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Abschluss der Jüngerunterweisung

1 Diese Anweisungen gab Jesus seinen zwölf Jüngern. Als er die Rede beendet hatte, zog er weiter, um in den Städten des Landes zu lehren, was Gott jetzt von seinem Volk verlangt, und die Gute Nachricht zu verkünden.1

Die Anfrage des Täufers Johannes

2 Der Täufer Johannes hatte im Gefängnis von den Taten gehört, die Jesus als den versprochenen Retter auswiesen;2 darum schickte er einige seiner Jünger zu ihm.
3 »Bist du wirklich der, der kommen soll«, ließ er fragen, »oder müssen wir auf einen anderen warten?«
4 Jesus antwortete ihnen: »Geht zu Johannes und berichtet ihm, was ihr hört und seht:
5 Blinde sehen, Gelähmte gehen, Aussätzige werden gesund,3 Taube hören, Tote stehen auf und den Armen wird die Gute Nachricht verkündet.4
6 Freuen darf sich, wer nicht an mir irrewird!«

Jesus spricht über Johannes

7 Als die Abgesandten des Täufers wieder weggegangen waren, fing Jesus an, zu der Menge über Johannes zu sprechen: »Als ihr in die Wüste zu ihm hinausgezogen seid, was habt ihr da erwartet? Etwa ein Schilfrohr, das jedem Wind nachgibt?
8 Oder was sonst wolltet ihr sehen? Einen Menschen in vornehmer Kleidung? Solche Leute wohnen in Palästen!
9 Also, was habt ihr erwartet? Einen Propheten? Ich versichere euch: Ihr habt mehr gesehen als einen Propheten!
10 Johannes ist der, von dem es in den Heiligen Schriften heißt: ›Ich sende meinen Boten vor dir her, sagt Gott, damit er den Weg für dich bahnt.‹
11 Ich versichere euch: Der Täufer Johannes ist der Bedeutendste unter allen, die je von einer Frau geboren wurden. Aber der Geringste, der zu Gottes neuer Welt5 gehört, ist größer als er.
12 Als der Täufer Johannes auftrat, hat Gott angefangen, seine Herrschaft aufzurichten; aber bis heute stellen sich ihr Feinde in den Weg. Sie hindern andere mit Gewalt daran, sich dieser Herrschaft zu unterstellen.
13 Das Gesetz und alle Propheten bis hin zu Johannes haben angekündigt, was jetzt geschieht.
14 Und ob ihr es wahrhaben wollt oder nicht: Johannes ist tatsächlich der Prophet Elija, dessen Kommen vorausgesagt war.6
15 Wer Ohren hat, soll gut zuhören!
16 Mit wem soll ich die Menschen von heute vergleichen? Sie sind wie die Kinder, die auf dem Marktplatz spielen. Die einen werfen den andern vor:
17 ›Wir haben euch Hochzeitslieder gespielt, aber ihr habt nicht getanzt!‹ ›Wir haben euch Trauerlieder gesungen, aber ihr habt nicht geweint.‹7
18 Johannes ist gekommen, aß nicht und trank nicht und die Leute sagen: ›Er ist von einem bösen Geist besessen.‹
19 Der Menschensohn ist gekommen, isst und trinkt und sie sagen: ›Seht ihn euch an, diesen Vielfraß und Säufer, diesen Kumpan der Zolleinnehmer und Sünder!‹ Aber die Weisheit Gottes wird bestätigt durch die Taten,8 die sie vollbringt.«

Wer nicht hören will ...

20 Dann begann Jesus mit harten Worten über die Orte zu sprechen, in denen er die meisten Wunder getan hatte und die Menschen hatten sich doch nicht geändert:9
21 »Weh dir, Chorazin! Weh dir, Betsaida! Wenn in Tyrus und Sidon die Wunder geschehen wären, die bei euch geschehen sind, die Leute dort hätten schon längst den Sack umgebunden, sich Asche auf den Kopf gestreut und ihr Leben geändert.
22 Ich versichere euch: Am Tag des Gerichts wird es den Bewohnern von Tyrus und Sidon besser ergehen als euch!
23 Und du, Kafarnaum, meinst du, du wirst in den Himmel erhoben werden? In den tiefsten Abgrund wirst du gestürzt! Wenn in Sodom die Wunder geschehen wären, die bei dir geschehen sind, dann würde es heute noch stehen.
24 Ich versichere dir: Am Tag des Gerichts wird es Sodom besser ergehen als dir!«

