1Einige Monate später kaufte sich Abschalom einen weißen Mercedes S-Klasse. Dazu stellte er eine Leibwache von 50 Leuten an, die auf Motorrädern in einer Kolonne vor und hinter ihm herfuhren.2Jeden Morgen stellte er sich mit diesem Zug an der Straße beim Stadttor auf. Das war genau der Weg, den die Leute gehen mussten, wenn sie zum Gericht wollten, um die öffentlichen Verhandlungen zu verfolgen. Bei diesen Verhandlungen traf dann ja immer der Präsident als Richter die letzten Entscheidungen. Immer wenn die Leute an Abschaloms Auto vorbeikamen, fragte er: „Wo kommen Sie her?“ Wenn der dann zum Beispiel antwortete: „Ich komm aus Stadt XY und gehöre zum Familienstamm YZ “,3sagte er zu ihm: „Hey, Ihr Anliegen ist bestimmt total richtig und wichtig! Aber bei dem Präsidenten werden Sie damit auf Granit beißen.4Wenn ich hier das Sagen hätte, dann würde ich garantiert anders entscheiden. Jeder würde zu seinem Recht kommen!“5Immer wenn die Leute dann voll Respekt hatten und sich vor ihm verbeugen wollten, umarmte er sie ganz herzlich und schüttelte ihre Hände.6Das zog Abschalom eine Zeit lang bei jedem durch, der irgendwie auf dem Weg zum Gericht war. Auf die Art sorgte er dafür, dass David bald voll unbeliebt wurde, aber Abschalom fanden alle ganz toll.7Nach vier Jahren schrieb Abschalom eine Mail an den Präsidenten: „Lieber Papa, ich möchte nach Hebron gehen, um dort das Versprechen einzulösen, was ich Gott mal gegeben hab.8Als ich noch in Geschur in Syrien gewohnt habe, hab ich Gott mal was ganz fest versprochen. Ich hab ihm gesagt:,Wenn du mich wieder nach Jerusalem bringst, dann werde ich für dich ein fettes Dankopfer abfackeln!‘ Darf ich? Ich tue alles, was du sagst! Dein Abschalom.“9„Hallo, Abschalom, ist total in Ordnung, geh ruhig!“, antwortete David. Abschalom ging also nach Hebron.10Vorher schickte Abschalom jedoch an die Chefs von den einzelnen Familienstämmen von Israel eine Rundmail. Dort stand drin: „Dies ist eine Bekanntmachung: In dem Augenblick, wenn im ganzen Land die Sirenen losheulen, ist das ein Zeichen, dass Abschalom in Hebron zum neuen Präsidenten gemacht worden ist!“11200 Männer aus Jerusalem begleiteten Abschalom auf seinem Weg nach Hebron. Aber keiner hatte eine Ahnung, wozu sie überhaupt eingeladen worden waren. Was Abschalom in Wirklichkeit geplant hatte, wusste keiner.12Als die große Party mit der Opfersession schon in vollem Gange war, ließ Abschalom Ahitofel, den Manager von David, holen. Der wohnte zu der Zeit in Gilo. Die Macht von Abschalom weitete sich immer weiter aus, immer mehr Leute fanden ihn voll geil und wollten ihn als neuen Präsidenten haben.
