1Eines Tages ging Abimelech, ein Sohn von Gideon, in die Stadt Sichem, weil er die Verwandten seiner Mutter besuchen wollte. Er organisierte ein großes Familienmeeting, und als alle dort waren, hielt er eine Rede:2„Liebe Leute! Also, wenn ihr heute mal eine aussagekräftige Wahlumfrage in Sichem starten würdet, wen die Bevölkerung bei der nächsten Landtagswahl am liebsten an der Macht hätte, was denkt ihr, würde dabei rauskommen? Ist den Leuten eine Regierung aus allen siebzig Söhnen von Gideon lieber, oder wären sie eher für nur einen Mann? Ich denke, die Antwort ist klar. Überzeugt sie davon, dass ich ihr Mann sein könnte! Ich komme auch aus ihrer Familie, das gleiche Blut fließt in meinen Adern!“3Die Brüder von seiner Mutter schlossen sich Abimelech an und wurden zu seinen Wahlkampfhelfern. Sie machten in der ganzen Stadt bei den Bürgern von Sichem schwer Werbung für ihn. Das war anscheinend nicht so schwer, weil sich die Leute sagten: „Hey, das ist einer aus unsrer Familie!“4Sie gründeten eine Partei und bekamen eine fette Parteispende von 90.000 Euro vom Konto des Baals-Tempels, um den Wahlkampf zu finanzieren. Mit der Kohle bezahlte Abimelech unter anderem einen Spezialtrupp von Wahlkampfhelfern, die alle wegen Gewaltdelikten vorbestraft waren. Die hatten vor nichts und niemandem Respekt.5Mit dieser Truppe ging Abimelech in einer Nacht zum Haus seines Vater. Dort ermordete er alle seine Brüder. Alle siebzig wurden von den Männern auf dem Boden vor dem Haus hingerichtet. Nur der jüngste Sohn konnte sich in einem Schrank auf dem Dachboden verstecken. Der Junge hieß Jotam.6Als das bekannt wurde, trafen sich alle Bewohner von Sichem und Bet-Millo mit den Männern, die im Regierungsgebäude arbeiteten, an einem Ort vor der Stadt. Der Treffpunkt war das Denkmal bei der großen Eiche. Dort wählten sie mit Handzeichen Abimelech zu ihrem neuen Präsidenten.
Jotams Märchen: Das Präsidentending bringt es generell nicht
7Jotam, der letzte Überlebende von Gideons Familie, erfuhr dann auch, dass Abimelech der neue Präsident ist. Er hielt dann sofort im Fernsehen eine -feurige Ansprache an alle Leute: „An alle Bewohner von Sichem! Hört mir zu, wenn ihr wollt, dass Gott euch zuhört!8Ich erzähl euch jetzt mal ein Märchen: Es war einmal, dass in einem Wald alle Bäume eine Versammlung hatten, weil sie einen Baum als Präsidenten bestimmen wollten. Sie sagten zur Tanne: ‚Hey, warum wirst du nicht unser Präsident?‘9Aber die Tanne hatte nicht wirklich Bock drauf. ‚Soll ich etwa meinen Job als Weihnachtsbaum an den Nagel hängen, worüber sich die Kinder in der ganzen Welt jedes Jahr freuen? Warum soll ich jetzt etwa der oberste Chefbaum von allen Bäumen werden?‘10Also fragten die Bäume den Kastanienbaum: ‚Du musst jetzt unser Präsident werden!‘11Aber der Kastanienbaum war auch nicht so von der Idee begeistert. ‚Wie jetzt? Soll ich keine Kastanien mehr tragen, womit man die Hirsche und so immer gut füttern kann? Warum soll ich jetzt etwa der Chefbaum von allen Bäumen werden?‘12Als Nächstes fragten sie einen Apfelbaum: ‚Hast du nicht Bock, unser Präsident zu werden?‘13Aber der antwortete: ‚Muss ich dann aufhören, Äpfel wachsen zu lassen, wenn ich euer Präsident wäre? Da freuen sich doch die Menschen immer voll drüber, und man kann lecker Apfelmus oder Apfelkuchen da draus machen! Warum soll ausgerechnet ich der Chefbaum von allen Bäumen werden?‘14Schließlich sagten sie zur Brennnessel: ‚Hey Brennnessel, willst du nicht unser Präsi werden?