1Dann wird der Gerechte auftreten, in grossem Freimut, ^$^$^$vor das Angesicht derer, die ihn bedrängt haben, und derer, die ihn um die Frucht seiner Mühen bringen.[1]2Wenn sie ihn sehen, werden sie von gewaltiger Furcht erschüttert werden, und sie werden sich entsetzen über die unerwartete Rettung.3Sie werden sich besinnen und zu sich selbst sagen - und sie werden jammern, da ihr Geist in die Enge getrieben ist -:4Dieser war es, den wir einst verlacht 4 und mit unserem Gerede geschmäht haben - 4 wir, denen es an Einsicht fehlte. Wir hielten sein Leben für einen Wahn und sein Lebensende für ehrlos.5Wie kommt es, dass er den Söhnen Gottes zugerechnet worden ist und dass sich sein Los bei den Heiligen findet?6Wir sind also in die Irre gegangen, weg vom Weg der Wahrheit, und das Licht der Gerechtigkeit hat uns nicht geleuchtet, und uns ist die Sonne nicht aufgegangen.7Wir haben uns verfangen in den Disteln der Missachtung der Weisung und des Untergangs, und unwegsame Wüsten haben wir durchwandert, den Weg des Herrn aber haben wir nicht erkannt.8Was hat der Hochmut uns genützt, und was haben Reichtum und Prahlerei uns eingebracht?9All diese Dinge sind vorbeigezogen wie Schatten und wie eine Nachricht, die vorbeieilt,10wie ein Schiff, das sich den Weg bahnt durch wogendes Wasser: Wenn es hindurchgefahren ist, bleibt keine Spur zurück, dass man es finden könnte, und in den Wellen keine Furche seines Kiels.11Oder wie wenn ein Vogel durch die Luft geflogen ist: Für seinen Flug findet man keinen Beweis. Die leichte Luft aber wurde vom Schlag der Schwingen gepeitscht, und von der Gewalt der Schwünge wurde sie geteilt; dank der Bewegungen der Flügel wurde sie durchquert, und danach fand man in ihr kein Zeichen dafür, dass er da war.[2]12Oder wie wenn ein Pfeil auf ein Ziel geschossen worden ist: Die Luft wurde durchschnitten und sogleich wieder in sich zusammengeführt, so dass man seinen Weg nicht erkennen konnte.13So sind auch wir, kaum dass wir wurden, wieder entschwunden, und wir hatten kein Zeichen von Tüchtigkeit vorzuweisen, sondern wir sind dahingerafft worden in unserer Schlechtigkeit.[3]
Das Endgericht
1415 Denn die Hoffnung des Gottlosen ist wie Schaum, der vom Wind davongetragen wird, und wie feiner Raureif, der vom Sturm verscheucht wird, und sie wurde davongetrieben wie der Rauch vom Wind, und sie ging vorüber wie die Erinnerung an einen Gast, der nur einen Tag geblieben ist.1516 Die Gerechten aber leben in Ewigkeit, und ihr Lohn besteht im Herrn, und die Sorge um sie ist beim Höchsten.1617 Deshalb werden sie die ausserordentliche Königswürde empfangen und das Diadem der Schönheit aus der Hand des Herrn. Denn mit seiner Rechten wird er sie beschützen, und mit seinem Arm wird er den Schild über sie halten.1718 Als Rüstung wird er seinen Eifer ergreifen, und die Schöpfung wird er aufrüsten zur Abwehr der Feinde.1819 Als Brustpanzer wird er Gerechtigkeit anlegen, und als Helm wird er sich unbestechliches Gericht aufsetzen.1920 Als Schild wird er unbezwingbare Heiligkeit ergreifen,2021 und unerbittlichen Zorn wird er zum Schwert schärfen, und die Welt wird mit ihm ausziehen zum Kampf gegen die Vernunftlosen.2122 Treffsichere Blitzgeschosse werden niederfahren, und wie von einem wohlgerundeten Bogen aus Wolken werden sie dem Ziel entgegenfliegen,2223 und aus der Steinschleuder werden Hagelkörner niederprasseln, von Grimm erfüllt. Das Wasser des Meeres wird gegen sie zürnen, und Flüsse werden sie unaufhaltsam überfluten.2324 Ein machtvoller Wind wird sich ihnen entgegenstellen, und wie ein Wirbelsturm wird er sie worfeln; und die Missachtung der Weisung wird die ganze Erde verwüsten, und schlechtes Handeln wird die Throne der Machthaber umstürzen.[4]