Jesus und der Vater. Einladung zu erfülltem Leben

25 Danach rief Jesus: »Vater, Herr über Himmel und Erde, du hast angefangen, deine Herrschaft aufzurichten.10 Das hast du den Klugen und Gelehrten verborgen, aber den Unwissenden hast du es offenbar gemacht.11 Dafür preise ich dich!
26 Ja, Vater, so wolltest du es haben!
27 Mein Vater hat mir alle Macht übergeben. Niemand kennt den Sohn, nur der Vater, und niemand den Vater, nur der Sohn – und die, denen der Sohn ihn offenbaren will.12
28 Ihr plagt euch mit den Geboten, die die Gesetzeslehrer euch auferlegt haben. Kommt alle zu mir; ich will euch die Last abnehmen!13
29 Ich quäle euch nicht und sehe auf niemand herab. Stellt euch unter meine Leitung14 und lernt bei mir; dann findet euer Leben Erfüllung.
30 Was ich anordne, ist gut für euch, und was ich euch zu tragen gebe, ist keine Last.«15
1 Wörtlich zu lehren und zu verkünden.
2 Wörtlich von den Werken des Christus.
3 gesund: wörtlich rein.
4 Mit diesem Zitat aus Jesaja (vgl. Jes 35,5-6; 26,19; 61,1) wird der Anspruch erhoben, dass die Heilszeit angebrochen ist.
5 Wörtlich der Geringste in der Königsherrschaft der Himmel.
6 Vgl. 3,4 und die Anmerkung dort.
7 nicht geweint: wörtlich euch nicht (auf die Brüste) geschlagen; siehe Sacherklärung »«.
8 Wahrscheinlich wie in Vers 2 Bezugnahme auf Kap 8–9. In Jesus ist demnach die Weisheit Gottes in Person (Spr 8) erschienen (vgl. auch Verse 28-30 und die Anmerkung dort).
9 geändert: siehe Sacherklärung »«; ebenso zu Vers 21.
10 du hast angefangen ...: verdeutlichender Zusatz.
11 Siehe Anmerkung zu Lk 10,21.
12 Die Verse 27-20 muten an wie ein Vorgriff auf das Ende des Evangeliums (28,18-20). Mit Kap 11 wird eine Art Zwischenbilanz gezogen.
13 Ihr plagt euch ...: wörtlich Auf zu mir, alle, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt, und ich werde euch Ruhe verschaffen. Der Vers ist vor dem Hintergrund von 23,4 zu verstehen; vgl. auch Apg 15,10.
14 Stellt euch ...: wörtlich Nehmt mein Joch auf euch.
15 Zu den Versen 28-30 vgl. Sir 24,19-22; 51,23.26-27; 6,23-31 sowie Mt 11,19 und die Anmerkung dort.
1 Und es geschah, als Jesus seine Befehle an seine zwölf Jünger vollendet hatte, ging er von dort weg, um in ihren Städten zu lehren und zu predigen.

