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1.Makkabäer 9

Zürcher Bibel

von Theologischer Verlag Zürich

Der Tod des Judas Makkabäus

1 Und Demetrius hörte, dass Nikanor und seine Streitkräfte in der Schlacht gefallen waren. Da sandte er Bakchides und Alkimos ein zweites Mal in das Land Juda und mit ihnen den rechten Heeresflügel. 2 Und sie zogen in Richtung Gilgal und belagerten Messalot, das in Arbela liegt, und sie nahmen es im Handstreich ein und vernichteten viele Menschenleben. 3 Und im ersten Monat des Jahres 152 belagerten sie Jerusalem, 4 brachen dann auf und zogen mit 20000 Mann und 2000 Pferden nach Berea. 5 Und Judas hatte das Lager in Elasa aufgeschlagen, und bei ihm waren 3000 ausgewählte Männer. 6 Und diese sahen die Masse der Streitkräfte - dass sie viele waren -, und sie fürchteten sich sehr, und viele brachen aus dem Heerlager aus, nur 800 Mann von ihnen blieben zurück. 7 Und Judas sah, dass sein Heer sich auflöste, ihm aber drohte die Schlacht, und er verlor den Mut, denn es blieb ihm keine Zeit, sie zu sammeln. 8 Und er war verzagt, sprach aber zu denen, die verblieben waren: Auf, lasst uns hinaufziehen gegen unsere Feinde! Vielleicht können wir sie bekämpfen. 9 Und sie wiesen ihn ab und sagten: Dazu sind wir nicht in der Lage! Vielmehr, lasst uns jetzt unser Leben retten! Wir werden zurückkommen - dann mit unseren Brüdern - und gegen jene kämpfen. Wir sind zu wenige! 10 Und Judas sprach: Es sei fern von mir, dies zu tun, vor ihnen zu fliehen! Und wenn unsere Zeit gekommen ist, dann lasst uns tapfer für unsere Brüder sterben und nicht einen würdelosen Eindruck hinterlassen. 11 Und die Streitmacht brach aus dem Heerlager auf, und sie stellten sich auf für die Begegnung mit ihnen. Und die Reiterei wurde auf zwei Flügel verteilt, und die Schleuderer und die Bogenschützen zogen der Streitmacht voraus, ebenso alle starken Einzelkämpfer.[1] 12 Bakchides aber war auf der rechten Flanke. Und die Schlachtreihe näherte sich von beiden Flügeln her, und sie liessen die Hörner erschallen. Und die bei Judas, auch sie stiessen in die Hörner. 13 Und die Erde erbebte vom Lärm der Heere. Und die Schlacht tobte vom Morgen bis zum Abend. 14 Und Judas sah, dass Bakchides und der Kern des Heers auf der rechten Seite waren. Und mit ihm rückten alle vor, die entschlossen waren. 15 Und der rechte Flügel wurde von ihnen aufgerieben, und er verfolgte sie bis zum Gebirge von Aschdod. 16 Und die auf der linken Flanke sahen, dass der rechte Flügel aufgerieben wurde, und sie schwenkten um und griffen Judas und die, die bei ihm waren, von hinten her an. 17 Und die Schlacht wurde heftig, und von diesen wie von jenen wurden viele durchbohrt und fielen. 18 Auch Judas fiel, und die übrig Gebliebenen ergriffen die Flucht. 19 Und Jonatan und Simon trugen Judas, ihren Bruder, fort, und sie begruben ihn in der Grabstätte seiner Vorfahren, in Modein. 20 Und sie beweinten ihn, und ganz Israel hielt für ihn eine feierliche Totenklage, und sie trauerten viele Tage lang und sprachen: 21 Wie ist der Starke gefallen, der Retter Israels! 22 Und was ausserdem noch von Judas zu sagen wäre, von den Schlachten und den Heldentaten, die er vollbracht hat, und von seiner Grösse, das ist nicht aufgeschrieben worden, denn es war sehr viel. 

