1Von dort brach Jesus auf und kam in seine Heimatstadt; seine Jünger folgten ihm nach. (Mk 1,1; Lk 4,16)2Am Sabbat lehrte er in der Synagoge. Und die vielen Menschen, die ihm zuhörten, gerieten außer sich vor Staunen und sagten: Woher hat er das alles? Was ist das für eine Weisheit, die ihm gegeben ist? Und was sind das für Machttaten, die durch ihn geschehen? (Joh 7,15)3Ist das nicht der Zimmermann, der Sohn der Maria und der Bruder von Jakobus, Joses, Judas und Simon? Leben nicht seine Schwestern hier unter uns? Und sie nahmen Anstoß an ihm.[1] (Joh 6,42)4Da sagte Jesus zu ihnen: Nirgends ist ein Prophet ohne Ansehen außer in seiner Heimat, bei seinen Verwandten und in seiner Familie. (Joh 4,44)5Und er konnte dort keine Machttat tun; nur einigen Kranken legte er die Hände auf und heilte sie.
Die Aussendung der zwölf Jünger
6Und er wunderte sich über ihren Unglauben. Jesus zog durch die benachbarten Dörfer und lehrte. (Lk 9,1)7Er rief die Zwölf zu sich und sandte sie aus, jeweils zwei zusammen. Er gab ihnen Vollmacht über die unreinen Geister8und er gebot ihnen, außer einem Wanderstab nichts auf den Weg mitzunehmen, kein Brot, keine Vorratstasche, kein Geld im Gürtel,9kein zweites Hemd und an den Füßen nur Sandalen.10Und er sagte zu ihnen: Bleibt in dem Haus, in dem ihr einkehrt, bis ihr den Ort wieder verlasst!11Wenn man euch aber in einem Ort nicht aufnimmt und euch nicht hören will, dann geht weiter und schüttelt den Staub von euren Füßen, ihnen zum Zeugnis.12Und sie zogen aus und verkündeten die Umkehr.13Sie trieben viele Dämonen aus und salbten viele Kranke mit Öl und heilten sie.
Die Enthauptung des Täufers
14Der König Herodes hörte von Jesus; denn sein Name war bekannt geworden und man sagte: Johannes der Täufer ist von den Toten auferstanden; deshalb wirken solche Kräfte in ihm. (Mt 14,1; Mt 16,14; Lk 9,7)15Andere sagten: Er ist Elija. Wieder andere: Er ist ein Prophet, wie einer von den alten Propheten.16Als aber Herodes von ihm hörte, sagte er: Johannes, den ich enthaupten ließ, ist auferstanden.17Herodes hatte nämlich Johannes festnehmen und ins Gefängnis werfen lassen. Schuld daran war Herodias, die Frau seines Bruders Philippus, die er geheiratet hatte. (Mt 14,3; Lk 3,19)18Denn Johannes hatte zu Herodes gesagt: Es ist dir nicht erlaubt, die Frau deines Bruders zur Frau zu haben. (3Mo 18,16; 3Mo 20,21)19Herodias verzieh ihm das nicht und wollte ihn töten lassen. Sie konnte es aber nicht durchsetzen,20denn Herodes fürchtete sich vor Johannes, weil er wusste, dass dieser ein gerechter und heiliger Mann war. Darum schützte er ihn. Wenn er ihm zuhörte, geriet er in große Verlegenheit und doch hörte er ihm gern zu.21Eines Tages ergab sich für Herodias eine günstige Gelegenheit. An seinem Geburtstag lud Herodes seine Hofbeamten und Offiziere zusammen mit den vornehmsten Bürgern von Galiläa zu einem Festmahl ein.22Da kam die Tochter der Herodias und tanzte und sie gefiel dem