Die Frage des Täufers - Jesu Antwort und Zeugnis über ihn

2 Als aber Johannes im Gefängnis die Werke des Christus hörte, sandte er durch seine Jünger
3 und ließ ihm sagen: Bist du der Kommende, oder sollen wir auf einen anderen warten?
4 Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Geht hin und verkündet Johannes, was ihr hört und seht:
5 Blinde werden sehend, und Lahme gehen, Aussätzige1 werden gereinigt, und Taube hören, und Tote werden auferweckt, und Armen wird gute Botschaft verkündigt.
6 Und glückselig ist, wer sich nicht an mir ärgern2 wird!
7 Als die aber hingingen, fing Jesus an, zu den Volksmengen zu reden über Johannes: Was seid ihr in die Wüste hinausgegangen anzuschauen? Ein Rohr, vom Wind hin und her bewegt?
8 Oder was seid ihr hinausgegangen zu sehen? Einen Menschen, mit weichen Kleidern bekleidet? Siehe, die weiche Kleider tragen, sind in den Häusern der Könige.
9 Oder was seid ihr hinausgegangen zu sehen? Einen Propheten? Ja, sage ich euch, und mehr als einen Propheten.
10 Dieser ist es, von dem geschrieben steht: "Siehe, ich sende meinen Boten vor deinem Angesicht her, der deinen Weg vor dir bereiten wird."
11 Wahrlich, ich sage euch, unter den von Frauen Geborenen ist kein Größerer aufgestanden als Johannes der Täufer; der Kleinste aber im Reich3 der Himmel ist größer als er.
12 Aber von den Tagen Johannes des Täufers an bis jetzt wird dem Reich4 der Himmel Gewalt angetan, und Gewalttuende reißen es an sich.
13 Denn alle Propheten und das Gesetz haben geweissagt bis auf Johannes5.
14 Und wenn ihr es annehmen wollt: Er ist Elia, der kommen soll.
15 Wer Ohren hat, der höre!
16 Mit wem aber soll ich dieses Geschlecht vergleichen? Es ist Kindern gleich, die auf den Märkten sitzen und den anderen zurufen
17 und sagen: Wir haben euch gepfiffen, und ihr habt nicht getanzt; wir haben Klagelieder gesungen, und ihr habt nicht gewehklagt.
18 Denn Johannes ist gekommen, der weder aß noch trank, und sie sagen: Er hat einen Dämon.
19 Der Sohn des Menschen ist gekommen, der isst und trinkt, und sie sagen: Siehe, ein Fresser und Weinsäufer, ein Freund der Zöllner und Sünder - und die Weisheit ist gerechtfertigt worden aus ihren Werken6.

Weheruf über unbußfertige Städte - Jesus als Retter der Unmündigen und Bedrückten