David muss aus Jerusalem abhauen
13An einem Morgen war ein großer Artikel in der Zeitung mit der Überschrift „Hebron: Alle wollen Abschalom als neuen Präsidenten!“ Als David das las,14sagte er zu seinen Männern, die bei ihm in Jerusalem waren: „Wir müssen uns schleunigst verpissen! Das ist die einzige Möglichkeit, um sich noch vor Abschalom und seinen Männern zu retten. Schnell weg hier, bevor es zu spät ist! Wenn er uns hier erwischt, wird es viele Tote geben.“15Seine Männer antworteten: „Sie sind der Chef, wir tun, was Sie sagen. Aber wir halten auf alle Fälle immer zu Ihnen!“16David packte seine Frauen und Kinder ein und verließ die Stadt. Seine Angestellten kamen auch mit, nur zehn von seinen Nebenfrauen sollten im Präsidentenpalast bleiben, um sich dort um alles zu kümmern. Es war damals normal, mit vielen Frauen verheiratet zu sein, wenn man es sich kohletechnisch leisten konnte.17Seine ganze Truppe, die dort in der Stadt stationiert war, folgte ihm, ihrem alten Präsidenten. David stoppte beim Ortsausgang18und ließ die ganze Armee an sich vorbeiziehen. Auch die Security-Leute und seine Bodyguards sowie die 600 Männer aus Gat waren dort am Start.19David erkannte einen von deren Chefs, der Ittai hieß, und rief ihm zu: „Moment mal! Warum sind Sie auch dabei? Gehen Sie mal wieder zurück und dienen dem neuen Präsidenten! Sie sind doch hier gelandet, weil Sie als Ausländer einen Asylantrag bei uns am Laufen haben.20Gerade erst bei uns angekommen, und schon wollen Sie gleich wieder fliehen? Ich kann ja für nichts garantieren! Keine Ahnung, wo ich jetzt mit meinen Männern erst mal landen werde. Gehen Sie doch ruhig wieder zurück in die Stadt, und nehmen Sie auch gleich Ihre Leute mit. Danke, dass Sie so treu zu mir halten wollten! Gott wird Sie dafür fett beschenken!“21„Nee nee, das kommt nicht in die Tüte!“, sagte Ittai. „Ich schwör bei Gott, solange Sie leben, werde ich immer genau da sein, wo auch Sie sind! Sie sind mein Chef, und ich folge Ihnen, egal ob ich dabei draufgehe oder nicht!“22„Okay, dann sind Sie dabei!“, sagte David zufrieden. Ittai und seine Leute zogen dann mit ihren Sachen auch am Präsidenten vorbei.23Alle Leute, die dort am Weg standen, waren voll traurig und fingen an loszuheulen, als David mit seinen Männern an ihnen vorbeizog. Die Truppe zog dann über den Bach Kidron und marschierte in Richtung Wüste.24Auch der Chefpriester Zadok wollte mitkommen und war mit allen Leuten aus Levi im Zug dabei. Dazu hatten sie die besondere Kiste mit den Gesetzen im Auto mitgenommen! Sie packten die dort aus, und der Priester zog Abfackelopfer durch, bis die ganze Truppe aus der Stadt draußen war und den Bach Kidron überquert hatte.25David sagte zu Zadok: „Bringen Sie mal die Kiste wieder zurück in die Stadt. Wenn Gott auf meiner Seite ist, werde ich schon irgendwann wieder an den Ort kommen können, wo die bis dahin gebunkert wurde.26Wenn Gott aber keinen Bock mehr auf mich hat, dann kann er sowieso mit mir machen, was er will.27Bleiben Sie in der Stadt und beobachten Sie die Lage. Gehen Sie mal ganz entspannt wieder zurück nach Jerusalem, ja? Sie alle, Sie selbst, Ihr Sohn Ahimaaz und auch Abjatar mit seinem Sohn Jonatan.28Ich bleib erst mal hier an der Grenze zur Wüste und warte auf eine Nachricht von Ihnen, was in der Stadt gerade abgeht.“29Also brachten Zadok und Abjatar die Kiste mit den Gesetzen wieder zurück nach Jerusalem und blieben erst mal dort.30David ging auf einem kleinen Berg spazieren, wo viele Olivenbäume standen. Er hatte keine Schuhe an, hielt die Hände vor sein Gesicht und war voll am Heulen. Die Leute, die mit ihm gegangen waren, flennten auch voll rum.31Dann kam auch noch die Meldung rein, dass Ahitofel sich auf die Seite von Abschalom geschlagen hatte. David betete: „O Gott, ich bitte dich, dass aus dem schlauen Kopf von Ahitofel ab sofort nur noch Schwachsinn rauskommt!“32Schließlich war er auf der höchsten Stelle des Berges angekommen. Auf einmal lief ihm sein alter Freund Huschai entgegen. Huschai war ein Arkiter. Er hatte sein T-Shirt zerrissen und sich etwas Erde auf den Kopf gestreut. Das tat man damals, um zu zeigen, dass gerade irgendwas Schlimmes passiert ist.33„Hey, Huschai, bitte komm nicht mit mir! Im Moment kann ich dich hier nicht gebrauchen.34Du könntest aber mal wieder zurück in die Stadt gehen und versuchen, dich bei Abschalom etwas einzuschleimen. Sag ihm, er wäre jetzt dein neuer Präsident und du findest ihn ganz toll. Du kannst ihm auch sagen, dass du ja früher alles für seinen Vater getan hast und würdest das jetzt auch für ihn machen. Vielleicht könntest du für mich auch ausspionieren, was Ahitofel plant?35Die Priester Zadok und Abjatar sind auch in der Stadt geblieben. Sag ihnen alles, was du im Präsidentenpalast an Informationen sammeln kannst.36Durch ihre Söhne Ahimaaz und Jonatan werden dann die Sachen an mich weitergeleitet.“37Davids Freund Huschai war gerade zu der Zeit nach Jerusalem gekommen, als Abschalom in die Stadt einzog.
