Prediger 2

VOLXBIBEL

von SCM Verlag
1 Also hab ich mir überlegt, ab sofort nur noch Party zu machen. Ich wollte das Leben genießen und es mir einfach gut gehen lassen. Aber dann musste ich feststellen: Auch das bringt es nicht.2 Mal ehrlich, was bringt es dir wirklich, den ganzen Tag zu lachen? Auch bei Spaß kommt am Ende nichts Richtiges bei rum.3 Also hab ich beschlossen, mich ab sofort nur noch breit zu hauen. Ich nahm Drogen, um mein Bewusstsein zu erweitern und versuchte, high zu meditieren. Ich dachte mir: So bekomme ich vielleicht voll den Wissens-Flash und krieg ganz sicher raus, was man am besten mit seinem Leben anstellt.4 Dann hab ich mal ein paar größere Projekte gestartet. Ich hab mir eine Villa gebaut und zwei, drei Weinberge gekauft.5 So ein paar Obstplantagen mit ganz vielen tollen Bäumen hab ich mir auch gekauft.6 Ich habe einige Teiche angelegt und mit dem Wasser einen ganzen Wald bewässert.7 Schließlich habe ich meinen eigenen Öko-Anbau-Betrieb mit vielen Angestellten auf die Beine gestellt, von denen einige früher schon bei meinem Vater gearbeitet haben. Mir gehörten viele Rinder und Schafe, und in ganz Jerusalem gab es keinen, dem so viele gehörten wie mir.8 Das Geschäft lief super, und bald hatte ich ein fettes Schweizer Bankkonto, einen Haufen Aktien und den Tresor bis oben hin voll mit Goldbarren. Das hatte ich mir alles durch meine Beziehungen besorgt. Ich hatte meine eigene Plattenfirma, einen Vergnügungspark usw. Und Frauen hatte ich auch bis zum Abwinken.9 Meine Macht wurde immer größer, mein Konto wuchs immer weiter, kein Präsident vor mir hatte so viel wie ich. Außerdem war ich total schlau.10 Was ich haben wollte, konnte ich mir auch leisten. Jeder Wunsch wurde mir erfüllt, alles, worauf ich Bock hatte, bekam ich. Ich war eine Zeit lang voll geflasht, dass ich es so weit gebracht hatte, ich war richtig glücklich.11 Irgendwann hab ich mich zurückgelehnt und mir mein ganzes Leben angeschaut. Ich hab mal überlegt, was ich mir bis dahin aufgebaut hatte und was mich das alles gekostet hat. Und ich kam zu dem Schluss, dass letztendlich alles umsonst ist, das bringt es einfach nicht. Wie man es auch dreht und wendet, für nichts von den Sachen, die ich erreicht hatte, hat es sich wirklich gelohnt, sich derart reinzuhängen.12 Ich hab dann auch mal über was anderes nachgedacht. Ich wollte checken, was das eigentlich genau ist, das „Wissen“. Und ich wollte im Gegensatz dazu auch mal rauskriegen, was „Dummheit“ ist, wie das abgeht, wenn man nicht viel kapiert. Denn der Kerl, der nach mir Präsident wird, wird auch nur mit Wasser kochen und Sachen bringen, die ein anderer schon mal gebracht hat.13 Mir wurde erst mal klar, dass es besser ist, klug und schlau zu sein, als nichts in der Birne zu haben. Es ist ja auch besser, das Licht anzumachen, als die ganze Zeit im Dunkeln rumzutapsen.14 Leute, die ihren Kopf nicht nur zum Haarewaschen haben, können eins und eins zusammenzählen und sich ausrechnen, was wann passieren wird. Idioten laufen im Dunkeln und sehen nicht, was auf sie zukommt. Trotzdem wurde mir auch schnell klar, dass mit jedem Menschen am Ende immer das Gleiche passiert: Er stirbt.15 Also kam ich zu dem Schluss, dass das, was dem dummen Menschen passiert, auch mir passieren wird. Was sollte also die ganze Lernerei? Was bringt mir die ganze Intelligenz? Wofür die Weisheit? Mir wurde klar, dass das ganze Wissen eben auch umsonst ist.16 Schlaue Menschen müssen genauso sterben wie dumme Menschen, und man wird sich an beide genauso lange erinnern können. Und ehe man sich umguckt, hat man sie schon vergessen.17 Als mir das klar wurde, bekam ich plötzlich voll den Hass gegen das Leben. Denn jetzt war ich mir sicher, dass ich machen kann, was ich will, es ist eh alles für den Arsch. Nichts hat wirklich Bedeutung im Leben, es ist so, als würdest du versuchen, einen Furz einzufangen.18 Ich hatte ab da keinen Bock mehr auf meine Arbeit. Denn was ich mir auch von dem Lohn kaufen würde, am Ende bekommt es ja doch jemand anders, wenn ich tot bin.19 Und wer kann mir jetzt schon sagen, ob der Typ, der es bekommt, dann überhaupt Grips in der Birne haben wird? Ich habe mir das schließlich mit Mühe und durch mein Wissen erarbeitet. Aber trotzdem kann er dann damit machen, was er will. Auch das ist doch letztendlich umsonst!20 Schließlich bekam ich voll die Depressionen, weil ja alles, was ich bis zu dem Tag gemacht hatte, alles, was ich angespart und gelernt hatte, umsonst war.21 Ist doch so! Da arbeitet man wie blöd, lernt wie verrückt und versucht, mehr und mehr Sachen zu kapieren, und muss sie am Ende an einen Menschen weitervererben, der das gar nicht zu schätzen weiß, weil er nichts dafür getan hat. Auch das ist doch letztendlich umsonst, das bringt es nicht.22 Was bleibt einem am Ende für die ganze Maloche, Arbeit und Anstrengung?23 Nichts! Jeden Tag hat man nur Ärger am Hals, man macht sich die ganze Zeit über irgendwas Sorgen, das ist schon fast eine Sucht. Und nachts kann man nicht pennen, weil man an so viele Sachen -denken muss.24 Es gibt erst mal nichts Besseres für den Menschen, als richtig gut zu essen und zu trinken. Einfach mal locker lassen und sich was gönnen von den Dingen, für die man gearbeitet hat. Als ich drüber nachdachte, wurde mir klar, dass das von Gott kommen muss.25 Er sagt ja: „Wer kann essen, trinken und dabei Spaß haben, und das ohne mich?“26 Gott gibt den Menschen, die Bock auf ihn haben, Schnall vom Leben und Freude daran. Aber bei den Menschen, die keinen Bock auf ihn haben, sorgt er dafür, dass sie viel Geld verdienen, damit sie das den Menschen abgeben müssen, die für Gott okay leben. Aber letztendlich ist auch das alles umsonst, es ist unwichtig, ohne Bedeutung.