‘15‚Was?‘, antwortete die Brennnessel. ‚Ihr wollt wirklich mich zu eurem Präsidenten machen? Okay, dann kommt mal unter meine Blätter und lasst mich euer Chef sein. Sonst lasse ich euch mein Gift spüren, es wird wie Feuer brennen.‘“16Nachdem Jotam dieses Märchen erzählt hatte, sagte er weiter: „Glaubt ihr im Ernst, es war korrekt von euch, Abimelech zu eurem Präsidenten zu machen? Habt ihr echt schon vergessen, was Gideon und seine Familie für euch alles gerissen haben?17Mein Vater hat sein Leben riskiert, um eure Ärsche vor den Midianitern zu retten!18Ihr habt euch heute auf die Seite von den Gegnern von meinem Vater geschlagen. Ihr habt alle seine Söhne getötet, alle siebzig einfach abgeknallt. Und dann habt ihr euch den Sohn einer einfachen Angestellten geschnappt und ihn zum Präsidenten von Sichem gemacht. Und warum? Nur weil er aus eurer Familie kommt!19Wenn das alles okay war, wenn ihr heute korrekt mit der Familie vom Gideon umgegangen seid, dann wünsch ich euch viel Glück mit Abimelech … Es soll von mir aus alles super mit euch weiterlaufen.20Wenn das aber nicht korrekt war, dann wünsch ich mir, dass ihr euch gegenseitig vernichtet. Abimelech soll alle Bewohner von Sichem, inklusive der Stadtmauern, abfackeln, und ihr sollt Abimelech unter Beschuss nehmen, sodass auch er getötet wird!“21Als Jotam fertig war mit seiner Rede, verschwand er schnell durch einen Hinterausgang. Er floh vor seinem Bruder Abimelech nach Beer und blieb dort erst mal.
Zwischen Abimelech und Sichem gibt es Beef
22Nach drei Jahren Regierungszeit über Israel23gab es plötzlich Stress zwischen den Bewohnern der Stadt Sichem und Abimelech. Die Leute hatten keinen Bock mehr auf ihn und zettelten eine kleine Revolution an.24Diese üble Abschlachtung, die Abimelech mit seinen Brüdern gebracht hatte, sollte sich an ihm rächen. Und auch die Bewohner von Sichem sollten ihre Strafe bekommen, weil sie die Mittel organisiert hatten, um diesen Mord durchzuziehen.25Zum Beispiel legten sich einige Männer aus den umliegenden Dörfern immer nachts auf die Lauer und raubten jeden aus, der die Stadt verlassen oder um sie herumreisen wollte. Diese Nachricht kam auch bei Abimelech an.26In der Zeit kam Gaal (ein Sohn von Ebed) mit seiner ganzen Familie nach Sichem. Er redete viel mit den Bürgern der Stadt, und die fingen an, ihn ganz nett zu finden.27Als der Wein abgeerntet war, stieg eine Riesenparty in dem großen Tempel, wo sie zu ihrem Pseudogott Baal beteten. Nachdem das kalte Buffet schon gut weggegessen war und sie einiges an Wein intus hatten, ging plötzlich das Geläster über Abimelech los.28Gaal sagte: „Abimelech? Ha, was ist das bitte für ein Vollidiot! So einem Typen sollen wir die Regierung unserer Stadt Sichem überlassen? Der ist doch ein Sohn von diesem Gideon, oder? Er hat Sebul zu unserem Aufpasser gemacht. Tut lieber das, was die Söhne von Hamor sagen! Der hat unsere Stadt immerhin gegründet! Aber warum sollten wir tun, was dieser komische Abimelech sagt, hä?29Ach Mann, wenn die Bevölkerung von Sichem nur mich gewählt hätte. Ich wüsste schon, wie man mit Abimelech fertig wird. Ich würde ihm den Kampf ansagen. ‚Los, hol deine Truppe zusammen‘, würde ich ihn auffordern. ‚Lass uns ’ne Runde kämpfen!