Jesus Sirach 37

Einheitsübersetzung 2016

von Katholisches Bibelwerk
1 Jeder Freund wird sagen: Auch ich bin ein Freund. / Aber mancher Freund ist nur dem Namen nach ein Freund. (Sir 6,5; Sir 12,8)2 Kommt nicht der Schmerz dem Tod nahe, / wenn ein Gefährte und Freund sich zum Feind wandelt?3 Welch schlimmer Gedanke! Wie hast du dich darin verstrickt, / das trockene Land mit Verschlagenheit zu bedecken?4 Ein Gefährte erfreut sich des Freundes in fröhlicher Stimmung, / aber zur Zeit der Bedrängnis wird er gegen ihn sein.5 Ein Gefährte müht sich mit dem Freund um einen vollen Bauch, / doch im Krieg wird er für sich den Schild ergreifen.6 Vergiss nicht den Freund in deiner Seele! / Vergiss ihn nicht in deinem Reichtum!7 Jeder Berater hebt einen Rat hervor, / aber mancher erteilt nur für sich selbst Rat.8 Hüte dich vor dem Ratgeber! / Erkenne zuerst, was sein Vorteil ist - denn er wird für sich selbst beraten -, / damit er nicht über dich das Los wirft (Est 3,7; Ps 22,18; Joe 4,3; Ob 1,11; Jon 1,7; Mt 27,35)9 und zu dir sagt: Gut ist dein Weg! / Dann wird er sich vor dich hinstellen, um zu sehen, was dir geschieht.10 Berate dich nicht mit einem, der dich missgünstig ansieht! / Verbirg vor denen, die auf dich eifersüchtig sind, deinen Plan!11 Berate dich nicht mit einer Frau über ihre Rivalin, / mit einem Feigling über den Krieg, mit einem Kaufmann über ein Tauschgeschäft, / mit einem Käufer über ein Geschäft, mit einem Neider über Dankbarkeit, / mit einem Erbarmungslosen über Herzensgüte, mit einem Faulen über irgendeine Arbeit, / mit einem Arbeiter auf Zeit über die Fertigstellung, mit einem trägen Sklaven über die Menge an Arbeit! / Achte nicht auf diese, wenn du Rat suchst!12 Doch harre aus bei einem frommen Mann, / von dem du weißt, dass er die Gebote hält und in seiner Seele deiner Seele entspricht / und mit dir leidet, wenn du strauchelst!13 Doch achte auf einen Rat des Herzens, / denn niemand ist dir treuer als dieses!14 Denn die Seele eines Mannes regt sich gewöhnlich eher / als sieben Späher auf einem Wachturm.15 Wegen alldem bitte den Höchsten, / dass er in Wahrhaftigkeit deinen Weg lenkt!16 Der Anfang jeden Werkes ist das Wort / und vor jedem Tun steht der Rat. (Sir 32,19)17 Eine Spur der Veränderung zeigt das Herz; /18 vier Teile sprossen daraus hervor: Gutes und Böses, Leben und Tod, / doch Gewalt über sie hat dauernd die Zunge. (Spr 18,21)19 Es gibt einen klugen Mann, der für viele ein Erzieher ist, / aber für die eigene Seele ist er ungeeignet.20 Es gibt einen Verhassten, der durch seine Worte weise erscheint, / dieser wird jeder Nahrung entbehren.21 Denn vom Herrn wurde ihm keine Gunst gewährt, / da ihm jede Weisheit fehlt.22 Es gibt einen Weisen für seine eigene Seele, / die Früchte seiner Einsicht sind im Mund verlässlich. (Sir 15,1)23 Ein weiser Mann wird sein eigenes Volk erziehen, / die Früchte seiner Einsicht sind verlässlich.24 Ein weiser Mann wird erfüllt von Segen / und alle, die ihn sehen, preisen ihn selig.25 Das Leben eines Mannes besteht in einer Anzahl von Tagen, / aber die Tage Israels sind unzählbar.26 Der Weise in seinem Volk wird Wertschätzung erben / und sein Name wird leben in Ewigkeit. (Sir 39,9; Sir 44,13)27 Kind, prüfe dich während deines Lebens! / Sieh, was schlecht ist für dich und meide es!28 Denn nicht alles ist für alle zuträglich / und nicht jeder ist mit allem zufrieden. (1Kor 6,12; 1Kor 10,23)29 Giere nicht nach jedem Genuss / und schwelge nicht in Speisen! (Sir 31,13)30 Denn im Übermaß der Speisen steckt Krankheit / und die Unersättlichkeit bringt Brechdurchfall.31 Viele sind wegen Unersättlichkeit gestorben, / wer aber Acht gibt, wird sein Leben verlängern.

