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Schlachter 2000

Elberfelder Bibel

Neue evangelistische Übersetzung

Der siebte Tag

1 So wurden der Himmel und die Erde vollendet samt ihrem ganzen Heer.
2 Und Gott hatte am siebten Tag sein Werk vollendet, das er gemacht hatte; und er ruhte am siebten Tag von seinem ganzen Werk, das er gemacht hatte.
3 Und Gott segnete den siebten Tag und heiligte ihn, denn an ihm ruhte er von seinem ganzen Werk, das Gott schuf, als er es machte.

Gott bildet den Menschen und setzt ihn in den Garten Eden

4 Dies ist die Geschichte des Himmels und der Erde, als sie geschaffen wurden, zu der Zeit, als Gott der HERR Erde und Himmel machte.
5 Es war aber noch kein Strauch des Feldes gewachsen auf der Erde, noch irgendein Kraut auf dem Feld; denn Gott der HERR hatte es noch nicht regnen lassen auf der Erde, und es war kein Mensch da, um das Land zu bebauen.
6 Aber ein Dunst stieg beständig von der Erde auf und bewässerte die ganze Fläche des Erdbodens.
7 Da bildete Gott der HERR den Menschen, Staub von der Erde, und blies den Odem des Lebens1 in seine Nase, und so wurde der Mensch eine lebendige Seele.
8 Und Gott der HERR pflanzte einen Garten in Eden2, im Osten, und setzte den Menschen dorthin, den er gemacht hatte.
9 Und Gott der HERR ließ allerlei Bäume aus der Erde hervorsprießen, lieblich anzusehen und gut zur Nahrung, und auch den Baum des Lebens mitten im Garten und den Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen.
10 Es ging aber ein Strom aus von Eden, um den Garten zu bewässern; von dort aber teilte er sich und wurde zu vier Hauptströmen.
11 Der erste heißt Pison; das ist der, welcher das ganze Land Hawila umfließt, wo das Gold ist;
12 und das Gold dieses Landes ist gut; dort kommt auch das Bedolach-Harz vor und der Edelstein Onyx.
13 Der zweite Strom heißt Gihon; das ist der, welcher das ganze Land Kusch umfließt.
14 Der dritte Strom heißt Tigris; das ist der, welcher östlich von Assur fließt. Der vierte Strom ist der Euphrat.3
15 Und Gott der HERR nahm den Menschen und setzte ihn in den Garten Eden, damit er ihn bebaue und bewahre.
16 Und Gott der HERR gebot dem Menschen und sprach: Von jedem Baum des Gartens darfst du nach Belieben essen;
17 aber von dem Baum der Erkenntnis des Guten und des Bösen sollst du nicht essen; denn an dem Tag, da du davon isst, musst du gewisslich sterben!4

Die Erschaffung der Frau und die Einsetzung der Ehe

18 Und Gott der HERR sprach: Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei; ich will ihm eine Gehilfin machen, die ihm entspricht5 !
19 Und Gott der HERR bildete aus dem Erdboden alle Tiere des Feldes und alle Vögel des Himmels und brachte sie zu dem Menschen, um zu sehen, wie er sie nennen würde, und damit jedes lebendige Wesen den Namen trage, den der Mensch ihm gebe.
20 Da gab der Mensch jedem Vieh und Vogel des Himmels und allen Tieren des Feldes Namen; aber für den Menschen fand sich keine Gehilfin, die ihm entsprochen hätte.
21 Da ließ Gott der HERR einen tiefen Schlaf auf den Menschen fallen; und während er schlief, nahm er eine seiner Rippen und verschloss ihre Stelle mit Fleisch.
22 Und Gott der HERR bildete die Rippe, die er von dem Menschen genommen hatte, zu einer Frau und brachte sie zu dem Menschen.
23 Da sprach der Mensch: Das ist endlich Gebein von meinem Gebein und Fleisch von meinem Fleisch! Die soll »Männin« heißen; denn vom Mann ist sie genommen6 !
24 Darum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und seiner Frau anhängen, und sie werden ein Fleisch sein.
25 Und sie waren beide nackt, der Mensch und seine Frau, und sie schämten sich nicht.
1 od. Atem / Hauch des Lebens.
2 bed. »Land der Glückseligkeit«. In der gr. Übersetzung des AT wird der Garten Eden als Paradies (Lustgarten) bezeichnet.
3 Die Flußnamen wurden nach der Sintflut wieder verwendet, aber angesichts der starken Veränderungen der Erdoberfläche durch die Flutkatastrophe ist ihr ursprünglicher Verlauf nicht genau feststellbar.
4 Die ersten Menschen kannten den Tod noch nicht; er kam erst als Folge der Sünde über den Menschen (vgl. Röm 5,12; 6,23; Eph 2,1-3).
5 Andere Übersetzung: einen Beistand / eine Hilfe als sein Gegenüber.
6 ein Wortspiel im Hebr. zwischen Isch (= Mann) und Ischa (= Frau).
1 So wurden der Himmel und die Erde und all ihr Heer vollendet.
2 Und Gott vollendete am siebten Tag sein Werk1, das er gemacht hatte; und er ruhte am siebten Tag von all seinem Werk, das er gemacht hatte.
3 Und Gott segnete den siebten Tag und heiligte ihn; denn an ihm ruhte er von all seinem Werk, das Gott geschaffen hatte, indem er es machte.