Jonatan tritt an die Stelle des Judas

23 Und es geschah nach dem Tod des Judas, da wagten sich überall in den Gebieten Israels jene hervor, die die Weisung missachteten, und es erhoben sich all jene, die Unrecht verübten. 24 In jenen Tagen brach eine sehr schwere Hungersnot aus, und das Land lief zusammen mit ihnen zum Feind über. 25 Und Bakchides wählte die Männer aus, die gottlos waren, und er setzte sie ein als Herren der Region. 26 Und sie suchten nach den Freunden des Judas und spürten sie auf und brachten sie zu Bakchides, und er bestrafte sie und trieb sein Spiel mit ihnen. 27 Und Israel geriet in eine grosse Bedrängnis, wie es sie nicht mehr gegeben hatte seit dem Tag, von dem an sich ihnen kein Prophet mehr zeigte. 28 Und alle Gefährten des Judas versammelten sich, und sie sprachen zu Jonatan: 29 Seit dein Bruder Judas gestorben ist, gibt es keinen Mann mehr, der ihm gleich wäre, dass er gegen die Feinde und Bakchides auszöge und gegen die, die unserer Nation feindlich gesinnt sind. 30 Nun haben wir also heute dich auserwählt, uns Oberster und Oberhaupt zu sein an seiner Statt, um unseren Krieg zu führen. 31 Und damals übernahm Jonatan den Befehl und trat an die Stelle des Judas, seines Bruders. 32 Und Bakchides erfuhr davon und trachtete danach, ihn zu töten. 33 Jonatan aber und Simon, sein Bruder, und alle, die bei ihm waren, erfuhren davon und flohen in die Wüste Tekoa und besetzten das Wasserloch von Asfar.[2] 34 Und Bakchides erfuhr dies am Sabbattag, und er kam mit seinem ganzen Kriegsheer über den Jordan. 

Der Überfall auf Johannes. Jonatans Rache

35 Und Jonatan entsandte seinen Bruder als Oberhaupt des Heereszugs und redete mit den Nabatäern, seinen Freunden, um den grossen Tross bei ihnen abstellen zu dürfen.[3] 36 Und die Söhne des Jambri, die aus Madaba waren, zogen aus und ergriffen Johannes und nahmen alles, was er bei sich hatte, und zogen damit davon. 37 Nach diesen Ereignissen berichtete man Jonatan und Simon, seinem Bruder, dass die Söhne des Jambri ein grosses Hochzeitsfest veranstalteten und dass sie die Braut - aus Nadabat -, die Tochter eines der angesehensten und einflussreichsten Männer Kanaans, mit grossem Geleit herbeibrachten. 38 Und sie dachten an das Blut des Johannes, ihres Bruders, und sie zogen hinauf und versteckten sich im Schutz des Gebirges. 39 Und sie blickten auf und sahen hin, und sieh: Da war Lärmen und ein grosser Tross, und der Bräutigam tauchte auf mit seinen Freunden und seinen Brüdern und zog ihnen entgegen mit Handtrommeln und Musikern und vielen Waffen. 40 Und sie fielen aus dem Hin terhalt über sie her und töteten sie. Und viele wurden durchbohrt und fielen, die Übrigen aber flohen in das Gebirge. Sie aber erbeuteten ihr ganzes Gepäck. 41 Und die Hochzeit verwandelte sich in Trauer und die Stimme ihrer Sänger in Klage. 42 Und sie übten Vergeltung für das Blut ihres Bruders und zogen fort in das Sumpfland am Jordan. 

Der Angriff des Bakchides am Sabbat. Die Befestigung der Städte

43 Und Bakchides hörte davon, und am Sabbattag kam er mit einer grossen Streitmacht bis an die Böschungen des Jordan. 44 Und Jonatan sprach zu denen, die bei ihm waren: Auf! Lasst uns um unser Leben kämpfen, denn heute ist es nicht wie gestern und vorgestern. 45 Denn seht, die Schlacht ist vor uns und hinter uns, und hier und dort ist das Wasser des Jordan und Sumpfland und Gestrüpp - es gibt keinen Platz, um auszuweichen! 46 So ruft nun laut zum Himmel, damit ihr aus der Hand unserer Feinde gerettet werdet! 47 Und die Schlacht entbrannte, und Jonatan streckte seine Hand aus, um Bakchides zu erschlagen, und dieser wich vor ihm nach hinten aus. 48 Und Jonatan und die bei ihm sprangen in den Jordan und schwammen hindurch, an das andere Ufer. Und jene überschritten nicht den Jordan, um sie zu verfolgen. 49 An jenem Tag aber fielen gegen 1000 Mann von denen bei Bakchides. 50 Und er kehrte zurück nach Jerusalem und baute in Judäa befestigte Städte - die Festung in Jericho und Emmaus und Bet-Choron und Bet-^^ El und Timna, Faraton und Tappuach -, mit hohen Mauern und Toren und Riegeln.[4] 51 Und dort hinein legte er eine Wachabteilung, um Israel zu befehden. 52 Er befestigte auch die Stadt Bet-Zur und Geser und die Burg, und dort hinein legte er Streitkräfte, und er legte dort Lebensmittelvorräte an. 53 Und er nahm die Söhne der Oberhäupter der Region als Geiseln, und in der Burg in Jerusalem stellte er sie unter Bewachung. 

