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Lutherbibel 2017

Elberfelder Bibel

Hoffnung für Alle

Gottes Gnade und Israels Undank

1 Halleluja! Danket dem HERRN; denn er ist freundlich, und seine Güte währet ewiglich.
2 Wer kann die großen Taten des HERRN alle erzählen und sein Lob genug verkündigen?
3 Wohl denen, die das Gebot halten und tun immerdar recht!
4 HERR, gedenke meiner nach der Gnade, die du deinem Volk verheißen hast; erweise an uns deine Hilfe,
5 dass wir sehen das Heil deiner Auserwählten und uns freuen, dass es deinem Volke so gut geht, und uns rühmen mit denen, die dein Eigen sind.
6 Wir haben gesündigt samt unsern Vätern, wir haben unrecht getan und sind gottlos gewesen.
7 Unsre Väter in Ägypten wollten deine Wunder nicht verstehen. Sie gedachten nicht an deine große Güte und waren ungehorsam am Meer, am Schilfmeer.
8 Er aber half ihnen um seines Namens willen, dass er kundtue seine Macht.
9 Er schalt das Schilfmeer, da wurde es trocken, und führte sie durch die Tiefen wie durch trockenes Land
10 und half ihnen aus der Hand dessen, der sie hasste, und erlöste sie von der Hand des Feindes.
11 Und die Wasser bedeckten ihre Widersacher, dass nicht einer übrig blieb.
12 Da glaubten sie an seine Worte und sangen sein Lob.
13 Aber sie vergaßen bald seine Werke, sie warteten nicht auf seinen Rat.
14 Und sie wurden lüstern in der Wüste und versuchten Gott in der Einöde.
15 Er aber gab ihnen, was sie erbaten, und sandte ihnen eine Plage.
16 Und sie empörten sich wider Mose im Lager, wider Aaron, den Heiligen des HERRN.
17 Die Erde tat sich auf und verschlang Datan und deckte zu die Rotte Abirams,
18 und Feuer wurde unter ihrer Rotte angezündet, die Flamme verbrannte die Frevler.
19 Sie machten ein Kalb am Horeb und beteten das gegossene Bild an
20 und tauschten die Herrlichkeit Gottes gegen das Bild eines Ochsen, der Gras frisst.
21 Sie vergaßen Gott, ihren Heiland, der so große Dinge in Ägypten getan hatte,
22 Wunder im Lande Hams und schreckliche Wunder am Schilfmeer.
23 Und er gedachte, sie zu vertilgen, wäre nicht Mose gewesen, sein Auserwählter; der trat vor ihm in die Bresche, seinen Grimm abzuwenden, dass er sie nicht verderbe.
24 Und sie achteten das köstliche Land gering; sie glaubten seinem Worte nicht
25 und murrten in ihren Zelten; sie gehorchten der Stimme des HERRN nicht.
26 Da erhob er seine Hand wider sie, dass er sie niederschlüge in der Wüste
27 und würfe ihre Nachkommen unter die Völker und zerstreute sie in die Länder.
28 Und sie hängten sich an den Baal-Peor und aßen von den Opfern für die Toten
29 und erzürnten den Herrn mit ihrem Tun. Da brach die Plage herein über sie.
30 Da trat Pinhas hinzu und vollzog das Gericht; da wurde der Plage gewehrt;
31 das wurde ihm gerechnet zur Gerechtigkeit von Geschlecht zu Geschlecht ewiglich.
32 Und sie erzürnten den Herrn am Haderwasser, und Mose ging es übel um ihretwillen;
33 denn sie erbitterten seinen Sinn, dass ihm unbedachte Worte entfuhren.
34 Auch vertilgten sie die Völker nicht, wie ihnen der HERR doch geboten hatte,
35 sondern vermischten sich mit den Heiden und lernten ihre Werke
36 und dienten ihren Götzen; die wurden ihnen zum Fallstrick.
37 Und sie opferten ihre Söhne und ihre Töchter den bösen Geistern
38 und vergossen unschuldig Blut, das Blut ihrer Söhne und Töchter, die sie opferten den Götzen Kanaans, sodass das Land mit Blutschuld befleckt ward.
39 Sie machten sich unrein mit ihren Werken und wurden abtrünnig durch ihr Tun.
40 Da entbrannte der Zorn des HERRN über sein Volk, und sein Erbe wurde ihm zum Abscheu.
41 Er gab sie in die Hand der Völker, dass über sie herrschten, die ihnen gram waren.
42 Und ihre Feinde bedrängten sie, und sie wurden gedemütigt unter ihre Hand.
43 Er errettete sie oftmals; / aber sie erzürnten ihn mit ihrem Vorhaben und schwanden dahin um ihrer Missetat willen.
44 Da sah er ihre Not an, als er ihre Klage hörte,
45 und gedachte um ihretwillen an seinen Bund, und es reute ihn nach seiner großen Güte.
46 Und er ließ sie Barmherzigkeit finden bei allen, die sie gefangen hielten.
47 Hilf uns, HERR, unser Gott, und bring uns zusammen aus den Völkern, dass wir preisen deinen heiligen Namen und uns rühmen, dass wir dich loben können!
48 Gelobt sei der HERR, der Gott Israels, von Ewigkeit zu Ewigkeit, und alles Volk spreche: Amen! Halleluja!

