Hiob 22
Zürcher Bibel
von Theologischer Verlag ZürichDritte Rede des Elifas
1 Da antwortete Elifas von Teman und sprach: (Hi 4,1) 2 Kann denn ein Mann Gott Nutzen bringen? Nein, ein Kluger nützt nur sich selbst. (Hi 35,7) 3 Liegt Schaddai daran, dass du gerecht bist, und ist es sein Gewinn, wenn deine Wege unschuldig sind? 4 Straft er dich etwa deiner Gottesfurcht wegen, geht er darum mit dir ins Gericht? 5 Ist deine Bosheit nicht gross, und sind deine Sünden nicht endlos? (Hi 1,1) 6 Ohne Grund hast du deine Brüder gepfändet, und den Nackten hast du die Kleider ausgezogen. (2Mo 22,25; 5Mo 24,10; Hi 24,9) 7 Dem Erschöpften hast du kein Wasser gegeben, und dem Hungrigen hast du das Brot verweigert. (Hi 31,17; Jes 58,7; Hes 18,7; Mt 25,42) 8 Dem Mächtigen gehört das Land, und sein Günstling darf darin wohnen. 9 Witwen hast du mit leeren Händen fortgeschickt, und den Waisen sind die Arme gebrochen worden. (2Mo 22,21; Hi 29,12; Hi 31,16) 10 Darum bist du von Fallen umgeben, und es ängstigt dich plötzlicher Schrecken (Hi 18,8; Hi 31,4) 11 oder Finsternis, in der du nichts siehst, und eine Wasserflut, die dich bedeckt. 12 Ist Gott nicht erhaben wie der Himmel? Und sieh, wie hoch die höchsten Sterne stehen! (Hi 35,5; Ps 8,4) 13 Du aber sagst: Was weiss denn Gott? Kann er richten hinter den dunklen Wolken? (Hi 11,14; Ps 10,11; Ps 73,11; Hes 8,12) 14 Wolken umhüllen ihn, dass er nichts sieht, und auf dem Kreis des Himmels geht er einher. (Ps 139,11) 15 Willst du dem Pfad der Vorzeit folgen, den die Männer des Unheils gegangen sind, (1Mo 7,21) 16 die dahingerafft wurden vor der Zeit, über deren Grund sich ein Strom ergoss, (Hi 14,19; Jes 28,2; Mt 7,26) 17 die zu Gott sprachen: Bleib uns fern!, und: Was kann Schaddai uns tun? (Hi 21,14) 18 Er aber hat ihre Häuser mit Gutem gefüllt. Das Denken der Frevler ist mir fern! (Hi 21,16) 19 Die Gerechten werden es sehen und sich freuen, und der Schuldlose wird über sie spotten: (Ps 58,11; Ps 107,42) 20 Vernichtet sind unsere Gegner, und was von ihnen übrig blieb, hat das Feuer verzehrt. 21 Vertrage dich mit ihm und schliesse Frieden, so wird Gutes zu dir kommen. 22 Nimm die Weisung an aus seinem Mund, und bewahre seine Worte in deinem Herzen. (Hi 6,10; Hi 23,12; Ps 119,11) 23 Wenn du umkehrst zu Schaddai, wirst du aufgerichtet. Wenn du aus deinem Zelt das Unrecht entfernst, (Hi 11,14) 24 das Golderz in den Staub wirfst und das Ofirgold zu den Steinen der Bäche, (2Mo 32,2; Jes 2,20) 25 dann wird Schaddai dein Golderz sein und strahlendes Silber für dich. 26 Dann wirst du dich an Schaddai erfreuen und dein Angesicht zu Gott erheben. (Hi 27,10; Jes 58,14) 27 Du wirst ihn bitten, und er wird dich erhören, und deine Gelübde wirst du erfüllen. 28 Was du beschliesst, wird dir gelingen, und über deinen Wegen strahlt Licht. (Ps 119,105) 29 Denn Gott erniedrigt, die hochmütig reden, wer aber die Augen niederschlägt, dem hilft er. (Hi 5,11; Spr 3,34; Mt 23,12; Jak 4,6; 1Petr 5,5) 30 Er rettet selbst den, der nicht schuldlos ist, durch die Reinheit deiner Hände wird er gerettet.Hiob 22
Das Buch
von SCM VerlagDas Kapitel ist in dieser Übersetzung nicht verfügbar.