Herodes und seinen Gästen so sehr, dass der König zu dem Mädchen sagte: Verlange von mir, was du willst; ich werde es dir geben.23Er schwor ihr sogar: Was du auch von mir verlangst, ich will es dir geben, und wenn es die Hälfte meines Reiches wäre. (Est 5,3; Est 7,2)24Sie ging hinaus und fragte ihre Mutter: Was soll ich verlangen? Herodias antwortete: Den Kopf Johannes des Täufers.25Da lief das Mädchen zum König hinein und verlangte: Ich will, dass du mir sofort auf einer Schale den Kopf Johannes des Täufers bringen lässt.26Da wurde der König sehr traurig, aber wegen der Eide und der Gäste wollte er ihren Wunsch nicht ablehnen.27Deshalb befahl er einem Scharfrichter, sofort ins Gefängnis zu gehen und den Kopf des Täufers herzubringen. Der Scharfrichter ging und enthauptete Johannes.28Dann brachte er den Kopf auf einer Schale, gab ihn dem Mädchen und das Mädchen gab ihn seiner Mutter.29Als die Jünger des Johannes das hörten, kamen sie, holten seinen Leichnam und legten ihn in ein Grab. (Mk 14,50; Mk 15,45)
Die Rückkehr der Jünger und die Speisung der Fünftausend
30Die Apostel versammelten sich wieder bei Jesus und berichteten ihm alles, was sie getan und gelehrt hatten. (Lk 9,10; Lk 10,17)31Da sagte er zu ihnen: Kommt mit an einen einsamen Ort, wo wir allein sind, und ruht ein wenig aus! Denn sie fanden nicht einmal Zeit zum Essen, so zahlreich waren die Leute, die kamen und gingen.32Sie fuhren also mit dem Boot in eine einsame Gegend, um allein zu sein. (2Kön 4,42; Mt 14,13; Mt 15,32; Mk 8,1; Lk 9,10; Joh 6,1)33Aber man sah sie abfahren und viele erfuhren davon; sie liefen zu Fuß aus allen Städten dorthin und kamen noch vor ihnen an.34Als er ausstieg, sah er die vielen Menschen und hatte Mitleid mit ihnen; denn sie waren wie Schafe, die keinen Hirten haben. Und er lehrte sie lange. (4Mo 27,17; 1Kön 22,17; Hes 34,5; Mt 9,36; Sir 18,13)35Gegen Abend kamen seine Jünger zu ihm und sagten: Der Ort ist abgelegen und es ist schon spät.36Schick sie weg, damit sie in die umliegenden Gehöfte und Dörfer gehen und sich etwas zu essen kaufen können!37Er erwiderte: Gebt ihr ihnen zu essen! Sie sagten zu ihm: Sollen wir weggehen, für zweihundert Denare Brot kaufen und es ihnen zu essen geben?38Er sagte zu ihnen: Wie viele Brote habt ihr? Geht und seht nach! Sie sahen nach und berichteten: Fünf Brote und außerdem zwei Fische.39Dann befahl er ihnen, sie sollten sich in Mahlgemeinschaften im grünen Gras lagern.40Und sie ließen sich in Gruppen zu hundert und zu fünfzig nieder. (2Mo 18,25; 4Mo 31,14)41Darauf nahm er die fünf Brote und die zwei Fische, blickte zum Himmel auf, sprach den Lobpreis, brach die Brote und gab sie den Jüngern, damit sie diese an die Leute austeilten. Auch die zwei Fische ließ er unter allen verteilen. (Mk 8,19)42Und alle aßen und wurden satt.43Und sie hoben Brocken auf, zwölf Körbe voll, und Reste von den Fischen.44Es waren fünftausend Männer, die von den Broten gegessen hatten.
