Tobit 14

Zürcher Bibel

von Theologischer Verlag Zürich
1 Und so endeten die Worte von Tobits Danksagung. Und er starb mit einhundertzwölf Jahren in Frieden, und in Ninive wurde er würdevoll begraben.2 Und er war zweiundsechzig Jahre alt, als er an den Augen verletzt wurde, und nachdem er wieder sehen konnte, lebte er im Wohlstand, und er vollbrachte Taten der Barmherzigkeit. Und er fuhr weiter fort, Gott zu preisen und die Grösse Gottes zu bekennen.[1]3 Und als er sterben sollte, rief er Tobias, seinen Sohn, und gebot ihm und sprach: Kind, bring deine Kinder fort4 und eile nach Medien, denn ich vertraue dem Wort Gottes gegen Ninive, das Nahum gesprochen hat: dass all das geschehen und über Assur und Ninive eintreffen wird. Auch das, was die Propheten Israels, die Gott gesandt hat, gesagt haben, all das wird eintreffen. Und nicht eins von all den Worten wird aufgehoben werden - alles wird zu seiner Zeit eintreten. Und in Medien wird man eher Rettung finden als in Assyrien oder in Babylon. Daher weiss ich und vertraue darauf, dass sich alles, was Gott gesagt hat, erfüllen wird und dass es geschehen wird, und kein Wort aus seinen Reden wird hinfällig sein. Und unsere Brüder, die im Land Israel wohnen, werden alle versprengt werden, und sie werden aus dem guten Land in die Gefangenschaft geführt werden, und das ganze Land Israel wird eine Wüste sein, auch Samaria und Jerusalem werden eine Wüste sein. Und das Haus Gottes wird betrübt sein und eine Zeit lang niedergebrannt daliegen.[2]5 Aber Gott wird sich ihrer wieder erbarmen, und Gott wird sie zurückbringen in das Land Israel, und sie werden das Haus wieder aufbauen, aber nicht wie das erste - bis zu der Zeit, da die Zeit der festgelegten Fristen erfüllt ist: Danach werden sie alle zurückkehren aus ihrer Gefangenschaft, und sie werden Jerusalem ehrenhaft aufbauen. Und das Haus Gottes wird in Jerusalem gebaut werden, wie es die Propheten Israels über Jerusalem gesagt haben.[3]6 Und alle Nationen auf der ganzen Erde, sie alle werden umkehren und Gott aufrichtig fürchten, und alle werden von ihren Götterbildern lassen - von denen, die sie auf ihrem Irrweg verlogen in die Irre führen.7-8 Und sie werden den Gott der Ewigkeit preisen in Gerechtigkeit. Alle Israeliten, die in jenen Tagen gerettet werden und in Wahrheit an Gott denken, werden zusammengeführt werden, und sie werden nach Jerusalem kommen und für immer in Sicherheit im Land Abrahams wohnen, und es wird ihnen übergeben werden. Und die, die Gott der Wahrheit wegen lieben, werden erfreut sein, aber jene, die die Sünde tun und die Ungerechtigkeit, werden überall auf der Erde verschwinden.9 Und nun, Kinder, gebiete ich euch: Dient Gott in Wahrheit und tut, was wohlgefällig ist vor ihm! Auch eure Kinder werden dem Befehl unterworfen werden, Gerechtigkeit zu üben und Barmherzigkeit zu üben und dass sie eingedenk Gottes sind und seinen Namen preisen zu jeder Zeit, in Wahrheit und mit all ihrer Kraft. Und nun du, Kind, geh fort aus Ninive und bleib nicht hier!10 An dem Tag, an dem du deine Mutter an meiner Seite begräbst, an ebendem Tag übernachte nicht auf dem Gebiet von Ninive. Denn ich sehe, dass in Ninive viel Ungerechtigkeit ist und dass dort viel Betrug begangen wird, und sie schämen sich nicht! Sieh, Kind, was Nadab Achikar angetan hat, der ihn grossgezogen hat. Wurde er nicht lebendig unter die Erde gebracht? Und Gott zahlte ihm die Ehrlosigkeit ins Angesicht heim. Und Achikar kam heraus ans Licht, und Nadab trat ein in die ewige Finsternis, denn er hatte versucht, Achikar zu töten. Dadurch, dass er Barmherzigkeit geübt hatte, kam er aus der Schlinge des Todes heraus, die Nadab für ihn ausgelegt hatte. Und Nadab fiel in die Schlinge des Todes, und sie vernichtete ihn.[4]11 Und nun, Kinder, seht, was Barmherzigkeit bewirkt und was Ungerechtigkeit bewirkt - sie tötet! Aber seht, meine Seele verlässt mich. Und sie legten ihn auf das Bett, und er starb. Und er wurde würdevoll begraben.12 Und als seine Mutter starb, begrub Tobias sie an der Seite seines Vaters. Und er ging mit seiner Frau fort nach Medien, und in Ekbatana wohnte er bei Raguel, seinem Schwiegervater.13 Und er kümmerte sich ehrenhaft um seine Schwiegereltern in ihrem hohen Alter, und er begrub sie in Ekbatana in Medien. Und er erbte das Haus Raguels und das von Tobit, seinem Vater.[5]14 Und er starb in Würde mit einhundertsiebzehn Jahren.15 Und bevor er starb, sah er den Untergang Ninives, und er hörte davon; und er sah, wie die Gefangenen aus Ninive, jene, die Achikar, der König von Medien, gefangen genommen hatte, nach Medien geführt wurden. Und er pries Gott für alles, was dieser den Niniviten und Assyrern antat. Ehe er starb, freute er sich über Ninive, und er pries den Herrn, Gott, von Ewigkeit zu Ewigkeit.