Hiob 22
Gute Nachricht Bibel 2018
von Deutsche BibelgesellschaftDer erste Freund: Gott straft dich wegen deiner Bosheit
1 Da sagte Elifas von Teman: 2 »Wie kann ein Mensch für Gott von Nutzen sein! Sich selber nützt der Mensch, der Einsicht hat! 3 Was bringt es Gott,[1] wenn du das Rechte tust? Hat er Gewinn, wenn du vollkommen bist? (Hi 35,7) 4 Du denkst doch nicht, er zieht dich vor Gericht, weil du ihn ehrst und ihm gehorsam bist? 5 Es kann nur wegen deiner Bosheit sein und weil du immer wieder Unrecht tust. 6 Wenn dir ein Landsmann irgendetwas schuldet, verlangst du sein Gewand dafür als Pfand, obwohl er keine andere Kleidung hat. (2Mo 22,25; Hi 31,16) 7 Der Durstige bekommt von dir kein Wasser, den Hungernden verweigerst du dein Brot. (Hi 31,17; Jes 58,7; Mt 25,42) 8 Weil du die Macht hast, nimmst du alles Land; du meinst, dein Rang gibt dir das Recht dazu. 9 Die Witwen schickst du fort mit leeren Händen und Waisenkinder übervorteilst du. (2Mo 22,21; Hi 29,12) 10 Darum bist du von Schlingen eingeschlossen, ganz plötzlich macht die Angst dich starr und stumm. 11 Du siehst nichts mehr vor lauter Dunkelheit, die Wasserflut geht über dich hinweg. 12 Bedenk, dass Gott so fern ist wie der Himmel. Betrachte doch den höchsten Stern dort oben! 13 Du schließt daraus: ›Was kann da Gott schon wissen? Kann er denn richten trotz der Wolkendecke? (Ps 14,1) 14 Sie hindert ihn daran, hindurchzusehen, wenn er am Himmelsrand spazieren geht.‹ 15 Willst du den ausgetretenen Pfaden folgen, auf denen immer schon die Bösen gingen? 16 Sie wurden vor der Zeit zu Fall gebracht, wie Mauern, die das Wasser unterspült. 17 Sie hatten Gott verworfen und gemeint, er könnte ihnen nicht gefährlich werden. (Hi 21,14) 18 Doch von demselben Gott kam all ihr Reichtum. Auch mir liegt ihre Art zu denken fern! (Hi 21,16) 19 Die Guten freuen sich, sehn sie dies Ende; wer ohne Schuld ist, lacht die Bösen aus: (Ps 52,8; Ps 107,42) 20 ›Seht, unsere Feinde sind vernichtet worden, das Feuer fraß sie bis zum letzten Mann!‹Kehr um zu Gott!
21 Hör endlich auf, in Gott den Feind zu sehen, und söhne dich doch wieder mit ihm aus! Nur so wirst du dein Glück zurückgewinnen. (Hi 13,24) 22 Wenn er dich unterweist, dann nimm es an, behalte jedes Wort in deinem Herzen! 23 Kehr um zu ihm,[2] dann richtet er dich auf. Schaff alles Unrecht fort aus deinem Haus! (Hi 8,5; Hi 11,14) 24 Nimm auch dein ganzes Gold und wirf es weg; lass es im Flussbett bei den Steinen liegen. (Hi 31,24; Ps 16,5; Mt 6,19; Mk 10,21) 25 Gott, der Gewaltige, ist selbst dein Gold, anstatt der Silberhaufen hast du ihn! 26 Dein Gott[3] ist dann die Quelle deiner Freude und voll Vertrauen blickst du zu ihm auf. (Hi 11,15; Jes 58,14) 27 Er gibt dir Antwort, wenn du zu ihm betest; dann wirst du dein Gelübde froh erfüllen. (Ps 22,25) 28 Was immer du beschließt, es wird gelingen; auf allen deinen Wegen wird es hell. 29 Wenn andere leiden und am Boden liegen, dann gibst du ihnen wieder neuen Mut und Gott hebt die Beschämten freundlich auf. (Hi 4,3) 30 Auch den, der schuldig wurde, rettet er; wenn deine Hände rein sind, wird er frei.« (Hi 42,8; Jak 5,15)Hiob 22
Hoffnung für alle
von BiblicaElifas: Kehr wieder um zu Gott!