Prediger 2

Einheitsübersetzung 2016

von Katholisches Bibelwerk
1 Ich dachte mir: Auf, versuch es mit der Freude, genieß das Glück! Das Ergebnis: Auch das ist Windhauch. (Pred 2,3; Pred 3,12; Weis 2,6)2 Über das Lachen sagte ich: Wie verblendet!, / über die Freude: Was bringt sie schon ein? (Spr 14,13; Spr 17,22; Spr 20,1; Spr 23,29; Sir 21,20)3 Ich trieb meine Forschung an mir selbst, indem ich meinen Leib mit Wein lockte, während mein Verstand das Wissen auf die Weide führte, und indem ich das Unwissen gefangen nahm. Ich wollte dabei beobachten, wo es vielleicht für die einzelnen Menschen möglich ist, sich unter dem Himmel Glück zu verschaffen während der wenigen Tage ihres Lebens. (Ps 104,15; Pred 2,1; Sir 31,25)4 Ich vollbrachte meine großen Taten: Ich baute mir Häuser, / ich pflanzte mir Weinberge. (1Mo 2,8; 1Kön 7,1; 2Chr 8,6; Hl 8,11)5 Ich legte mir Gärten und Parks an, / darin pflanzte ich alle Arten von Bäumen. (1Mo 1,11; 1Mo 2,8; Neh 2,8; Hl 4,13)6 Ich legte mir Wasserbecken an, / um aus ihnen den sprossenden Baumbestand zu bewässern. (Neh 2,14)7 Ich kaufte Sklaven und Sklavinnen, / obwohl ich schon hausgeborene Sklaven besaß. Auch Vieh besaß ich in großer Zahl, Rinder, Schafe, Ziegen, / mehr als alle meine Vorgänger in Jerusalem. (1Kön 5,3; 1Kön 8,63; 1Kön 10,5; 1Kön 10,23)8 Ich häufte mir auch Silber und Gold an / und, als meinen persönlichen Schatz, Könige / und ihre Provinzen. Ich besorgte mir Sänger und Sängerinnen und die Lust der Männer: Brüste und nochmals Brüste. (2Sam 19,36; 1Kön 5,1; 1Kön 10,21; 1Kön 11,1; 1Kön 11,3; Est 2,1; Pred 9,7; Hl 6,8; Hl 8,11)9 Ich war schon groß gewesen, doch ich gewann noch mehr hinzu, sodass ich alle meine Vorgänger in Jerusalem übertraf. Und noch mehr: Mein Wissen stand mir zur Verfügung, (1Kön 5,9; 1Kön 10,23; Pred 1,16)10 und was immer meine Augen sich wünschten, verwehrte ich ihnen nicht. Ich musste meinem Herzen keine einzige Freude versagen. Denn mein Herz konnte immer durch meinen ganzen Besitz Freude gewinnen. Und das war mein Anteil, den ich durch meinen ganzen Besitz gewinnen konnte. (Pred 2,1; Pred 3,12; Pred 5,17; Pred 8,15; Pred 9,6; Pred 11,7)11 Doch dann dachte ich nach über alle meine Taten, die, die meine Hände vollbracht hatten, und über den Besitz, für den ich mich bei diesem Tun angestrengt hatte. Das Ergebnis: Das ist alles Windhauch und Luftgespinst. Es gibt keinen Vorteil unter der Sonne. (Pred 1,3)12 Ich dachte nach, indem ich beobachtete, was Wissen wirklich ist und was Verblendung und Unwissen wirklich sind. Außerdem: Was für ein Mann wird auf den König folgen, den sie einst eingesetzt haben? (1Kön 12,1; Pred 1,17; Pred 7,25)13 Ich beobachtete: Es gibt einen Vorteil, den das Wissen bietet, aber nicht das Unwissen, wie es einen Vorteil gibt, den das Licht bietet, aber nicht die Dunkelheit: (Pred 6,8; Weis 