20 Dann fing er an, die Städte zu schelten, in denen seine meisten Wunderwerke7 geschehen waren, weil sie nicht Buße getan hatten:
21 Wehe dir, Chorazin! Wehe dir, Betsaida! Denn wenn in Tyrus und Sidon die Wunderwerke8 geschehen wären, die unter euch geschehen sind, längst hätten sie in Sack und Asche Buße getan.
22 Doch ich sage euch: Tyrus und Sidon wird es erträglicher ergehen am Tag des Gerichts als euch.
23 Und du, Kapernaum, meinst du, du werdest etwa bis zum Himmel erhöht werden? Bis zum Hades9 wirst du hinabgestoßen werden10; denn wenn in Sodom die Wunderwerke11 geschehen wären, die in dir geschehen sind, es wäre geblieben bis auf den heutigen Tag.
24 Doch ich sage euch: Dem Sodomer Land wird es erträglicher ergehen am Tag des Gerichts als dir.
25 Zu jener Zeit begann12 Jesus und sprach: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, dass du dies vor Weisen und Verständigen verborgen und es Unmündigen offenbart hast.
26 Ja, Vater, denn so war es wohlgefällig13 vor dir.
27 Alles ist mir übergeben worden von meinem Vater; und niemand erkennt den Sohn als nur der Vater, noch erkennt jemand den Vater als nur der Sohn, und der, dem der Sohn ihn offenbaren will.
28 Kommt her zu mir, alle ihr Mühseligen und Beladenen! Und ich werde euch Ruhe geben.
29 Nehmt auf euch mein Joch, und lernt von mir! Denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig, und "ihr werdet Ruhe finden für eure Seelen";
30 denn mein Joch ist sanft, und meine Last ist leicht.
1 "Aussatz" umfasste in bibl. Zeit mehrere Hautkrankheiten; s. Anm. zu Kap. 8,2
2 "ärgern", w. zur Sünde verleiten. Sich an Jesus ärgern, d. h. Anstoß nehmen und sich von ihm abwenden.
3 o. in der Königsherrschaft
4 o. der Königsherrschaft
5 o. bis auf Johannes hin
6 Andere gute Handschr. lesen: von ihren Kindern
7 o. Machttaten; griech. dynamis
8 o. Machttaten; griech. dynamis
9 d. i. das Totenreich
10 mit anderen Handschr.: wirst du hinabsteigen
11 o. Machttaten; griech. dynamis
12 w. antwortete; hier in semitisierender Redeweise für den Anfang einer Rede gebraucht
13 w. denn so ist Wohlgefallen geworden
14 Stellt euch ...: wörtlich Nehmt mein Joch auf euch.
15 Zu den Versen 28-30 vgl. Sir 24,19-22; 51,23.26-27; 6,23-31 sowie Mt 11,19 und die Anmerkung dort.
1 Als Jesus seinen zwölf Jüngern diese Anweisungen gegeben und seine Rede beendet hatte, zog er weiter, um in den Städten Galiläas zu lehren und ´Gottes gute Botschaft` zu verkünden.
2 Johannes hörte im Gefängnis vom Wirken Christi. Er schickte einige seiner Jünger zu ihm
3 und ließ ihn fragen: »Bist du der, der kommen soll, oder müssen wir auf einen anderen warten?«
4 Jesus gab ihnen zur Antwort: »Geht zu Johannes und berichtet ihm, was ihr hört und seht:
5 Blinde sehen, Lahme gehen, Aussätzige werden geheilt, Taube hören, Tote werden auferweckt, und den Armen wird ´Gottes` gute Botschaft verkündet.
6 Und glücklich zu preisen ist, wer nicht an mir Anstoß nimmt.«
7 Als die Männer wieder gegangen waren, wandte sich Jesus an die Menge und fing an, zu ihnen über Johannes zu sprechen. »Was wolltet ihr euch eigentlich ansehen, als ihr zu ihm in die Wüste hinausgingt?«, fragte er sie. »Ein Schilfrohr, das sich im Wind hin- und herbewegt?
8 Nein? Was wolltet ihr denn sonst dort draußen sehen? Einen Mann in feiner Kleidung? Ihr wisst doch: Die feingekleideten Leute sind in den Palästen der Könige zu finden.
9 Was wolltet ihr also sehen, als ihr hinausgingt? Einen Propheten? Ja, ich sage euch: Ihr habt einen Propheten gesehen, und noch mehr als das.
10 Johannes ist der, über den es in der Schrift heißt:›Ich sende meinen Boten vor dir her; er wird dir vorangehen und dein Wegbereiter sein.‹1 
11 Ich sage euch: Unter allen Menschen, die je geboren wurden, hat es keinen Größeren gegeben als Johannes den Täufer; und doch ist selbst der Geringste im Himmelreich größer als er.
12 Von der Zeit an, als Johannes der Täufer auftrat, bis zum heutigen Tag bricht sich das Himmelreich mit Gewalt Bahn, und Menschen versuchen mit aller Gewalt, es an sich zu reißen.
13 Denn alle Propheten und das Gesetz kündigten ´das Himmelreich` an, bis Johannes kam.
14 Und wenn ihr es gelten lassen wollt: Er ist Elia, dessen Kommen vorausgesagt ist.2 
15 Wer Ohren hat, der höre!
16 Mit wem soll ich die Menschen dieser Generation vergleichen? Sie sind wie Kinder, die auf dem Marktplatz sitzen und ihren Spielgefährten zurufen:
17 ›Wir haben euch auf der Flöte ´lustige Lieder` gespielt, und ihr habt nicht getanzt; wir haben Klagelieder angestimmt, und ihr habt nicht getrauert.‹
18 So ist es doch: Johannes ist gekommen, hat gefastet und keinen Wein getrunken, und schon hat es geheißen: ›Er ist von einem bösen Geist besessen.‹
19 Der Menschensohn ist gekommen, isst und trinkt ´wie jedermann`, und da heißt es: ›Was für ein Schlemmer und Säufer, dieser Freund der Zolleinnehmer und Sünder!‹ Und doch hat die Weisheit Gottes Recht; das zeigt sich an dem, was sie bewirkt.«
20 Dann ging Jesus mit den Städten ins Gericht, in denen er die meisten Wunder getan hatte. Er klagte sie an, weil sie nicht ´zu Gott` umgekehrt waren:
21 »Weh dir, Chorazin! Weh dir, Betsaida! Wenn in Tyrus und Sidon die Wunder geschehen wären, die bei euch geschehen sind – die Menschen dort hätten sich längst in Sacktuch gehüllt und Asche auf den Kopf gestreut und wären zu Gott umgekehrt.
22 Ich versichere euch: Tyrus und Sidon wird es am Tag des Gerichts noch erträglich gehen im Vergleich zu euch.
23 Und du, Kafarnaum, meinst du etwa, du wirst zum Himmel emporgehoben werden? Ins Totenreich musst du hinunter! Wenn in Sodom die Wunder geschehen wären, die bei dir geschehen sind – es würde heute noch stehen.
24 Ich versichere euch: Sodom wird es am Tag des Gerichts noch erträglich gehen im Vergleich zu dir.«
25 Zu der Zeit rief Jesus aus: »Ich preise dich, Vater, du Herr über Himmel und Erde, dass du das alles den Weisen und Klugen verborgen, den Unmündigen aber offenbart hast.
26 Ja, Vater, so hast du es gewollt, und dafür preise ich dich. 
27 Alles hat mir mein Vater übergeben. Niemand kennt den Sohn, nur der Vater kennt ihn; und auch den Vater kennt niemand, nur der Sohn – und die, denen der Sohn es offenbaren will.«
28 »Kommt zu mir, ihr alle, die ihr euch plagt und von eurer Last fast erdrückt werdet; ich werde sie euch abnehmen.
29 Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir, denn ich bin gütig und von Herzen demütig. So werdet ihr Ruhe finden für eure Seele.
30 Denn das Joch, das ich auferlege, drückt nicht, und die Last, die ich zu tragen gebe, ist leicht.«
1 Maleachi 3,1.
2 Maleachi 3,23.
3 o. in der Königsherrschaft
4 o. der Königsherrschaft
5 o. bis auf Johannes hin
6 Andere gute Handschr. lesen: von ihren Kindern
7 o. Machttaten; griech. dynamis
8 o. Machttaten; griech. dynamis
9 d. i. das Totenreich
10 mit anderen Handschr.: wirst du hinabsteigen
11 o. Machttaten; griech. dynamis
12 w. antwortete; hier in semitisierender Redeweise für den Anfang einer Rede gebraucht
13 w. denn so ist Wohlgefallen geworden
14 Stellt euch ...: wörtlich Nehmt mein Joch auf euch.
15 Zu den Versen 28-30 vgl. Sir 24,19-22; 51,23.26-27; 6,23-31 sowie Mt 11,19 und die Anmerkung dort.