1Dann wird der Gerechte in großer Zuversicht dastehen vor denen, die ihn bedrückt und sein Leiden verachtet haben.2Wenn sie ihn dann sehen, werden sie in Furcht und Schrecken geraten und außer sich sein über seine unvermutete Rettung. (Offb 1,7)3Sie werden voller Reue untereinander sprechen und in Herzensangst seufzen: (Jes 53,3)4»Das ist doch der, der einst bei uns Gelächter hervorrief und über den wir unsere Scherze machten, wir Narren! Wir hielten sein Leben für unsinnig und sein Ende für ehrlos.5Wie kommt es, dass er nun zu den Söhnen Gottes gezählt wird und sein Erbteil bei den Heiligen hat? (Kol 1,12)6Dann sind also wir vom Weg der Wahrheit abgeirrt, und das Licht der Gerechtigkeit hat uns nicht geleuchtet, und die Sonne ist uns nicht aufgegangen.7Auf unrechten und verderblichen Wegen sind wir gestrauchelt, unwegsame Wüsten haben wir durchwandert, den Weg des Herrn aber nicht erkannt. (Spr 22,5)8Was hat uns nun der Hochmut genutzt? Was hat uns der Reichtum eingebracht samt seiner Prahlerei? (1Tim 6,17; 1Joh 2,16)9Es ist alles dahingefahren wie ein Schatten und wie ein Gerücht, das vorübergeht,10wie ein Schiff, das auf den Wasserwogen dahinfährt: Wenn es vorüber ist, kann man seine Spur nicht mehr finden und nicht die Bahn seines Kiels in den Wellen.11Oder wie man bei einem Vogel, der durch die Luft fliegt, keine Spur seines Weges finden kann: Durch seine Federn wird die leichte Luft bewegt und zerteilt durch den Schlag seiner Flügel; danach aber gibt es nichts mehr, was auf seinen Flug hindeutet.12Oder wie wenn ein Pfeil abgeschossen wird zum Ziel: Die durchschnittene Luft schlägt sogleich wieder zusammen, sodass man seine Bahn nicht mehr erkennen kann.13So haben auch wir, kaum geboren, schon ein Ende genommen. Wir können kein Zeichen der Tugend vorweisen und haben uns in unsrer Bosheit verzehrt.«14Denn die Hoffnung des Gottlosen ist wie Staub, vom Winde zerstreut, und wie feiner Schnee, vom Sturm getrieben, und wie Rauch, vom Winde verweht, und wie man einen vergisst, der nur einen Tag lang Gast gewesen ist. (Ps 1,4)15Aber die Gerechten werden ewig leben, und beim Herrn ist ihr Lohn, und der Höchste sorgt für sie.16Darum werden sie ein herrliches Reich empfangen und eine schöne Krone aus der Hand des Herrn. Denn er wird sie mit seiner Rechten beschirmen und mit seinem Arm beschützen. (Mt 25,34; 2Tim 4,8)17Er wird seinen Eifer nehmen als Harnisch und die Schöpfung bewaffnen zur Abwehr der Feinde. (Jes 59,16; Eph 6,11)18Er wird Gerechtigkeit anziehen als Panzer und unbestechliches Gericht aufsetzen als Helm.19Er wird unüberwindliche Heiligkeit ergreifen als Schild.20Er wird seinen strengen Zorn schärfen zum Schwert. Und die Welt wird mit ihm zum Kampf ausziehen gegen die Toren. (Ri 5,20; Lk 21,25; Weis 16,17)21Die Geschosse der Blitze werden gut gezielt dahinfliegen und aus den Wolken wie von einem straff gespannten Bogen ins Ziel treffen.22Und durch Gottes Zorn, der Steine schleudert, wird Hagel auf sie herabstürzen. Die Wasser des Meeres werden wider sie wüten und die Ströme werden sie überfluten. (Weis 16,16)23Der Geist göttlicher Kraft wird sich gegen sie erheben, und wie ein Wirbelwind wird er sie zerstreuen. Unrecht wird die gesamte Erde verwüsten und Freveltat die Throne der Herrscher umstürzen. (Spr 14,34; Spr 16,12; Jer 9,11)