1 Ein drittes Mal ergriff Elifas aus Teman das Wort: 2 »Meinst du, dass ein Mensch für Gott von Nutzen ist? Wer weise und verständig ist, nützt doch nur sich selbst! 3 Machst du Gott damit eine Freude, dass du dir nichts zuschulden kommen lässt? Bringt es ihm Gewinn, wenn du ein tadelloses Leben führst? 4 Nicht wegen deiner Frömmigkeit geht Gott mit dir ins Gericht und zieht dich jetzt zur Rechenschaft, 5 nein, wegen deiner großen Bosheit! Lang ist die Liste deiner Sünden! 6 Wenn dir dein Nachbar etwas schuldete, dann hast du ohne Grund sein einziges Gewand als Pfand genommen. 7 Dem Durstigen hast du kein Wasser gegeben und dem Hungrigen das Brot verweigert. 8 Dabei bist du mächtig und angesehen; dir gehört das Land, in dem du wohnst! 9 Witwen hast du mit leeren Händen weggeschickt und den Waisenkindern ihre Bitten abgeschlagen. 10 Deshalb umgeben dich jetzt tödliche Gefahren und packt dich Furcht und Entsetzen. 11 Deshalb ist es jetzt so dunkel um dich her, dass du keine Handbreit sehen kannst, deshalb überrollt dich jetzt die große Flut! 12 Schau dir die Sterne an dort oben – Gott ist noch viel erhabener, er überragt den Himmel! 13-14 Darum sagst du auch: ›Was weiß er schon? Kann uns Gott gerecht beurteilen, wenn dunkle Wolken ihm den Blick versperren? In tiefer Finsternis verbirgt er sich, er sieht uns nicht; fern am Rand des Weltalls wohnt er!‹ 15 Willst auch du die falschen Wege gehen, die in alter Zeit gewissenlose Menschen schon gegangen sind? 16 Vorzeitig wurden sie aus dem Leben gerissen, ihre Häuser wurden fortgespült von einer Flut. 17 Sie wagten es, zu Gott zu sagen: ›Geh mir aus dem Weg!‹ und: ›Was kann uns der Allmächtige schon tun?‹ 18 Dabei war er es doch, der in seiner Güte sie zu Wohlstand brachte! – Doch ich will mich hüten, so wie sie zu reden! – 19 Gute und gerechte Menschen werden lachen und sich freuen, wenn sie ihren Untergang sehen! 20 ›Jetzt ist unser Feind vernichtet‹, jubeln sie, ›und sein Besitz wurde ein Raub der Flammen!‹ 21 Hiob, versöhn dich wieder mit Gott, schließ mit ihm Frieden, dann wird er dir sehr viel Gutes tun! 22 Gib wieder acht auf das, was er dir sagt, und nimm dir seine Worte zu Herzen! 23 Wenn du zu Gott, dem Allmächtigen, umkehrst, wird er dich aufrichten. Halte alles Unrecht von deinem Haus fern! 24 Wirf dein kostbares Gold weg, versenk es irgendwo im Fluss! 25 Dann ist Gott selbst dein kostbarer Schatz, dann bedeutet er dir mehr als alles Gold und Silber. 26 Er wird die Quelle deiner Freude sein, und du kannst wieder zu ihm aufschauen. 27 Wenn du zu ihm betest, wird er dich erhören; und du wirst erfüllen, was du ihm versprochen hast. 28 Deine Pläne werden gelingen; hell strahlt das Licht über allen deinen Wegen! 29 Wenn andere am Boden liegen und du betest: ›Herr, stärke sie wieder!‹, dann wird Gott die Niedergeschlagenen aufrichten. 30 Sogar einen schuldbeladenen Menschen wird Gott retten, weil du mit reinem Herzen für ihn gebetet hast!«Hiob 22
Neue evangelistische Übersetzung
von Karl-Heinz VanheidenDritte Rede des Elifas: Du hältst Gott für parteiisch!