Sein Auftrag (11-12)

1 Als Jesus den zwölf Jüngern seine Anweisungen gegeben hatte, zog er weiter, um in den Städten des Landes zu lehren und zu predigen.

Jesus über den Täufer

2 Johannes der Täufer hörte im Gefängnis vom Wirken des Messias und schickte einige seiner Jünger zu ihm.
3 Er ließ ihn fragen: "Bist du wirklich der, der kommen soll, oder müssen wir auf einen anderen warten?"
4 Jesus gab ihnen zur Antwort: "Geht zu Johannes und berichtet ihm, was ihr hört und seht:
5 Blinde sehen, Lahme gehen, Aussätzige werden rein, Taube hören, Tote werden auferweckt, Armen wird gute Botschaft verkündigt.
6 Und glücklich ist der zu nennen, der sich nicht von mir abwendet."
7 Als die Boten gegangen waren, wandte sich Jesus an die Menge und fing an, über Johannes zu sprechen: "Was wolltet ihr eigentlich sehen, als ihr in die Wüste hinausgezogen seid? Ein Schilfrohr vielleicht, das vom Wind hin- und herbewegt wird?
8 Oder was wolltet ihr sonst dort draußen sehen? Einen fein angezogenen Mann? Nein, Leute mit teuren Kleidern und Luxus findet man in den Königspalästen.
9 Aber was wolltet ihr dann dort draußen sehen? Einen Propheten? Ja, ich versichere euch: Ihr habt mehr als einen Propheten gesehen.
10 Johannes ist der, von dem es in der Heiligen Schrift heißt: 'Ich sende meinen Boten vor dir her. Er wird dein Wegbereiter sein.'1
11 Ich versichere euch: Unter allen Menschen, die je geboren wurden, gibt es keinen Größeren als Johannes den Täufer. Und doch ist der Kleinste im Reich des Himmels größer als er.
12 Von der Zeit Johannes' des Täufers an bis heute wird dem Reich, in dem der Himmel regiert, Gewalt angetan, doch die Menschen drängen sich mit aller Gewalt hinein.
13 Denn alle Propheten und das Gesetz haben diese Zeit angekündigt, bis Johannes kam.
14 Und wenn ihr es annehmen wollt: Er ist Elija, dessen Kommen vorausgesagt ist.2
15 Wer hören kann, der höre zu!
16 Mit wem soll ich die Menschen dieser Generation nur vergleichen? Sie sind wie Kinder, die auf dem Markt herumsitzen und sich gegenseitig zurufen:
17 ,Wir haben euch auf der Flöte Hochzeitslieder gespielt, aber ihr habt nicht getanzt; wir haben euch Klagelieder gesungen, aber ihr habt nicht geheult.'
18 Als Johannes der Täufer kam, der fastete und keinen Wein trank, sagten sie: 'Er ist von einem Dämon besessen.'
19 Als der Menschensohn kam, der ganz normal isst und trinkt, sagtet ihr: 'Seht, was für ein Schlemmer und Säufer, dieser Freund von Zöllnern und Sündern!' Und doch bestätigt sich die Weisheit Gottes durch das, was sie bewirkt."