Die Offenbarung des Gottessohnes auf dem Wasser
45Gleich darauf drängte er seine Jünger, ins Boot zu steigen und ans andere Ufer nach Betsaida vorauszufahren. Er selbst wollte inzwischen die Leute nach Hause schicken. (Mt 14,22; Joh 6,16)46Nachdem er sich von ihnen verabschiedet hatte, ging er auf einen Berg, um zu beten. (Lk 6,12)47Als es Abend wurde, war das Boot mitten auf dem See, er aber war allein an Land.48Und er sah, wie sie sich beim Rudern abmühten, denn sie hatten Gegenwind. In der vierten Nachtwache kam er zu ihnen; er ging auf dem See, wollte aber an ihnen vorübergehen. (2Mo 33,19; 1Kön 19,11; Hi 9,8)49Als sie ihn über den See gehen sahen, meinten sie, es sei ein Gespenst, und schrien auf.50Alle sahen ihn und erschraken. Doch er begann mit ihnen zu reden und sagte: Habt Vertrauen, ich bin es; fürchtet euch nicht! (2Mo 3,14; Jes 43,1)51Dann stieg er zu ihnen ins Boot und der Wind legte sich. Sie aber waren bestürzt und fassungslos. (Mk 4,39)52Denn sie waren nicht zur Einsicht gekommen, als das mit den Broten geschah; ihr Herz war verstockt. (Mk 8,17)
Heilungen in Gennesaret
53Sie fuhren auf das Ufer zu, kamen nach Gennesaret und legten dort an. (Mt 14,34)54Als sie aus dem Boot stiegen, erkannte man ihn sogleich.55Die Menschen eilten durch die ganze Gegend und brachten die Kranken auf Liegen zu ihm, sobald sie hörten, wo er war. (Mt 4,24)56Und immer, wenn er in ein Dorf oder eine Stadt oder zu einem Gehöft kam, trug man die Kranken auf die Straße hinaus und bat ihn, er möge sie wenigstens den Saum seines Gewandes berühren lassen. Und alle, die ihn berührten, wurden geheilt. (Mk 5,28)
1Und er ging von dort weg und kam in seine Vaterstadt, und seine Jünger folgten ihm nach. (Mt 13,53; Lk 4,16)2Und als der Sabbat kam, fing er an zu lehren in der Synagoge. Und viele, die zuhörten, verwunderten sich und sprachen: Woher hat er dies? Und was ist das für eine Weisheit, die ihm gegeben ist? Und solche Taten geschehen durch seine Hände? (Mk 1,22; Mk 1,27; Joh 7,15)3Ist der nicht der Zimmermann, Marias Sohn und der Bruder des Jakobus und Joses und Judas und Simon? Sind nicht auch seine Schwestern hier bei uns? Und sie ärgerten sich an ihm. (Mk 3,32; Joh 6,42)4Jesus aber sprach zu ihnen: Ein Prophet gilt nirgends weniger als in seinem Vaterland[1] und bei seinen Verwandten und in seinem Hause. (Joh 4,44)5Und er konnte dort nicht eine einzige Tat tun, außer dass er wenigen Kranken die Hände auflegte und sie heilte.6Und er wunderte sich über ihren Unglauben. Und er zog rings umher in die Dörfer und lehrte.
Die Aussendung der Zwölf
7Und er rief die Zwölf zu sich und fing an, sie auszusenden je zwei und zwei, und gab ihnen Macht über die unreinen Geister (Mt 10,1; Mt 10,5; Mk 3,14; Lk 9,1; Lk 10,1)8und gebot ihnen, nichts mitzunehmen auf den Weg als allein einen Stab, kein Brot, keine Tasche, kein Geld im Gürtel,9wohl aber Schuhe an den Füßen. Und zieht nicht zwei Hemden an!10Und er sprach zu ihnen: Wo ihr in ein Haus geht, da bleibt, bis ihr von dort weiterzieht.11Und wo man euch nicht aufnimmt und euch nicht hört, da geht hinaus und schüttelt den Staub von euren Füßen, ihnen zum Zeugnis.12Und sie zogen aus und predigten, man sollte Buße tun, (Mk 1,14)13und trieben viele Dämonen aus und salbten viele Kranke mit Öl und machten sie gesund. (Jak 5,14)
Das Ende Johannes des Täufers