Jesus Sirach 37

Zürcher Bibel

von Theologischer Verlag Zürich
1 Jeder Freund wird sagen: Auch ich habe Freundschaften geschlossen. Aber es gibt einen Freund, der nur dem Namen nach ein Freund ist.2 Ist es nicht so: Kommt der Kummer dem Tod nahe, wendet sich ein Gefährte und Freund der Feindschaft zu.3 O böser Gedanke, von woher bist du eingebrochen, um die feste Erde mit Täuschung zu bedecken?4 Der Gefährte eines Freundes erfreut sich an dessen Freude, und in der Zeit der Bedrängnis wird er abseits stehen.5 Ein Gefährte leidet mit dem Freund, wenn es um den Magen geht, und angesichts des Kriegs wird er den Schild ergreifen.6 Vergiss den Freund nicht in deiner Seele, und in deinem Wohlstand höre nicht auf, an ihn zu denken.7 Jeder Ratgeber erteilt Rat, aber es gibt einen, der zu seinen eigenen Gunsten berät.8 Vor einem Ratgeber hüte deine Seele und erkenne vorher, was er für einen Vorteil hätte - denn auch er wird für sich selbst beratschlagen -, damit er nicht das Los werfe über dich9 und dir sagt: Dein Weg ist gut!, und sich dir gegenüber hinstellt, um zu sehen, was dir zustossen wird.10 Berate dich nicht mit jemandem, der dich mit Argwohn betrachtet, und verbirg deinen Rat vor denen, die auf dich neidisch sind:11 Mit einer Frau über ihre Rivalin und mit einem Feigling über den Krieg, mit einem Händler über den Handel und mit einem Käufer über den Verkauf, mit einem Missgünstigen über Dankbarkeit und mit einem Unbarmherzigen über Güte, mit einem Faulen über irgendeine Arbeit und mit einem Tagelöhner, der nur für ein Jahr angestellt ist, über das Vollenden, mit einem müssigen Haussklaven über viel Beschäftigung: Mit diesen gib dich nicht ab, wenn es um eine Beratung geht.[1]12 Aber verweile bei einem frommen Mann, von dem du weisst, dass er sich an die Gebote hält, und der in seiner Seele deiner Seele entspricht: Wenn du ins Unglück gerätst, wird er mit dir leiden.13 Und folge dem Rat des Herzens, denn es gibt für dich niemanden, der vertrauenswürdiger ist.14 Oft nämlich pflegt die Seele eines Mannes besser Meldung zu geben als sieben Späher, die hoch auf einem Wachturm sitzen.15 Und bei all diesen Dingen bitte den Höchsten, dass er deinen Weg ausrichte in Wahrhaftigkeit.16 Der Anfang eines jeden Werks ist das Wort, und vor aller Tat steht die Beratung.17 Das Herz entwirft eine Spur der Veränderung,18 viererlei geht daraus hervor: Gutes und Schlechtes, Leben und Tod; und die Zunge ist es, die beständig Herr über diese ist.19 Da ist ein kluger Mann, ein Erzieher vieler, und für seine eigene Seele ist er nutzlos.20 Da ist einer, der weise ist mit Worten, und er ist verhasst; er wird keinerlei Annehmlichkeit haben,21 denn ihm wurde vom Herrn keine Gunst gewährt: Aller Weisheit wurde er beraubt.22 Da ist einer, der weise ist in seiner eigenen Seele, und die Früchte seines Verstehens kommen dem Leib zugute.23 Ein weiser Mann wird sein eigenes Volk erziehen, und die Früchte seines Verstehens sind vertrauenswürdig.24 Ein weiser Mann wird erfüllt sein von Segen, und alle, die ihn sehen, werden ihn glücklich preisen.25 Das Leben eines Mannes ist begrenzt durch die Zahl seiner Tage, und die Tage Israels sind unzählbar.26 Dem Weisen wird in seinem Volk Ehre erwiesen, und sein Name wird leben bis in Ewigkeit.27 Kind, solange du lebst, unterziehe deine Seele der Prüfung und sieh, was für sie schädlich ist, und gewähre es ihr nicht.28 Denn nicht alles ist allen zuträglich, und nicht jeder hat an allem Gefallen.29 In allem Überfluss sei nicht unersättlich und lass dich beim Essen nicht gehen.[2]30 Denn durch die vielen Speisen wird man krank, und Unersättlichkeit wird zu Übelkeit führen.31 An Unersättlichkeit sind viele gestorben, wer aber achtgibt, wird das Leben verlängern.