1In dem elften Jahr, wo wir in Kriegsgefangenschaft waren, redete Gott mal wieder mit mir. Und zwar war das am 1. Juni, als er zu mir sagte:2„Hey du, Mensch! Geh zu dem Präsidenten der Ägypter und sag etwas zu ihm und zu seinen Leuten. ‚Du bist der Größte!‘, musst du ihm von mir sagen. ‚Wer kann sich mit dir und deiner Macht vergleichen?3Du warst wie eine riesengroße Zeder, die auf dem Libanongebirge wächst. Du hattest große Zweige, die viel Schatten gegeben haben. Du bist so hoch gewachsen, dass deine Spitze bis zu den Wolken reichte.4Diese Zeder hatte immer genug Wasser, darum konnte sie so groß werden. Es kam aus der Tiefe, aus unterirdischen Wasserquellen, die dort überall waren, wo die Zeder gestanden hat. Diese Quellen geben auch den ganzen Bäumen und Wiesen ringsherum Wasser.5Darum wurde sie immer größer, sie wuchs höher als alle anderen Bäume. Sie bekam auch mehr Äste, die länger wuchsen als normal. Das lag alles an dem vielen Wasser, welches ihr zur Verfügung stand.6In ihren Zweigen haben alle möglichen Vogelarten ihre Nester gebaut. Unter ihr brachten alle möglichen Tiere ihre Babys zur Welt. In ihrem Schatten lebten ganz viele unterschiedliche Nationen.7Sie war richtig schön groß gewachsen, sowohl in der Länge als auch in der Breite. Das lag vor allem an den ausreichenden Wasservorräten.8Keine andere Zeder war mit ihr vergleichbar, keine Kiefer hatte so schöne Äste. Nicht ein Baum in meinem Garten, dem Garten von Gott, konnte es mit ihr aufnehmen, sie war ganz klar der schönste von allen.9Ich hatte sie so schön gemacht, sie so krass wachsen lassen, dass die anderen Bäume in meinem Garten voll neidisch auf sie waren.10Doch jetzt stelle ich, der Chef, fest, dass sie wohl zu eingebildet geworden ist. Sie ist vielleicht etwas zu groß geworden. Ihre Spitze ragt etwas zu weit in die Wolken, und darum denkt sie, sie sei jetzt etwas Besseres als die anderen.11Darum werde ich sie an einen mächtigen Präsidenten ausliefern, der mich nicht kennt. Er soll sie so behandeln wie jemanden, der ohne mich lebt. Ich habe keinen Bock mehr auf sie, ich habe sie aus meinem Garten rausgeschmissen.12Aus dem Ausland kam eine Nation an, die dafür bekannt ist, sehr brutal zu sein. Die haben diese Zeder gefällt. Jetzt liegt sie da auf dem Berg, die abgesägten Äste wurden überall in den Tälern im Land verstreut. Die Völker, die in ihrem Schatten gelebt haben, sind abgehauen und haben sie einfach da liegen lassen.13Auf dem abgesägten Stamm sitzen jetzt die Vögel, und auf ihren Ästen laufen die Tiere aus dem Wald rum.14Das ist so, damit nie wieder ein Baum, der direkt an der Quelle steht, so hoch wachsen kann wie dieser hier. Nie mehr soll so eine Zeder mit ihrer Spitze bis über die Wolke wachsen. Nie mehr soll ein Baum sich auf die Art über andere stellen. Jeder von ihnen wird irgendwann sterben. Jeder muss irgendwann in das Land, wo die Toten sind, denn jeder muss mal ins Gras beißen.‘15Gott, der Chef über alles, sagt: ‚An dem Tag, als die große Zeder in das Land von den Toten gestoßen wurde, war das viele Wasser im Untergrund nicht mehr da. Ich hab den Hahn zugedreht, es ist nicht mehr so viel Wasser geflossen. Wegen ihr hab ich dafür gesorgt, dass der ganze Libanon-Wald frustig war und alle Bäume auf dem Feld vertrocknet sind.16Von dem lauten Krachen, was durch den Fall der Zeder kam, waren alle Menschen auf der Erde erst einmal geschockt. Sie wurde damit ja auch in das Land gestoßen, wo alle Toten sind. Aber die anderen Bäume, die besonderen Bäume, die besten im Libanonwald, haben sich damit getröstet, dass die große Zeder ja jetzt auch dort gelandet war, wo sie sind.17Denn die waren auch alle in dieses Land runtergezogen worden, dorthin, wo die toten Soldaten alle liegen.18Ach du gigantisch schöne Zeder, wer kann sich mit dir messen? Welcher Baum in Eden ist so krass wie du? Bald musst du mit den ganzen anderen Bäumen aus Eden runter in das Land der Toten. Mitten unter den Menschen, die ohne mich gelebt haben, wirst du dann liegen, dort wo die ganzen toten Soldaten auch sind.‘ Das war jetzt ein Bild für das, was mit dem Präsidenten von Ägypten und seinem ganzen Reichtum passieren wird. Und das kam von Gott, dem Chef über alles.“
Fünftes Wort gegen Ägypten Gleichnis vom Pharao, dem Weltenbaum
1Es geschah im elften Jahr, im dritten Monat, am ersten Tag des Monats, da erging das Wort des HERRN an mich:2Menschensohn, sag zum Pharao, dem König von Ägypten, und zu seinem Gefolge:
Wem warst du in deiner Größe vergleichbar? (Hes 29,2; Hes 32,2)3Siehe, Assur: / Eine Zeder auf dem Libanon,
prächtig war das Geäst, / reichlich der Schatten, / hoch der Wuchs
und in die Wolken ragte ihr Wipfel. (Hes 17,3; Hes 19,11; Hes 32,22; Dan 4,7)4Wasser machte sie groß. / Die Flut in der Tiefe ließ sie hoch emporwachsen.