1 Da erwiderte Elifas von Teman: 2 „Kann ein Mann Gott Nutzen bringen? / Der Verständige nützt nur sich selbst. 3 Wenn du gerecht bist, was bringt es dem Allmächtigen? / Hat er Gewinn, wenn deine Wege unschuldig sind?“Gott straft dich wegen deiner Sünden!
4 „Straft er dich, weil du ihn fürchtest, / geht er deshalb mit dir ins Gericht? 5 Ist nicht vielmehr deine Bosheit groß / und ohne Ende deine Schuld? 6 Du hast deinen Bruder grundlos gepfändet, / du nahmst ihm als Pfand das einzige Gewand. 7 Dem Erschöpften hast du kein Wasser gegeben, / dem Hungrigen nicht ein Stück Brot. 8 Denkst du, dem Mann der Faust gehört das Land / und nur Angesehene wohnen dort? 9 Witwen schicktest du mit leeren Händen fort, / die Arme der Waisen hast du zerschlagen. 10 Darum sind Schlingen rings um dich her, / ein plötzlicher Schrecken macht dich bestürzt, 11 eine Finsternis, in der du nichts siehst, / und eine Wasserflut, die dich bedeckt.“Hältst du Gott für unwissend?
12 „Ist Gott nicht so hoch wie der Himmel? / Schau, wie hoch die höchsten Sterne sind! 13 Du aber sagst: 'Was weiß denn Gott? / Kann er durch Wolkendunkel richten? 14 Wolken umhüllen ihn, dass er nichts sieht, / wenn er am Himmelsgewölbe spaziert.' 15 Willst du den Pfad der Vorwelt befolgen, / den die Gottlosen gegangen sind, 16 die weggerafft wurden vor der Zeit? / Wie ein Strom zerfloss ihr fester Grund. 17 Sie sagten zu Gott: 'Mach dich fort!', / und: 'Was kann der Allmächtige uns tun?' 18 Hatte er doch ihre Häuser mit Gutem gefüllt. / Auch mir ist das Denken der Gottlosen fern! 19 Die Gerechten sehen es und freuen sich, / und der Schuldlose wird über sie spotten: 20 Vernichtet sind unsere Feinde! / Die letzten von ihnen sind im Feuer verbrannt.'“Ändere deine Einstellung, Hiob!
21 „Sei ihm doch Freund und halte Frieden! / Dadurch kommt wieder Gutes zu dir. 22 Nimm die Lehre aus seinem Mund an, / nimm dir seine Worte zu Herzen! 23 Wenn du zum Allmächtigen umkehrst, / wirst du wieder aufgebaut / und entfernst das Unrecht aus deinem Zelt. 24 Wirf dein Gold doch in den Staub, / das Ofirgold[1] zu den Kieseln im Bach! 25 Dann ist der Allmächtige dein Gold, / das erlesene Silber für dich. 26 Dann wirst du dich am Allmächtigen freuen / und dein Gesicht zu Gott erheben. 27 Du wirst zu ihm beten, / und er wird dich hören. / Und du erfüllst ihm, was du gelobst. 28 Was du beschließt, / das wird dir gelingen. / Auf deinen Wegen wird es hell. 29 Ja, Gott erniedrigt die, die hochmütig reden, / doch wer die Augen niederschlägt, dem hilft er auf. 30 Er rettet selbst den, der nicht schuldlos ist; / durch die Reinheit deiner Hände wird er befreit.“Hiob 22
Neue Genfer Übersetzung
von Genfer BibelgesellschaftDas Kapitel ist in dieser Übersetzung nicht verfügbar.