1.Makkabäer 8

Einheitsübersetzung 2016

von Katholisches Bibelwerk
1 Judas hörte, wie man von den Römern erzählte, sie seien tüchtige Krieger, erwiesen allen, die zu ihnen hielten, Wohlwollen und schlössen Freundschaft mit jedem, der sie darum bitte. Sie seien in der Tat kriegstüchtige Männer.2 Man berichtete ihm auch von ihren Feldzügen und von ihren kühnen Unternehmungen gegen die Galater, die sie unterworfen und tributpflichtig gemacht hatten,3 ebenso von ihren Taten in Spanien: Dort hatten sie die Silber- und Goldbergwerke erobert4 und durch ihre Klugheit und Ausdauer das ganze Land an sich gebracht, obgleich es von ihnen weit entfernt liegt. Die Könige, die vom Ende der Welt gegen sie herangezogen waren, hatten sie besiegt und ihnen eine vernichtende Niederlage beigebracht; die Übrigen mussten ihnen jährlich Tribut zahlen.5 Philippus und Perseus, die Könige der Kittäer, und alle anderen, die sich gegen sie auflehnten, hatten sie im Krieg vernichtend geschlagen und unterworfen.6 Als Antiochus, der Großkönig von Asien, mit hundertzwanzig Elefanten, mit Reiterei, Streitwagen und einem gewaltigen Heer gegen sie zum Kampf auszog, wurde er von ihnen vernichtend geschlagen.7 Sie nahmen ihn lebendig gefangen und erlegten ihm und seinen Nachfolgern einen hohen Tribut auf; er musste Geiseln stellen und Land abtreten.8 Sie nahmen ihm die Provinzen Indien, Medien und Lydien ab, einige der besten Länder, die er besaß, und schenkten sie dem König Eumenes.9 Als die Bewohner von Griechenland den Plan fassten, in den Krieg zu ziehen, um die Römer zu vernichten,10 wurde diesen die Sache bekannt. Sie schickten nur einen einzigen Befehlshaber aus, um gegen sie Krieg zu führen. Von den Griechen wurden viele tödlich getroffen und kamen ums Leben. Die Römer führten ihre Frauen und Kinder gefangen weg, plünderten ihre Habe und nahmen das Land in Besitz; sie schleiften ihre Festungen und machten sich die Griechen untertan bis auf den heutigen Tag.11 Auch alle anderen Reiche und die Inseln, die sich irgendwann gegen sie erhoben, hatten sie besiegt und sich untertan gemacht.12 Ihren Freunden aber und allen, die sich auf sie verließen, hielten sie die Freundschaft. Sie unterwarfen die Könige nah und fern, und wer ihren Namen hörte, fürchtete sich vor ihnen.13 Wem sie aber zur Herrschaft verhelfen wollen, der wird König und ebenso setzen sie ab, wen sie wollen. Auf diese Weise stiegen sie hoch empor.14 Bei alldem setzt sich keiner von ihnen ein Diadem auf oder legt Purpurgewänder an, um damit zu prunken.15 Vielmehr haben sie sich den Senat geschaffen und jeden Tag halten da dreihundertundzwanzig Ratsherren darüber Rat, wie das Volk gut zu regieren sei.16 Einem einzigen Mann übertragen sie vertrauensvoll für ein Jahr die Regierung über sich und die Herrschaft über ihr ganzes Land. Alle gehorchen dem einen, ohne dass es Neid oder Eifersucht unter ihnen gibt.17 Judas wählte Eupolemus, den Sohn Johanans und Enkel des Koz, aus, sowie Jason, den Sohn Eleasars, und sandte sie nach Rom, um mit den Römern ein Freundschafts- und Waffenbündnis zu schließen, (1Mak 12,1; 1Mak 15,15; 2Mak 4,11)18 damit das Joch von ihnen genommen werde; denn die Römer sahen ja, wie die Könige der Griechen Israel in Knechtschaft hielten.19 Sie reisten also nach Rom - es war ein sehr weiter Weg -, traten vor den Senat, nahmen das Wort und sagten:20 Judas, der Makkabäer, seine Brüder und das jüdische Volk haben uns zu euch gesandt. Wir wollen mit euch ein Beistands- und Friedensbündnis schließen und als eure Bundesgenossen und Freunde eingeschrieben werden.21 Der Senat war mit dem Vorschlag einverstanden.22 Dies ist eine Abschrift der Urkunde, die sie auf Bronzetafeln aufzeichnen und nach Jerusalem schicken ließen, damit die Erinnerung an das Friedens- und Beistandsbündnis dort ständig gegenwärtig bleibe:23 Den Römern und dem Volk der Juden soll es zu Wasser und zu Land für immer wohl ergehen; Schwert und Feind mögen ihnen fern bleiben.24 Wenn Rom oder irgendeinem seiner Bundesgenossen in seinem ganzen Herrschaftsbereich zuerst ein Krieg droht,25 wird das Volk der Juden, wie es die Lage erfordert, bereitwillig militärischen Beistand leisten.26 Den Kriegführenden brauchen keine Nahrungsmittel, keine Waffen, kein Geld und auch keine Schiffe geliefert zu werden, wenn Rom es so für richtig hält. Sie werden ihren Verpflichtungen ohne Gegenleistung nachkommen.27 Ebenso werden die Römer, wenn das Volk der Juden zuerst in einen Krieg verwickelt wird, bereitwillig Beistand leisten, je nach den Umständen.28 Den Bundesgenossen brauchen keine Nahrungsmittel, Waffen, kein Geld und auch keine Schiffe geliefert zu werden, wenn Rom es so für richtig hält; sie werden ihren Verpflichtungen ohne Hinterlist nachkommen.29 Das ist der Wortlaut des Vertrags, den die Römer mit der Bürgerschaft der Juden geschlossen haben.30 Wenn später die beiden Parteien etwas hinzufügen oder streichen wollen, können sie es nach ihrem Belieben tun. Die Zusätze oder Streichungen werden gültig sein.31 Dem König Demetrius aber haben wir geschrieben wegen des Unrechts, das er den Juden zugefügt hat: Warum lastet dein Joch so schwer auf unseren Freunden und Bundesgenossen, den Juden?32 Wenn sie jetzt noch einmal deinetwegen vorstellig werden, verhelfen wir ihnen zu ihrem Recht und führen gegen dich Krieg zu Wasser und zu Land.

