Judit 16

Zürcher Bibel

von Theologischer Verlag Zürich
1 Und Judit sprach: Hebt an für meinen Gott mit Handpauken, singt meinem Herrn mit Zimbeln, seid ihm wohlgefällig mit Psalm und Lobgesang, Erhöht seinen Namen und ruft ihn an.2 Denn ein Gott, der Kriege zerschmettert, ist der Herr. Denn in seine Lager inmitten des Volks entriss er mich aus der Hand derer, die mich verfolgten.3 Assur kam aus den Bergen von Norden her, es kam mit Myriaden seiner Streitmacht, deren Menge die Bachtäler verstopfte, und ihre Reiterei bedeckte die Hügel.4 Er sagte, er werde mein Gebiet in Brand stecken und meine jungen Männer durch das Schwert wegraffen und meine Säuglinge auf den Boden werfen und meine kleinen Kinder der Plünderung preisgeben und meine Jungfrauen zur Beute machen.5 Der Herr, der Allmächtige, hat sie zunichte gemacht durch die Hand einer Frau.6 Fürwahr, ihr Mächtiger fiel nicht durch junge Männer, auch nicht Titanen schlugen ihn, auch nicht die stolzen Riesen haben ihn angegriffen, sondern Judit, die Tochter Meraris: Mit der Schönheit ihres Angesichts machte sie ihn schwach.7 Denn sie legte das Gewand ihrer Witwenschaft ab für die Erhöhung derer in Israel, die unter Lasten leiden. Sie salbte ihr Angesicht mit Öl,8 und mit einem Kopfschmuck flocht sie ihr Haar, und sie nahm ein leinenes Gewand, um ihn zu täuschen.9 Ihre Sandale fesselte sein Auge, und ihre Schönheit nahm seine Seele gefangen - der Säbel drang durch seinen Nacken.10 Es schauderte die Perser vor ihrer Kühnheit, und die Meder wurden durch ihren Mut in Verwirrung gestürzt.11 Da erhoben die Erniedrigten meines Volks das Kriegsgeschrei, und die Schwachen meines Volks schrien, und jene erschraken. Sie erhoben ihre Stimme, und jene kamen zu Fall.12 Die Söhne von Mädchen durchbohrten sie, und sie verwundeten jene, als wären es Kinder von Übergelaufenen. Jene kamen um durch die Schlachtreihe des Herrn, meines Gottes.13 Ich will meinem Gott ein neues Loblied singen: Herr, gross bist du und ruhmreich, bewundernswert an Kraft, unübertrefflich!14 Dir soll deine gesamte Schöpfung dienen, denn du sprachst, und alles entstand. Du sandtest deinen Geist, und er begann zu bauen, und da ist keiner, der sich deiner Stimme widersetzen wird.15 Denn Berge werden in ihren Grundfesten erbeben, zusammen mit den Wassern, Felsen aber - vor deinem Angesicht werden sie schmelzen wie Wachs. Denen aber, die dich fürchten, ihnen wirst du gnädig sein.16 Denn klein ist jedes Opfer, das wohlgefälliger Duft sein soll, und ganz wenig alles Fett, das Ganzbrandopfer für dich sein will - wer aber den Herrn fürchtet, ist gross für alle Zeit!17 Wehe den Nationen, die sich gegen mein Geschlecht wenden! Der Herr, der Allmächtige, wird sich an ihnen rächen am Tag des Gerichts: Feuer und Würmer wird er in ihr Fleisch kommen lassen, und sie werden weinen, wann immer sie es spüren, bis in Ewigkeit.18 Als sie aber nach Jerusalem kamen, verneigten sie sich vor Gott, und als das Volk gereinigt war, brachten sie ihre Ganzbrandopfer dar und ihre freiwilligen Opfer und ihre Gaben.19 Und Judit spendete alle Geräte von Holofernes, die das Volk ihr gegeben hatte; auch das Mückennetz, das sie aus seinem Schlafgemach genommen hatte, gab sie Gott als Weihegeschenk.20 Und in Jerusalem war das Volk für drei Monate in Freude vor all dem Heiligen, und Judit blieb bei ihnen.21 Nach diesen Tagen aber kehrte ein jeder zurück auf seinen Erbbesitz, und Judit ging nach Betulia und blieb auf ihrem Besitztum. Und in ihrer Zeit wurde sie berühmt auf der ganzen Erde.22 Und viele begehrten sie, und kein Mann erkannte sie, alle Tage ihres Lebens, von dem Tag an, da Manasse, ihr Mann, starb und mit seinem Volk vereint wurde.23 Und sie wurde sehr alt und erreichte das Alter von hundertfünf Jahren im Haus ihres Mannes. Und ihrer Vertrauten schenkte sie die Freiheit. Und sie starb in Betulia, und man begrub sie in der Grabhöhle ihres Mannes Manasse.24 Und das Haus Israel trauerte sieben Tage lang um sie. Und was sie besass, hatte sie vor ihrem Tod all denen zugeteilt, die Manasse, ihrem Mann, am nächsten standen, und denen, die ihrem Geschlecht am nächsten standen.25 Und in den Tagen Judits und noch viele Tage nach ihrem Tod gab es niemanden mehr, der die Israeliten in Angst versetzte.

