1Die Leute aus Israel warteten die ganze Zeit da drauf, wann Mose endlich vom Berg runterkommen würde. Als der nach Tagen immer noch nicht wieder am Start war, ging eine kleine Demo bei seinem Stellvertreter Aaron ab: „Los, Aaron, jetzt organisier du uns doch bitte einen neuen Gott! Wir brauchen doch jemanden, der auf uns aufpasst und uns sagt, wo es längsgeht! Dieser Mose, der uns aus Ägypten rausgeführt hat, kommt bestimmt nicht zurück! Keine Ahnung, wo der jetzt geblieben ist!“2„Okay“, sagte er. „Dann sammelt von den Frauen, Söhnen und Töchtern das ganze Gold ein, was sie so rumliegen haben. Bringt das mal her!“3Die Leute rissen förmlich ihre Eheringe, Piercings und Ohrringe von ihren Körpern runter und schmissen die Aaron vor die Füße.4Er tat den ganzen Schmuck in einen Ofen und schmolz das Zeug zusammen. Das heiße, flüssige Material wurde dann in eine Form gegossen, und raus kam eine kleine Kuh aus purem Gold. Die Leute waren begeistert: „Hurra! Da ist ja unser Gott! Er hat uns aus Ägypten rausgeholt und bis hierher geführt!“5Aaron baute vor dem goldenen Stier noch einen Tisch auf, der so einen Altar darstellen sollte. Dann ließ er Flyer verteilen, wo draufstand: „Morgen beim großen Zelt, 19.00 Uhr, Riesenparty für unseren neuen Gott!“6Die Leute standen am nächsten Tag schon ganz früh auf der Matte, um für diesen neuen „Gott“ auf dem Altar ein Opfer abzufackeln. Dann wurden noch ein paar Steaks gegrillt, Bier und Wein organisiert, und das Ganze endete in einer schmierigen und ziemlich abgefuckten Party.7Gott sah das und sagte zu Mose: „Geh mal schnell wieder runter zu deinen Leuten! Du hast sie gerade erst aus Ägypten rausgeführt und jetzt gehen sie schon gleich volle Kanne in Richtung Tod!8Sie sind sehr schnell von dem Leben abgekommen, das ich ihnen durch die Gesetze schenken wollte. Sie haben sich einen Gott aus Gold gemacht, der aussieht wie eine Kuh … Sie beten zu dem und opfern diesem Ding sogar Sachen! Und das Ehrenloseste ist, dass sie sich bei dem Teil auch noch dafür bedanken, dass es sie angeblich aus Ägypten rausgeholt hat!9Mose, mir ist klar geworden, dass diese Leute wirklich ein hoffnungsloser Fall sind. Die wollen mir gar nicht folgen.10Darum will ich sie alle kaputt machen. Ich bin echt richtig sauer! Versuch mich nicht davon abzubringen. Ich werde dann mit dir noch mal ganz neu durchstarten. Aus deiner Familie wird dann eine große Nation werden.“11Aber Mose war nicht einverstanden mit diesem Plan. Er versuchte Gott zu überreden, das nicht zu tun: „Mann, Gott, warum willst du unbedingt deine Leute kaputt machen? Warum willst du sie so hart bestrafen? Du hast sie doch gerade erst aus Ägypten raus gerettet!12Du willst doch auch nicht, dass die Ägypter dann irgendwann über dich ablästern. Sie würden bestimmt sagen:,Na, das ist ja ein ganz toller Gott! Erst befreit er sie ganz krass, um sie dann an diesem Berg anschließend alle zu töten!‘ Sei nicht mehr sauer! Bitte, Gott! Führe deinen Plan nicht aus!13Denk doch mal an so Leute wie Abraham oder Isaak und auch Jakob! Die waren dir immer treu, oder? Und denen hast du doch was hoch und heilig versprochen!,Ich will ihre Kinder und die Kinder ihrer Kinder so stark vermehren, dass es so viele von ihnen gibt, wie man Sterne am Himmel zählen kann. Und ich will ihnen das ganz Land schenken, was ich ihnen mal versprochen hab, für immer.‘ Das war deine Ansage!“14Gott ließ sich von dem Vortrag von Mose umstimmen, und er änderte seinen Plan. Er wollte jetzt das Volk nicht mehr völlig plattmachen.