1Einige Zeit danach schaffte sich Abschalom einen Wagen und Pferde an sowie fünfzig Mann, die immer vor ihm herliefen. (1Kön 1,5)2Früh am Morgen stellte er sich neben den Weg zum Stadttor, und sooft jemand mit einer Streitsache zum König vor Gericht gehen wollte, sprach er ihn an und sagte: Aus welcher Stadt bist du? Wenn der dann antwortete: Dein Knecht ist aus einem der Stämme Israels!, (2Sam 19,9)3sagte Abschalom zu ihm: Was du sagst, ist ja gut und recht, aber beim König gibt es niemand, der dich anhört.4Und Abschalom fügte hinzu: Würde mich doch jemand zum Richter im Land machen, damit jeder, der einen Streit oder eine Rechtssache hat, zu mir kommt; ich würde ihm Recht verschaffen. (1Kön 3,16)5Ging dann einer auf ihn zu, um vor ihm niederzufallen, dann streckte er die Hand aus, hielt ihn fest und küsste ihn.6So machte es Abschalom bei allen Israeliten, die zum König vor Gericht gehen wollten, und so stahl er das Herz der Israeliten. (Röm 16,18)7Nach vier Jahren sagte Abschalom zum König: Ich möchte nach Hebron gehen, um ein Gelübde zu erfüllen, das ich dem HERRN abgelegt habe.[1] (2Sam 3,2)8Denn dein Knecht hat bei seinem Aufenthalt in Geschur in Aram das Gelübde gemacht: Wenn der HERR mich wirklich nach Jerusalem zurückkehren lässt, dann will ich für den HERRN einen Gottesdienst feiern. (1Mo 28,20)9Der König antwortete ihm: Geh in Frieden! Da brach Abschalom auf und ging nach Hebron. (2Kön 5,19)10Er schickte Boten an alle Stämme Israels und ließ ihnen sagen: Wenn ihr den Klang des Widderhorns hört, dann sollt ihr rufen: Abschalom ist König in Hebron. (2Kön 9,13)11Zweihundert Männer aus Jerusalem waren mit Abschalom gegangen; er hatte sie eingeladen und sie waren arglos mit ihm gezogen, ohne von der ganzen Sache etwas zu ahnen. (1Sam 22,15)12Als er seine Opfer darbrachte, ließ Abschalom auch den Giloniter Ahitofel, den Berater Davids, aus seiner Heimatstadt Gilo kommen. So wurde die Verschwörung immer größer und immer mehr Leute schlossen sich Abschalom an. (2Sam 16,15)
Davids Flucht vor seinem Sohn
13Als ein Bote kam und David meldete: Das Herz der Israeliten hat sich Abschalom zugewandt!,14sagte David zu allen seinen Dienern, die bei ihm in Jerusalem waren: Auf, wir müssen fliehen, denn für uns gibt es keine Rettung vor Abschalom. Beeilt euch mit dem Aufbruch, sonst kommt er und holt uns ein, bringt Unglück über uns und schlägt die Stadt mit scharfem Schwert. (Dan 11,42)15Die Diener des Königs sagten zu ihm: Ganz wie der Herr und König sich entscheidet. Hier sind deine Knechte.16So zog der König fort und sein ganzes Haus folgte ihm. Nur die zehn Nebenfrauen ließ der König zurück; sie sollten das Haus bewachen. (2Sam 16,21)17Als der König mit den Leuten, die ihm folgten, fortzog, blieben sie beim letzten Haus stehen18und alle seine Diener zogen an ihm vorüber, dazu alle Kereter und Peleter und alle Gatiter, jene sechshundert Mann, die ihm aus Gat gefolgt waren; sie alle zogen vor dem König vorüber. (1Sam 27,2; 2Sam 8,18)19Da sagte der König zu Ittai aus Gat: Warum willst auch du mit uns gehen? Kehr um und bleib beim