Judit 16

Lutherbibel 2017

von Deutsche Bibelgesellschaft
1 Und Judit sang: Spielt meinem Gott mit Pauken, singt meinem Herrn mit Zimbeln! Lasst ihm erklingen Psalm und Lobgesang, erhöht und ruft an seinen Namen! (2Mo 15,20; Ri 5,1)2 Denn der Herr ist ein Gott, der die Kriege zerschlägt! Denn er führte mich heim in sein Lager inmitten des Volkes, und entriss mich aus der Hand meiner Verfolger. (Jdt 9,7)3 Assur kam von den Bergen des Nordens, kam mit Zehntausenden seiner Streitmacht, ihre Menge erfüllte die Täler, und ihre Reiter bedeckten die Hügel.4 Sie drohten, mein Land zu verbrennen, meine Jünglinge mit dem Schwert zu töten, meine Säuglinge am Boden zu zerschmettern, meine Kinder der Plünderung preiszugeben und meine Jungfrauen als Beute zu nehmen. (Ps 137,9)5 Doch der Herr, der Allmächtige, hat sie verworfen durch die Hand einer Frau.6 Denn der Machthaber fiel nicht durch junge Krieger, noch haben Göttersöhne ihn erschlagen; auch sind ihm keine Riesen entgegengetreten, sondern Judit, die Tochter Meraris, hat ihn mit ihrer Schönheit überwunden.7 Denn sie legte ihre Witwenkleider ab, um die Bedrückten in Israel aufzurichten, sie salbte ihr Antlitz mit Öl,8 wand Bänder in ihr Haar und kleidete sich in Leinen, um ihn zu verführen.9 Ihre Sandalen blendeten seine Augen, und ihre Schönheit nahm seine Seele gefangen – da traf das Schwert seinen Nacken.10 Die Perser erschraken vor solcher Kühnheit, und die Meder entsetzten sich über ihren Mut.11 Da jubelte mein erniedrigtes Volk, und alle Schwachen jauchzten auf. Die Feinde aber erschraken. Sie schrien laut auf und flohen.12 Unmündige Knaben erstachen die Feinde und erschlugen sie auf der Flucht. Sie wurden vernichtet durch das Heer des Herrn, meines Gottes.13 Ich will singen meinem Gott ein neues Lied! Groß bist du, Herr, und herrlich, wunderbar in deiner Stärke, und niemand kann dich überwinden!14 Dir muss die ganze Schöpfung dienen. Denn du sprachst, und es geschah. Du sandtest aus deinen Geist, und alles wurde geschaffen, und niemand kann deiner Stimme widerstehen. (Ps 104,30; Weis 16,24)15 Berge und Meer erbeben in ihren Grundfesten, und Felsen schmelzen vor deinem Angesicht wie Wachs. Denen aber, die dich fürchten, schenkst du Gnade!16 Denn viel zu gering sind alle Opfer, als dass sie dir wohlgefielen, und viel zu wenig ist alles Fett, als dass es ein Brandopfer sein könnte für dich. Wer aber den Herrn fürchtet, ist groß allezeit. (Ps 40,7)17 Wehe den Völkern, die gegen mein Volk aufstehen! Der Herr, der Allmächtige, wird sie bestrafen am Tag des Gerichts und wird ihren Leib plagen mit Feuer und Würmern. Da werden sie seiner Macht innewerden und klagen bis in Ewigkeit. (Jes 66,24; Sir 7,17)18 Als sie nun nach Jerusalem kamen, beteten sie Gott an, und sobald sich das Volk gereinigt hatte, brachten sie ihre Brandopfer, Dankopfer und Gaben dar.19 Judit aber legte alle Geräte des Holofernes, die ihr das Volk gegeben hatte, im Tempel nieder. Auch das Mückennetz, das sie von seinem Bett genommen hatte, brachte sie Gott als Weihegabe dar.20 Und das Volk war fröhlich in Jerusalem bei dem Heiligtum drei Monate lang, und Judit blieb bei ihnen.21 Nach diesen Tagen brachen alle wieder auf zu ihrem Erbteil. Auch Judit kehrte zurück nach Betulia und wohnte in ihrem Haus. Und sie war hochgeehrt zu ihrer Zeit im ganzen Land.22 Viele begehrten sie zur Frau, doch zeit ihres Lebens vermochte keiner sie zu gewinnen, nachdem ihr Mann Manasse gestorben und zu seinen Vätern versammelt worden war.23 Und sie wurde sehr alt und lebte im Haus ihres Mannes, bis sie hundertundfünf Jahre alt war. Und sie schenkte ihrer Magd die Freiheit. Sie starb in Betulia, und man begrub sie in der Grabhöhle ihres Mannes Manasse.24 Und das ganze Haus Israel betrauerte sie sieben Tage lang. Noch vor ihrem Tod hatte sie ihr Hab und Gut unter ihre Verwandten und die ihres Mannes Manasse verteilt. (1Mo 50,10)25 Und niemand vermochte die Israeliten in Furcht zu versetzen, solange Judit lebte und weit über ihren Tod hinaus.