‘“30Als der General Sebul, der die Armee der Stadt unter sich hatte, hörte, wie Gaal die Leute aufhetzte, wurde er richtig aggro.31Er schickte am selben Abend noch eine E-Mail an Abimelech. „Gaal, dieser Sohn vom Ebed, ist hier gerade in der Stadt und macht voll Alarm gegen dich!32Komm am besten nachts mit deiner Armee hierher, damit euch keiner sehen kann. Versteckt euch in der Nähe der Stadt.33Wenn die Sonne aufgeht, machst du einen Überfall auf Sichem, und wenn Gaal gegen dich in den Krieg zieht, kannst du dich an ihm rächen.“34Abimelech marschierte mit seinen Soldaten nachts los. Sie versteckten sich in vier Abteilungen einmal um die ganze Stadt herum.35Als Gaal morgens spazieren gehen wollte, verließ er die Stadt durch das Stadttor. Plötzlich stürmten Abimelech und seine Leute aus ihrem Versteck.36Gaal sah die Männer aus einiger Entfernung auf sich zustürmen. Er sagte zu Sebul: „Da kommen ja Soldaten aus den Bergen runter!“ – „Du brauchst langsam ’ne Brille, Gaal“, meinte Sebul zu ihm. „Das sind doch nur die Schatten der Berge, die du da siehst!“37„Doch, schau doch mal da drüben! Da kommen ein paar Leute den Abhang runter, den man auch ‚Zentrum der Erde‘ nennt. Und da ist noch ein Haufen, der auf dem Weg marschiert, der an der Zaubereiche vorbeigeht!“38„Und nun?“, fragte Sebul. „Wo ist jetzt deine große Klappe? Der Spruch kam doch von dir, mit dem ‚Was ist das für ein Vollidiot! So einem Typen sollen wir die Regierungsmacht von unserer Stadt Sichem übergeben?‘, und so. Hier, da kommt er jetzt! Jetzt kämpfe auch gegen ihn!“39Gaal übernahm den Befehl über die Armee von der Stadt Sichem.40Die Leute von Abimelech waren aber so stark, dass die Soldaten von Sichem schnell die Hosen voll hatten und flohen. Abimelech verfolgte sie, und die meisten Soldaten starben, noch bevor sie in der Stadt Schutz gefunden hatten.41Abimelech blieb dann in Aruma. Sebul schmiss aber den Gaal und seine ganze Familie für immer aus Sichem raus.
Abimelech greift Sichem an und zerstört es
42Einen Tag später waren einige Männer aus der Stadt aber schon wieder dabei, Leute auszurauben, die dort vorbeikamen. Als Abimelech das mitbekam,43organisierte er drei kleine Trupps. Jede Einheit von seinen Leuten sollte sich nachts in der Nähe der Stadt an einer anderen Stelle verstecken. Immer wenn Männer aus der Stadt rauskamen, sprangen sie aus ihrem Versteck und killten die Leute einfach.44Das lief immer ungefähr so ab: Sobald die Leute draußen waren, lief er selbst mit einer Abteilung zum Eingang der Stadt. Dort versperrte er den Rückweg, während die beiden anderen Abteilungen die Männer in die Ecke trieben und töteten.45Dann griff Abimelech die Stadt selber an. Er kämpfte mit seinen Männern den ganzen Tag, bis sie eingenommen wurde. Alle Bewohner mussten sterben. Die ganze Stadt wurde von ihm niedergewalzt. Am Ende nahm er noch eine Kiste Dynamit und sprengte damit das ganze Zentrum. Ab jetzt wuchs da für Jahrzehnte kein Gras mehr.46Als die Mitarbeiter vom Regierungsviertel von Sichem mitkriegten, dass die Stadt verloren war, flüchteten sie in den Stadtbunker. Der lag unterhalb des Tempels von ihrem Pseudogott Baal.47Abimelech kriegte die Nachricht, dass die Leute alle in dem Bunker hockten.48Er ging dann auf den Berg Zalmon, nahm eine Motorsäge und sägte sich einen großen Ast ab. Den nahm er auf seine Schultern. „Los, Leute, macht mir alles nach!“, sagte er zu seinen Männern.49Also sägte sich jeder einen Ast ab und trug ihn hinter Abimelech hoch, zum Bunkergebäude. Dann legten sie über die Lüftungsanlage einen großen Haufen Holz, übergossen den mit Benzin und zündeten ihn an. So erstickten alle Leute, die sich in dem Bunker verschanzt hatten, ungefähr 1.000 Männer und Frauen.
