von Theologischer Verlag Zürich1Als es aber spät geworden war, beeilten sich seine Diener aufzubrechen. Und Bagoas schloss das Zelt von aussen und hiess die Umstehenden, seinen Herrn zu verlassen. Und sie entfernten sich zu ihren Schlafstätten, denn sie alle waren müde, da das Trinkgelage sich in die Länge gezogen hatte.2Judit aber blieb allein im Zelt zurück, und Holofernes war vornüber auf sein Bett niedergesunken. Rings um ihn war der Wein verschüttet.3Und Judit hiess ihre Dienerin, sich ausserhalb ihres Schlafgemachs bereitzustellen und wie jeden Tag zu warten, dass sie herauskommen würde; sie sagte, sie werde nämlich zu ihrem Gebet herauskommen. Entsprechendes hatte sie auch Bagoas mitgeteilt.4Und alle hatten sich entfernt, und niemand, weder Gross noch Klein, war im Schlafgemach zurückgeblieben. Und Judit trat an sein Bett und sprach in ihrem Herzen: Herr, Gott aller Macht, blicke in dieser Stunde auf das, was meine Hände für die Erhöhung Jerusalems tun.5Denn nun ist es an der Zeit, sich deines Erbbesitzes anzunehmen und mein Vorhaben auszuführen, die Feinde zu zerschmettern, die sich gegen uns erhoben haben.6Und sie trat an den Bettpfosten, der beim Kopf des Holofernes war, nahm seinen Säbel von dort herunter,7näherte sich dem Bett, ergriff seinen Haarschopf und sprach: Gib mir Kraft, Herr, Gott Israels, an diesem Tag!8Dann schlug sie mit aller Kraft zweimal auf sei nen Nacken und trennte ihm den Kopf ab.9Und sie rollte seinen Körper von der Liege und riss das Mückennetz von den Säulen. Und kurz darauf ging sie hinaus und übergab ihrer Vertrauten den Kopf des Holofernes,10und diese legte ihn in ihre Vorratstasche. Und die beiden gingen zusammen hinaus, wie sie gewöhnlich zum Gebet hinausgingen, und sie durchquerten das Lager, umgingen jenes Tal und stiegen auf den Berg von Betulia und kamen an das Stadttor.
Judits Ankunft in Betulia
11Und von weit her rief Judit den Wachen auf dem Torbau zu: Öffnet, öffnet schnell das Tor. Mit uns ist Gott, unser Gott: Er erwirkt noch immer Stärke in Israel und Kraft gegen die Feinde, wie er es auch heute getan hat.12Und es geschah, als die Männer ihrer Stadt ihre Stimme hörten, da stiegen sie eilends hinab zum Tor ihrer Stadt und riefen die Ältesten der Stadt zusammen.13Und alle liefen zusammen, Gross und Klein, denn sie konnten kaum glauben, dass sie gekommen war, und sie öffneten das Tor und nahmen sie in Empfang und entzündeten ein Feuer, um Licht zu haben, und umringten sie.14Sie aber sprach zu ihnen mit lauter Stimme: Lobt Gott, lobt ihn! Lobt Gott, der dem Haus Israel sein Erbarmen nicht entzogen hat, sondern in dieser Nacht unsere Feinde zerschmettert hat durch meine Hand!15Und nachdem sie den Kopf aus der Tasche genommen hatte, zeigte sie ihn und sagte zu ihnen: Seht, der Kopf des Holofernes, des Oberbefehlshabers der Streitmacht von Assur, und seht, das Mückennetz, unter dem er in seiner Betrunkenheit lag. Und ihn schlug der Herr durch die Hand einer Frau!16Und so wahr der Herr lebt, der mich auf meinem Weg behütet hat, den ich ging: Mein Angesicht hat ihn zu seinem Verderben getäuscht, und er hat an mir keine Sünde getan, die zu Befleckung und Schande geführt hätte!17Und das ganze Volk geriet völlig ausser sich, und sie verbeugten sich und verneigten sich vor Gott, und einmütig riefen sie: Gepriesen bist du, unser Gott, der du am heutigen Tag die Feinde deines Volks zunichte gemacht hast.18Und Ussija sagte zu ihr: Gesegnet bist du, Tochter, von Gott dem Höchsten, mehr als alle anderen Frauen auf der Erde, und gepriesen ist der Herr, Gott, der die Himmel und die Erde geschaffen hat, der dich geleitet hat zur Enthauptung des Anführers unserer Feinde.19Fürwahr, deine Hoffnung wird nicht aus den Herzen der Menschen schwinden, die die Erinnerung bewahren an die Stärke Gottes - in Ewigkeit.20Und das möge Gott dir gewähren zu ewiger Erhabenheit: Mit Wohlwollen möge er auf dich blicken, dafür, dass du dein Leben nicht geschont hast angesichts der Erniedrigung unseres Geschlechts. Vielmehr bist du dagegen eingeschritten, als wir zu Fall kamen, indem du vor unserem Gott auf geradem Wege gegangen bist. Und das ganze Volk sprach: So sei es, so sei es!