Der Tod des Alkimos

54 Und im Jahr 153, im zweiten Monat, befahl Alkimos, die Mauer des inneren Hofs dessen, was heilig war, einzureissen; und er liess die Werke der Propheten einreissen und begann mit dem Einreissen - 55 da wurde Alkimos vom Schlag getroffen, und seinem Tun wurde Einhalt geboten. Und sein Mund war verstopft, und er wurde gelähmt und konnte kein Wort mehr sprechen und nicht mehr über sein Haus gebieten. 56 Und damals starb Alkimos unter grosser Qual. 57 Und Bakchides sah, dass Alkimos gestorben war, und er kehrte zum König zurück. Und für zwei Jahre hatte das Land Juda Ruhe. 

Die Belagerung von Bet-Basi. Friedensschluss mit Bakchides

58 Und all jene, die die Weisung missachteten, beschlossen Folgendes: Seht, Jonatan und die zu ihm gehören, leben in Ruhe und Zuversicht. So lasst uns nun Bakchides holen: Er wird sie alle in einer einzigen Nacht gefangen nehmen! 59 Und sie gingen und berieten sich mit ihm. 60 Und er machte sich auf, um mit einer grossen Streitmacht anzurücken, und heimlich sandte er Briefe an alle seine Verbündeten in Judäa, sie sollten Jonatan und jene, die bei ihm waren, gefangen nehmen. Und es gelang ihnen nicht, denn ihr Plan war bekannt gemacht worden. 61 Und man nahm von den Männern der Region, die zu der schlimmen Tat angestiftet hatten, gegen fünfzig Mann gefangen und tötete sie. 62 Und Jonatan und Simon und jene, die bei ihm waren, verliessen die Gegend und zogen nach Bet-Basi in der Wüste, und er baute auf, was dort eingerissen worden war, und sie befestigten den Ort.[5] 63 Und Bakchides erfuhr davon und versammelte seine gesamte Menge, und denen aus Judäa erteilte er Anweisungen. 64 Und er kam, belagerte Bet-Basi und bekämpfte es viele Tage lang und baute Kriegsmaschinen. 65 Und Jonatan liess Simon, seinen Bruder, in der Stadt zurück und zog hinaus in die Region und kam mit einer Anzahl Männer. 66 Und er schlug Odomera und dessen Brüder und die Söhne von Fasiron in deren Zeltlager. Und sie schlugen los und zogen in Heeresstärke hinauf. 67 Und Simon und jene, die bei ihm waren, machten einen Ausfall aus der Stadt und steckten die Kriegsmaschinen in Brand. 68 Und sie kämpften gegen Bakchides, und er wurde von ihnen vernichtend geschlagen. Und sie bedrängten ihn sehr, denn sein Plan und sein Angriff waren vereitelt worden. 69 Und sein Zorn entbrannte über die Männer, die die Weisung missachteten, die ihm geraten hatten, in die Region zu kommen. Und sie töteten viele von ihnen und beschlossen, in sein Land zurückzukehren. 70 Und Jonatan erhielt Kenntnis davon und sandte Unterhändler zu ihm, um Frieden mit ihm zu vereinbaren, und er sollte ihnen die Gefangenen zurückgeben. 71 Und er nahm es an und handelte seinen Worten gemäss und schwor ihm, alle Tage seines Lebens nichts Schlimmes mehr gegen ihn zu unternehmen. 72 Und er gab ihm die Gefangenen zurück, die er zuvor im Land Juda gemacht hatte. Und er zog davon und kehrte zurück in sein Land und kam nicht wieder in ihre Gebiete. 73 Und in Israel ruhte das Schwert, und Jonatan liess sich in Michmas nieder. Und Jonatan begann, dem Volk Recht zu verschaffen. Und er sorgte dafür, dass die Gottlosen aus Israel verschwanden. 