Abimelech stirbt
50Als Nächstes eroberte Abimelech die Stadt Tebez.51In der Mitte von der Stadt war auch ein großer Luftschutzbunker. Alle Bewohner flohen dort rein und machten die Tür hinter sich zu. Sie verschlossen die großen Stahltüren und legten die Türriegel um.52Abimelech wollte aber keinen entkommen lassen, darum plante er, auch hier über dem Lüftungsschacht auf der Oberseite ein Feuer zu legen. Als er sich dem Eingang näherte,53bewarf ihn eine Frau mit einem Stein vom Dach aus. Der Stein traf ihn am Kopf, er fiel zu Boden und blutete wie blöd.54„Komm her und verpass mir ’ne Kugel“, schrie Abimelech einen seiner Soldaten an. „Sonst heißt es nachher, ich sei von einer Frau getötet worden!“ Der Soldat ging auf ihn zu und tötete Abimelech mit einem Kopfschuss.55Als die Israeliten mitkriegten, dass Abimelech gestorben war, gingen sie wieder nach Hause, jeder, wo er hergekommen war.56So sorgte Gott dafür, dass der schlimme Mord von Abimelech an seinen siebzig Brüdern gerächt wurde. Damit hatte er ja auch seinem Vater was Schlimmes angetan.57Und auch die Bewohner von Sichem mussten für ihr oberätzendes Verhalten bezahlen. Dieser böse Wunsch, den Jotam (ein Sohn von Gideon) gegen sie ausgesprochen hatte, war Wirklichkeit geworden.
1Abimelech, der Sohn Jerubbaals, ging nach Sichem zu den Brüdern seiner Mutter und sagte zu ihnen und zur ganzen Sippe des Vaterhauses seiner Mutter: (Ri 8,31)2Redet doch vor den Ohren aller Bürger von Sichem und sagt: Was ist besser für euch: wenn siebzig Männer über euch herrschen, alle Söhne Jerubbaals, oder wenn nur ein Mann über euch herrscht? Denkt auch daran, dass ich euer Fleisch und Bein bin. (1Mo 2,23)3Da redeten die Brüder seiner Mutter seinetwegen vor den Ohren aller Bürger von Sichem all diese Worte, sodass sich ihr Herz Abimelech zuwandte. Denn sie sagten sich: Er ist unser Bruder.4Sie gaben ihm siebzig Silberstücke aus dem Tempel des Baal des Bundes und Abimelech warb damit Männer an, die nichts zu verlieren hatten und zu allem fähig waren; sie wurden sein Gefolge. (Ri 8,33)5Dann drang er in das Haus seines Vaters in Ofra ein und brachte seine Brüder, die Söhne Jerubbaals, siebzig Mann, auf ein und demselben Stein um. Nur Jotam, der jüngste Sohn Jerubbaals, blieb übrig, weil er sich versteckt hatte. (Ri 8,35)6Da versammelten sich alle Bürger von Sichem und Bet-Millo, zogen zu der Terebinthe, die bei Sichem steht, und machten Abimelech zum König. (1Mo 35,4; Jos 24,26)
Jotams Fabel
7Als man das Jotam meldete, stellte er sich auf den Gipfel des Berges Garizim und rief ihnen mit erhobener Stimme zu:
Hört auf mich, ihr Bürger von Sichem, / damit Gott auf euch hört!8Einst gingen die Bäume hin, / um sich einen König zu salben, / und sie sagten zum Ölbaum: / Sei du unser König!9Der Ölbaum sagte zu ihnen: / Habe ich etwa schon mein Fett aufgegeben, / das Götter und Menschen an mir ehren, / und werde hingehen, um über den Bäumen zu schwanken?10Da sagten die Bäume zum Feigenbaum: / Geh du hin, sei unser König!11Der Feigenbaum sagte zu ihnen: / Habe ich etwa schon meine Süßigkeit / und meine guten Früchte aufgegeben / und werde hingehen, um über den Bäumen zu schwanken?12Da sagten die Bäume zum Weinstock: / Geh du hin, sei unser König!13Der Weinstock sagte zu ihnen: / Habe ich etwa schon meinen Most aufgegeben, / der Götter und Menschen erfreut, / und werde hingehen, um über den Bäumen zu schwanken?14Da sagten alle