Psalm 106

1 Halleluja! Preist den HERRN, denn er ist gut! Denn seine Gnade währt ewig.
2 Wer wird alle die Machttaten des HERRN erzählen, hören lassen all seinen Ruhm?
3 Glücklich, die das Recht bewahren, die Gerechtigkeit üben1 zu aller Zeit!
4 Gedenke meiner2, HERR, in der Zuneigung zu deinem Volk. Suche mich heim mit deiner Hilfe,
5 dass ich anschaue das Glück deiner Auserwählten, mich freue an der Freude deiner Nation, mich rühme mit deinem Erbteil.
6 Wir haben gesündigt samt unseren Vätern, haben Unrecht getan, haben gottlos gehandelt.
7 Unsere Väter in Ägypten begriffen nicht deine Wunder, sie gedachten nicht der Menge deiner Gnadenerweise, sie waren widerspenstig am Meer, am Schilfmeer.
8 Aber er rettete sie um seines Namens willen, um seine Macht kundzutun.
9 Und er bedrohte das Schilfmeer3, und es wurde trocken. Er ließ sie durch die Fluten gehen wie durch eine Wüste.
10 Er rettete sie aus der Hand dessen, der sie hasste, er erlöste sie aus der Hand des Feindes.
11 Und das Wasser bedeckte ihre Bedränger, nicht einer von ihnen blieb übrig.
12 Da glaubten sie seinen Worten, sie sangen sein Lob.
13 Schnell vergaßen sie seine Taten, warteten nicht auf seinen Rat.
14 Sie gierten voller Begierde in der Wüste, versuchten Gott in der Einöde.
15 Da erfüllte er ihnen ihre Bitte, und er sandte Schwindsucht in ihre Seele.
16 Sie wurden eifersüchtig auf Mose im Lager, auf Aaron, den Heiligen des HERRN.
17 Die Erde tat sich auf und verschlang Datan und bedeckte die Rotte Abirams.
18 Ein Feuer brannte unter ihrer Rotte, eine Flamme verzehrte die Gottlosen.
19 Sie machten ein Kalb am Horeb und beugten sich vor einem gegossenen Bild.
20 Sie vertauschten ihre Herrlichkeit mit dem Bild eines Stieres, der Gras frisst.
21 Sie vergaßen Gott, der sie rettete, der große Dinge getan in Ägypten,
22 Wunder im Lande Hams, Furchtbares am Schilfmeer.
23 Da gedachte er, sie auszurotten, wäre nicht Mose gewesen, sein Erwählter. Der trat in die Bresche vor ihn, um seinen Grimm vom Verderben abzuwenden.
24 Und sie verschmähten das köstliche Land, glaubten nicht seinem Wort.
25 Sie murrten in ihren Zelten, hörten nicht auf die Stimme des HERRN.
26 Da erhob er seine Hand gegen sie, um sie niederzuschlagen in der Wüste,
27 um ihre Nachkommenschaft zu Fall zu bringen unter den Nationen, um sie zu zersprengen in die Länder.
28 Und sie hängten sich an Baal-Peor und aßen Schlachtopfer der Toten.
29 So erbitterten sie ihn durch ihre Taten, eine Plage brach unter ihnen aus.
30 Da stand Pinhas auf und übte Gericht, und der Plage wurde gewehrt.
31 Das wurde ihm zur Gerechtigkeit gerechnet, von Generation zu Generation bis in Ewigkeit.
32 Und sie erzürnten ihn am Wasser von Meriba, und es erging Mose übel ihretwegen.
33 Denn sie reizten seinen Geist, so dass er unbedacht redete mit seinen Lippen.
34 Sie vertilgten die Völker nicht, die der HERR ihnen genannt hatte4.
35 Sie vermischten sich mit den Nationen und lernten ihre Werke.
36 Sie dienten ihren Götzen, die wurden ihnen zum Fallstrick. //
37 Und sie opferten ihre Söhne und ihre Töchter den Dämonen,
38 vergossen unschuldiges Blut, das Blut ihrer Söhne und Töchter, die sie den Götzen Kanaans opferten. So wurde das Land durch die Blutschuld entweiht.
39 Sie verunreinigten sich durch ihre Werke und hurten durch ihre Taten.
40 Da entbrannte der Zorn des HERRN gegen sein Volk, und er verabscheute sein Eigentum.
41 Er gab sie in die Hand der Nationen, und die sie hassten, herrschten über sie.
42 Ihre Feinde bedrängten sie, und sie wurden gebeugt unter ihrer Hand.
43 Oft rettete er sie. Sie aber waren widerspenstig in ihren Plänen, und sie verkamen wegen ihrer Ungerechtigkeit.
44 Doch er sah an ihr Elend, als er ihr Schreien hörte.
45 Und er gedachte um ihretwillen seines Bundes, und es reute ihn in der Fülle5 seiner Gnade.
46 Er ließ sie Erbarmen finden bei allen, die sie gefangen weggeführt hatten.
47 Rette uns, HERR, unser Gott, und sammle uns aus den Nationen, dass wir deinen heiligen Namen preisen, dass wir uns rühmen deines Lobes!
48 Gepriesen sei der HERR, der Gott Israels, von Ewigkeit zu Ewigkeit! Und alles Volk sage: Amen! Halleluja!
1 so durch andere Konsonantenaufteilung; Mas. T.: der Gerechtigkeit übt
2 hebr. Handschr. und alte Üs.: unser bzw. uns. Entsprechend lautet dann V. 5.
3 o. er schrie das Schilfmeer an
4 o. wie der HERR ihnen gesagt hatte
5 w. gemäß der Fülle

