1Ich habe dann zu Gott gesagt: „Gott? Sag mal, du liegst ja generell immer richtig, und wenn man mit dir streitet, zieht man immer den Kürzeren. Trotzdem möchte ich mit dir über ein paar Sachen diskutieren. Warum ist das so, dass die Leute, die ohne dich leben, oft so erfolgreich sind? Warum geht es denen gut, obwohl ihnen total egal ist, was du sagst. Die wollen doch sowieso nichts von dir wissen.2Ich sag das jetzt mal in einem Bild: Du hast sie gepflanzt, sie haben Wurzeln bekommen und sind gut gewachsen, haben Früchte bekommen und so. Die reden zwar ständig von dir, aber innerlich sind sie meilenweit entfernt von dir.3Mich kennst du gut, wir sind sozusagen befreundet. Du checkst mich die ganze Zeit ab, du weißt, wie ich ticke und dass ich zu dir stehe. Kannst du diese Leute nicht einfach mal verhaften? Kannst du sie nicht alle, wie Kühe, schon mal für ihre Schlachtung klarmachen?4Weil diese Leute schon immer so link unterwegs waren, sind alle Kühe und auch die Vögel krank oder gestorben. Das Land ist vertrocknet und die Pflanzen auf den Feldern auch. Diese Leute glauben dabei auch noch, dass du ein Auge zudrückst und das Ende davon nicht sehen kannst.“5Gott antwortete mir: „Wenn du schon dabei schlappmachst, neben Fußgängern zu gehen, wie willst es dann schaffen, bei einem Radrennen mitzuhalten? Und wenn du dich nur sicher fühlst in einem Land, wo gerade kein Krieg abgeht, was willst du dann machen, wenn du im dichten Schilf am Ufer vom Jordanfluss stehst?6Alle deine Verwandten, sogar deine Brüder, haben dich fallen gelassen! Die reden nur noch schlecht über dich, und das so laut, dass jeder es hören kann. Vertrau denen nicht, auch wenn sie versuchen, sich bei dir einzuschleimen.“
Gott ist traurig über das Urteil, das er als Richter fällen muss
7Gott sagte weiter: „Ich hab meine Leute verlassen, ich hab sie aufgegeben. Mein Liebling, der mir so ans Herz gewachsen war, ich musste ihn fallen lassen, direkt in die Hand der Feinde.8Es ist, als ob jemand aus meiner Familie für mich plötzlich gefährlich geworden ist, so gefährlich wie ein tollwütiger Hund von der Straße. Er hat angefangen zu knurren, wenn ich ihm zu nahe gekommen bin, darum hasse ich ihn.9Sind mein Land und meine Leute jetzt wie ein Kanarienvogel, der frei im Zimmer rumfliegt, bis die Katzen ankommen und ihn auffressen? Bringt alle wilden Tiere her, damit sie was zum -Fressen haben!10Irgendwelche Präsidenten sind angekommen und haben meinen Weinberg zerstört. Sie haben meinen Acker zertreten. Meinen wertvollen Acker haben sie einfach plattgewalzt, da wächst jetzt nichts mehr.11Das ganze Land wurde zu einer Wüste, das ist echt traurig. Keiner hat sich darum gekümmert, es war ihnen egal.“12Über die Berge, wo nichts drauf wächst, rücken Armeen ins Land ein. Gott kommt mit seinen Waffen und macht überall im Land alles platt, von einem Ende bis zum anderen Ende. Kein Mensch kann sich vor diesem Krieg drücken.13Sie haben Weizen gesät, aber Brennnesseln geerntet. Sie haben alles gegeben, aber es hat nichts gebracht. Gott war total sauer, er hat alles kaputt gemacht.