Die richtige Einstellung

20 Dann begann Jesus den Städten, in denen er die meisten Wunder getan hatte, vorzuwerfen, dass sie ihre Einstellung nicht geändert hatten:
21 "Wehe dir, Chorazin!3 Wehe dir, Betsaida!4 Wenn in Tyrus und Sidon5 die Wunder geschehen wären, die unter euch geschehen sind, sie hätten längst ihre Einstellung geändert, einen Trauersack angezogen und sich Asche auf den Kopf gestreut.
22 Doch Tyrus und Sidon wird es im Gericht erträglicher ergehen als euch.
23 Und du, Kafarnaum, meinst du etwa, du wirst zum Himmel erhoben werden? Nein, in die Hölle6 musst du hinunter. Wenn in Sodom7 die Wunder geschehen wären, die in dir geschehen sind, es würde heute noch stehen.
24 Ich sage euch, es wird Sodom am Tag des Gerichts erträglicher ergehen als dir."
25 Damals rief Jesus aus: "Vater, du Herr über Himmel und Erde, ich preise dich, dass du das alles vor Klugen und Gelehrten verborgen und es gerade einfachen Menschen offenbar gemacht hast.
26 Ja, Vater, so hast du es gewollt.
27 Alles ist mir von meinem Vater übergeben worden; und niemand außer dem Vater kennt den Sohn wirklich, und auch den Vater kennt niemand – nur der Sohn und die, denen der Sohn es offenbar machen will.
28 Kommt alle zu mir, die ihr geplagt und mit Lasten beschwert seid! Bei mir erholt ihr euch.
29 Unterstellt euch mir und lernt von mir! Denn ich bin freundlich und von Herzen zum Dienen bereit. Dann kommt Ruhe in euer Leben.
30 Denn mein Joch trägt sich gut und meine Last ist leicht."
1 Maleachi 3,1
2 Maleachi 3,23
3 Stadt in Obergaliläa, 5 km nördlich von Kafarnaum.
4 Fischerdorf an der Mündung des Jordan in den See Gennesaret. Heute wahrscheinlich El-Aradsch.
5 Tyrus und Sidon waren die wichtigsten Hafenstädte Phöniziens (heute: Libanon).
6 Griechisch: Hades. Das Neue Testament meint damit aber kein neutrales Totenreich, sondern den Todeszustand, der für Ungläubige schon vor dem Endgericht eine schreckliche Qual bedeutet (Lukas 16,23).
7 Stadt im Tal Siddim, die wegen der Sünde ihrer Bewohner von Gott vernichtet wurde, heute vermutlich unter dem Toten Meer; siehe 1. Mose 13,10-13 und 1. Mose 19.
8 o. Machttaten; griech. dynamis
9 d. i. das Totenreich
10 mit anderen Handschr.: wirst du hinabsteigen
11 o. Machttaten; griech. dynamis
12 w. antwortete; hier in semitisierender Redeweise für den Anfang einer Rede gebraucht
13 w. denn so ist Wohlgefallen geworden
14 Stellt euch ...: wörtlich Nehmt mein Joch auf euch.
15 Zu den Versen 28-30 vgl. Sir 24,19-22; 51,23.26-27; 6,23-31 sowie Mt 11,19 und die Anmerkung dort.
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