Hilfe

Einheitsübersetzung 2016

1 Weh, wie glanzlos ist das Gold, gedunkelt das köstliche Feingold, hingeschüttet die heiligen Steine an den Ecken aller Straßen!
2 Die kostbaren Kinder Zions, aufgewogen mit reinem Gold, weh, wie Krüge aus Ton sind sie geachtet, wie Werk von Töpferhand.
3 Selbst Schakale reichen die Brust, säugen ihre Jungen. Die Tochter, mein Volk, ist grausam geworden wie Strauße in der Wüste.
4 Des Säuglings Zunge klebt an seinem Gaumen vor Durst. Kinder betteln um Brot; keiner bricht es ihnen.
5 Die einst Leckerbissen schmausten, verschmachten auf den Straßen. Die einst auf Purpur lagen, klammern sich jetzt an Unrat.
6 Größer ist die Schuld der Tochter, meines Volkes, als die Sünde Sodoms, das plötzlich vernichtet wurde, ohne dass eine Hand sich rührte.
7 Ihre Vornehmen waren reiner als Schnee, weißer als Milch, ihr Leib rosiger als Korallen, saphirgleich ihre Gestalt.
8 Schwärzer als Ruß sehen sie aus, man erkennt sie nicht auf den Straßen. Ihre Haut schrumpft ihnen am Leib, trocken wie Holz ist sie geworden.
9 Besser die vom Schwert Getöteten als die vom Hunger Getöteten; sie sind verschmachtet, vom Missertrag der Felder getroffen.
10 Die Hände liebender Frauen kochten die eigenen Kinder. Sie dienten ihnen als Speise beim Zusammenbruch der Tochter, meines Volkes.
11 Randvoll gemacht hat der HERR seinen Grimm, ausgegossen seinen glühenden Zorn. Er entfachte in Zion ein Feuer, das bis auf den Grund alles verzehrte.
12 Kein König eines Landes, kein Mensch auf der Erde hätte jemals geglaubt, dass ein Bedränger und Feind durchschritte die Tore Jerusalems.
13 Wegen der Sünden ihrer Propheten, wegen der Verfehlung ihrer Priester, die in ihrer Mitte vergossen haben das Blut von Gerechten,
14 wanken sie blind durch die Gassen, besudelt mit Blut, sodass man nicht berühren mag ihre Kleider.
15 Fort, unrein!, ruft man ihnen zu. Fort, fort! Rührt nichts an! Da fliehen sie, da wanken sie. Unter den Völkern sagt man: Sie dürfen nicht länger bleiben.
16 Das Angesicht des HERRN hat sie zerstreut, er schaut sie nicht mehr an. Keine Ehrfurcht zollte man den Priestern, die Ältesten fanden keine Gnade.
17 Als wir uns noch die Augen nach Hilfe für uns ausschauten, war es umsonst. Auf unserer Warte spähten wir nach einem Volk, das dann doch keine Hilfe brachte.
18 Man stellte unseren Schritten nach, wir konnten nicht auf die Straßen. Unser Ende war nah, die Tage voll, ja, unser Ende kam.
19 Schneller waren unsere Verfolger als Adler am Himmel. Sie jagten uns auf den Bergen, lauerten uns auf in der Wüste.
20 Unser Lebensatem, der Gesalbte des HERRN, ist gefangen in ihren Gruben. Wir aber hatten gedacht: In seinem Schatten werden wir leben unter den Völkern.
21 Juble nur und freue dich, Tochter Edom, die du wohnst im Lande Uz. Auch zu dir wird der Becher kommen, du wirst dich betrinken und dich entblößen.
22 Zu Ende ist deine Schuld, Tochter Zion; nicht wieder führt er dich in Verbannung. Deine Schuld sucht er heim, Tochter Edom, deckt deine Sünden auf.
© 2018 ERF Medien