König! Denn du bist ein Ausländer und aus deiner Heimat verbannt. (Rut 1,8)20Erst gestern bist du gekommen - und schon heute sollte ich dich aufjagen, um mit uns zu gehen? Ich gehe, wohin ich eben gehe. Du aber kehr um und bring deine Brüder in Liebe und Treue zurück! (1Sam 23,13)21Doch Ittai erwiderte dem König: So wahr der HERR lebt und so wahr mein Herr, der König, lebt: Nur an dem Ort, wo mein Herr, der König, ist, dort wird auch dein Diener sein, sei es um zu leben oder um zu sterben. (Rut 1,16; 2Kön 2,2)22Da sagte David zu Ittai: Dann geh und zieh vorüber! Und der Gatiter zog vorüber und alle seine Männer mitsamt den Kleinen, die bei ihm waren.23Das ganze Land weinte laut, als die Leute vorüberzogen. Dann überschritt der König den Bach Kidron und alle zogen weiter auf dem Weg zur Steppe. (1Kön 2,37; Joh 18,1)24Auch Zadok und all die Leviten um ihn, die die Bundeslade Gottes trugen, waren dabei. Sie stellten die Lade Gottes nieder und Abjatar brachte Opfer dar, bis alle Leute aus der Stadt vollzählig vorübergezogen waren. (1Sam 22,20; 2Sam 11,11)25Der König sagte zu Zadok: Bring die Lade Gottes in die Stadt zurück! Wenn ich vor den Augen des HERRN Gnade finde, dann wird er mich zurückführen und mich die Lade und ihre Stätte wiedersehen lassen. (2Sam 6,17; Ps 43,3)26Wenn er aber sagt: Ich habe an dir keinen Gefallen!, gut, dann mag er mit mir machen, was ihm gefällt. (1Sam 3,18)27Und der König sagte zu dem Priester Zadok: Siehst du das ein? Kehr in Frieden in die Stadt zurück, ebenso dein Sohn Ahimaaz und Abjatars Sohn Jonatan, eure beiden Söhne. (2Sam 17,17)28Seht: Ich werde an den Übergängen zur Steppe warten, bis von euch eine Nachricht kommt, die mir Bescheid gibt. (2Sam 17,16; 2Sam 18,19)29Darauf brachten Zadok und Abjatar die Lade Gottes nach Jerusalem zurück und blieben dort.30David stieg weinend und mit verhülltem Haupte den Ölberg hinauf; er ging barfuß und alle Leute, die bei ihm waren, verhüllten ihr Haupt und zogen weinend hinauf. (2Sam 19,5; Est 6,12)31Man hatte David die Nachricht gebracht, dass auch Ahitofel unter den Verschwörern auf Seiten Abschaloms war. Da sagte David: HERR, vereitle den Rat Ahitofels! (2Sam 17,14)32Als David auf den Gipfel des Berges kam, auf dem man sich vor Gott niederwirft, kam ihm plötzlich der Arkiter Huschai entgegen, mit zerrissenen Kleidern und Erde auf dem Haupt.33David sagte zu ihm: Wenn du mit mir ziehst, wärest du mir nur eine Last.34Wenn du aber in die Stadt zurückkehrst und zu Abschalom sagst: Ich bin dein Knecht, mein König, ich war früher der Knecht deines Vaters, jetzt aber will ich dein Knecht sein!, dann kannst du für mich den Rat Ahitofels durchkreuzen.35Die Priester Zadok und Abjatar werden auch dort bei dir sein und du kannst alles, was du aus dem Haus des Königs hörst, den Priestern Zadok und Abjatar berichten. (2Sam 17,15)36Sie haben dort auch ihre beiden Söhne bei sich, Zadok den Ahimaaz und Abjatar den Jonatan; durch sie könnt ihr mir alles übermitteln, was ihr hört.37So kam Huschai, der Freund Davids, in die Stadt zurück, als Abschalom gerade in Jerusalem ankam.