Hiob 20

VOLXBIBEL

von SCM Verlag
1 Dann fing Zofar von Naama an zu reden.2 „Mann, ich krieg mich gleich nicht mehr ein, ich koche! Ich muss dir jetzt einfach mal was verklickern, sonst platze ich gleich. Warum?3 Erst mal werde ich hier von dir voll angemacht. Aber ich hab nun mal den Durchblick und komme zu einem komplett anderen Ergebnis als du!4 Sag mal, hast du nicht kapiert, dass eine Sache immer gleich ist, seitdem Gott die Menschen auf die Erde losgelassen hat?5 Leute, die link drauf sind, haben nicht viel Spaß! Und wer krumme -Dinger dreht, dem vergeht schnell das Lachen!6 Auch wenn sein Ego bis an den Himmel reicht und sein Kopf schon in den Wolken hängt –7 irgendwann spült man ihn im Klo runter, und die Leute, die ihn kannten, fragen sich alle: ‚Wo ist der Typ jetzt bloß geblieben?‘8 Wie ein seltsamer Traum, an den man sich am nächsten Morgen nicht mehr erinnern kann, ist er plötzlich verschwunden. Oder wie ein Depri-Gedanke, den man dann schnell verdrängt, ist er plötzlich nicht mehr da.9 Menschen, die ihn früher noch gesehen haben, werden ihn dann nicht mal mehr anrufen können. Seine Wohnung wird renoviert und an jemand anderen vermietet.10 Die Söhne von ihm müssen mit den Leuten verhandeln, bei denen er noch Schulden hatte. Anschließend hängen sie alle beim Sozialamt im Wartezimmer.11 Früher hat er jeden Tag im Fitnesscenter Hanteltraining gemacht, jetzt turnt seine Leiche nur noch auf dem Friedhof.12 Gemeine Gedanken fand er früher irgendwie auch gut, er hat es fast genossen, fiese Dinger zu drehen.13 Wie ein Stück Schokolade ließ er so was langsam in seinem Mund zerschmelzen, damit er den Geschmack noch lange genießen konnte.14 Aber als er es dann runterschluckte, verwandelte es sich in seinem Magen in Gammelfleisch. Es ist, als ob er Zyankali geschluckt hätte.15 Die ganze Kohle, die er von anderen abgezogen hatte, musste er -wieder auskotzen. Gott hat dafür gesorgt, dass es ihm schwer im Magen lag.16 Er hatte dieses Gammelfleisch gegessen, das auch noch mit Gift verseucht war. Das hat ihn umgebracht.17 Von diesen ganzen netten Sachen, die hier in dem Land sind, wo es alles gibt und davon reichlich, davon darf er nichts mehr abkriegen.18 Was er sich verdient und zusammengespart hat, muss er alles zurückgeben, er kann es nicht behalten. Von seiner Kohle darf er sich nichts Schönes kaufen, um sich darüber mal zu freuen.19 Er hat nämlich die Obdachlosen, die auf der Straße lagen, auch noch getreten und ist dann einfach weitergegangen. Leer stehende Häuser hat er für wenig Geld aufgekauft und teuer weiterverkauft, anstatt sie zu renovieren.20 Dabei konnte er den Hals nicht voll kriegen, es war nie genug, er wollte immer mehr haben.21 Er war so gierig wie ein Fresssüchtiger nach Essen. Nichts konnte ihn aufhalten. Und darum wird es ihm auch nicht lange wirklich gut gehen.22 Trotz seines ganzen Luxus’ wird er irgendwann richtig Probleme kriegen. Die Leute, denen es dreckiger geht als ihm, werden zuschlagen.23 Und dann wird Folgendes passieren: Wenn man Wut essen könnte, würde Gott ihm so viel davon vorbeischicken, dass er sich den Bauch damit vollschlagen könnte, so verdammt sauer wird er auf ihn sein. Davon würde er so pappsatt werden, dass sonst nichts mehr reingeht.24 Und wenn er einen Autounfall überlebt, dann wird er kurze Zeit später bei einer Schießerei getötet.25 Die Kugel durchdringt sein Herz, aus der Wunde tropft das Blut. Der Schock fährt ihm so heftig in seine Körperteile, dass er sich davon nicht mehr erholt.26 Das Pech verfolgt ihn. Ätzende Sachen, die nicht von Menschen kommen, treffen ihn und machen ihn kaputt. Und auch die Leute aus seiner Familie werden es ganz hart abbekommen.27 Die Gerichtsverhandlung im Himmel wird zeigen, wo er überall richtig Mist gebaut hat, und viele Menschen werden dort gegen ihn aussagen.28 Sein ganzes Vermögen geht verloren. Wenn Gott richtig sauer ist, wird alles weggespült werden, was mal dem Typen gehört hat, wie wenn ein Riesen-Tsunami über sein Leben rollt.29 Das passiert mit Menschen, die ohne Gott leben, das wird für sie dabei rausspringen.“

