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Einheitsübersetzung 2016

Kriegsgefahr aus dem Norden

1 Flieht, ihr Leute von Benjamin, hinaus aus Jerusalem! Stoßt in Tekoa ins Widderhorn und richtet über Bet-Kerem ein Zeichen auf! Denn von Norden droht Unheil und großes Verderben.
2 Die Schöne und Verwöhnte, die Tochter Zion, ich vernichte sie.
3 Hirten kommen zu ihr mit ihren Herden; sie schlagen rings um sie ihre Zelte auf, jeder weidet seinen Bereich ab.
4 Verhängt gegen Zion den Krieg! Auf! Greifen wir an am Mittag! - Weh uns: Schon neigt sich der Tag, die Abendschatten strecken sich.1
5 Auf! Greifen wir an in der Nacht, zerstören wir ihre Paläste!
6 Denn so spricht der HERR der Heerscharen: Fällt ihre Bäume und werft einen Wall auf gegen Jerusalem! Das ist die Stadt, die heimgesucht werden muss. Alles in ihr ist Unterdrückung.
7 Wie ein Brunnen sein Wasser sprudeln lässt, so lässt sie ihre Schlechtigkeit sprudeln. Von Gewalttat und Unrecht hört man in ihr; ständig sind mir vor Augen Leid und Misshandlung.
8 Lass dich warnen, Jerusalem, sonst trenne ich mich von dir, sonst mache ich dich zur Wüste, zum Land ohne Bewohner!
9 So spricht der HERR der Heerscharen: Genaue Nachlese wie am Weinstock soll man halten am Rest Israels. Leg deine Hand an wie ein Winzer an die Reben!
10 Zu wem soll ich reden und wen ermahnen, dass sie hören? Siehe, ihr Ohr ist unbeschnitten, sie können nichts vernehmen. Das Wort des HERRN dient ihnen zum Spott; es gefällt ihnen nicht.
11 Darum bin ich erfüllt vom Zorn des HERRN, bin es müde, ihn länger zurückzuhalten. - Gieß ihn aus über das Kind auf der Straße und zugleich über die Schar der jungen Männer! Ja, alle werden gefangen genommen, Mann und Frau, Greis und Hochbetagter.
12 Ihre Häuser gehen an andere über, die Felder und auch die Frauen. Denn ich strecke meine Hand aus gegen die Bewohner des Landes - Spruch des HERRN.
13 Sie alle, von ihrem Kleinsten bis zu ihrem Größten, sind nur auf Gewinn aus; vom Propheten bis zum Priester betrügen sie alle.
14 Den Schaden meines Volkes möchten sie leichthin heilen, indem sie sagen: Frieden! Frieden! - Aber da ist kein Friede.
15 Schämen müssten sie sich, weil sie Gräuel verübt haben. Doch sie schämen sich nicht; Scham ist ihnen unbekannt. Deshalb müssen sie mit denen fallen, die fallen. Sobald ich sie heimsuche, werden sie stürzen, spricht der HERR.
16 So spricht der HERR: Stellt euch an die Wege und haltet Ausschau, fragt nach den Pfaden der Vorzeit, fragt, wo der Weg zum Guten liegt; geht auf ihm, so werdet ihr Ruhe finden für eure Seele! Sie aber sagten: Wir gehen nicht.
17 Auch habe ich Wächter für euch aufgestellt: Achtet auf den Schall des Widderhorns! - Sie aber sagten: Wir achten nicht darauf.
18 Darum hört, ihr Völker, und erkenne, Versammlung, was mit ihnen geschieht!
19 Höre, Erde! Siehe, ich bringe Unheil über dieses Volk als Frucht seiner Gedanken. Denn auf meine Worte haben sie nicht geachtet und meine Weisung haben sie verschmäht.
20 Was soll mir der Weihrauch aus Saba und das gute Gewürzrohr aus fernem Land? Eure Brandopfer gefallen mir nicht, eure Schlachtopfer sind mir nicht angenehm.
21 Darum - so spricht der HERR: Siehe, ich lege diesem Volk Hindernisse in den Weg, sodass sie darüber straucheln. Väter und Söhne zusammen, einer wie der andere geht zugrunde.
22 So spricht der HERR: Siehe, ein Volk zieht vom Nordland heran, eine große Nation bricht auf von den Grenzen der Erde.
23 Sie kommen mit Bogen und Sichelschwert, grausam sind sie und ohne Erbarmen. Ihr Lärm gleicht dem Brausen des Meeres und sie reiten auf Rossen, Krieger, zum Kampf gerüstet gegen dich, Tochter Zion.
24 Kaum hörten wir diese Nachricht, da erschlafften uns die Hände, es packte uns die Angst, das Zittern wie eine Gebärende.
25 Geht nicht aufs Feld hinaus, macht euch nicht auf den Weg; denn der Feind greift zum Schwert - Grauen ringsum!
26 Tochter, mein Volk, leg das Trauerkleid an und wälz dich im Staub! Halte Trauer wie um den einzigen Sohn, bitterste Klage: Ach, jählings kam über uns der Verwüster.
27 Zum Prüfer für mein Volk habe ich dich bestellt, voll Festigkeit; du sollst sein Verhalten erkennen und prüfen.2
28 Sie alle sind schlimme Empörer, Verleumder sind sie, Bronze und Eisen sind sie, alle zusammen Verbrecher.
29 Der Blasebalg schnaubt, doch das Blei bleibt unberührt vom Feuer. Umsonst hat der Schmelzer geschmolzen; die Bösen ließen sich nicht ausscheiden.
30 Verworfenes Silber nennt man sie; denn verworfen hat sie der HERR.
1 6,4 Verhängt, wörtlich: heiligt.
2 6,27 voll Festigkeit, wörtlich: als Festung.
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