Ihre Ströme flossen rings um den Ort, / wo sie gepflanzt war,
sie leitete ihre Kanäle / zu allen Bäumen des Feldes. (Hes 17,7; Hes 34,29)5Darum war sie höher gewachsen / als alle Bäume des Feldes.
Ihre Zweige wurden sehr zahlreich / und ihre Äste breiteten sich aus
wegen des Reichtums an Wasser, / als sie emporwuchs.6Alle Vögel des Himmels / hatten ihr Nest in ihren Zweigen.
Alle wilden Tiere / brachten unter den Ästen ihre Jungen zur Welt.
All die vielen Nationen / wohnten in ihrem Schatten. (Hes 17,23)7Schön war sie in ihrer Größe / mit ihrem breiten Geäst;
denn ihre Wurzeln / hatten viel Wasser.8Keine Zeder im Garten Gottes / war ihr vergleichbar.
Keine Zypresse hatte Zweige wie sie, / keine Platane so mächtige Äste wie sie.
Keiner der Bäume im Garten Gottes / glich ihr in ihrer Schönheit. (1Mo 2,8; Hes 28,13; Hes 36,35)9Ich hatte sie herrlich gemacht / mit ihren zahlreichen Zweigen.
Voll Eifersucht auf sie waren im Garten Gottes / alle Bäume von Eden.10Darum - so spricht GOTT, der Herr: Weil du so hoch emporwuchsest - da sie mit ihrem Wipfel in die Wolken ragte und ihr Herz wegen ihrer Höhe überheblich wurde -, (Dan 5,20)11deshalb gebe ich sie in die Hand des Herrschers der Nationen. Er handelt, ja behandelt sie nach ihrer Schlechtigkeit; ich vertreibe sie.12Fremde, die gewalttätigsten unter den Völkern, werden sie umhauen und hinwerfen. Ihre Zweige fallen auf die Berge und in alle Täler, ihre Äste zerbrechen in allen Schluchten der Erde. Alle Völker der Erde verlassen den Schatten der Zeder und lassen sie liegen.13Auf ihren gefällten Stamm setzen sich alle Vögel des Himmels, die wilden Tiere hausen in ihren Zweigen.14Dies, damit keiner der Bäume am Wasser sich seiner Größe wegen erhebt und mit seinem Wipfel in die Wolken ragt und keiner der vom Wasser getränkten Bäume in seiner Größe gegen sie aufsteht. Denn sie alle werden dem Tod ausgeliefert und sie müssen in das Land der Tiefe hinab inmitten der Menschensöhne, zu denen, die in die Grube hinabgestiegen sind.15So spricht GOTT, der Herr: Am Tag, da die Zeder in die Unterwelt hinabsteigt, rufe ich Trauer aus, ich bedecke ihretwegen die Flut; ich halte ihre Ströme zurück, sodass der Reichtum an Wasser versiegt. Ihretwegen hülle ich den Libanon in Trauer und alle Bäume des Feldes sinken ihretwegen in Ohnmacht. (4Mo 16,33)16Durch das Getöse ihres Sturzes lasse ich Völker erzittern, wenn ich sie in die Unterwelt hinabsteigen lasse, hinab zu denen, die in die Grube hinabgestiegen sind. Dann trösten sich im Land der Tiefe alle Bäume von Eden, die erlesenen und besten des Libanon, alle, die Wasser getrunken haben. (Jes 14,15; Hes 28,8; Hes 32,17)17Auch sie steigen hinab zusammen mit ihr in die Unterwelt, hinab zu denen, die vom Schwert erschlagen wurden, sie und die, die ihr helfender Arm waren, die in ihrem Schatten wohnten, mitten unter den Nationen.18Wem warst du gleich unter den Bäumen von Eden an Größe und Pracht? Und doch wirst du zusammen mit den Bäumen von Eden in das Land der Tiefe hinuntergebracht. Dort wirst du mitten unter den Unbeschnittenen liegen, unter denen, die vom Schwert erschlagen wurden. Dies ist der Pharao und sein ganzes Gefolge - Spruch GOTTES, des Herrn.