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Einheitsübersetzung 2016

1 Sie entfaltet ihre Kraft von einem Ende zum andern und durchwaltet voll Güte das All.
2 Sie habe ich geliebt und gesucht von Jugend auf, ich suchte sie als Braut heimzuführen und wurde Liebhaber ihrer Schönheit.
3 Im Umgang mit Gott beweist sie ihren Adel, der Herr über das All gewann sie lieb.
4 Eingeweiht in das Wissen Gottes, bestimmte sie seine Werke.
5 Ist Reichtum begehrenswerter Besitz im Leben, was ist dann reicher als die Weisheit, die in allem wirkt?
6 Wenn Klugheit wirksam ist, wer von allem Seienden ist eine größere Werkmeisterin als sie?
7 Wenn jemand Gerechtigkeit liebt, in ihren Mühen findet er die Tugenden. Denn sie lehrt Maß und Klugheit, Gerechtigkeit und Tapferkeit. Nützlicheres als diese gibt es nicht im Leben der Menschen.
8 Wenn jemand nach reicher Erfahrung strebt: Sie kennt das Vergangene und errät das Kommende, sie versteht, die Worte schön zu formen und Rätsel zu lösen; sie weiß im Voraus Zeichen und Wunder und kennt den Ausgang von Perioden und Zeiten.
9 So beschloss ich, sie als Lebensgefährtin heimzuführen; denn ich wusste, dass sie mir guten Rat gibt und Ermutigung in Sorge und Leid.
10 Mit ihr werde ich Ruhm beim Volke haben und trotz meiner Jugend vom Alter geehrt sein.
11 Ich werde als scharfsinniger Richter gelten und in den Augen der Mächtigen Staunen erregen.
12 Schweige ich, so warten sie, spreche ich, so merken sie auf, rede ich länger, so legen sie die Hand auf den Mund.
13 Mit ihr werde ich Unsterblichkeit erlangen und ewigen Ruhm bei der Nachwelt hinterlassen.
14 Völker werde ich regieren und Nationen werden mir untertan sein.
15 Schreckliche Tyrannen werden mich fürchten, wenn sie von mir hören; in der Volksversammlung werde ich mich als tüchtig und im Krieg als tapfer erweisen.
16 Komme ich nach Hause, dann werde ich bei ihr ausruhen; denn der Umgang mit ihr hat nichts Bitteres, das Leben mit ihr kennt keinen Schmerz, sondern nur Frohsinn und Freude.
17 Als ich dies bei mir überlegte und in meinem Herzen erwog, dass Verwandtschaft mit der Weisheit Unsterblichkeit bringt,
18 die Freundschaft mit ihr reine Freude und die Mühen ihrer Hände unerschöpflichen Reichtum, dass stete Übung des Umgangs mit ihr Klugheit bringt und das Zwiegespräch mit ihr Ruhm - , da ging ich auf die Suche nach ihr, um sie heimzuführen.
19 Ich war ein begabtes Kind und hatte eine gute Seele erhalten
20 oder vielmehr: Gut, wie ich war, kam ich in einen unverdorbenen Leib.
21 Ich erkannte aber, dass ich die Weisheit nur als Geschenk Gottes erhalten könne - und schon hier war es die Klugheit, die mich erkennen ließ, wessen Geschenk sie ist. Daher wandte ich mich an den Herrn und flehte zu ihm und sprach aus meinem ganzen Herzen:
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