Der Mensch im Garten Eden

4 Dies ist die Entstehungsgeschichte2 des Himmels und der Erde, als sie geschaffen wurden. An dem Tag, als Gott, der HERR, Erde und Himmel machte
5 - noch war all das Gesträuch des Feldes nicht auf der Erde, und noch war all das Kraut des Feldes nicht gesprosst, denn Gott, der HERR, hatte es noch nicht auf die Erde regnen lassen, und noch gab es keinen Menschen, den Erdboden zu bebauen;
6 ein Dunst3 aber stieg von der Erde auf und bewässerte die ganze Oberfläche des Erdbodens -,
7 da bildete Gott, der HERR, den Menschen, aus Staub vom Erdboden und hauchte in seine Nase Atem des Lebens; so wurde der Mensch eine lebende Seele.
8 Und Gott, der HERR, pflanzte einen Garten in Eden4 im Osten, und er setzte dorthin den Menschen, den er gebildet hatte.
9 Und Gott, der HERR, ließ aus dem Erdboden allerlei Bäume wachsen, begehrenswert anzusehen und gut zur Nahrung, und den Baum des Lebens in der Mitte des Gartens, und den Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen.
10 Und ein Strom geht von Eden5 aus, den Garten zu bewässern; und von dort aus teilt er sich und wird zu vier Armen6.
11 Der Name des ersten ist Pischon; der fließt um das ganze Land Hawila, wo das Gold ist;
12 und das Gold dieses Landes ist gut; dort gibt es Bedolach-Harz7 und den Schoham-Stein8.
13 Und der Name des zweiten Flusses ist Gihon; der fließt um das ganze Land Kusch.
14 Und der Name des dritten Flusses ist Hiddekel9; der fließt gegenüber von10 Assur. Und der vierte Fluss, das ist der Euphrat.
15 Und Gott, der HERR, nahm den Menschen und setzte ihn in den Garten Eden, ihn zu bebauen und ihn zu bewahren.
16 Und Gott, der HERR, gebot dem Menschen und sprach: Von jedem Baum des Gartens darfst du essen;
17 aber vom Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen, davon darfst du nicht essen; denn an dem Tag, da du davon isst, musst du sterben!
18 Und Gott, der HERR, sprach: Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei; ich will ihm eine Hilfe machen, die ihm entspricht11.
19 Und Gott, der HERR, bildete aus dem Erdboden alle Tiere des Feldes und alle Vögel des Himmels, und er brachte sie zu dem Menschen, um zu sehen, wie er sie nennen würde; und genau so wie der Mensch sie, die lebenden Wesen12, nennen würde, so sollte ihr Name sein.
20 Und der Mensch gab Namen allem Vieh und den Vögeln des Himmels und allen Tieren des Feldes. Aber für Adam13 fand er keine Hilfe, ihm entsprechend14.
21 Da ließ Gott, der HERR, einen tiefen Schlaf auf den Menschen fallen, so dass er einschlief. Und er nahm eine von seinen Rippen und verschloss ihre Stelle mit Fleisch;
22 und Gott, der HERR, baute die Rippe, die er von dem Menschen genommen hatte, zu einer Frau, und er brachte sie zum Menschen.
23 Da sagte der Mensch: Diese endlich ist Gebein von meinem Gebein und Fleisch von meinem Fleisch; diese soll Männin15 heißen, denn vom Mann ist sie genommen.
24 Darum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und seiner Frau anhängen, und sie werden zu einem Fleisch werden.
25 Und sie waren beide nackt, der Mensch und seine Frau, und sie schämten sich nicht.
1 o. hatte am siebten Tag sein Werk vollendet
2 hebr. toledot; d. h. w. Erzeugungen; es bedeutet im AT Nachkommen, Generationenfolge, Entstehungsgeschichte
3 o. ein Grundwasser, unterirdischer Quellstrom; LXX: eine Quelle
4 d. h. Wonne
5 d. h. Wonne
6 w. Häuptern, Abteilungen
7 ein wohlriechendes, gelbliches und durchscheinendes Harz
8 d. i. Onyx, o. Karneol
9 d. i. der Tigris
10 o. östlich von
11 o. als sein Gegenüber; w. wie seine Entsprechung
12 o. Seelen
13 o. für einen Menschen
14 o. als sein Gegenüber; w. wie seine Entsprechung
15 dasselbe Wort wie Frau in V. 22 und 24; im Hebr. ist das Wort für "Frau" durch Anhängen der weiblichen Endung an das für "Mann" gebildet
1 So entstanden Himmel und Erde mit all ihren Lebewesen.
2 Am siebten Tag hatte Gott das ganze Werk vollendet und ruhte von seiner Arbeit.1
3 Gott segnete ihn und machte ihn zu einem besonderen Tag, denn an diesem Tag ruhte Gott, nachdem er sein Schöpfungswerk vollendet hatte.

