Habakuk 3

Zürcher Bibel

von Theologischer Verlag Zürich
1 Ein Gebet Habakuks, des Propheten, nach Art der Schigjonot[1]:2 HERR, ich habe deine Botschaft gehört, ich habe, HERR, um dein Werk gefürchtet. Lass es lebendig werden inmitten der Jahre, inmitten der Jahre mach es bekannt. Im Zorn denke an das Erbarmen. (Ps 25,6)3 Gott kommt aus Teman und der Heilige vom Berg Paran. Sela. Seine Hoheit bedeckt den Himmel, und sein Ruhm erfüllt die Erde. (5Mo 2,14; 5Mo 33,2)4 Und da wird ein Glänzen sein wie das Licht, ein doppelter Strahl geht aus von seiner Hand,[2] und dort ist seine Kraft verborgen. (Ps 104,2)5 Vor ihm her zieht die Pest, und auf dem Fuss folgt ihm die Seuche.6 Er trat auf und mass die Erde ab, er sah hin und schreckte Nationen auf, und die ewigen Berge brachen auseinander, die ewigen Hügel duckten sich. Die ewigen Pfade sind sein! (Ps 104,32; Mi 1,4)7 Unter dem Unrecht sah ich die Zelte von Kuschan: Sie zitterten, die Zeltdecken des Landes Midian.8 Ist dein Zorn, HERR, gegen Ströme, gegen die Ströme entbrannt, deine Wut gegen das Meer, dass du daherfährst mit deinen Pferden, in deinen siegreichen Wagen? (5Mo 33,26; Ps 68,18; Jes 66,15)9 Bereitgemacht, geweckt wird dein Bogen, Flüche von Geschossen ist die Kunde! Sela. Du spaltest das Land, dass Ströme hervorbrechen. (Ps 78,16)10 Haben sie dich gesehen, so erbebten die Berge, Sturzregen ist herangezogen, die Urflut lässt ihre Stimme hören, in die Höhe hat sie ihre Hände erhoben. (Ps 77,17)11 Die Sonne, der Mond stehen still in ihrer erhabenen Wohnung, im Licht bewegen sich deine Pfeile, im Glanz das Blitzen deines Speers.12 Voller Wut schreitest du über die Erde, voller Zorn zertrittst du Nationen. (Ps 110,5; Sach 1,15)13 Zur Rettung deines Volks bist du ausgezogen, zur Rettung deines Gesalbten, du hast den First vom Haus des Übeltäters geschlagen, den Sockel freigelegt bis auf den Fels[3]. Sela.14 Mit seinen eigenen Pfeilen hast du den Kopf seiner Anführer durchbohrt, sie sind losgestürmt, um mich zu zerstreuen in ihrem Übermut, als wollten sie den Armen verschlingen im Versteck.15 Mit deinen Pferden hast du dir einen Weg gebahnt durch das Meer, durch das Brausen grosser Wassermassen. (Ps 77,20)16 Ich hörte es, und mein Leib zitterte, wegen des Lärms erzitterten meine Lippen, Fäulnis dringt in meine Knochen, und schwankend ist mein Schritt, der ich abwarte bis zum Tag der Not, dass er aufzieht gegen das Volk, das uns angreift. (Jes 21,3; Hos 5,12; Zef 1,15)17 Denn der Feigenbaum blüht nicht, und in den Weinbergen gibt es keinen Ertrag, die Leistung des Ölbaums bleibt aus, und die Felder bringen keine Nahrung. Die Schafe sind von der Hürde getrennt, und in den Stallungen ist kein Vieh.18 Ich aber will frohlocken über den HERRN, will jubeln über den Gott meiner Rettung! (Mi 7,7; Zef 3,14)19 Der HERR, der Herr ist meine Stärke, und er hat meine Füsse gemacht wie die der Hirschkuh, und über meine Höhen lässt er mich schreiten. Für den Chormeister. Zu meinem Saitenspiel. (Ps 18,33; Jes 58,14)