Hiob 20

Einheitsübersetzung 2016

von Katholisches Bibelwerk
1 Da antwortete Zofar von Naama und sprach:2 Darum drängt mich meine Erregung zur Antwort / und deswegen stürmt es in mir.3 Schmähende Rüge muss ich hören, / doch der Geist meiner Einsicht lässt mich entgegnen.4 Weißt du das nicht von Urzeit her, / seit er Menschen auf die Erde gesetzt hat:5 dass kurz nur währt der Frevler Jubel, / einen Augenblick nur des Ruchlosen Freude?6 Steigt auch sein Übermut zum Himmel / und rührt sein Kopf bis ans Gewölk, (Ps 37,35)7 wie sein Kot vergeht er doch für immer; / die ihn gesehen haben, werden fragen: Wo ist er?8 Wie ein Traum verfliegt er / und ist nicht mehr zu finden, / wird weggescheucht wie ein Gesicht der Nacht. (Ps 73,20)9 Das Auge, das ihn sah, erblickt ihn nicht wieder, / seine Stätte schaut ihn nie mehr.10 Seine Söhne müssen die Armen günstig stimmen, / seine Hände müssen seine Habe zurückgeben.11 Strotzen von Jugendkraft auch seine Glieder, / sie betten sich doch mit ihm in den Staub.12 Schmeckt süß das Böse in seinem Mund, / birgt er es unter seiner Zunge, (Spr 20,17; Sir 40,30)13 spart er es auf und will nicht von ihm lassen, / hält er es auch tief in seinem Gaumen fest,14 in seinem Innern verwandelt sich die Speise, / sie wird in seinem Leib zu Natterngift.15 Das Gut, das er verschlungen hat, speit er aus; / aus seinem Leib treibt Gott es heraus.16 Das Gift von Nattern saugt er ein, / es tötet ihn der Viper Zunge. (5Mo 32,33)17 Nicht darf er Bäche schauen, / nicht Flüsse, die von Honig und Rahm fließen.18 Zurückgeben muss er seinen Gewinn, / genießen darf er ihn nicht, / darf sich nicht freuen am ertauschten Gut. (Ps 109,11)19 Denn Arme schlug er nieder, ließ sie liegen, / raubte das Haus, das er nicht gebaut. (Ps 109,16)20 Denn kein Genug kennt er in seinem Bauch, / drum entkommt er nicht mit seinen Schätzen.21 Nichts entgeht seinem Fraß, / darum hält sein Glück auch nicht stand.22 Trotz vollen Überflusses kommt er in Not, / die ganze Wucht des Elends fällt ihn an. (Hi 21,17)23 Und so geschieht es: Um des Frevlers Bauch zu füllen, / lässt Gott auf ihn die Gluten seines Zornes los, / lässt auf ihn regnen seine Schläge.24 Flieht er vor dem Eisenpanzer, / durchbohrt ihn der Bogen aus Bronze.25 Er zückte das Schwert und es kam heraus aus seinem Rücken, / ein Blitz aus seiner Galle. / Schrecken gehen über ihn hinweg.26 Nur finsteres Unheil ist für ihn aufbewahrt, / Feuer, von niemand entfacht, verzehrt ihn, / frisst noch den letzten Mann in seinem Zelt. (Hi 15,23; Hi 15,34)27 Der Himmel enthüllt seine Schuld, / die Erde bäumt sich gegen ihn auf.28 Weggeführt wird der Ertrag seines Hauses, / dahingerafft am Tag seines Zorns.29 Das ist des Frevlers Anteil von Gott, / das Erbe, das Gott ihm zuspricht. (Hi 17,13)