Der Anfang der Geschichte

4 Es folgt eine Detailschilderung2 der Geschichte von Himmel und Erde, wie Gott sie geschaffen hat: Als Jahwe-Gott3 Himmel und Erde machte,
5 gab es zunächst weder Sträucher noch Feldpflanzen auf dem Erdboden, denn Jahwe-Gott hatte es noch nicht regnen lassen. Es gab auch noch keinen Menschen, der das Land bearbeiten konnte.
6 Grundwasser stieg in der Erde auf und befeuchtete den Boden.
7 Dann formte Jahwe-Gott den Menschen aus loser Erde vom Ackerboden und hauchte Lebensatem in sein Gesicht.4 So wurde der Mensch ein lebendes Wesen.5
8 Nun hatte Jahwe-Gott im Osten, in Eden,6 einen Garten angelegt. Dorthin versetzte er den von ihm gebildeten Menschen.
9 Aus dem Erdboden hatte er verschiedenartige Bäume wachsen lassen. Sie sahen prachtvoll aus und trugen wohlschmeckende Früchte. Mitten im Garten stand der Baum des Lebens und der Baum, der Gut und Böse erkennen ließ.
10 In Eden entsprang auch ein Strom, der den Garten bewässerte und sich dann in vier Arme teilte.
11 Der erste davon heißt Pischon. Er umfließt das ganze Land Hawila,7 wo das Gold vorkommt
12 – das Gold dieses Landes ist besonders rein –, das Bedolach-Harz und der Schoham-Stein.8
13 Der zweite Strom heißt Gihon. Er umfließt das Land Kusch.9
14 Der dritte Strom heißt Tigris. Er fließt östlich von Assyrien. Der vierte Strom ist der Euphrat.
15 Jahwe-Gott brachte also den Menschen in den Garten Eden, damit er diesen bearbeite und beschütze,
16 und wies ihn an: "Von allen Bäumen im Garten sollst du nach Belieben essen,
17 nur nicht von dem Baum, der dich Gut und Böse erkennen lässt. Sobald du davon isst, musst du sterben."
18 Dann sagte Jahwe-Gott: "Es ist nicht gut, dass der Mensch so allein ist. Ich will ihm eine Hilfe machen, die ihm genau entspricht."
19 Jahwe-Gott hatte nämlich alle Landtiere und Vögel, die er aus dem Erdboden geformt hatte, zum Menschen gebracht, um zu sehen, wie er sie nennen würde. Genauso sollten all die Lebewesen dann heißen.
20 So hatte der Mensch dem Herdenvieh, den Vögeln und allen Landtieren Namen gegeben. Aber für sich selbst fand er nichts, was ihm als Hilfe entsprochen hätte.
21 Da ließ Jahwe-Gott einen Tiefschlaf über den Menschen kommen. Er nahm eine seiner beiden Seiten heraus und verschloss die Stelle mit Fleisch.
22 Aus der herausgenommenen Seite baute Jahwe-Gott eine Frau und brachte sie zum Menschen.
23 Da rief der Mensch: "Diesmal ist sie es! / Sie ist genau wie ich, / und sie gehört zu mir, / sie ist ein Stück von mir! / Sie soll Isch-scha heißen, Frau, / denn sie kam vom Isch, dem Mann."