Bäume zum Dornenstrauch: / Geh du hin, sei unser König!15Der Dornenstrauch sagte zu den Bäumen: / Wenn ihr mich wirklich zu eurem König salben wollt, / kommt, bergt euch in meinem Schatten! / Wenn aber nicht, dann soll vom Dornenstrauch Feuer ausgehen / und die Zedern des Libanon fressen.16Wenn ihr also treu und redlich gehandelt habt, als ihr Abimelech zum König machtet, und wenn ihr an Jerubbaal und seinem Haus gut gehandelt habt, wenn ihr so an ihm gehandelt habt, wie das Wirken meines Vaters es verdient,17der für euch gekämpft, sein Leben gewagt und euch aus der Hand Midians befreit hat,18während ihr euch heute gegen das Haus meines Vaters erhoben habt, seine Söhne, siebzig Männer, auf ein und demselben Stein umgebracht und Abimelech, den Sohn seiner Sklavin, zum König über die Bürger von Sichem gemacht habt, weil er euer Bruder ist, -19wenn ihr also heute treu und redlich an Jerubbaal und seinem Haus gehandelt habt, dann sollt ihr eure Freude haben an Abimelech und er soll seine Freude an euch haben.20Wenn aber nicht, dann soll Feuer von Abimelech ausgehen und die Bürger Sichems und Bet-Millo fressen. Und von den Bürgern Sichems und von Bet-Millo soll Feuer ausgehen und Abimelech fressen.21Dann machte sich Jotam davon, floh vor seinem Bruder Abimelech nach Beer und ließ sich dort nieder.
Sichems Vernichtung
22Als Abimelech drei Jahre lang über Israel geherrscht hatte,23sandte Gott einen bösen Geist zwischen Abimelech und die Bürger von Sichem, sodass die Bürger von Sichem von Abimelech abfielen.24Das Verbrechen an den siebzig Söhnen Jerubbaals sollte zurückkommen und ihr Blut sollte auf ihrem Bruder Abimelech liegen, der sie ermordet hatte, aber auch auf den Bürgern von Sichem, die seinen Händen die Kraft gegeben hatten, sie zu ermorden.25Die Bürger von Sichem legten ihm auf den Höhen der Berge einen Hinterhalt. Sie raubten dort jeden aus, der auf seinem Weg bei ihnen vorbeikam. Das wurde Abimelech gemeldet.26Gaal, der Sohn Ebeds, kam mit seinen Brüdern her und sie zogen herüber nach Sichem und die Bürger von Sichem fassten Vertrauen zu ihm.27Sie gingen aufs Feld hinaus, hielten in ihren Weinbergen die Weinlese, kelterten und feierten ein Freudenfest; sie zogen zum Haus ihres Gottes, aßen und tranken und verfluchten Abimelech.28Gaal, der Sohn Ebeds, sagte: Wer ist schon Abimelech? Und wer ist Sichem, dass wir ihm dienen sollten? Ist er nicht der Sohn Jerubbaals und ist nicht Sebul sein Vogt? Dient lieber den Männern Hamors, des Vaters von Sichem! Warum sollten gerade wir ihm dienen?29Wer gäbe diese Leute in meine Hand! Ich wollte Abimelech vertreiben. Und er sagte zu Abimelech: Vermehre dein Heer und zieh in den Kampf!30Als Sebul, der Vogt der Stadt, von den Reden Gaals, des Sohnes Ebeds, hörte, entbrannte sein Zorn.31Er schickte heimlich Boten zu Abimelech und ließ ihm sagen: Gaal, der Sohn Ebeds, und seine Brüder sind nach Sichem gekommen und hetzen nun die Stadt gegen dich auf.32Brich also noch in der Nacht mit den Leuten auf, die du bei dir hast, und leg dich auf dem freien Feld in einen Hinterhalt!33Am Morgen aber brich bei Sonnenaufgang auf und rück gegen die Stadt vor! Sobald dann Gaal mit seinen Leuten gegen dich ausrückt, mach mit ihm, wie deine Hand es finden wird.34Abimelech brach noch in der Nacht mit allen Leuten, die er bei sich hatte, auf und sie legten sich in vier Abteilungen bei Sichem in einen Hinterhalt.35Als Gaal, der