Die Zürcher Bibel (Ausgabe 2007) verwenden wir mit freundlicher Genehmigung des Verlags der Zürcher Bibel beim Theologischen Verlag Zürich, bei dem auch das Copyright für diese Bibelübersetzung liegt.

1.Makkabäer 9

Lutherbibel 2017

von Deutsche Bibelgesellschaft

Judas fällt im Kampf gegen Bakchides

1 Als Demetrius hörte, dass Nikanor und sein Heer im Kampf gefallen waren, sandte er Bakchides und Alkimus wieder nach Judäa und mit ihnen die Truppen, die stets auf dem rechten Flügel kämpfen. (1Mak 7,5; 1Mak 7,8; 1Mak 7,43) 2 Sie zogen nach Gilgal und belagerten Masloth bei Arbela, eroberten es und brachten viele um. 3 Darauf zogen sie nach Jerusalem im 152. Jahr, im ersten Monat,[1] 4 und von dort nach Berea mit zwanzigtausend Mann zu Fuß und zweitausend Reitern. 5 Und Judas hatte sein Lager bei Elasa aufgeschlagen mit dreitausend auserlesenen Männern. 6 Als sie aber sahen, wie zahlreich das Kriegsvolk der Feinde war, erschraken sie sehr und viele liefen vom Heer weg, sodass nicht mehr als achthundert Mann bei Judas blieben. 7 Als er sah, dass sein Heer floh, da es doch zum Kampf kommen musste, wurde ihm angst und bange; denn er hatte keine Zeit, sie wieder zusammenzubringen. 8 In dieser Angst sagte er zu den Übriggebliebenen: Auf, lasst uns versuchen, ob wir die Feinde angreifen und schlagen können! 9 Aber sie weigerten sich und sagten: Wir können nichts ausrichten; lasst uns unser Leben retten. Später wollen wir dann zurückkehren und sie zusammen mit unsern Brüdern angreifen; jetzt sind wir viel zu wenige. 10 Aber Judas sagte: Das sei ferne, dass wir vor ihnen fliehen! Ist unsre Zeit gekommen, so wollen wir tapfer unser Leben lassen für die Brüder und unsrer Ehre keine Schande machen. 11 Und die feindliche Streitmacht zog aus dem Lager und stellte sich in Schlachtordnung auf. Die Reiterei war auf zwei Flügel aufgeteilt, die Schleuderer und Bogenschützen standen in der ersten Reihe, und die besten Krieger standen an der Spitze. 12 Bakchides war beim rechten Flügel. Und die Schlachtreihe rückte von beiden Seiten mit Kriegsgeschrei und Trompeten vor. Da ließ auch Judas die Trompeten blasen. 13 Und die Erde erbebte vom Lärm der Heere, und die Schlacht dauerte vom Morgen bis zum Abend. 14 Als nun Judas sah, dass Bakchides samt der größten Heeresmacht auf dem rechten Flügel kämpfte, griff er dort an, und es folgten ihm alle beherzten Männer, 15 und sie schlugen das Heer auf der rechten Seite in die Flucht und jagten ihnen nach bis zu den Bergen von Aschdod. 16 Als aber die auf dem linken Flügel sahen, dass der rechte Flügel geschlagen war, setzten sie ihrerseits Judas und seinen Leuten von hinten nach. 17 Und es kam zu einem harten Kampf, sodass viele von beiden Heeren verwundet wurden und umkamen. 18 Auch Judas fiel. Da flohen die Übrigen. 19 Und Jonatan und Simon nahmen ihren Bruder Judas und begruben ihn im Grab seiner Väter in Modeïn. (1Mak 2,69) 20 Und ganz Israel weinte und klagte sehr um Judas. Sie trauerten lange Zeit um ihn und sprachen: 21 Ach dass der Held umgekommen ist, der Israel errettet hat! (2Sam 1,19) 22 Die weiteren Geschichten von Judas und seinen Kämpfen und seine Heldentaten und seine Größe können nicht alle beschrieben werden, weil es zu viele sind. (Joh 21,25) 

