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Elberfelder Bibel

Hoffnung für Alle

Lutherbibel 2017

Zwei Lieder: Lob Gottes, des Richters (1-6) und Lob Gottes, des Retters (7-21)

1 An jenem Tag wird dieses Lied im Land Juda gesungen werden: Wir haben eine starke Stadt. Zur Rettung setzt er Mauern und Bollwerk.
2 Macht die Tore auf, dass eine gerechte Nation, die einzieht, Treue bewahrt!
3 Bewährten Sinn bewahrst du in Frieden, in Frieden, weil er auf dich vertraut.
4 Vertraut auf den HERRN für immer! Denn in Jah, dem HERRN, ist ein Fels der Ewigkeiten.
5 Denn die, die in der Höhe wohnen, hat er niedergeworfen, die hochragende Stadt; er hat sie niedergestürzt, hat sie zu Boden niedergestürzt, hat sie niedergestoßen bis in den Staub.
6 Es zertritt sie der Fuß, die Füße der Elenden, die Tritte der Geringen. -
7 Der Pfad für den Gerechten ist Geradheit1; gerade ist der Weg2 des Gerechten, den du bahnst.
8 Selbst auf dem Pfad deiner Gerichte, HERR, haben wir auf dich gewartet. Nach deinem Namen und nach deinem Lobpreis3 ging das Verlangen der Seele.
9 Mit meiner Seele verlangte ich nach dir in der Nacht; ja, mit meinem Geist in meinem Innern suchte ich dich4. Denn wenn deine Gerichte die Erde treffen, lernen die Bewohner des Erdkreises Gerechtigkeit.
10 Wird dem Gottlosen Gnade zuteil, lernt er nicht Gerechtigkeit; im Land der Geradheit handelt er unrecht und sieht nicht die Hoheit des HERRN.
11 HERR, deine Hand ist hoch erhoben, sie wollen es nicht sehen. Sehen werden sie den Eifer um das Volk und zuschanden werden; ja, Feuer gegen deine Gegner wird sie verzehren.
12 HERR, du wirst uns Frieden geben, denn du hast ja alle unsere Werke für uns vollbracht.
13 HERR, unser Gott, über uns haben außer dir andere Herren geherrscht; allein durch dich haben wir an deinen Namen gedacht.
14 Tote werden nicht lebendig, Schatten5 stehen nicht wieder auf. Darum hast du sie heimgesucht und ausgerottet und hast jede Erinnerung an sie verloren gehen lassen.
15 Du hast die Nation vermehrt, HERR, du hast die Nation vermehrt, du hast dich verherrlicht. Du hast alle Grenzen des Landes erweitert6.
16 HERR, in der Not haben sie dich gesucht7. Als deine Züchtigung sie bedrängte, schrien sie8.
17 Wie eine Schwangere, die, dem Gebären nahe, sich windet, um Hilfe schreit in ihren Wehen, so sind wir, HERR, vor deinem Angesicht gewesen.
18 Wir gingen schwanger, wir wanden uns. Doch es war, als ob wir Wind geboren hätten: Rettung verschafften wir dem Land nicht, und Bewohner der Welt wurden nicht geboren.
19 Deine Toten werden lebendig, meine Leichen wieder auferstehen. Wacht auf und jubelt, Bewohner des Staubes9! Denn ein Tau der Lichter ist dein Tau, und die Erde wird die Schatten10 gebären.
20 Geh hin, mein Volk, tritt ein in deine Zimmer und schließ deine Tür hinter dir zu! Verbirg dich einen kleinen Augenblick, bis die Verwünschung vorübergeht!
21 Denn siehe, der HERR zieht aus seiner Stätte aus, um die Schuld der Erdenbewohner an ihnen heimzusuchen. Dann wird die Erde ihr Blut enthüllen und nicht länger ihre Erschlagenen bedecken.
1 o. eben
2 w. die Wagenspur; o. sind die Gleise . . . die
3 w. deiner Anrufung; vgl. 2Mo 3,15
4 Manche nehmen an, dass die Version "in meinem Innern" durch Verschreibung zustande kam und üs.: ja, mit meinem Geist suchte ich dich noch am Morgen.
5 o. die Totengeister
6 w. hast weit entfernt alle Enden der Erde
7 Viele Handschr. und LXX lesen: haben wir dich gesucht
8 o. Als deine Züchtigung uns bedrängte, schrien wir. - Die Üs. ist ein Versuch, den stark entstellten Text wiederzugeben. Mas. T.: Sie gossen Beschwörung aus - deine Züchtigung für ihn.
9 d. h. die Toten
10 o. die Totengeister