14Und es kam dem König Herodes zu Ohren; denn der Name Jesu war nun bekannt. Und die Leute sprachen: Johannes der Täufer ist von den Toten auferweckt worden, und darum wirken solche Kräfte in ihm. (Mt 14,1; Mk 8,28; Lk 3,19; Lk 9,7)15Andere aber sprachen: Er ist Elia; wieder andere: ein Prophet wie einer der Propheten.16Als es aber Herodes hörte, sprach er: Es ist Johannes, den ich enthauptet habe, der ist auferweckt worden.17Denn er, Herodes, hatte ausgesandt und Johannes ergriffen und ins Gefängnis geworfen um der Herodias willen, der Frau seines Bruders Philippus; denn er hatte sie geheiratet.18Johannes aber hatte zu Herodes gesagt: Es ist nicht erlaubt, dass du die Frau deines Bruders hast. (3Mo 18,16; 3Mo 20,21)19Herodias aber stellte ihm nach und wollte ihn töten und konnte es nicht.20Denn Herodes fürchtete Johannes, weil er wusste, dass er ein gerechter und heiliger Mann war, und hielt ihn in Gewahrsam; und wenn er ihn hörte, wurde er sehr unruhig; doch hörte er ihn gern.21Und es kam ein gelegener Tag, als Herodes an seinem Geburtstag ein Festmahl gab für seine Großen und die Obersten und die Vornehmsten von Galiläa.22Da trat herein seine Tochter, die von Herodias, und tanzte, und sie gefiel Herodes und denen, die mit zu Tisch lagen. Da sprach der König zu dem Mädchen: Bitte von mir, was du willst, ich will dir’s geben.23Und er schwor ihr feierlich: Was du von mir bittest, will ich dir geben, bis zur Hälfte meines Königreichs. (Est 5,3; Est 5,6)24Und sie ging hinaus und fragte ihre Mutter: Was soll ich bitten? Die sprach: Das Haupt Johannes des Täufers.25Da ging sie sogleich eilig hinein zum König, bat ihn und sprach: Ich will, dass du mir gibst, jetzt gleich auf einer Schale, das Haupt Johannes des Täufers.26Und der König wurde sehr betrübt. Doch wegen der Eide und derer, die mit zu Tisch lagen, wollte er sie nicht abweisen.27Und alsbald schickte der König den Henker hin und befahl, das Haupt des Johannes herzubringen. Der ging hin und enthauptete ihn im Gefängnis28und trug sein Haupt herbei auf einer Schale und gab’s dem Mädchen, und das Mädchen gab’s seiner Mutter.29Und da das seine Jünger hörten, kamen sie und nahmen seinen Leichnam und legten ihn in ein Grab.
Die Speisung der Fünftausend
30Und die Apostel kamen bei Jesus zusammen und verkündeten ihm alles, was sie getan und gelehrt hatten. (Mt 14,13; Lk 9,10; Joh 6,1)31Und er sprach zu ihnen: Geht ihr allein an eine einsame Stätte und ruht ein wenig. Denn es waren viele, die kamen und gingen, und sie hatten nicht Zeit genug zum Essen. (Mk 3,20)32Und sie fuhren in einem Boot an eine einsame Stätte für sich allein.33Und man sah sie wegfahren, und viele hörten es und liefen aus allen Städten zu Fuß dorthin zusammen und kamen ihnen zuvor.34Und Jesus stieg aus und sah die große Menge; und sie jammerten ihn, denn sie waren wie Schafe, die keinen Hirten haben. Und er fing eine lange Predigt an. (2Chr 18,16; Hes 34,5; Mt 9,36)35Da nun der Tag fast vergangen war, traten seine Jünger zu ihm und sprachen: Die Stätte ist einsam, und der Tag ist fast vergangen; (Mk 8,1)36lass sie gehen, damit sie in die Höfe und Dörfer ringsum gehen und sich etwas zu essen kaufen.37Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Gebt ihr ihnen zu essen! Und sie sprachen zu ihm: Sollen wir denn hingehen und für zweihundert Silbergroschen Brot kaufen und ihnen zu essen geben? (2Kön 4,42)38Er aber sprach zu ihnen: Wie viele Brote habt ihr? Geht hin und seht nach! Und als sie es erkundet hatten, sprachen sie: Fünf, und zwei Fische.39Und er gebot ihnen, dass sich alle lagerten, tischweise, auf das grüne Gras.40Und sie setzten sich, in Gruppen zu hundert und zu fünfzig.41Und er nahm die fünf Brote und zwei Fische und sah auf zum Himmel, dankte und brach die Brote und gab sie den Jüngern, dass sie sie ihnen austeilten, und die zwei Fische teilte er unter sie alle. (Mk 7,34; Mk 14,22)42Und sie aßen alle und wurden satt.43Und sie sammelten die Brocken auf, zwölf Körbe voll, und von den Fischen. (Mk 8,19)44Und die die Brote gegessen hatten, waren fünftausend Männer.