1.Makkabäer 8

Zürcher Bibel

von Theologischer Verlag Zürich
1 Und Judas hörte vom Ruf der Römer, dass sie fähig waren und stark und dass sie allen, die sich ihnen anschlossen, wohlgesinnt waren und all denen Freundschaft gewährten, die zu ihnen kamen,2 - dass sie fähig waren und stark. Und man erzählte ihm von ihren Schlachten und ihren Heldentaten, die sie bei den Galatern vollbrachten, und dass sie sie unterworfen und sie abgabenpflichtig gemacht hatten3 und was sie in der Region Spanien getan hatten, um die Herrschaft zu erlangen über die Silberminen und die Goldminen, die es dort gab.4 Und dass sie mit ihrer Willenskraft und mit Beharrlichkeit das ganze Gebiet - und das Gebiet war sehr weit von ihnen entfernt - und auch die Könige unterworfen hatten, die vom Ende der Erde gegen sie herangezogen waren, bis sie sie aufgerieben und einen schweren Schlag gegen sie geführt hatten, und dass die Übrigen ihnen Jahr für Jahr Abgaben entrichteten.[1]5 Und sie hätten Philippus und Perseus, den König der Kitier, und alle, die sich gegen sie erhoben hatten, in der Schlacht aufgerieben und unterworfen,6 und auch Antiochus den Grossen, den König der Asia, der gegen sie in die Schlacht gezogen war und hundertzwanzig Elefanten und Reiterei und Streitwagen und eine sehr grosse Streitmacht gehabt hatte - er sei von ihnen vernichtend geschlagen worden.7 Und sie hätten ihn lebendig ergriffen und bestimmt, dass er und die, die nach ihm König sein würden, ihnen eine grosse Abgabe zu entrichten und Geiseln und Land zu überlassen hätten,8 die Region von Indien und Medien und Lydien, einige von ihren schönsten Regionen, und sie hätten ihm diese abgenommen und sie Eumenes, dem König, gegeben.9 Und dass die von Griechenland geplant hatten zu kommen und sie auszurotten.10 Und dies sei ihnen bekannt gemacht worden und sie hätten einen einzigen Heerführer gegen sie ausgesandt und gegen sie gekämpft, und viele von jenen seien durchbohrt worden und gefallen. Und sie hätten ihre Frauen und Kinder gefangen genommen und sie ausgeplündert und ihr Land unterworfen und ihre Festungen geschleift und sie versklavt, bis auf den heutigen Tag.11 Und die übrigen Königreiche und die Inseln, alle, die je gegen sie angetreten seien, hätten sie zerschlagen und versklavt.12 Mit ihren Freunden und Vertrauten aber hielten sie Freundschaft, doch die Könige nah und fern hätten sie unterworfen. Und alle, die ihren Namen hörten, fürchteten sich vor ihnen.13 Jene aber, denen sie helfen und die sie zu Königen machen wollten, die wurden Könige, jene aber, die sie versetzen wollten, die versetzten sie - und so gelangten sie zu höchstem Ansehen.14 Und bei alledem habe nicht einer von ihnen ein Diadem angelegt oder sich in Purpur gekleidet, um darin zu prunken.15 Und