von Theologischer Verlag Zürich1Ein Arbeiter, der trinkt, wird nicht reich werden, und wer das Geringe für nichts hält, wird über Kleines fallen.2Wein und Frauen werden Verständige vom Weg abbringen, und wer sich an Huren hält, wird noch hemmungsloser werden.3Verwesung und Würmer werden ihn erben, und eine hemmungslose Seele wird hinweggenommen werden.4Wer schnell vertraut, ist leichtfertig im Herzen, und wer sündigt, wird sich an seiner Seele vergehen.5Wer sich an Schlechtem erfreut, wird verurteilt werden, [wer aber Vergnügungen ins Auge sieht, krönt sein Leben.][1]6[Wer seine Zunge im Zaum hält, wird unangreifbar leben,] und wer das Gespräch verabscheut, leidet Mangel im Herzen.7Wiederhole niemals ein Wort, und nichts wird dir fehlen.8Erörtere nichts vor Freund und Feind, und, sofern es für dich keine Sünde ist, lege nichts offen.9Denn er hat dir zugehört und hat sich vor dir gehütet, und eines Tages wird er dich hassen.10Hast du ein Wort gehört, so soll es mit dir sterben; hab Mut, es wird dich nicht zerreissen!11Eines Wortes wegen wird der Tor Wehen leiden wie die Gebärende, wenn ein Kind geboren wird.12Ein Pfeil, der im Fleisch des Schenkels steckt - so ist ein Wort im Bauch eines Toren.13Stelle einen Freund zur Rede, ob er nicht etwas getan hat, und wenn er etwas getan hat, dass er es nicht wieder tut.14Stelle den Nächsten zur Rede, ob er nicht etwas gesagt hat, und wenn er es gesagt hat, dass er es nicht wiederholt.15Stelle einen Freund zur Rede, denn oft kommt es zur Verleumdung, und traue nicht jedem Wort.16Da ist einer, der ausgleitet, ohne eigenes Verschulden; und wer hätte nicht gesündigt mit seiner Zunge?17Stelle den Nächsten zur Rede, bevor du drohst, und gib der Weisung des Höchsten Raum.18[Die Furcht des Herrn ist der Anfang der Annahme, und Weisheit erlangt von ihm Liebe.]19[Die Gebote des Herrn kennenzulernen, ist Erziehung zum Leben, und jene, die tun, was ihm gefällt, werden die Früchte vom Baum der Unsterblichkeit geniessen.]20Alle Weisheit ist Furcht des Herrn, und in aller Weisheit ist das von der Weisung geforderte Tun [und die Erkenntnis seiner Allherrschaft].21[Ein Haussklave, der zu seinem Besitzer sagt: Wie es dir gefällt, so werde ich es nicht tun! - Wenn er es dann doch tut, erzürnt er seinen Ernährer dennoch.]22Weisheit ist nicht Wissen um Bosheit, und der Rat der Sünder ist nicht Einsicht.23Es gibt eine Klugheit, und die ist ein Greuel, und da ist ein Uneinsichtiger, dem es an Weisheit mangelt.24Besser im Verstehen unterliegen und voller Ehrfurcht sein, als Überfluss an Einsicht haben und die Weisung übertreten.25Es gibt eine Klugheit, die ist gründlich, und sie ist ungerecht, und da ist einer, der die Gunst verdreht, um eine Entscheidung herbeizuführen. [Und da ist einer, der gerecht spricht im Gericht: der Weise.]26Da ist einer, der böse handelt, gebückt in Schwarz, und sein Inneres ist voll von Betrug;27er neigt sein Angesicht und stellt sich taub, wo er nicht erkannt worden ist, wird er dich übervorteilen.28Auch wenn er vom Mangel an Kraft daran gehindert wird, zu sündigen, wird er Schlimmes tun, wenn er dazu Gelegenheit findet.29Aufgrund seines Aussehens wird ein Mann erkannt werden, und in der Begegnung von Angesicht zu Angesicht wird ein Vernünftiger erkannt werden.30Die Kleidung eines Mannes und das Lachen des Mundes und der Schritt eines Menschen werden alles über ihn sagen.[2]
Jesus Sirach 19
Lutherbibel 2017
von Deutsche Bibelgesellschaft1Ein Arbeiter, der sich gern vollsäuft, wird nicht reich; und wer das Wenige allzu gering achtet, der kommt zu Fall.2Wein und Weiber betören die Weisen; und wer sich an Huren hängt, der wagt zu viel; (1Kön 11,3; Spr 5,1; Hos 4,11; Sir 9,3)3den fressen Maden und Würmer, und wer so verwegen lebt, der wird hinweggerafft.
