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Einheitsübersetzung 2016

Das unerträgliche Los

1 Da antwortete Ijob und sprach:
2 Ach, würde doch mein Gram gewogen, legte man auf die Waage auch mein Leid!
3 Denn nun ist es schwerer als der Sand des Meeres, darum waren meine Worte unbedacht.
4 Die Pfeile des Allmächtigen stecken in mir, mein Geist hat ihr Gift getrunken, Gottes Schrecken stellen sich gegen mich.
5 Schreit denn der Wildesel, wenn er Gras hat, oder brüllt das Rind, wenn es sein Futter hat?
6 Isst man denn ungesalzene Speise? Wer hat Geschmack an fadem Schleim?
7 Ich sträube mich, daran zu rühren, das alles ist mir wie verdorbenes Brot.1
8 Käme doch, was ich begehre, und gäbe Gott, was ich erhoffe.
9 Und wollte Gott mich doch zermalmen, seine Hand erheben, um mich abzuschneiden;
10 das wäre noch ein Trost für mich; ich hüpfte auf im Leid, mit dem er mich nicht schont. Denn ich habe die Worte des Heiligen nicht verleugnet.
11 Was ist meine Kraft, dass ich aushalten könnte, wann kommt mein Ende, dass ich mich gedulde?
12 Ist meine Kraft denn Felsenkraft, ist mein Fleisch denn aus Erz?
13 Gibt es keine Hilfe mehr für mich, ist mir jede Rettung entschwunden?

Enttäuschung über die Freunde

14 Des Freundes Liebe gehört dem Verzagten,/ auch wenn er den Allmächtigen nicht mehr fürchtet.
15 Meine Brüder sind trügerisch wie ein Bach, wie Wasserläufe, die verrinnen;
16 trüb sind sie vom Eis, wenn über ihnen der Schnee schmilzt.2
17 Zur Zeit der Hitze versiegen sie; wenn es heiß wird, verdunsten sie in ihrem Bett.
18 Sie biegen ab von ihrem Weg, laufen in die Wüste und kommen um.
19 Nach ihnen spähten Karawanen aus Tema, auf sie hofften Handelszüge aus Saba.
20 Sie wurden zuschanden, weil sie vertrauten, sie kamen an und waren enttäuscht.
21 So seid ihr jetzt ein Nein geworden: Ihr schaut das Entsetzliche und schaudert.
22 Habe ich denn gesagt: Gebt mir etwas, von eurem Vermögen zahlt für mich
23 und rettet mich aus dem Griff des Bedrängers und kauft mich los aus der Hand der Tyrannen!?
24 Belehrt mich, so werde ich schweigen, worin ich fehlte, macht mir klar!
25 Wie können redliche Worte kränken, was kann euer Tadel rügen?
26 Gedenkt ihr, Worte zu tadeln? Spricht der Verzweifelte in den Wind?
27 Selbst um ein Waisenkind würdet ihr würfeln, sogar euren Freund verschachern.
28 Habt endlich die Güte, wendet euch mir zu, ich lüge euch nicht ins Gesicht.
29 Kehrt um, kein Unrecht soll geschehen, kehrt um, noch bin ich im Recht.
30 Ist denn Unrecht auf meiner Zunge oder schmeckt mein Gaumen das Schlechte nicht?
1 6,7 Das alles ist mir wie verdorbenes Brot: vermuteter Text; diese sind wie die Krankheit meines Brotes: H.
2 6,16 schmilzt, wörtlich: sich verbirgt.
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