sie hätten sich einen Ratssaal gebaut, und Tag für Tag berieten 320 Ratsmitglieder ohne Unterlass über die Volksmenge, wie sie ein wohlgeordnetes Leben führen könnten.16 Und sie betrauten jeweils einen damit, sie für ein Jahr zu führen und über ihr ganzes Land zu herrschen, und alle hörten auf den einen, und es gebe unter ihnen weder Neid noch Eifersucht.17 Und Judas wählte Eupolemos, den Sohn des Johannes, des Sohns von Hakkoz, und Jason, den Sohn des Elasar, und er sandte sie nach Rom, damit sie Freundschaft und ein Bündnis vereinbarten18 und damit sie das Joch von ihnen nähmen, denn sie sahen ja, dass das Königreich der Griechen Israel versklavte.[2]19 Und sie reisten nach Rom, und der Weg war sehr weit, und sie kamen in den Ratssaal, und sie ergriffen das Wort und sprachen:20 Judas, der auch Makkabäus heisst, und seine Brüder und die Menge der Juden haben uns zu euch gesandt, um mit euch ein Bündnis und Frieden zu vereinbaren und damit wir als eure Verbündeten und Freunde aufgeschrieben werden.21 Und das Wort fand Wohlgefallen bei ihnen.22 Und dies ist die Abschrift des Briefs, den sie auf Tafeln aus Kupfer abgeschrieben und nach Jerusalem gesandt hatten, damit er dort bei ihnen war, um als Zeichen an Frieden und Bündnis zu erinnern:23 Möge es den Römern und der Nation der Juden wohl ergehen, zu Wasser und zu Land, in Ewigkeit! Und mögen Schwert und Feind ihnen fernbleiben!24 Sollte aber Krieg drohen, Rom zuerst oder einem ihrer Verbündeten in ihrem gesamten Herrschaftsbereich,[3]25 wird die Nation der Juden, wie es die Umstände von ihnen erfordern, mit ganzem Herzen Beistand leisten.26 Und sie werden den Feinden Nahrung, Waffen, Silber oder Schiffe weder geben noch verschaffen, wie Rom es festgesetzt hat. Und sie werden ihren Verpflichtungen nachkommen, ohne etwas dafür zu nehmen.27 So aber auch: Wenn ein Krieg zuerst die Nation der Juden trifft, werden die Römer bereitwillig Beistand leisten, wie es die Umstände von ihnen erfordern.28 Und den Verbündeten werden weder Nahrung, Waffen, Silber noch Schiffe gegeben werden, wie Rom es festgesetzt hat. Und sie werden diesen Verpflichtungen nachkommen, ohne List. -29 Wie es diesen Worten entspricht, so haben die Römer zur Bürgerschaft der Juden gestanden. -[4]30 Wenn aber später diese oder jene im Sinn haben, etwas hinzuzufügen oder zu streichen, sollen sie es mit dem Einverständnis des anderen tun, und was sie hinzufügen oder streichen, das soll gelten.31 Und was die schlimmen Taten betrifft, die König Demetrius ihnen antut, haben wir ihm geschrieben und gesagt: Warum hast du un seren Freunden und Verbündeten, den Juden, dein Joch auferlegt?32 Wenn sie nun nochmals Klage führen gegen dich, werden wir ihnen Recht verschaffen und dich bekämpfen, zu Wasser und zu Land!