Juda und die Völker, die nebenan leben
14Gott sagt: „Das geht jetzt an alle fiesen Nachbarvölker, die sich das Land von meinen Leuten unter den Nagel reißen wollen. Dieses Land hab ich ihnen für immer geschenkt. Ich werde sie zwar aus ihrem Land rausschmeißen, und die Leute von Juda werde ich auch von dort wegschicken.15Nachdem ich das erledigt habe, werde ich aber wieder nett mit ihnen umgehen und sie zurückbringen. Jeder wird wieder dort in dem Gebiet wohnen können, das ich ihnen mal geschenkt hatte.16Folgendes hab ich beschlossen: Wenn diese Ausländer wirklich so leben wollen, wie meine Leute auch leben, wenn sie auch auf meinen Namen schwören, dann soll es ihnen voll gut gehen in meiner Truppe. So wie sie vorher meinen Leuten beigebracht haben, zu diesem Plastikgott Baal zu beten, so sollen meine Leute ihnen beibringen, zu mir zu gehören.17Falls sie da aber keinen Bock drauf haben, dann werde ich sie endgültig vernichten. Ich werfe sie auf den Müll, sie sind verloren!“
Jeremia 12
Einheitsübersetzung 2016
von Katholisches Bibelwerk1Du bleibst im Recht, HERR, auch wenn ich mit dir streite; / dennoch muss ich mit dir rechten.
Warum haben die Frevler Erfolg, / weshalb können alle Abtrünnigen sorglos sein? (Hi 21,7; Ps 73,3)2Du hast sie eingepflanzt und sie schlagen Wurzel, / sie wachsen heran und bringen auch Frucht.
Nahe bist du ihrem Mund, / aber fern von ihrem Inneren.3Du jedoch, HERR, kennst und siehst mich; / du hast mein Herz erprobt, / ob es bei dir ist.
Raff sie weg wie Schafe zum Schlachten, / sondere sie aus für den Tag des Mordens!4Wie lange noch soll das Land vertrocknen, / das Grün auf allen Feldern verdorren?
Wegen der Bosheit seiner Bewohner schwinden / Vieh und Vögel dahin, / denn sie sagen: Er sieht unsre Zukunft nicht. -5Wenn schon der Wettlauf mit Fußgängern dich ermüdet, / wie willst du mit Pferden um die Wette laufen?
Wenn du nur im friedlichen Land dich sicher fühlst, / wie wirst du dich verhalten im Dickicht des Jordan?6Selbst deine Brüder und das Haus deines Vaters handeln treulos an dir; / auch sie schreien laut hinter dir her.
Trau ihnen nicht, / selbst wenn sie freundlich mit dir reden! (Jer 9,3)
Klage Gottes über sein Land und die Anklage der Hirten
7Ich verlasse mein Haus, / ich verstoße mein Erbteil.
Meinen Herzensliebling gebe ich preis / in die Hand seiner Feinde.8Mein Erbteil wandte sich gegen mich / wie ein Löwe im Wald.
Es erhob gegen mich seine Stimme; / deshalb bin ich ihm feind.9Ist mir mein Erbteil zur Höhle einer Hyäne geworden, / dass Raubvögel es umlagern?
Auf, sammelt euch, alle Tiere des Feldes, / kommt zum Fraß! (Jes 56,9)10Viele Hirten / haben meinen Weinberg verwüstet,
mein Feld zertreten, / mein prächtiges Feld zur öden Wüste gemacht.11Man hat es in dürres Ödland verwandelt, / verwüstet trauert es vor mir.
Das ganze Land ist verödet, / doch keiner nimmt sich das zu Herzen.12Über alle Hügel der Steppe / drangen Verderber ein;
denn ein Schwert frisst für den HERRN von einem Ende des Landes zum andern Ende des Landes. / Es gibt keinen Frieden für alles Fleisch.13Sie haben Weizen gesät und Dornen geerntet, / sie haben sich abgemüht, es hat ihnen nichts genützt.
Werdet beschämt von euren Erträgen / wegen des glühenden Zornes des HERRN!
Gericht und Heil über die Nachbarvölker Israels
14So spricht der HERR über alle meine bösen Nachbarn, die das Erbteil antasten, das ich meinem Volk Israel zum Erbe gegeben habe: Siehe, ich reiße sie von ihrem Boden aus; doch auch das Haus Juda reiße ich aus ihrer Mitte.15Und es wird sein: Nachdem ich sie ausgerissen habe, will ich umkehren und mich ihrer erbarmen und ich werde sie zurückbringen, einen jeden in sein Erbteil und jeden in seine Heimat.16Und es wird sein: Wenn sie wirklich die Wege meines Volkes lernen, sodass sie bei meinem Namen schwören: So wahr der HERR lebt!, wie sie vorher mein Volk gelehrt hatten, beim Baal zu schwören, dann sollen sie inmitten meines Volkes wieder aufgebaut werden. (Jer 4,2)17Gehorchen sie jedoch nicht, so werde ich dieses Volk völlig ausreißen und vernichten - Spruch des HERRN.