Jesus kommt zu seinen Jüngern auf dem Meer
45Und alsbald trieb er seine Jünger, in das Boot zu steigen und vor ihm hinüberzufahren nach Betsaida, bis er das Volk gehen ließe. (Mt 14,22; Joh 6,15)46Und als er sich von ihnen getrennt hatte, ging er hin auf einen Berg, um zu beten. (Lk 6,12; Lk 9,28)47Und am Abend war das Boot mitten auf dem Meer, und er war an Land allein.48Und er sah, dass sie sich abplagten beim Rudern – denn der Wind stand ihnen entgegen –, da kam er um die vierte Nachtwache zu ihnen und wandelte auf dem Meer und wollte an ihnen vorübergehen. (2Mo 33,19; 1Kön 19,11; Hi 9,8)49Als sie ihn aber auf dem Meer wandeln sahen, meinten sie, es wäre ein Gespenst, und schrien;50denn sie sahen ihn alle und erschraken. Aber sogleich redete er mit ihnen und sprach zu ihnen: Seid getrost, ich bin’s; fürchtet euch nicht!51Und er stieg zu ihnen ins Boot, und der Wind legte sich. Und sie entsetzten sich über die Maßen; (Mk 4,39)52denn sie waren um nichts verständiger geworden angesichts der Brote, sondern ihr Herz war erstarrt. (Mk 3,5; Mk 8,17)
Krankenheilungen in Genezareth
53Und als sie hinübergefahren waren ans Land, kamen sie nach Genezareth und legten an. (Mt 14,34)54Und als sie aus dem Boot stiegen, erkannten ihn die Leute alsbald55und liefen im ganzen Land umher und fingen an, die Kranken auf Tragen überall dorthin zu bringen, wo sie hörten, dass er war.56Und wo er in Dörfer, Städte oder Höfe hineinging, da legten sie die Kranken auf den Markt und baten ihn, dass diese auch nur den Saum seines Gewandes berühren dürften; und alle, die ihn berührten, wurden gesund. (Mk 5,27; Apg 5,15; Apg 19,11)
1Von dort ging Jesus hinaus und kam in seinen Heimatort. Seine Gefährten folgten ihm dorthin.2Als es Sabbat geworden war, fing er an, im örtlichen Versammlungshaus zu unterrichten. Viele hörten zu und waren völlig erstaunt. Sie fragten sich: »Woher hat er das alles? Woher kommt die Weisheit, die ihm gegeben ist? Und wie kommt es, dass er mit seinen Händen diese großen Wundertaten bewirken kann?3Ist das nicht der Baumeister, der Sohn von Maria und der Bruder von Jakobus, Joses, Juda und Simon? Und leben seine Schwestern nicht auch alle hier bei uns?« So nahmen sie Anstoß an ihm.4Jesus sagte daraufhin zu ihnen: »Ein Prophet findet überall ehrenvolle Aufnahme, außer in seinem Heimatort und bei seinen Blutsverwandten und in seiner Familie!«5So war er auch nicht in der Lage, dort irgendein machtvolles Wunder zu tun, außer dass er ein paar wenigen Kranken die Hände auflegte und sie so gesund machte.6Jesus wunderte sich sehr über ihren Mangel an Vertrauen. Dann zog er durch die Ortschaften in der Umgebung und gab ihnen Gottes Botschaft weiter.
Die erste Beauftragung
7Dabei rief er seine zwölf besonderen Gefährten zu sich. Von diesem Zeitpunkt an sandte er sie jeweils zu zweit aus. Er übertrug ihnen die Vollmacht über die gottwidrigen Geistesmächte.8Dabei wies er sie an, nichts für den Weg mitzunehmen außer einem Stock, kein Brot, keine Tasche, noch nicht einmal einen Notgroschen.9Er sagte: »Zieht ruhig Sandalen an, aber nehmt keine Kleidung zum Wechseln mit!«10Außerdem sagte er zu ihnen: »Wenn ihr in ein Haus eintretet, dann bleibt dort, bis ihr wieder aus diesem Ort weiterzieht!11Wenn ihr irgendwo nicht willkommen geheißen werdet und die Leute euch dort kein Gehör schenken, dann verlasst diesen Ort und schlagt selbst noch den Staub von euren Fußsohlen ab. Das soll ihnen deutlich machen, was sie verpasst haben.«12Da zogen die Gefährten von Jesus aus und forderten die Menschen öffentlich auf, ihr Leben zu ändern.13Sie befreiten auch viele Menschen von dämonischen Geistesmächten und salbten viele Kranke mit Öl und heilten sie so.