Jonatan übernimmt die Nachfolge

23 Nach dem Tode des Judas wurden die Verächter des Gesetzes wieder mächtig im ganzen Land Israel, und alle Abtrünnigen erhoben sich. (1Mak 1,11) 24 Und zu dieser Zeit herrschte sehr großer Hunger im Lande, sodass sich das ganze Volk unterwarf. 25 Da wählte Bakchides gottlose Männer aus, die machte er zu Aufsehern über das Land. 26 Und sie suchten überall die Freunde des Judas, spürten sie auf und führten sie vor Bakchides, dass er sie bestrafe und seinen Mutwillen mit ihnen treibe. 27 Und in Israel war so viel Jammer, wie nicht gewesen ist, seit ihnen kein Prophet mehr erschienen war. (Ps 74,9; 1Mak 14,41) 28 Darum kamen alle Anhänger des Judas zusammen und sagten zu Jonatan: 29 Nach dem Tod deines Bruders Judas haben wir niemand mehr, der ihm gleich ist und uns anführen kann gegen unsre Feinde und Bakchides und die, die unserm Volk feindlich gesonnen sind. 30 Darum wählen wir dich heute an seiner statt zu unserem Fürsten und Feldherrn, damit du diesen Krieg für uns führst. 31 So wurde Jonatan ihr Fürst und regierte anstelle seines Bruders Judas. 

Jonatan rächt den Tod seines Bruders

32 Als das Bakchides erfuhr, suchte er, ihn zu töten. 33 Als aber Jonatan und sein Bruder Simon und alle, die bei ihnen waren, das merkten, flohen sie in die Wüste Tekoa und lagerten bei der Zisterne von Asfar. (2Chr 20,20) 34 Das hörte Bakchides und zog am Sabbat mit seinem ganzen Heer über den Jordan. (1Mak 2,32) 35 Nun hatte Jonatan seinen Bruder, den Feldhauptmann Johannes, zu seinen Freunden, den Nabatäern, gesandt, um sie zu bitten, ihr ganzes Hab und Gut für sie zu verwahren. (1Mak 5,25) 36 Aber die Männer von Jambri zogen aus Madaba heraus und nahmen den Johannes gefangen und raubten alles, was er mit sich führte, und kehrten damit zurück. 37 Danach wurde Jonatan und seinem Bruder Simon hinterbracht, dass die Leute von Jambri eine große Hochzeit feiern und die Braut mit großer Pracht aus Nadabat abholen würden; denn sie war die Tochter eines Fürsten aus Kanaan. 38 Da dachten sie an den Mord an ihrem Bruder Johannes, zogen hinauf und versteckten sich im Schutz des Berges. 39 Und sie blickten auf, und siehe, da kam mit Geschrei ein großer Zug daher, und der Bräutigam zog ihnen entgegen mit seinen Freunden und Brüdern, mit Pauken und Pfeifen und mit vielen Waffen. 40 Da überfielen Jonatan und Simon sie aus dem Hinterhalt und schlugen sie, sodass viele verwundet wurden und fielen und die Übrigen ins Gebirge fliehen mussten. Und sie erbeuteten all ihr Hab und Gut. 41 Da wurde aus der Hochzeit Herzeleid und aus dem Pfeifen Heulen. 42 So rächten sie den Mord an ihrem Bruder und kehrten wieder um und zogen in die Sümpfe am Jordan. 

Bakchides kämpft mit Jonatan

43 Als Bakchides das hörte, kam er am Sabbat an die Ufer des Jordan mit einem großen Heer. 44 Da sagte Jonatan zu seinen Leuten: Auf, rüstet euch zur Schlacht! Es gilt unser Leben! Denn heute ist nichts wie gestern oder vorgestern. 45 Denn es droht uns ein Kampf von vorn und von hinten. Auf der einen Seite ist das Wasser des Jordan, auf der andern Sumpf und Wald, und es gibt keinen Weg, um zu entkommen. 46 Darum schreit zum Himmel, dass ihr vor unseren Feinden errettet werdet. (1Mak 3,18) 47 Dann begann der Kampf, und Jonatan streckte seine Hand aus, um Bakchides zu schlagen, der aber wich vor ihm zurück. 48 Da sprangen Jonatan und sein Kriegsvolk in den Jordan und kamen über das Wasser; doch die Leute des Bakchides setzten ihnen nicht über den Jordan nach. 49 An diesem Tage sind aus dem Heer des Bakchides an die tausend Mann umgekommen. 

