Kommentare zu Matthäus 16

Enduring Word (Deutsch) (10)

Die Sadduzäer und Pharisäer verlangen ein Zeichen von Jesus

Und die Pharisäer und Sadduzäer traten herzu, versuchten ihn und verlangten, dass er ihnen ein Zeichen aus dem Himmel zeigen möge. Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Am Abend sagt ihr: Es wird schön, denn der Himmel ist rot!, und am Morgen: Heute kommt ein Ungewitter, denn der Himmel ist rot und trübe! Ihr Heuchler, das Aussehen des Himmels versteht ihr zu beurteilen, die Zeichen der Zeit aber nicht! Ein böses und ehebrecherisches Geschlecht begehrt ein Zeichen, aber es wird ihm kein Zeichen gegeben werden als nur das Zeichen des Propheten Jona! Und er verließ sie und ging davon. (Matthäus 16,1-4)

Und die Pharisäer und Sadduzäer: Die Tatsache, dass diese beiden Gruppen zusammenarbeiten, zeugte von einer tiefen Furcht unter den religiösen Führern. Die Sadduzäer und Pharisäer waren seit langem verfeindet, und die Tatsache, dass sie gemeinsam gegen Jesus vorgingen, zeigt, dass sie ihn als ernsthafte Bedrohung betrachteten.

  • „Eine Kombination aus Pharisäern und Sadduzäern ist ein außergewöhnliches Phänomen. Sie standen beide für Überzeugungen und Strategien, die diametral, also genau entgegengesetzt, waren." (Barclay)
    • Die Pharisäer lebten akribisch nach jedem kleinsten Hinweis des mündlich und schriftlich überlieferten Gesetzes; die Sadduzäer nahmen nur die geschriebenen Worte der hebräischen Schriften für sich an.
    • Die Pharisäer glaubten an Engel und an die Auferstehung, die Sadduzäer nicht (Paulus benutzte diese Spaltung in Apostelgeschichte 23,6-10).
    • Die Pharisäer waren keine politische Partei und waren bereit, unter jeder Regierung zu leben, die sie in Ruhe lassen würde, um ihre Religion so zu praktizieren, wie sie es wollten; die Sadduzäer waren Aristokraten und arbeiteten mit den Römern zusammen, um ihren Reichtum und ihre Macht zu behalten.
    • Die Pharisäer suchten und sehnten sich nach dem Messias; die Sadduzäer taten dies nicht.
  • Doch trotz all dieser Unterschiede brachte Jesus sie zusammen. Nicht auf eine gute Weise - sie schlossen sich als Gegner von Jesus zusammen, aber dennoch kamen sie zusammen.

Versuchten ihn und verlangten, dass er ihnen ein Zeichen aus dem Himmel zeigen möge: Jesus hatte viele Zeichen getan, und dennoch blieben sie unbeeindruckt. Sie wünschten sich ein Zeichen aus dem Himmel, wie z.B. Feuer aus dem Himmel herunter zu rufen, am besten auf eine römische Legion. Sie sagten, sie seien von den Zeichen, die Jesus schon ‚auf Erden' getan hatte nicht überzeugt.

  • Jesus war zuvor schon in Matthäus 12,38 um ein Zeichen gebeten worden, und als Antwort darauf hatte er sie bereits auf das Zeichen des Jona hingewiesen. Aus den Überlieferungen wissen wir, dass ein Zeichen, das auf der Erde getan wurde, eine Fälschung Satans sein könnte, aber Zeichen, die aus dem Himmel kamen, (die vom oder aus dem Himmel kommen), wurden als von Gott kommend angenommen.
  • „Die unmittelbare Forderung der jüdischen Führer nach einem Zeichen des Himmels steht in scharfem Kontrast zur Reaktion der heidnischen Menge auf die Wunder Jesu (Matthäus 15,31)." (France)

Ihr Heuchler, das Aussehen des Himmels versteht ihr zu beurteilen, die Zeichen der Zeit aber nicht: Jesus verurteilte ihre Heuchelei. Sie fühlten sich sicher, wenn es darum ging, das Wetter anhand der Zeichen, die sie um sich herum wahrnahmen, vorhersagen zu können, waren aber blind gegenüber den Zeichen, die direkt vor ihren Augen geschahen, und zeigten, dass Jesus der Messias war hinwiesen.

  • „Der Beweis dafür, dass sie die ‚Zeichen' nicht erkennen können, ist, dass sie nach einem Zeichen fragen!" (Carson)
  • Jesus war nicht der Einzige, der die Heuchelei in seiner Zeit bemerkte. Die Juden zu Jesu Zeiten hatten ein Sprichwort, das besagte, dass, wenn alle Heuchler auf der Welt in zehn Teile geteilt würden, Jerusalem neun der zehn Teile enthalten würde.
  • Die Zeichen der Zeit aber nicht: Jesus sagte dies von den religiösen Führern seiner Zeit über die Zeichen seines ersten Kommens. Es gab Prophezeiungen, Umstände und Beweise, die ihnen als Zeichen der Zeit hätten deutlich machen sollen, dass der Messias gekommen war. Viele Menschen sind heute ebenso blind für die Zeichen der Zeit hinsichtlich des zweiten Kommens Jesu.

Ein böses und ehebrecherisches Geschlecht begehrt ein Zeichen: Diese Aussage Jesu erinnert uns daran, dass Zeichen allein niemanden bekehren. Es ist leicht, viel zu viel Vertrauen in Zeichen und Wunder als Hilfsmittel zu setzen, um Menschen zum Glauben an Jesus zu bringen.

  • Das Problem ist nicht, dass die Zeichen selbst schwach sind, sondern dass ein böses und ehebrecherisches Geschlecht nach ihnen begehrt. Die Bibel gibt immer wieder Beispiele von Menschen, die bemerkenswerte Zeichen sahen, aber nicht glaubten.

Es wird ihm kein Zeichen gegeben werden als nur das Zeichen des Propheten Jona: Jesus versprach ein Zeichen, das die Macht hat, Menschen zum Glauben zu bringen - seine Auferstehung. Er hatte das Zeichen des Propheten Jona bereits in Matthäus 12,39-41 erwähnt und es klar mit seiner kommenden Auferstehung erklärt.

  • Wir erinnern uns an einige Ähnlichkeiten zwischen Jona und Jesus:
    • Jona opferte sich selbst, damit andere gerettet werden konnten.
    • Jona verschwand dabei aus dem Blickfeld aller Menschen.
    • Jona hat die Tage überstanden, an denen er nicht gesehen werden konnte.
    • Jona kam nach drei Tagen zurück, wie von den Toten auferstanden
    • Jona predigte die Umkehr