24 Aus diesem Grund verlässt ein Mann seinen Vater und seine Mutter, verbindet sich mit seiner Frau und wird völlig eins mit ihr.10
25 Der Mann und seine Frau waren nackt, aber sie schämten sich nicht voreinander.
1 Wird im Neuen Testament zitiert: Hebräer 4,4.
2 Das hebräische toledot bedeutet Weiterentwicklung aus Vorhandenem, es zeigt, wie die Geschichte weitergeht (oder nennt weitere Einzelheiten). Es handelt sich hier also nicht um die Nahtstelle zu einem zweiten Schöpfungsbericht. Toledot wird immer als Überschrift gebraucht, siehe 1. Mose 5,1; 6,9; 10,1; 11,10.27; 25,12.19; 36,1; 37,2.
3 Jahwe ist der Name Gottes, der besonders die Gegenwart Gottes dem Menschen gegenüber ausdrückt. Siehe Vorwort des Übersetzers sowie die Fußnote zu 2. Mose 6,3.
4 Das hebräische appaw bedeutet nicht nur seine Nase, sondern sein Gesicht im Allgemeinen. Je nach Zusammenhang sind Nase, Wangen oder Mund gemeint.
5 Wesen Oder: Seele. Der gleiche Ausdruck wird 1. Mose 1,20.24; 2,19 auf die Tiere bezogen. Der Mensch hat durchaus körperliche Ähnlichkeiten mit Säugetieren. Doch als sein Ebenbild stellte Gott den Menschen über alle anderen Lebewesen. Es ist auch zu beachten, dass hier nicht steht: Ein Lebewesen wurde Mensch. Der Mensch ist eine gesonderte Schöpfung Gottes und geht nicht aus vormenschlichem Leben hervor. Wird im Neuen Testament von Paulus zitiert: 1. Korinther 15,45.
6 Eden bedeutet Wonne. Gott hatte ein Land der Wonne für den Menschen geschaffen.
7 Bisher sind keine Belege über ein solches Land mit dem Fluss Pischon gefunden worden.
8 Bedolach ist ein kostbares, wohlriechendes Harz. Schoham ein Edelstein, vielleicht Onyx oder Karneol.
9 Es könnte sich um das Land der Kassiten handeln, ein Gebiet in den Bergen östlich von Mesopotamien, was auch zu 1. Mose 10,8-12 passen würde. Dann müsste der Fluss Gihon östlich des Tigris zu finden sein. Doch ein Fluss mit diesem Namen ist bisher in der antiken Literatur nicht gefunden worden.
10 Wird im Neuen Testament von Jesus Christus und Paulus zitiert: Matthäus 19,5; Markus 10,7-8; 1. Korinther 6,16; Epheser 5,31.
11 o. als sein Gegenüber; w. wie seine Entsprechung
12 o. Seelen
13 o. für einen Menschen
14 o. als sein Gegenüber; w. wie seine Entsprechung
15 dasselbe Wort wie Frau in V. 22 und 24; im Hebr. ist das Wort für "Frau" durch Anhängen der weiblichen Endung an das für "Mann" gebildet
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