Judit 6

Zürcher Bibel

von Theologischer Verlag Zürich
1 Und als sich der Lärm der Männer im Kreis des Kriegsrats gelegt hatte, da sprach Holofernes, der Oberbefehlshaber der Streitmacht Assurs, zu Achior vor dem ganzen Volk der Fremdstämmigen und zu allen Moabitern:2 Und wer bist du, Achior, und wer sind die Söldner Efraims, dass du unter uns als Prophet auftrittst wie heute und rätst, das Geschlecht Israel nicht zu bekämpfen, weil ihr Gott den Schutzschild über sie halten wird? Und wer ist Gott, wenn nicht Nebukadnezzar? Dieser wird seine Macht senden, und er wird sie vernichten auf der Erde, und ihr Gott wird sie nicht retten.3 Vielmehr werden wir, seine Diener, sie schlagen wie einen einzelnen Menschen, und sie werden der Kraft unserer Pferde nicht standhalten.4 Denn mit ihnen werden wir sie wegspülen, und ihre Berge werden trunken gemacht werden von ihrem Blut, und ihre Felder werden übersät sein mit ihren Toten, und ihre Füsse werden in unserem Blickfeld keine Spuren hinterlassen, vielmehr werden sie umkommen. So spricht König Nebukadnezzar, der Herr der ganzen Erde. Er hat gesprochen, die Worte seiner Reden werden nicht vergeblich sein!5 Du aber, Achior, Söldner Ammons, der du diese Worte am Tag deines unrechten Verhaltens gesprochen hast, du wirst mein Gesicht von diesem Tag an nicht mehr sehen, bis ich an dem Geschlecht aus Ägypten Rache genommen habe.6 Und dann wird das Eisen meines Heers und das Erz meiner Gefolgsleute deine Rippen durchbohren, und du wirst bei ihren Erschlagenen fallen, sobald ich zurückgekehrt bin.7 Meine Diener werden dich ins Bergland schaffen und dich in eine der Städte legen, die an den aufsteigenden Wegen liegen.8 Und du wirst nicht umkommen, bis du zusammen mit ihnen vernichtet wirst.9 Und wenn du in deinem Herzen die Hoffnung haben solltest, dass sie nicht erobert werden, dann gib acht, dass du dein Gesicht nicht verlierst. Ich habe gesprochen, und keines meiner Worte wird hinfällig werden.10 Und Holofernes befahl seinen Dienern, die in seinem Zelt bereitstanden, Achior gefangen zu nehmen und ihn nach Betulia wegzuschaffen und in die Hände der Israeliten zu übergeben.11 Und seine Diener nahmen ihn gefangen und führten ihn aus dem Lager in die Ebene und schafften ihn aus der Mitte des Flachlands ins Bergland, und sie kamen an die Quellen, die unterhalb von Betulia waren.12 Und als die Männer der Stadt auf der Bergkuppe sie sahen, holten sie ihre Waffen und zogen aus der Stadt auf die Bergkuppe, und jeder Schleuderer hielt sie von ihrem Aufstieg ab, und sie warfen mit Steinen nach ihnen.13 Und nachdem die Assyrer sich im Schutz des Berges angeschlichen hatten, fesselten sie Achior und verliessen ihn, nachdem sie ihn am Fuss des Berges niedergeworfen hatten, und liefen weg zu ihrem Herrn.14 Als aber die Israeliten aus ihrer Stadt herabgekommen waren, tra ten sie an ihn heran, und als sie ihn befreit hatten, brachten sie ihn nach Betulia und führten ihn vor die Anführer ihrer Stadt;15 das waren in jenen Tagen: Ussija, der Sohn Michas, aus dem Stamm Simeon, und Kabri, der Sohn Otniels, und Karmi, der Sohn Malkiels.16 Und sie riefen alle Ältesten der Stadt zusammen, und alle ihre jungen Männer und die Frauen liefen auf dem Versammlungsplatz zusammen, und sie führten Achior in die Mitte ihres ganzen Volks, und Ussija befragte ihn über das, was vorgefallen war.17 Und in seiner Antwort berichtete er ihnen von den Beratungen des Kriegsrats von Holofernes und von all den Dingen, soweit sie in der Mitte der Anführer der Assyrer besprochen worden waren, und er berichtete, wie sehr Holofernes im Blick auf das Haus Israel geprahlt hatte.18 Und das Volk warf sich nieder, und sie verneigten sich vor Gott und riefen und sprachen:19 Herr, Gott des Himmels, blicke herab auf ihre Überheblichkeiten und erbarme dich unseres Geschlechts in der Erniedrigung und sieh auf das Angesicht deiner Geheiligten an diesem Tag!20 Und sie trösteten Achior und lobten ihn sehr.21 Und Ussija nahm ihn aus der Versammlung mit in sein Haus und bereitete für die Ältesten einen Trunk. Und jene ganze Nacht hindurch riefen sie den Gott Israels um Hilfe an.