1Als es nun spät geworden war, brachen seine Knechte eilends auf. Und Bagoas verschloss das Zelt von außen und entließ alle, die noch Dienst taten. Und sie gingen fort zu ihren Nachtlagern. Denn alle waren erschöpft, weil das Gelage so lange gedauert hatte.2Judit aber blieb allein in dem Zelt zurück mit Holofernes, der vornüber auf sein Bett gefallen war. Denn er war völlig betrunken.3Und Judit hatte ihrer Magd gesagt, sie solle draußen vor ihrem Schlafzelt stehen und warten, dass sie wie üblich komme. Dann wolle sie wieder zum Gebet hinausgehen. Auch zu Bagoas hatte sie so gesprochen.4Als sich nun alle entfernt hatten und niemand mehr zurückgeblieben war, vom Kleinsten bis zum Größten, da trat Judit an sein Bett heran und sprach in ihrem Herzen: Herr, du Gott aller Macht, sieh in dieser Stunde gnädig herab auf das Werk meiner Hände, zur Erhöhung Jerusalems!5Denn jetzt ist die Stunde gekommen, dass du dich deines Erbteils annimmst und ich mein Vorhaben ausführe, um die Feinde zu zerschmettern, die sich gegen uns erhoben haben.6Und sie ging zum Bettpfosten am Kopf des Holofernes, nahm sein Schwert herab,7trat ganz nah an das Bett heran, packte das Haar seines Hauptes und sprach: Gib mir Kraft, Herr, du Gott Israels, an diesem Tag!8Und sie schlug zweimal auf seinen Nacken, so stark sie nur konnte, und hieb ihm den Kopf ab.9Dann wälzte sie seinen Körper vom Bett herunter und löste das Mückennetz von den Stangen. Danach ging sie hinaus und übergab ihrer Magd das Haupt des Holofernes. (Jdt 10,21)10Die steckte es in den Beutel für ihre Speisevorräte. Und die beiden gingen gemeinsam hinaus, als ob sie nach ihrer Gewohnheit beten wollten. Doch als sie das Lager durchquert hatten, machten sie einen Bogen um die Schlucht, stiegen auf den Berg von Betulia hinauf und kamen vor die Tore der Stadt.
Judit kehrt heim
11Und Judit rief den Wächtern bei den Toren schon von Weitem zu: Öffnet, öffnet doch das Tor! Gott ist mit uns! Gott zeigt noch immer Stärke in Israel und Kraft gegen unsere Feinde, so wie er auch heute getan hat! (Ps 46,8; Jes 8,10)12Und es geschah, als die Männer in der Stadt ihre Stimme hörten, eilten sie zum Stadttor und riefen die Ältesten zusammen.13Da liefen alle, Klein und Groß, herbei, denn auf ihre Rückkehr hatten sie kaum noch zu hoffen gewagt. Und sie öffneten das Tor, nahmen beide in Empfang, entzündeten zur Beleuchtung ein Feuer und umringten sie.14Judit aber sprach zu ihnen mit lauter Stimme: Lobt Gott, ja lobet ihn! Lobt Gott, der dem Haus Israel sein Erbarmen noch nicht entzogen, sondern unsere Feinde zerschmettert hat in dieser Nacht durch meine Hand!15Dann zog sie das Haupt aus dem Beutel hervor, zeigte es ihnen und sprach: Seht, das Haupt des Holofernes, des Feldhauptmanns der assyrischen Streitmacht! Und seht, das Mückennetz, unter dem er in seiner Trunkenheit lag! Der Herr hat ihn erschlagen durch die Hand einer Frau! (Jdt 9,10)16So wahr der Herr lebt, der mich bewahrt hat auf meinem Weg, den ich gegangen bin: Mein Aussehen hat ihn verführt zu seinem Verderben, doch er konnte mir keine Gewalt antun, um mich zu beflecken oder zu schänden.17Und das ganze Volk geriet außer sich, und sie warfen sich nieder, beteten Gott an und sprachen einmütig: Gepriesen seist du, unser Gott, der du am heutigen Tag die Feinde deines Volkes zuschanden gemacht hast!18Und Usija sprach zu ihr: Gesegnet bist du, Tochter, mehr als alle Frauen auf der Erde, von Gott, dem Höchsten, und gepriesen sei Gott der Herr, der Himmel und Erde gemacht hat, der dich geleitet hat, das Haupt unserer Feinde zu schlagen!19Denn die Hoffnung, die dich geleitet hat, soll nicht aus den Herzen der Menschen weichen, die der Stärke Gottes vertrauen ewiglich!20Gott gebe, dass dies zu deinem ewigen Ruhm werde und belohne dich mit Gutem, weil du dein Leben nicht geschont hast in der Erniedrigung unseres Volkes, sondern unserem Untergang entgegengetreten und vor unserem Gott auf geradem Wege gegangen bist! Und das ganze Volk sprach: Amen! Amen!