Sohn Ebeds, herauskam und vor das Stadttor trat, brach Abimelech mit seinen Leuten aus dem Hinterhalt hervor.36Als Gaal die Männer sah, sagte er zu Sebul: Sieh, da steigen Leute von den Höhen der Berge herunter. Sebul entgegnete ihm: Du siehst den Schatten der Berge für Menschen an.37Doch Gaal redete weiter und sagte: Sieh doch, da kommen Leute vom Nabel des Landes herab und eine Abteilung kommt aus der Richtung der Orakel-Terebinthe.38Da sagte Sebul zu ihm: Wo bleibt nun dein Maul, mit dem du gesagt hast: Wer ist schon Abimelech, dass wir ihm dienen sollten? Sind das nicht die Leute, die du verachtet hast? Rück jetzt nur aus und kämpfe gegen ihn!39Da rückte Gaal an der Spitze der Bürger von Sichem aus und kämpfte gegen Abimelech.40Abimelech verfolgte ihn, er musste vor ihm fliehen und viele fielen erschlagen bis zum Eingang des Tores.41Abimelech aber blieb in Aruma wohnen und Sebul vertrieb Gaal und seine Brüder; sie konnten nicht mehr in Sichem bleiben.42Am anderen Morgen gingen die Leute aufs Feld hinaus. Das meldete man Abimelech.43Er nahm seine Leute, teilte sie in drei Abteilungen und legte auf dem Feld einen Hinterhalt. Als er sah, wie die Leute aus der Stadt herauskamen, überfiel er sie und erschlug sie.44Abimelech stürmte mit den Abteilungen, die bei ihm waren, vor und bezog am Eingang des Stadttors Stellung, während die beiden Abteilungen auf die, die auf dem Feld waren, eindrangen und sie erschlugen.45Abimelech kämpfte jenen ganzen Tag gegen die Stadt. Er eroberte sie und tötete ihre Einwohner. Dann zerstörte er die Stadt und streute Salz über sie.46Als die Besatzung der Burg von Sichem davon hörte, zog sie sich in das Gewölbe des Tempels des Bundesgottes zurück.47Abimelech wurde gemeldet, dass sich die ganze Besatzung der Burg von Sichem dort versammelt hatte.48Daraufhin stieg Abimelech mit all seinen Leuten den Berg Zalmon hinauf. Abimelech nahm seine Axt in die Hand, hieb einen Busch ab, hob ihn auf, legte ihn auf seine Schulter und sagte zu seinen Leuten: Macht mir nach, was ihr gesehen habt, aber schnell![1]49Da hieben auch alle seine Leute einen Busch ab und zogen hinter Abimelech her. Sie legten die Zweige auf das Gewölbe und zündeten sie an und steckten das Gewölbe über der Besatzung in Brand. So kam auch die ganze Besatzung der Burg von Sichem um, etwa tausend Männer und Frauen.
Abimelechs Ende
50Dann zog Abimelech nach Tebez, belagerte die Stadt und nahm sie ein.51Mitten in der Stadt aber war eine starke Burg. Dorthin flohen alle Männer und Frauen und alle Herren der Stadt. Sie schlossen hinter sich zu und stiegen auf das Dach der Burg.52Abimelech rückte an die Burg heran und eröffnete den Kampf gegen sie. Als er sich dem Burgtor näherte, um es in Brand zu stecken,53warf eine Frau Abimelech einen Mühlstein auf den Kopf und zerschmetterte ihm den Schädel. (2Sam 11,21)54Da rief er eilends seinen Waffenträger und sagte zu ihm: Zieh dein Schwert und töte mich! Man soll nicht von mir sagen: Eine Frau hat ihn umgebracht. Der junge Mann durchbohrte ihn und er starb.55Als die Israeliten sahen, dass Abimelech tot war, ging jeder zurück in seinen Heimatort.56So ließ Gott das Verbrechen, das Abimelech an seinem Vater begangen hatte, als er seine siebzig Brüder umbrachte, zurückfallen57und alles Böse, das die Einwohner von Sichem getan hatten, ließ Gott auf ihren Kopf zurückfallen. So kam über sie der Fluch Jotams, des Sohnes Jerubbaals.