Tobit 14

Lutherbibel 2017

von Deutsche Bibelgesellschaft
1 Hier endet Tobits Lobgesang. Und Tobit starb in Frieden, 112 Jahre alt, und wurde mit Ehren in Ninive begraben. (Tob 1,10)2 Denn zweiundsechzig Jahre war er alt, als seine Augen blind wurden. Und nachdem er wieder sehend geworden war, lebte er im Reichtum und übte Barmherzigkeit. Und alle Tage pries er Gott, dankte ihm und lobte seine Größe.3 Und als er im Sterben lag, rief er seinen Sohn Tobias zu sich und gebot ihm: Mein Kind, nimm deine Kinder (1Mo 47,29; 1Mo 49,1)4 und zieh nach Medien; denn ich bin gewiss, dass das Wort Gottes über Ninive, das Nahum gesprochen hat, über Assur und Ninive eintreffen wird; ja, alles wird eintreffen, was die Propheten Israels gesagt haben, die Gott gesandt hat, und keines von allen Worten wird vergehen, sondern alles wird sich ereignen zu seiner Zeit. In Medien aber wird eher Rettung sein als in Assyrien und Babylonien. Denn ich bin gewiss, dass alles, was Gott gesprochen hat, in Erfüllung gehen und geschehen wird; und keines seiner Worte wird vergehen. Und unsere Brüder, die im Land Israel wohnen, werden alle zerstreut und aus dem guten Land in die Gefangenschaft geführt werden, und das ganze Land Israel wird wüst sein, Samarien und Jerusalem werden wüst sein, und das Haus Gottes wird eine Zeit lang trauern und verbrannt sein. (Jos 21,45; Nah 3,1; Zef 2,13)5 Aber Gott wird sich ihrer wieder erbarmen, und Gott wird sie in das Land Israel zurückführen, und sie werden das Haus wieder erbauen – aber nicht so wie das erste gewesen ist – bis zu der Zeit, da der Welten Lauf erfüllt ist. Und danach werden sie alle zurückkehren aus ihrer Gefangenschaft und Jerusalem herrlich aufbauen, und das Haus Gottes wird darin gebaut werden, wie die Propheten Israels gesprochen haben. (Jer 30,10)6 Und alle Völker auf der ganzen Welt, alle werden umkehren und Gott in Wahrheit fürchten. Sie werden alle ihre Götzenbilder verlassen, die sie täuschten und auf falsche Wege führten. (Jes 2,2; Jer 16,19; Offb 15,4)7 Und sie werden den Gott der Ewigkeit in Gerechtigkeit preisen. Alle Israeliten, die in jenen Tagen gerettet werden und Gottes in Wahrheit gedenken, werden versammelt werden und nach Jerusalem kommen und auf ewig in Sicherheit im Land Abrahams wohnen, und es wird ihnen gegeben werden. Freuen sollen sich alle, die Gott in Wahrheit lieben, die aber Sünde und Ungerechtigkeit tun, werden von der ganzen Erde verschwinden. (Hes 34,28)8-9 Nun aber, Kinder, gebiete ich euch: Dient Gott in Wahrheit und tut, was ihm gefällt. Lehrt eure Kinder, Gerechtigkeit und Barmherzigkeit zu üben, Gottes zu gedenken und seinen Namen allezeit in Wahrheit und mit aller Kraft zu preisen. Und nun, Kind, zieh fort aus Ninive und bleibe nicht hier. (Ps 26,3; Joh 4,24)10 Von dem Tag an, an dem du deine Mutter neben mir begraben hast, bleibe nicht mehr an diesem Ort! Denn ich sehe, dass viel Ungerechtigkeit in Ninive ist und dass viel Betrug dort verübt wird und sie sich nicht schämen. Sieh, Kind, was Nadab dem Achikar antat, der ihn doch aufgezogen hat. Wurde er nicht lebendig unter die Erde gebracht? Und Gott vergalt ihm seine Schande ins Angesicht. Achikar ging heraus ins Licht, Nadab aber ging hinein in die ewige Finsternis, weil er Achikar töten wollte. Indem er Barmherzigkeit wirkte, entkam er der Schlinge des Todes, die Nadab ihm gelegt hatte; Nadab aber fiel in die Schlinge des Todes, und sie richtete ihn zugrunde. (Tob 4,4)11 Und nun, Kinder, seht, was Barmherzigkeit vermag und was Ungerechtigkeit vermag, denn sie tötet. Und siehe, meine Seele verlässt mich! Da legten sie ihn auf sein Lager, und er starb und wurde in Ehren begraben.12 Und als auch seine Mutter gestorben war, begrub Tobias sie neben seinem Vater. Er selbst aber zog mit seiner Frau nach Medien und wohnte bei seinem Schwiegervater Raguël in Ekbatana. (Tob 10,11)13 Er aber sorgte für sie in Ehren in ihrem Alter und begrub sie in Ekbatana in Medien; und er erbte das Haus Raguëls und das seines Vaters Tobit. (Tob 8,21)14 Und er starb in Ehren im Alter von 117 Jahren.15 Vor seinem Tod aber bekam er noch Kunde vom Untergang Ninives und er sah, wie die Gefangenen, die Achiachar, der König von Medien, genommen hatte, nach Medien gebracht wurden. Da pries er Gott für alles, was er den Leuten von Ninive und den Assyrern angetan hatte. So freute er sich vor seinem Tod über den Untergang Ninives und pries Gott den Herrn in alle Ewigkeit. (Jon 4,11; Nah 3,7)