Micha 3

Elberfelder Bibel

von SCM Verlag
1 Und ich sprach: Hört doch, ihr Häupter Jakobs und ihr Anführer des Hauses Israel! Ist es nicht an euch, das Recht zu kennen, (Neh 13,17; Am 6,1)2 die ihr das Gute hasst und das Böse liebt, die ihr ihnen die Haut abzieht und das Fleisch von ihren Gebeinen? (Jes 5,20; Am 5,15)3 Und ⟨diejenigen,⟩ die das Fleisch meines Volkes fressen und ihre Haut von ihnen abstreifen und ihre Gebeine zerbrechen und zerstückeln wie in einem Topf und wie Fleisch mitten im Kessel, (Spr 30,14)4 die werden dann zum HERRN um Hilfe schreien, aber er wird ihnen nicht antworten; und er wird[1] in jener Zeit sein Angesicht vor ihnen verbergen, ebenso wie sie ihre Taten böse gemacht haben. (5Mo 31,17; 1Sam 8,18; Jer 14,12)5 So spricht der HERR über die Propheten, die mein Volk irreführen: Wenn sie etwas zu beißen haben, rufen sie: Frieden[2]! Wer ihnen aber nichts ins Maul gibt, gegen den heiligen sie einen Krieg[3]. (Spr 28,21; Jes 3,12; Jer 6,4; Kla 2,14; Hes 13,19; Mi 2,11)6 Darum soll es Nacht werden für euch, ohne Vision, und Finsternis soll es für euch werden, ohne Wahrsagung. Die Sonne wird über den Propheten untergehen und der Tag über ihnen schwarz werden. (Jes 8,20; Jes 29,10; Hes 7,26; Hes 13,9; Hes 13,23)7 Und die Seher werden beschämt und die Wahrsager zuschanden werden. Sie alle werden den Bart verhüllen, weil keine Antwort Gottes da ist. (3Mo 13,45; Ps 74,9; Jer 18,18; Hes 24,17; Sach 13,4)8 Ich hingegen, ich bin mit Kraft erfüllt durch den Geist des HERRN, und mit Recht und Stärke, um Jakob zu verkünden sein Verbrechen[4] und Israel seine Sünde. (Jes 58,1; 2Tim 1,7)9 Hört doch dies, ihr Häupter des Hauses Jakob und ihr Anführer des Hauses Israel, die das Recht verabscheuen und alles Gerade krümmen, (Neh 13,17; Am 5,7)10 die Zion mit Blut bauen[5] und Jerusalem mit Unrecht! (Jer 22,13; Hes 22,3)11 Seine Häupter richten für Bestechung, seine Priester lehren für Lohn, und seine Propheten wahrsagen für Geld. Und ⟨dann⟩ stützen sie sich auf den HERRN und sagen: Ist der HERR ⟨etwa⟩ nicht in unserer Mitte? Kein Unglück wird über uns kommen! (4Mo 22,7; Spr 17,23; Jes 48,2; Jer 5,12; Jer 23,17; Am 5,14; Am 9,10; Zef 3,3; Mal 2,9)12 Darum wird euretwegen Zion als Acker gepflügt werden, und Jerusalem wird zu Trümmerhaufen und der Berg des Hauses[6] zu Waldeshöhen werden. (Ps 79,1; Jes 32,14; Jer 9,10; Jer 22,5; Jer 26,18; Lk 19,44; Lk 21,6)

Micha 3

Neue evangelistische Übersetzung

von Karl-Heinz Vanheiden
1 Ich sagte: „Hört doch, ihr Häupter Jakobs, / ihr Mächtigen von Israel! / Müsstet ihr das Recht nicht kennen,2 die ihr das Gute hasst und das Böse liebt? / Ihr zieht den Leuten die Haut ab, / ihr zerrt ihnen das Fleisch von den Knochen!3 Ja, ihr fresst das Fleisch meines Volkes, / streift die Haut von Menschen ab / und zerbrecht ihre Knochen. / Ihr zerhackt sie wie für den Kessel / und werft sie wie Fleisch in den Topf.4 Und dann schreit ihr Jahwe um Hilfe an! / Doch er wird euch nicht antworten. / Dann verbirgt er sein Gesicht vor euch, / denn ihr habt eure Macht missbraucht.“5 So spricht Jahwe über die Propheten, / die mein Volk verführen: / „Haben sie etwas zu beißen, / verkündigen sie Glück und Erfolg. / Steckt man ihnen nichts ins Maul, / drohen sie den Untergang an.“6 Darum wird es Nacht für euch, und ihr bleibt ohne Vision; / es wird finster für euch werden, vorbei mit Wahrsagerei. Die Sonne wird den Propheten untergehen, / und der Tag wird ihnen schwarz.7 Die Seher werden enttäuscht, / und die Wahrsager schämen sich. / Voll Trauer verhüllen sie den Bart, / denn Gottes Antwort bleibt aus.8 Doch mich hat Jahwe stark gemacht, / mich mit seinem Geist erfüllt, / mit einem Sinn für das Recht und mit Kraft, / um Jakob seine Verbrechen zu zeigen / und Israel seine Vergehen.9 Hört her, ihr Führer der Nachkommen Jakobs, / ihr Mächtigen des Hauses Israel: / Ihr verabscheut das Recht, / macht alles, was gerade ist, krumm!10 Ihr baut Zion mit Blut, / Jerusalem mit Ungerechtigkeit!11 Seine Führer richten für Geschenke, / seine Priester lehren für Bezahlung / und seine Propheten wahrsagen für Geld. / Und dann berufen sie sich noch auf Jahwe: / „Ist Jahwe denn nicht unter uns? / Da trifft uns doch kein Unglück!“12 Darum wird Zion ein Trümmerhaufen sein, / wird umgepflügt wie ein Acker, / und auf dem Tempelberg wächst Wald – und das alles wegen euch!