Nicht nur deren schädigende Wirkung hätte sie zermalmen können, nein, auch ihr furchterregender Anblick hätte sie zugrunde richten können.2021 Aber auch ohne dies hätten sie durch einen einzigen Windstoss fallen können, verfolgt von der strafenden Gerechtigkeit und vernichtet vom Hauch deiner Macht - aber du hast alles geordnet nach Mass und Zahl und Gewicht.2122 Denn allezeit liegt es in deiner Hand, deine grosse Kraft zu zeigen, und wer wird der Gewalt deines Arms widerstehen können?2223 Denn wie das Ausschlagen der Waagschalen ist die ganze Welt vor dir und wie ein Tautropfen am frühen Morgen, der die Erde benetzt.2324 Du erbarmst dich aber aller, da du alles vermagst, und du siehst über die Verfehlungen der Menschen hinweg, damit sie umkehren.2425 Denn du liebst alles Seiende, und nichts von dem, was du gemacht hast, ist für dich ein Greuel; denn wenn du etwas verabscheut hättest, so hättest du es nicht hergestellt.2526 Wie hätte aber etwas Bestand haben können, wenn du es nicht gewollt hättest, oder wie hätte das erhalten werden können, was nicht von dir gerufen wurde?2627 Du schonst aber alles, weil es dir gehört, Herrscher, der du das Leben liebst.