Wir haben schwere Schuld auf uns geladen!

1 Halleluja – lobt den HERRN! Dankt dem HERRN, denn er ist gut, und seine Gnade hört niemals auf!
2 Wer könnte seine mächtigen Taten alle aufzählen? Wer könnte ihn jemals genug loben?
3 Glücklich sind alle, die sich an seine Ordnungen halten und immer das tun, was in Gottes Augen recht ist!
4 HERR, denke auch an mich, wenn du deinem Volk hilfst; komm auch zu mir und rette mich!
5 Lass mich mit eigenen Augen sehen, wie du dein auserwähltes Volk beschenkst! Ich will mich gemeinsam mit ihnen freuen und mit denen jubeln, die zu dir gehören.
6 Wir haben schwere Schuld auf uns geladen – wie schon unsere Vorfahren. Wir haben Unrecht begangen und dich missachtet!
7 Schon unsere Väter in Ägypten wollten nicht aus deinen Wundern lernen. Schnell vergaßen sie, wie oft du ihnen deine Liebe gezeigt hattest. Am Ufer des Schilfmeers lehnten sie sich gegen dich auf.
8 Trotzdem befreite sie der HERR, um seinem Namen Ehre zu machen und ihnen seine große Macht zu beweisen.
9 Er befahl dem Schilfmeer, sich zu teilen, und schon türmten die Fluten sich auf. Er führte sein Volk mitten hindurch, als wäre es trockenes Land.
10-11 Das Wasser schlug über den Verfolgern zusammen, und nicht einer kam mit dem Leben davon. So rettete er sie aus der Gewalt ihrer Feinde, unter deren Hass sie so lange gelitten hatten.
12 Da endlich glaubten sie seinen Worten und lobten ihn mit ihren Liedern.
13 Doch schon bald vergaßen sie, was er für sie getan hatte. Sie wollten nicht darauf warten, dass sein Plan sich erfüllte.
14 In der Wüste forderten sie Gott heraus, in ihrer Gier verlangten sie, Fleisch zu essen.
15 Da gab er ihnen, wonach sie gierten, doch hinterher schickte er eine schreckliche Seuche.
16 Im Lager sah man voller Neid auf Mose und auf Aaron, den heiligen Diener des HERRN.
17 Da öffnete sich auf einmal die Erde und verschlang die Aufrührer: Datan, Abiram und ihre Familien wurden in der Tiefe begraben.
18 Dann brach ein Feuer aus unter denen, die zu ihnen hielten, und verbrannte sie, weil sie Gott missachtet hatten.
19 Am Berg Horeb goss sich das Volk Israel ein goldenes Kalb und betete dieses Standbild an.
20 Die Herrlichkeit ihres Gottes tauschten sie ein gegen das Abbild eines Gras fressenden Stiers!
21 Sie vergaßen Gott, ihren Retter, der in Ägypten mächtige Taten vollbracht hatte.
22 Sie dachten nicht mehr an seine Wunder, an sein furchterregendes Handeln am Schilfmeer.
23 Schon sprach Gott davon, sie alle zu vernichten, doch Mose, sein Auserwählter, setzte sich für sie ein. Er wandte Gottes Zorn von ihnen ab, so dass sie nicht getötet wurden.
24 Dann verschmähten sie das schöne Land, denn sie glaubten Gottes Zusagen nicht.
