Kommentare zu Philipper 2

Enduring Word (Deutsch) (17)

Die Grundlage für Paulus’ Ermahnung an die Philipper

Gibt es nun [bei euch] Ermahnung in Christus, gibt es Zuspruch der Liebe, gibt es Gemeinschaft des Geistes, gibt es Herzlichkeit und Erbarmen, (Philipper 2,1)

  • Im vorangegangenen Kapitel (Phil 1,27-30) hat Paulus beschrieben, wie man für Gott standhaft bleiben kann gegenüber Konflikten von außen. Nun erläutert er, wie man gegen Konflikte innerhalb des Leibes Christi, der Gemeinde, vorgehen soll. **

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Gibt es nun [bei euch]: Hier beschreibt Paulus die Grundlage für seine Ermahnung zu Einheit, Demut und Liebe zwischen Gläubigen: Wenn die Christen in Philippi die genannten Dinge empfangen haben, dann haben sie auch die Verantwortung zu tun, was er im Folgenden beschreibt.

  • „Es ist überaus schwierig wiederzugeben, mit welchem Nachdruck Paulus hier seine Formulierungen wählt; sie gleichen einer Sturzflut außerordentlich ergreifender Eloquenz; der Apostel schüttet diesen Menschen, die er von ganzem Herzen liebt und die seiner Liebe selbst als Apostel würdig waren, sein ganzes Herz aus." (Clarke)

Gibt es nun [bei euch] Ermahnung in Christus: Das hier mit ‚Ermahnung' übersetzte Wort ist in einem ermutigenden Sinn zu verstehen. (andere Übersetzungen verwenden hier z.B. das Wort ‚Ermunterung', ELB). Paulus stellt hier eine rhetorische Frage, da er weiß, dass es in Christus große, ermutigende Ermahnung gibt. Jeder Christ sollte diese Ermahnung in Christus kennen.

  • In Lukas 2,25 wird einer der Titel Jesu als Messias mit der Trost Israels genannt. Paulus konnte im 2. Korinther 1,5 sagen: Denn wie die Leiden des Christus sich reichlich über uns ergießen, so fließt auch durch Christus reichlich unser Trost. In 2. Thessalonicher 2,16 sagt Paulus, dass Gott uns geliebt hat und uns einen ewigen Trost und eine gute Hoffnung gegeben hat durch Gnade. Natürlich gibt es ermutigende Ermahnung in Christus!
  • „Der Heilige Geist ermuntert, aber Christus ist die Ermunterung. Wenn ich dieses Bild benutzen darf – der Heilige Geist ist der Arzt, aber Christus ist die Medizin." (Spurgeon)

Gibt es Zuspruch der Liebe: Dies ist die zweite rhetorische Frage, die Paulus hier stellt, und er bekräftigt dabei den großen Zuspruch der Liebe. Jeder Christ sollte wissen, was es bedeutet, wenn Jesus einem den Zuspruch der Liebe gibt.

  • In 2. Korinther 1,3 steht, dass Gott der Gott allen Trostes ist. Es ist unmöglich, dass er uns nicht trösten könnte, und es gibt keine Umstände, in denen man unerreichbar für seinen Trost wäre. Sein Trost ist nicht einfach nur Trost, sondern Zuspruch der Liebe.
  • Das Wort Zuspruch an dieser Stelle entspricht dem altgriechischen Wort paraklesis. Die Bedeutung dieses Wortes im Neuen Testament beinhaltet mehr als besänftigendes Mitgefühl. Es bedeutet Stärkung, Hilfe, Kräftigung. Die Bedeutung wird ebenso durch das lateinische Wort für Zuspruch (fortis) ausgedrückt, welches auch ‚mutig' bedeutet. Die Liebe Gottes in unserem Leben macht uns stark und mutig. Natürlich gibt es Zuspruch der Liebe!

Gibt es Gemeinschaft des Geistes: Dies ist die dritte rhetorische Frage, die Paulus hier stellt. Paulus kannte und schätzte die Gemeinschaft des Geistes und jeder Christ sollte wissen, was es bedeutet, die Gemeinschaft des Geistes zu haben.

  • Gemeinschaft übersetzt das altgriechische Wort kononia. Es bedeutet, dass man gemeinsam an etwas Anteil hat. Wir haben Anteil am Leben mit dem Geist Gottes, welches wir zuvor nicht kannten. Der Heilige Geist füllt, führt und bewegt unser Leben auf eine kraftvolle und wertvolle Art und Weise. Natürlich gibt es Gemeinschaft des Geistes!
  • „Normalerweise bewässert der Herr die heilige Gemeinschaft seines Volkes gnädig mit dem Tau vieler süßer und herrlicher Erfrischungen, so dass sie geradezu den Himmel auf Erden haben." (Trapp)

Gibt es Herzlichkeit und Erbarmen: Die letzte rhetorische Frage geht davon aus, dass jeder Christ die Herzlichkeit und das Erbarmen Gottes kennt.

  • Die Art und Weise, wie Paulus diese Dinge erwähnt, weist darauf hin, dass sie alle ein offensichtlicher Teil der Erfahrungen eines Christen sein sollten. Um seine Aussage rhetorisch zu bekräftigen, hätte er genauso gut sagen können „Wenn Wasser nass ist, wenn Feuer heiß ist, wenn Felsen hart sind" und so weiter.
  • Jede dieser Gaben –Ermahnung in Christus, Zuspruch der Liebe ,Gemeinschaft des Geistes, Herzlichkeit und Erbarmen – wird uns sowohl in direkter geistlicher Weise von Jesus also auch von Jesus durch sein Volk gegeben. Aber es gibt keinerlei Zweifel daran, dass dies wirkliche Gaben für Christen sind, die sie wirklich erfahren können.