Der Tod von Johannes
14Von all dem hörte Herodes, der König, denn der Name von Jesus war inzwischen sehr bekannt geworden. Die Leute sagten: »Johannes, der die Menschen untergetaucht hat, ist wieder von den Toten auferstanden. Das ist der Grund dafür, warum diese mächtigen Wunder durch ihn geschehen.«15Andere sagten: »Nein, das ist Elia!« Und wieder andere: »Das ist kein anderer als der vorausgesagte Prophet oder ein anderer von den Propheten!«16Das alles hörte Herodes und sagte dann: »Johannes, dem ich den Kopf abschlagen ließ, der ist wieder auferstanden!«17Denn Herodes hatte seine Soldaten ausgesandt und Johannes festnehmen und ihn im Gefängnis einschließen lassen. Der Grund dafür war Herodias, die Ehefrau von Philippus, seinem Bruder. Die hatte er geheiratet.18Deshalb hatte Johannes zu Herodes gesagt: »Es ist nicht richtig, dass du die Ehefrau deines Bruders zur Frau nimmst!«19Aus diesem Grund hasste Herodias ihn und wollte ihn umbringen. Doch ihr waren die Hände gebunden,20denn Herodes hatte Angst vor Johannes. Er kannte ihn als einen gerechten und auf Gott ausgerichteten Mann. Deshalb hielt er seine Hand über ihn. Wenn er ihm zugehört hatte, war er oft sehr erschüttert und wollte ihn doch immer wieder anhören.21Doch dann kam ein geeigneter Tag, der Geburtstag von Herodes. Er veranstaltete ein Festbankett für seine oberen Beamten und seine Offiziere und die Angehörigen der obersten Familien von Galiläa.22Die Tochter der Herodias ging in den Festsaal hinein und tanzte vor den Gästen. Das gefiel Herodes und den anderen Mitfeiernden. Da sagte der König zu dem Mädchen: »Du kannst mich um etwas bitten, ganz egal, was du haben möchtest, und ich werde es dir geben!«23Das bekräftigte er mit einem Schwur und sagte noch einmal: »Was immer du verlangst, ich werde es dir geben, bis zur Hälfte meines Königreichs!«24Da ging sie aus dem Saal hinaus und fragte ihre Mutter: »Was soll ich von ihm verlangen?« Die antwortete: »Verlange den Kopf von Johannes dem Täufer!«25Da ging sie augenblicklich, ohne zu Zögern, hinein zum König und äußerte diese Bitte: »Ich will, dass du mir sofort auf einer Schale den Kopf von Johannes dem Täufer gibst!«26Da wurde der König sehr traurig, doch aufgrund seines Schwurs und wegen der Festgäste wollte er sie nicht abweisen.27Sofort schickte er den Henker los mit dem Auftrag, ihm den Kopf von Johannes zu bringen. Der ging los und schlug ihm dort im Gefängnis den Kopf ab.28Dann brachte er dessen Kopf in einer Schale herbei und gab ihn dem Mädchen, und das Mädchen gab ihn seiner Mutter.29Als das die Schüler von Johannes hörten, kamen sie und holten seinen Körper und legten ihn in ein Grab.30Die Apostel, die ausgesandten Botschafter, kamen wieder bei Jesus zusammen und berichteten ihm alles, was sie getan und was sie den Menschen als Botschaft weitergegeben hatten.
