von Theologischer Verlag Zürich1Kinderlosigkeit, verbunden mit Tugend, ist das Bessere; ^$^$^$denn Unsterblichkeit liegt darin, dass man an diese denkt - sie wird anerkannt bei Gott und bei den Menschen.2Wenn sie da ist, ahmt man sie nach, und wenn sie fortgegangen ist, sehnt man sich nach ihr. Und in Ewigkeit zieht sie, den Kranz tragend, im Triumphzug mit, wenn sie den Kampf der unbefleckten Wettkämpfe gewonnen hat.[1]3Die geburtenreiche Menge der Gottlosen aber wird nichts ausrichten, und aus unrechtmässigen Schösslingen wird sie keine Wurzel hervorbringen, die bis in die Tiefe reicht, und sie wird keine sichere Grundlage bilden.4Denn wenn jene auch rechtzeitig aufblühen mit Zweigen, werden sie, auf unsicherem Boden stehend, vom Wind geschüttelt werden und durch die Gewalt der Winde entwurzelt werden.[2]5Reihum abgebrochen werden die noch unvollendeten Triebe werden, und ihre Frucht ist ungeniessbar, nicht essensreif und zu nichts zu gebrauchen.6Denn Kinder, die aus einem Schlaf hervorgehen, der der Weisung widerspricht, treten gegen ihre Eltern auf als Zeugen der Bosheit, wenn sie verhört werden.7Wenn aber der Gerechte früh stirbt, wird er von Ruhe umfangen sein,8denn ein ehrenvolles Alter ist nicht jenes, das lange währt, und es ist nicht gemessen worden an der Zahl der Jahre;9als weisses Haar aber gilt den Menschen die Einsicht, und als hohes Alter ein Leben ohne Schandfleck.10Da er Gott wohlgefiel, wurde ihm Liebe zuteil, und da er unter Sündern lebte, wurde er an einen anderen Ort versetzt;11er wurde entrückt, damit die Schlechtigkeit nicht seinen Sinn verderbe oder die Arglist seine Seele betrüge.[3]12Denn üble Missgunst verdunkelt das Gute, und der Taumel der Begierde baut den unverdorbenen Verstand ab.[4]13In kurzer Lebensspanne vollendet, füllte er weite Zeiten;14denn seine Seele war dem Herrn willkommen, deshalb enteilte sie aus der Mitte der Bosheit. Die Völker aber haben es gesehen und sich nichts dabei gedacht, und sie haben Derartiges nicht zum Anlass genommen, darüber nachzudenken,[5]15dass Gnade und Erbarmen mit seinen Auserwählten sind und die Fürsorge seinen Heiligen gilt.[6]16Der verstorbene Gerechte wird die Gottlosen verurteilen, die am Leben sind, und die früh vollendete Jugend das hohe Alter des Ungerechten.17Denn sie werden das Ende des Weisen sehen und nicht bedenken, was der Herr mit ihm vorhatte und wozu er ihn in Sicherheit barg.18Sie werden es sehen und für unbedeutend halten; der Herr aber wird sie verlachen,19und danach werden sie ehrlos zu Fall kommen und bei den Toten auf alle Zeit herablassend behandelt werden. Denn er wird sie vornüberreissen und verstummen lassen, und er wird sie erschüttern von Grund auf, und sie werden der Dürre ausgesetzt sein bis zum Äussersten, und im Schmerz werden sie versinken, und die Erinnerung an sie wird untergehen.20Voller Furcht werden sie bei der Abrechnung ihrer Verfehlungen erscheinen, und er wird ihnen ihre Verstösse gegen die Weisung vorrechnen, von Angesicht zu Angesicht!
Weisheit 4
Lutherbibel 2017
von Deutsche Bibelgesellschaft1Besser ist’s, keine Kinder zu haben, wenn man dabei in Tugend lebt; denn Unsterblichkeit ist ihr Lohn, und sie wird bei Gott und den Menschen gerühmt. (Sir 16,1)2Ist sie da, nimmt man sie zum Vorbild; ist sie aber nicht da, so sehnt man sich nach ihr, und in der Ewigkeit zieht sie bekränzt einher; denn sie hat gesiegt in einem Wettkampf um einen edlen Preis. (1Kor 9,24)3Aber die große Nachkommenschaft der Gottlosen ist zu nichts nütze. Weil sie aus unechten Schösslingen hervorgegangen ist, kann sie nicht tief wurzeln und keinen festen Grund gewinnen. (Sir 41,5)4Und wenn sie auch eine Zeit lang an den Zweigen grünt, so wird sie doch, weil sie nicht sicher steht, vom Wind geschüttelt und vom Sturm entwurzelt.5Ihre zu schwach gebliebenen Äste werden zerbrochen, und ihre Frucht ist unbrauchbar, zu unreif zum Essen, und taugt zu nichts.6Denn Kinder, die verbotenem Beischlaf entstammen, sind Zeugen für die Schlechtigkeit ihrer Eltern im Gericht.
Der früh vollendete Gerechte
7Wenn aber der Gerechte zu frühzeitig stirbt, so ist er doch in der Ruhe. (Weis 3,1)8Denn die Würde des Alters entsteht nicht durch ein langes Leben und wird nicht nach der Zahl der Jahre gemessen;9Einsicht ist unter den Menschen das wahrhaft graue Haar und ein unbeflecktes Leben das rechte Greisenalter.10Der Gott wohlgefiel, wurde ihm lieb, und weil er unter Sündern lebte, wurde er hinweggenommen; (1Mo 5,21; Sir 44,16)11er wurde entrückt, damit nicht Schlechtigkeit seinen Sinn verkehren und Trug seine Seele verführen könnte.12Denn der Reiz des Bösen verdunkelt das Gute, und die lockende Begierde verkehrt den arglosen Sinn.13Obwohl früh vollendet, hat er doch viele Jahre erfüllt.14Denn seine Seele gefiel dem Herrn; darum eilte sie fort von den bösen Menschen. Aber die Leute, die es sahen, beachteten es nicht und nahmen’s nicht zu Herzen, (Jes 57,1)15dass Gnade und Barmherzigkeit bei seinen Auserwählten wohnt und dass er seine Heiligen gnädig heimsucht. (Weis 3,9)16Es wird aber der verstorbene Gerechte die lebenden Gottlosen verurteilen und der früh Vollendete den Ungerechten mit seinem hohen Alter.17Sie werden wohl das Ende des Weisen sehen, aber nicht merken, was der Herr über ihn beschlossen und wofür er ihn bewahrt hat.18Sie werden es sehen und es nicht achten. Aber der Herr wird sie verlachen, (Ps 2,4)19und dann werden ihre Leichen entehrt sein, und sie werden unter den Toten ewig zum Gespött. Sie werden verstummen, wenn er sie kopfüber zu Boden stürzt; er wird sie erschüttern bis ins Mark. Sie werden völlig verwüstet sein; sie werden schlimme Schmerzen erleiden, und ihr Andenken wird vernichtet sein. (Spr 10,7; Jes 14,4)20Wenn ihre Sünden zusammengerechnet werden, dann werden sie verzagt daherkommen, und ihre Missetaten werden ihnen gegenübertreten und sie überführen.