25 Sie blieben in ihren Zelten und schimpften über den HERRN; seine Worte nahmen sie längst nicht mehr ernst.
26 Da hob er seine Hand zum Schwur und sagte: »Ich werde sie in der Wüste umkommen lassen
27 und ihre Nachkommen unter die Völker zerstreuen, damit sie dort in der Fremde untergehen!«
28 Sie warfen sich Baal an den Hals, dem Gott vom Berg Peor, und aßen das Fleisch von Opfertieren, die man doch toten Götzen geweiht hatte.
29 Ihr gottloses Treiben reizte den HERRN zum Zorn, da brach eine schreckliche Seuche unter ihnen aus.
30 Pinhas aber griff ein und hielt Gericht, und die Seuche hörte auf zu wüten.
31 So fand er Gottes Anerkennung – er und seine Nachkommen für alle Zeit.
32 Auch bei der Felsenquelle von Meriba forderten die Israeliten Gottes Zorn heraus, ihretwegen brach über Mose das Verhängnis herein:
33 Sie hatten ihn so wütend gemacht, dass er sich zu unbedachten Worten hinreißen ließ.
34 Sie beachteten nicht den Befehl des HERRN, die anderen Völker zu vernichten.
35 Stattdessen vermischten sie sich mit ihnen und übernahmen deren schreckliche Bräuche:
36 Sie beteten die Götter der Kanaaniter an, die ihnen schließlich zum Verhängnis wurden.
37 Ihre eigenen Söhne und Töchter opferten sie den Dämonen.
38 Sie vergossen unschuldiges Blut und entweihten das Land, indem sie ihre Kinder zu Ehren der Götzen Kanaans schlachteten.
39 Durch ihre bösen Taten wurden sie unrein in Gottes Augen – mit ihrem Treiben brachen sie ihm die Treue.
40 Da geriet der HERR in Zorn über Israel und verabscheute sein eigenes Volk.
41 Er gab sie in die Hand fremder Völker; sie wurden beherrscht von denen, die sie hassten.
42 Ihre Feinde unterdrückten sie, ihrer Gewalt musste Israel sich beugen.
43 Immer wieder befreite sie der HERR, aber sie dachten gar nicht daran, ihm zu gehorchen. So sanken sie durch ihre Schuld immer tiefer ins Unglück.
44 Doch als Gott ihre verzweifelte Lage sah und ihre Hilfeschreie hörte,
45 da dachte er an seinen Bund mit ihnen. Ja, seine Liebe zu ihnen war stark, darum tat es ihm leid, dass er sie ihren Feinden ausgeliefert hatte.
46 Er ließ sie Erbarmen finden bei denen, die sie gefangen hielten.
47 Rette uns, HERR, unser Gott! Hol uns heraus aus den Völkern, die dich nicht kennen, und führe uns wieder zusammen! Dann werden wir deinen heiligen Namen preisen und dir voller Freude unseren Dank bringen.
48 Gelobt sei der HERR, der Gott Israels, jetzt und für alle Zeit! Und das ganze Volk soll antworten: »Amen! Lobt den HERRN. Halleluja!«
1 so durch andere Konsonantenaufteilung; Mas. T.: der Gerechtigkeit übt
2 hebr. Handschr. und alte Üs.: unser bzw. uns. Entsprechend lautet dann V. 5.
3 o. er schrie das Schilfmeer an
4 o. wie der HERR ihnen gesagt hatte
5 w. gemäß der Fülle
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