Unser Gott ist ein starker Fels

1 In jener Zeit wird man im Land Juda dieses Lied singen: »Unsere Stadt ist eine sichere Festung; der Herr hat Mauern und Wall zu unserem Schutz errichtet.
2 Öffnet die Tore, damit das Volk der Gerechten einziehen kann, das treu zu Gott steht!
3 Herr, du gibst Frieden dem, der sich fest an dich hält und dir allein vertraut.
4 Ja, vertraut dem HERRN für immer, denn er, unser Gott, ist ein starker Fels für alle Zeiten!
5 Alle, die in stolzer Höhe wohnten, stieß er tief hinab. Die Stadt, sie ragte hoch empor, doch er hat sie zerstört, hinunter in den Staub geworfen.
6 Wer früher arm war und gering, tritt nun die Trümmer nieder.«

Ein Gebet

7 Herr, wer deinen Willen tut, den führst du auf geradem Weg, du machst seinen Lebensweg eben.
8 Ja, HERR, wir hoffen auf dich, auch wenn du uns strafst1. Wir sehnen uns nach dir – wie könnten wir dich je vergessen?
9 Bei Nacht sind meine Gedanken bei dir, voller Sehnsucht suche ich dich. Wenn du die Erde richtest, lernen die Menschen, was Gerechtigkeit bedeutet.
10 Doch wenn du die Gottlosen begnadigst, begreifen sie nicht, was Recht ist. Selbst dort, wo man dein Recht achtet, halten sie am Bösen fest und haben keine Ehrfurcht vor dir, dem höchsten Gott.
11 HERR, deine Hand ist drohend erhoben – und sie merken es nicht einmal. Doch beschämt werden sie dastehen, wenn sie sehen, wie leidenschaftlich du dein Volk verteidigst. Dein glühender Zorn wird sie verzehren!
12 Aber uns, HERR, wirst du Frieden schaffen, denn dir verdanken wir alles, was wir erreicht haben.
13 Zwar haben außer dir, unser Gott, auch andere Herren über uns geherrscht. Doch wir rühmen nur dich und deinen Namen.
14 Sie alle sind tot und werden nicht wieder lebendig; sie sind Schatten, die nie wieder aufstehen. Du hast sie bestraft und jede Erinnerung an sie ausgelöscht.
15 Unser Volk aber hast du, HERR, sehr groß gemacht. Du hast unsere Grenzen nach allen Seiten ausgeweitet und deine herrliche Macht bewiesen.
16 In äußerster Not suchten wir dich. Als uns deine Schläge trafen, schütteten wir still unser Herz bei dir aus.2
17 Wir lagen vor dir am Boden wie eine Schwangere, die sich in Wehen windet und schreit.
18 Ja, wir wanden uns in Geburtswehen, doch wir brachten nichts als Luft zur Welt. Unsere Mühe war umsonst: Wir konnten das Land nicht befreien und keinem Menschen das Leben schenken.
19 Herr, die Toten deines Volkes werden wieder lebendig, ihre Leichen werden auferstehen! Wacht auf und singt vor Freude, alle, die ihr unter der Erde ruht! Du, Gott, bist wie erfrischender Tau am Morgen. Durch deine belebende Kraft gibt die Erde die Leiber der Verstorbenen zurück.

Der Herr rechnet mit Israels Feinden ab

20 Ihr aus meinem Volk, geht in eure Häuser und schließt die Türen hinter euch zu! Versteckt euch für einen kleinen Augenblick dort, bis Gottes Zorn vergangen ist.
21 Seht, er verlässt seine Stätte im Himmel, um die Menschen auf der Erde wegen ihrer Vergehen zur Rechenschaft zu ziehen. Alles unschuldig vergossene Blut wird die Erde dann wieder herausgeben, keinen Ermordeten verbirgt sie weiterhin.
1 Wörtlich: auch auf dem Weg deiner Gerichte.
2 Der hebräische Text ist nicht sicher zu deuten.
3 w. deiner Anrufung; vgl. 2Mo 3,15
4 Manche nehmen an, dass die Version "in meinem Innern" durch Verschreibung zustande kam und üs.: ja, mit meinem Geist suchte ich dich noch am Morgen.
5 o. die Totengeister
6 w. hast weit entfernt alle Enden der Erde
7 Viele Handschr. und LXX lesen: haben wir dich gesucht
8 o. Als deine Züchtigung uns bedrängte, schrien wir. - Die Üs. ist ein Versuch, den stark entstellten Text wiederzugeben. Mas. T.: Sie gossen Beschwörung aus - deine Züchtigung für ihn.
9 d. h. die Toten
10 o. die Totengeister