7,1)14 Der Gebildete hat Augen im Kopf, der Ungebildete tappt im Dunkeln. Aber ich erkannte auch: Beide trifft ein und dasselbe Geschick. (Hi 9,22; Spr 4,18; Pred 3,19; Pred 8,1; Pred 9,2; Pred 10,2; Dan 5,11; Weis 7,10)15 Da dachte ich mir: Was den Ungebildeten trifft, trifft also auch mich. Warum bin ich dann über die Maßen gebildet? Und ich überlegte mir, dass auch das Windhauch ist. (Pred 7,16)16 Denn an den Gebildeten gibt es ebenso wenig wie an den Ungebildeten eine Erinnerung, die ewig währt, weil man schon in den Tagen, die bald kommen, beide vergessen wird. Wie ist es möglich, dass der Gebildete ebenso sterben muss wie der Ungebildete? (Ps 49,11; Pred 1,11; Pred 9,5; Weis 2,4; Sir 10,10; Sir 39,9; Sir 41,11)17 Da verdross mich das Leben. Denn das Tun, das unter der Sonne getan wurde, lastete auf mir als etwas Schlimmes. Denn es ist alles Windhauch und Luftgespinst. (Pred 5,12; Pred 6,1)18 Mich verdross auch mein ganzer Besitz, für den ich mich unter der Sonne anstrenge und den ich dem Menschen überlassen muss, der nach mir kommt. (1Kön 12,1; Hi 31,8; Ps 39,7; Ps 49,17; Pred 2,2; Pred 6,1; Sir 14,15)19 Wer weiß, ob er ein Wissender ist oder ein Unwissender? Jedenfalls wird er über meinen ganzen Besitz verfügen, für den ich mich unter der Sonne angestrengt und mein Wissen eingesetzt habe. Auch das ist Windhauch. (Sir 47,23)20 Ich stellte mich um und überließ mich der Verzweiflung über meinen ganzen Besitz, für den ich mich unter der Sonne angestrengt hatte.21 Denn es kommt vor, dass ein Mensch, dessen Besitz durch Wissen, Können und Erfolg erworben wurde, ihn einem andern, der sich nicht dafür angestrengt hat, als dessen Anteil überlassen muss. Auch das ist Windhauch und etwas Schlimmes, das häufig vorkommt. (Pred 6,2; Sir 11,18)22 Was erhält der Mensch dann durch seinen ganzen Besitz und durch das Gespinst seines Geistes, für die er sich unter der Sonne anstrengt? (Pred 1,3)23 Alle Tage besteht sein Geschäft nur aus Sorge und Ärger und selbst in der Nacht kommt sein Geist nicht zur Ruhe. Auch das ist Windhauch. (Hi 7,1; Pred 1,18; Pred 5,16; Pred 8,16; Pred 11,10; Jes 28,12; Mt 11,28; Sir 40,5)24 Nicht im Menschen selbst gründet das Glück, dass er essen und trinken und durch seinen Besitz das Glück selbst kennenlernen kann. Ich habe vielmehr beobachtet, dass dies von Gottes Verfügung abhängt. (1Kön 4,20; Pred 2,10; Weis 1,16; Sir 14,11)25 Denn wer hat zu essen, wer weiß zu genießen, wenn nicht ich? (Pred 9,1)26 Ja, es gibt Menschen, denen Gott wohl will. Es sind die, denen er Wissen, Können und Freude geschenkt hat. Und es gibt Menschen, deren Leben verfehlt ist. Es sind diejenigen, die er mit dem Geschäft beauftragt hat, zu sammeln und zu horten und dann alles denen zu geben, denen er wohl will. Auch das ist Windhauch und Luftgespinst. (Hi 27,16; Spr 13,22; Spr 28,8; Pred 7,26)