Über böses Gerede
4Wer leichtgläubig ist, der ist leichtsinnig, und wer sündigt, der schadet sich selbst.5Wer sich über eine Bosheit freut, den wird man verachten, [wer gegen seine Gelüste kämpft, der krönt sein Leben.6Wer seine Zunge im Zaum hält, der wird in Frieden leben,] und wer Geschwätz hasst, der verringert das Übel.7Hörst du etwas, so sage es nicht weiter, und dir wird es an nichts fehlen.8Du sollst es weder Freund noch Feind sagen, und wenn es für dich keine Sünde bedeutet, gib es nicht preis. (Spr 25,9)9Denn man hört dir wohl zu, aber man hütet sich vor dir, und bei Gelegenheit lässt man dich den Hass spüren.10Hast du etwas gehört, so lass es mit dir sterben; sei ohne Sorge, du wirst ja nicht davon bersten! (Spr 11,13)11Aber aus einem Narren bricht es heraus wie ein Kind, das geboren werden will.12Wie der Pfeil im Schenkel so steckt das Wort im Bauch des Narren.13Stell deinen Freund zur Rede; vielleicht hat er’s nicht getan. Hat er’s aber doch getan, damit er’s nicht wieder tut.14Stell deinen Nächsten zur Rede; vielleicht hat er’s nicht gesagt. Hat er’s aber doch gesagt, damit er’s nicht wieder sagt.15Stell deinen Freund zur Rede, denn man verleumdet die Leute gern. Darum glaube nicht alles, was du hörst.16Oft entfährt einem ein Wort, das nicht so gemeint war; denn wer hat noch nicht mit der Zunge gesündigt? (Pred 7,21; Jak 3,2)17Stell deinen Nächsten zur Rede, bevor du ihm drohst, und bedenke, was das Gesetz des Höchsten fordert.18[Der Herr nimmt die an, die ihn fürchten, und Weisheit erwirkt seine Liebe. (Jak 3,17)19Die Gebote des Herrn zu kennen, ist Erziehung zum Leben; die aber tun, was ihm gefällt, ernten vom Baum der Unsterblichkeit.] (1Mo 2,9)
Weisheit und Arglist
20Alle Weisheit besteht in der Furcht des Herrn, und zu aller Weisheit gehört das Tun des Gesetzes [und die Erkenntnis seiner Allmacht. (Spr 1,7; Sir 15,1; Sir 21,11)21Ein Knecht, der zum Herrn sagt: »Ich tue nicht, was du willst«, erzürnt seinen Ernährer, auch wenn er es dann doch tut]. (Mt 21,28)22Böses zu kennen, ist keine Weisheit, und die Pläne der Sünder sind nicht Klugheit zu nennen.23Es gibt eine Schläue, die ein Gräuel ist, und der ist ein Tor, dem es an Weisheit fehlt. (Jak 3,15; Sir 21,12)24Besser ist geringe Klugheit mit Gottesfurcht als große Klugheit mit Übertretung des Gesetzes.25Einer kann listig und schlau sein und ist doch nicht gerecht. Er kann eine Sache so verdrehen, dass er im Gericht besteht [und im Urteil der Gerechten als weise gilt].26Manch einer ist boshaft: Er gibt sich ernsthaft, sein Inneres aber ist voll Arglist.27Er schlägt die Augen nieder und stellt sich taub; und wenn du nicht auf ihn achtgibst, so wird er dich übervorteilen.28Und wenn er auch zu schwach ist, um dir zu schaden, so wird er’s doch tun, wenn er seine Zeit gekommen sieht.29Man sieht’s einem an, was für ein Mann er ist, und einen Vernünftigen erkennt man, wenn man ihm ins Gesicht sieht. (Sir 13,25)30Denn an Kleidung, Lachen und Gang erkennt man den Mann.