Freudenlied des Gottesvolkes

1 Zu der Zeit wird man dies Lied singen im Lande Juda: Wir haben eine feste Stadt, zum Schutze schafft er Mauern und Wehr.
2 Tut auf die Tore, dass hineingehe das gerechte Volk, das den Glauben bewahrt!
3 Wer festen Herzens ist, dem bewahrst du Frieden; denn er verlässt sich auf dich.
4 Darum verlasst euch auf den HERRN immerdar; denn Gott der HERR ist ein Fels ewiglich.
5 Er erniedrigt, die in der Höhe wohnen; die hohe Stadt wirft er nieder, ja, er stößt sie zur Erde, dass sie im Staube liegt.
6 Mit Füßen wird sie zertreten, ja, mit den Füßen der Armen, mit den Tritten der Geringen.

Warten auf Gottes Gerechtigkeit

7 Des Gerechten Weg ist eben, den Steig des Gerechten machst du gerade.
8 Wir warten auf dich, HERR, auch auf dem Weg deiner Gerichte; des Herzens Begehren steht nach deinem Namen und deinem Lobpreis.
9 Von Herzen verlangt mich nach dir des Nachts, ja, mit meinem Geist suche ich dich am Morgen. Denn wenn deine Gerichte über die Erde gehen, so lernen die Bewohner des Erdkreises Gerechtigkeit.
10 Aber wenn dem Gottlosen Gnade widerfährt, so lernt er doch nicht Gerechtigkeit, sondern tut nur übel im Lande, wo das Recht gilt, und sieht des HERRN Herrlichkeit nicht.
11 HERR, deine Hand ist erhoben, doch sie sehen es nicht. Aber sie sollen sehen den Eifer um dein Volk und zuschanden werden. Mit dem Feuer, mit dem du deine Feinde verzehrst, wirst du sie verzehren.
12 Aber uns, HERR, wirst du Frieden schaffen; denn auch alles, was wir ausrichten, das hast du für uns getan.
13 HERR, unser Gott, es herrschen wohl andere Herren über uns als du, aber wir gedenken doch allein deiner und deines Namens.
14 Tote werden nicht lebendig, Schatten stehen nicht auf; denn du hast sie heimgesucht und vertilgt und jedes Gedenken an sie zunichtegemacht.
15 Du hast vermehrt das Volk, HERR, vermehrt das Volk, hast deine Herrlichkeit bewiesen und weit gemacht alle Grenzen des Landes.
16 HERR, in der Trübsal suchten sie dich; als du sie gezüchtigt hast, waren sie in Angst und Bedrängnis.
17 Gleich wie eine Schwangere, wenn sie bald gebären soll, sich windet und schreit in ihren Schmerzen, so geht's uns auch, HERR, vor deinem Angesicht.
18 Wir sind auch schwanger und winden uns, und wenn wir gebären, so ist's Wind. Wir können dem Lande nicht helfen, und Bewohner des Erdkreises können nicht geboren werden.
19 Aber deine Toten werden leben, deine Leichname werden auferstehen. Wachet auf und rühmet, die ihr liegt unter der Erde! Denn ein Tau der Lichter ist dein Tau, und die Erde wird die Schatten herausgeben.
20 Geh hin, mein Volk, in deine Kammer und schließ die Tür hinter dir zu! Verbirg dich einen kleinen Augenblick, bis der Zorn vorübergehe.
21 Denn siehe, der HERR wird ausgehen von seinem Ort, heimzusuchen die Bosheit der Bewohner der Erde. Dann wird die Erde offenbar machen das Blut, das auf ihr vergossen ist, und nicht weiter verbergen, die auf ihr getötet sind.
1 Wörtlich: auch auf dem Weg deiner Gerichte.
2 Der hebräische Text ist nicht sicher zu deuten.
3 w. deiner Anrufung; vgl. 2Mo 3,15
4 Manche nehmen an, dass die Version "in meinem Innern" durch Verschreibung zustande kam und üs.: ja, mit meinem Geist suchte ich dich noch am Morgen.
5 o. die Totengeister
6 w. hast weit entfernt alle Enden der Erde
7 Viele Handschr. und LXX lesen: haben wir dich gesucht
8 o. Als deine Züchtigung uns bedrängte, schrien wir. - Die Üs. ist ein Versuch, den stark entstellten Text wiederzugeben. Mas. T.: Sie gossen Beschwörung aus - deine Züchtigung für ihn.
9 d. h. die Toten
10 o. die Totengeister
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