Habakuk 3

Einheitsübersetzung 2016

von Katholisches Bibelwerk
1 Gebet des Propheten Habakuk, / nach der Melodie von Schigjonot. (Ps 7,1)2 HERR, ich höre die Kunde, / ich sehe, HERR, was du früher getan hast. Lass es in diesen Jahren wieder geschehen, / offenbare es in diesen Jahren! Auch wenn du zürnst, denk an dein Erbarmen! (Ps 44,2; Sir 5,6)3 Gott kommt von Teman her, / der Heilige kommt vom Gebirge Paran. [Sela] Seine Hoheit überstrahlt den Himmel, / sein Ruhm erfüllt die Erde. (5Mo 33,2; Ri 5,4; Ps 8,2; Ps 68,8; Ps 148,13)4 Und ein Leuchten wie Licht wird sein, / Strahlen gehen aus von seiner Hand, in ihnen verbirgt sich seine Macht. (1Tim 6,16)5 Die Seuche zieht vor ihm her, / die Pest folgt seinen Schritten. (5Mo 32,24; Ps 91,6)6 Er stellt sich auf und misst die Erde ab. / Er blickt hin und lässt die Völker erzittern. Da zerbersten die ewigen Berge, / versinken die uralten Hügel. Das sind von jeher seine Wege. (Jes 3,13; Am 1,2; Mi 1,3)7 Die Zelte Kuschans sehe ich voll Unheil; / auch in Midian zittern die Zelte. (Nah 3,9)8 HERR, ist dein Zorn gegen die Flüsse entbrannt, / gegen die Flüsse dein Zorn / und dein Groll gegen das Meer, dass du mit deinen Rossen heranstürmst / und mit deinen siegreichen Wagen? (Ps 68,18; Jes 19,1; Jes 66,15; Nah 1,4)9 Du hast deinen Bogen aus der Hülle genommen, / gesättigt sind die Pfeile mit Botschaft. [Sela] Du spaltest die Erde und es brechen Ströme hervor. (Jes 22,6)10 Wenn sie dich sehen, erbeben die Berge, / das Tosen der Wasser rauscht vorüber; es erhebt die Urflut ihre Stimme, / hoch oben vergisst die Sonne ihre Strahlen. (Ri 5,5; Ps 77,17; Hes 13,13; Nah 1,6)11 Der Mond bleibt in der Behausung; / als Beleuchtung schwirren deine Pfeile, / als heller Schein das Blitzen deiner Lanze. (Ps 77,18; Nah 2,4)12 Voll Zorn schreitest du über die Erde, / in deinem Groll zerstampfst du die Völker. (Ri 5,4; Ps 68,8; Jes 10,6; Mi 4,13; Zef 3,8)13 Du ziehst aus, um dein Volk zu retten, / um deinem Gesalbten zu helfen. Vom Haus des Ruchlosen schlägst du den Dachfirst weg / und legst das Fundament frei bis hinab auf den Felsen. [Sela]14 Du durchbohrst mit seinen eigenen Pfeilen den Kopf seiner Krieger; / sie stürmten heran, um mich zu verjagen; das ist ihr Übermut, / gleichwie der, der darauf aus ist, den Armen zu fressen im Versteck. (Ps 10,9)15 Du bahnst mit deinen Rossen den Weg durch das Meer, / durch das gewaltig schäumende Wasser. (Ps 77,17; Jes 43,16)16 Ich zitterte am ganzen Leib, als ich es hörte, / ich vernahm den Lärm und ich schrie. Fäulnis befällt meine Glieder / und es wanken meine Schritte. Doch in Ruhe erwarte ich den Tag der Not, / der dem Volk bevorsteht, das über uns herfällt. (Jes 21,3; Zef 1,14)17 Zwar blüht der Feigenbaum nicht, / an den Reben ist nichts zu ernten, der Ölbaum bringt keinen Ertrag, / die Kornfelder tragen keine Frucht; im Pferch sind keine Schafe, / im Stall steht kein Rind mehr. (Jer 5,17; Hos 2,14)18 Ich aber will jubeln über den HERRN / und mich freuen über Gott, meinen Retter. (Ps 18,47)19 GOTT, der Herr, ist meine Kraft. / Er macht meine Füße schnell wie die Füße der Hirsche / und lässt mich schreiten auf den Höhen. Dem Chormeister. Zum Saitenspiel. (Ps 18,33)