Judit 6

Lutherbibel 2017

von Deutsche Bibelgesellschaft
1 Als sich der Tumult unter den Männern rings um den Kriegsrat gelegt hatte, sprach Holofernes, der Feldhauptmann der assyrischen Streitmacht, zu Achior vor der ganzen Volksversammlung der Philister und zu allen Moabitern:2 Wer bist du denn, Achior, mit deinen Söldnern aus Ephraim, dass du heute unter uns als Prophet auftrittst und sagst, man solle gegen das Volk Israel keinen Krieg führen, weil ihr Gott sie beschirme? Wer ist denn Gott außer Nebukadnezar? Der wird seine Macht aufbieten und sie vernichten von der Erde, und ihr Gott wird sie nicht retten können.3 Sondern wir, Nebukadnezars Knechte, werden sie schlagen wie einen einzigen Mann, und sie werden der Kraft unserer Rosse nicht standhalten.4 Denn wir werden sie überrennen, und ihre Berge werden trunken sein von ihrem Blut, und ihre Felder werden übersät sein mit ihren Leichen, und sie werden uns nicht widerstehen können, sondern zugrunde gehen – spricht der König Nebukadnezar, der Herr der ganzen Erde. Denn er hat es gesagt, und was er sagt, wird geschehen.5 Du aber, Achior, du ammonitischer Söldner, der du dich heute um Kopf und Kragen geredet hast, du sollst mir von diesem Tag an nicht mehr unter die Augen kommen, bis ich dieses Volk, das aus Ägypten dahergelaufen ist, bestraft habe.6 Dann werden das Schwert meiner Leute und der Spieß meiner Diener deine Rippen durchbohren, und du wirst unter den Verwundeten Israels liegen, wenn ich zurückkehre.7 Meine Knechte werden dich jetzt in eine der Städte am Rande des Gebirges bringen.8 Und du sollst nicht eher als die Verwundeten Israels zugrunde gehen.9 Solltest du aber in deinem Herzen hoffen, dass sie doch nicht besiegt werden, dann musst du den Blick nicht senken. Ich habe es gesagt, und so wird es geschehen.10 Und Holofernes befahl seinen Knechten, die in seinem Zelt bereitstanden, Achior zu ergreifen, ihn nach Betulia zu bringen und in die Hände der Israeliten auszuliefern.11 Da ergriffen ihn seine Knechte und führten ihn hinaus aus dem Lager in die Ebene, und von dort brachten sie ihn in das Gebirge hinauf. So kamen sie zu den Quellen, die unterhalb von Betulia liegen.12 Als die Männer der Stadt sie von oben sahen, griffen sie zu den Waffen und liefen hinaus auf die Bergkuppe. Die Schleuderer aber besetzten den Weg, der zur Stadt hinaufführte, und beschossen sie mit Steinen.13 Da suchten die Assyrer unten am Berg Schutz, fesselten den Achior und ließen ihn dort liegen. Dann zogen sie sich wieder zurück zu ihrem Herrn.14 Die Israeliten aber kamen herab aus ihrer Stadt, traten zu ihm und banden ihn los. Und sie führten ihn nach Betulia und stellten ihn vor die Oberhäupter der Stadt.15 Das waren zu dieser Zeit Usija, der Sohn des Micha aus dem Stamme Simeon, und Kabri, der Sohn des Otniël, und Karmi, der Sohn des Malkiël.16 Die riefen alle Ältesten der Stadt zusammen; ebenso kamen alle jungen Männer und Frauen herbei. Sie stellten Achior in die Mitte des ganzen Volkes, und Usija fragte ihn, was sich zugetragen habe.17 Der antwortete und berichtete ihnen alles, was Holofernes im Kriegsrat und im Kreis der assyrischen Befehlshaber gesagt und wie er gegen Israel geprahlt hatte.18 Da fiel das Volk nieder, und alle beteten zu Gott, schrien und sprachen:19 Herr, Gott des Himmels, sieh doch herab auf ihren Hochmut und erbarme dich des Elends unseres Volkes, und schau gnädig auf dein heiliges Volk am heutigen Tag!20 Dann sprachen sie Achior Mut zu und lobten ihn sehr.21 Nach der Versammlung nahm Usija ihn mit in sein Haus und bereitete ihm ein Gastmahl mit den Ältesten, und die ganze Nacht hindurch riefen sie den Gott Israels um Hilfe an.