Brot für alle
31Da sagte Jesus zu ihnen: »Kommt jetzt allein mit mir an einen einsamen Ort und ruht euch dort etwas aus!« Es war nämlich so: Es waren sehr viele Leute, die kamen und wieder gingen, sodass sie nicht einmal Zeit zum Essen hatten.32Da fuhren sie im Boot an einen einsamen Ort, ganz allein.33Viele Leute sahen und merkten, wie sie losfuhren. Da liefen sie alle zusammen zu Fuß aus allen Ortschaften los und kamen noch vor Jesus und seinen Gefährten dorthin.34Als er aus dem Boot ausstieg, sah er die große Menschenmenge. Er wurde von Mitgefühl für sie gepackt, denn sie waren wie Schafe, um die sich kein Hirte kümmerte. Deshalb fing er an, ihnen viele Einzelheiten von Gottes guter Botschaft weiterzugeben.35Als es dann schon spät geworden war, kamen seine Schüler zu Jesus und sagten: »Wir sind hier an einem unbewohnten Ort und es ist schon spät!36Lass die Menschen nach Hause gehen, damit sie auf dem Weg auf den Bauernhöfen und in den Dörfern in der Umgebung für sich etwas zu essen kaufen können!«37Doch Jesus erwiderte: »Gebt ihr ihnen zu essen!« Da fragten sie: »Sollen wir losgehen und für zweihundert Denar Brot für sie kaufen?«38Jesus fragte sie: »Wie viele Brote habt ihr? Geht los und schaut nach!« Als sie es herausgefunden hatten, sagten sie: »Es sind fünf und dazu noch zwei Fische.«39Da gab er ihnen die Anweisung, dass sie sich alle in überschaubaren Gruppen auf das grüne Gras setzen sollten.40So setzten sie sich in Gruppen hin zu je hundert oder fünfzig.41Dann nahm Jesus die fünf Brote und zwei Fische in die Hand, richtete seinen Blick zum Himmel und sprach das Dankgebet. Er brach die Brote in Stücke und gab sie seinen Schülern. Die sollten sie unter den Leuten verteilen. Auch die Fische teilte er unter allen auf.42Alle aßen und wurden satt!43Danach sammelten sie noch die Brotstücke ein, zwölf Körbe voll, und auch das, was von den Fischen übrig geblieben war.44Es waren fünftausend Männer, die dort aßen.
Jesus auf dem See
45Unmittelbar danach drängte Jesus seine Gefährten, in das Boot zu steigen und auf das andere Ufer nach Betsaida zu fahren, während er selbst die Menschen verabschieden wollte.46Nachdem Jesus sie fortgeschickt hatte, stieg er auf den Berg, um zu beten.47Als es Abend geworden war, war das Schiff mitten auf dem See, und Jesus war noch allein an Land.48Da sah Jesus, wie sie beim Rudern an ihre Grenzen kamen, weil sie starken Gegenwind hatten. Im letzten Viertel der Nacht kam Jesus auf sie zu. Er lief auf der Wasseroberfläche und war dabei, an ihnen vorüberzugehen.49Sie sahen ihn auf dem Wasser gehen und dachten, es wäre eine Spukerscheinung. Da schrien sie laut auf.50Denn alle sahen ihn und zitterten vor Angst. Im selben Augenblick sprach Jesus sie an und sagte: »Fasst nur wieder Mut! Ich bin es doch! Habt keine Angst!«51Da stieg Jesus zu ihnen in das Boot und der Wind legte sich. Doch sie gerieten fast außer sich, denn sie hatten die Sache mit den Broten nicht wirklich verstanden.52Ihre Herzen waren dafür unempfänglich geworden.53Bei der Überfahrt kamen sie ans Ufer nach Genezareth und legten dort an.54Als Jesus aus dem Boot ausstieg, erkannten ihn die Leute sofort.55Sie liefen durch die ganze Gegend und brachten auf Tragegestellen alle, die krank waren, zu ihm, und zwar immer dorthin, von wo sie hörten, dass er sich da gerade aufhielt.56Und überall, wo Jesus in ein Dorf oder eine Stadt kam, auch in den Bauernhöfen, legten sie die Kranken auf die Plätze hin und baten ihn darum, dass sie nur den Saum seines Gewandes anrühren durften. Und alle, die ihn berührten, wurden gesund.