Festigung der Herrschaft in Judäa

50 Darum zog Bakchides wieder ab, kam nach Jerusalem und fing an, die Städte in Judäa zu befestigen. Er ließ hohe Mauern mit Toren und Riegeln um Jericho, Emmaus, Bet-Horon, Bethel, Timna, Piraton, Tefon bauen 51 und legte eine Besatzung hinein, die Israel niederhalten sollte. 52 Ebenso ließ er Bet-Zur, Geser und die Burg von Jerusalem befestigen, und er verlegte auch dorthin Kriegsvolk und versorgte es mit Nahrung. (1Mak 4,60) 53 Und er nahm die Söhne der vornehmsten Männer des Landes als Geiseln und behielt sie auf der Burg von Jerusalem. 

Alkimus stirbt

54 Im 153. Jahr, im zweiten Monat,[2] befahl Alkimus, auch die Mauer des inneren Vorhofs am Tempel abzureißen. Er begann die Arbeiten und riss so nieder, was die Propheten gebaut hatten. (Esr 6,14; Hag 1,1; Hag 1,8; Sach 4,8) 55 Doch da traf den Alkimus der Schlag, sodass sein Plan verhindert und sein Mund gestopft wurde; denn er wurde gelähmt, sodass er nicht mehr reden oder sein Haus bestellen konnte. 56 Und Alkimus starb zu jener Zeit mit großen Schmerzen. (2Mak 9,9) 57 Als aber Bakchides sah, dass Alkimus gestorben war, zog er wieder weg zum König. Da hatte das Land Judäa zwei Jahre lang Ruhe. 

Bakchides schließt Frieden mit Jonatan

58 Aber die Abtrünnigen im Lande hielten Rat und sagten: Jonatan und seine Leute leben jetzt in Ruhe und Frieden. Lasst uns Bakchides wieder rufen, der könnte sie jetzt in einer einzigen Nacht alle gefangen nehmen. 59 So zogen sie zu ihm und sagten ihm ihren Plan. 60 Da machte sich Bakchides mit einem großen Heer auf und schickte heimlich Schreiben an alle seine Bundesgenossen in Judäa, dass sie Jonatan und alle, die bei ihm waren, ergreifen sollten. Aber ihr Plan wurde bekannt; darum erreichten sie nichts, 61 sondern Jonatan nahm fünfzig Männer vom Volk des Landes gefangen, die Anführer der Abtrünnigen, und ließ sie töten. (1Mak 7,5) 62 Darauf zogen sich Jonatan und Simon mit ihrem Kriegsvolk zurück in einen zerstörten Ort in der Wüste, Bet-Basi; den baute er wieder auf und befestigte ihn. 63 Als nun Bakchides das erfuhr, sammelte er sein ganzes Heer und bot auch seine Leute in Judäa auf. 64 Dann zog er vor Bet-Basi, belagerte es lange und stellte Sturmböcke davor auf. 65 Aber Jonatan ließ seinen Bruder Simon in der Stadt zurück und zog mit einer kleinen Schar ins offene Land 66 und schlug Odomera und dessen Brüder und die Söhne Fasiron an ihrem Wohnplatz. Weil sie aber solchen Erfolg hatten, liefen ihnen noch mehr Kämpfer zu. 67 Mittlerweile machte Simon mit seinen Leuten einen Ausfall aus der Stadt und setzte die Sturmböcke in Brand, 68 und sie kämpften gegen Bakchides und schlugen ihn in die Flucht. Und sie setzten ihm sehr zu, denn sein Plan und sein Feldzug waren vergeblich gewesen. 69 Da wurde er sehr zornig auf die abtrünnigen Juden, die ihm geraten hatten, wieder in ihr Land zu kommen, und ließ viele von ihnen töten und beschloss, wieder in sein Land zu ziehen. 70 Als Jonatan das erfuhr, schickte er Boten zu ihm, um Frieden mit ihm zu schließen und die Herausgabe der Gefangenen zu erreichen. 71 Hierin willigte Bakchides gern ein und tat, was Jonatan begehrte, und schwor einen Eid, ihm sein Leben lang kein Leid mehr anzutun. 72 Und er gab ihm die Gefangenen wieder heraus, die er zuvor aus Judäa weggeführt hatte, kehrte um, zog in sein Land und kam nie wieder in ihr Gebiet. (1Mak 7,19) 73 Da ruhte das Schwert in Israel. Und Jonatan ließ sich in Michmas nieder und regierte dort über das Volk und vernichtete die Gottlosen in Israel. 

Die Bibel nach Martin Luthers Übersetzung, revidiert 2017, © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart.
Die Verwendung des Textes erfolgt mit Genehmigung der Deutschen Bibelgesellschaft.

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