Mose zersägt die Stahlplatten, und die Leute werden bestraft
15Mose drehte sich um und lief schnell den Berg runter. In der rechten Hand hatte er die zwei Platten mit den Gesetzen drauf. Sie waren von beiden Seiten vollgeschrieben.16Gott hatte sie selbst gemacht und die Worte dort eingefräst.17Mose und Josua, der die ganze Zeit am Berg auf Mose gewartet hatte, kamen dem Zeltlager langsam näher. Schon von Weitem konnten sie den Lärm von der Party hören, die dort gerade abging. Josua meinte zu Mose: „Du, da ist bestimmt Krieg ausgebrochen!“18„Nein, auf keinen Fall!“, sagte Mose. „Das hört sich für mich eher so an, als würden die gerade eine Meisterschaft feiern! Auf jeden Fall klingt es nicht so, als hätten sie gerade verloren. Für mich hört sich das wie eine fette Party an!“19Dann kam Mose näher und sah als Erstes diese kleine Kuh aus Gold, mit den wild tanzenden Leuten drum herum. Jetzt wurde er total aggro. Er holte erst mal eine Flex und zersägte die Platten in zwei Teile, weil er so sauer war.20Den goldenen Stiergott, den sie sich gebastelt hatten, zerschmolz er sofort und zerstampfte das Material in Pulver. Das Pulver vermischte er mit Wasser, und die Leute aus Israel mussten das dann austrinken.21Dann ging er zu Aaron: „Was haben dir die Leute getan, dass du dafür sorgst, dass sie so eine große Scheiße bauen?“22„Bitte nicht sauer sein“, antwortete Aaron. „Du weißt doch, wie link die Menschen oft drauf sind.23Sie haben mich voll bedrängt, wollten unbedingt, dass ich ihnen einen Gott zum Anfassen baue.,Einen Gott, der uns schützt und der weiß, wo es langgeht‘, sagten sie.,Keine Ahnung, wo dieser Mose jetzt bleibt und ob der jemals zurückkommt‘, haben sie gesagt.24Und dann hatte ich die Idee, einen Gott aus Gold zu basteln. Ich sagte ihnen:,Bringt mal alle euren goldenen Schmuck her.‘ Sie haben mir das Zeug gegeben, und ich hab es geschmolzen, und dann ist daraus dieser Stier geworden!“25Mose beobachtete die Israeliten eine Weile. Er kriegte mit, wie planlos und unkontrolliert sie waren. Aaron hatte sie einfach machen lassen, und das war schließlich dabei rumgekommen. Und die Feinde von Israel lachten sich eins.26Mose stellte sich am Eingang vom Lager auf. Dann rief er in die Menge: „Wer zu dem einzigen echten Gott steht, soll herkommen!“ Die Leute vom Familienstamm Levi rannten sofort los und stellten sich neben Mose.27„Das ist die Ansage, die Gott jetzt für euch hat“, sagte Mose zu denen. „Packt eure Waffe ein und geht durch das ganze Lager, von Zelt zu Zelt. Erschießt jeden, der sich nicht auf meine Seite gestellt hat. Und selbst wenn einer von denen euer Bruder, ein Freund oder sonst ein Verwandter ist, bringt sie alle um.“28Die Levi-Leute führten den Befehl sofort aus. An diesem Tag starben dreitausend Leute.29Danach sagte Mose zu den Levi-Leuten: „Übergebt jetzt euer Leben radikal an Gott! Gebt ihm alles, was euch gehört! Jeder von euch hat das gerade durchgezogen, ihr habt noch nicht mal euren Bruder oder euren Sohn verschont, wenn der auch dabei war. Darum wird Gott ganz krass für euch sein, er wird euch segnen.“30Am nächsten Morgen hielt Mose dann eine Ansprache vor den Israeliten. „Leute, ihr habt hier richtig großen Bockmist gebaut, ist euch das klar? Ich muss jetzt noch mal mit Gott reden und zu ihm nach oben, auf den Berg. Vielleicht krieg ich es hin, und er verzeiht euch.“31Mose ging dann also noch mal den Berg hoch, um sich mit Gott zu treffen. „Mann, Gott, die Leute sind total daneben! Die haben wirklich richtig großen Mist gebaut und dich betrogen. Stell dir vor, deine Leute haben sich einen Gott aus Gold gemacht!32Aber bitte, verzeih ihnen das, ja? Bitte, Gott! Wenn du das nicht tun willst, kannst du meinen Namen auch gleich von der Liste streichen. Dann will ich auch nicht mehr zu deinen Leuten gehören.“33„Hm, also Mose, ich werde nur die Namen von der Liste streichen, die mich persönlich betrogen haben.34Jetzt geh mal wieder runter und bring die Leute an den Ort, den ich dir gezeigt habe. Du wirst mitkriegen, dass so ein besonderer Helfer von mir, ein Engel, immer ein Stück vor euch hergehen wird. Wenn die Zeit dafür richtig ist, müssen die Leute für ihren Mist bezahlen.“35Es brach dann unter den Israeliten eine fiese Krankheit aus, weil sie Aaron dazu gebracht hatten, für sie so einen Pseudogott zu basteln.
1Als das Volk sah, dass Mose noch immer nicht vom Berg herabkam, versammelte es sich um Aaron und sagte zu ihm: Komm, mach uns Götter, die vor uns herziehen. Denn dieser Mose, der Mann, der uns aus dem Land Ägypten heraufgeführt hat - wir wissen nicht, was mit ihm geschehen ist.[1] (1Kön 12,26)2Aaron antwortete: Nehmt euren Frauen, Söhnen und Töchtern die goldenen Ringe ab, die sie an den Ohren tragen, und bringt sie her!3Da nahm das ganze Volk die goldenen Ohrringe ab und brachte sie zu Aaron.4Er nahm sie aus ihrer Hand. Und er bearbeitete sie mit einem Werkzeug und machte daraus ein gegossenes Kalb. Da sagten sie: Das sind deine Götter, Israel, die dich aus dem Land Ägypten heraufgeführt haben.5Als Aaron das sah, baute er vor ihm einen Altar und rief aus: Morgen ist ein Fest für den HERRN.6Früh am Morgen standen sie auf, brachten Brandopfer dar und führten Tiere für das Heilsopfer herbei. Das Volk setzte sich zum Essen und Trinken und stand auf, um sich zu vergnügen.7Da sprach der HERR zu Mose: Geh, steig hinunter, denn dein Volk, das du aus dem Land Ägypten heraufgeführt hast, läuft ins Verderben.8Schnell sind sie von dem Weg abgewichen, den ich ihnen vorgeschrieben habe. Sie haben sich ein gegossenes Kalb gemacht, sich vor ihm niedergeworfen und ihm Opfer geschlachtet, wobei sie sagten: Das sind deine Götter, Israel, die dich aus dem Land Ägypten heraufgeführt haben.9Weiter sprach der HERR zu Mose: Ich habe dieses Volk gesehen und siehe, es ist ein hartnäckiges Volk.10Jetzt lass mich, damit mein Zorn gegen sie entbrennt und sie verzehrt! Dich aber will ich zu einem großen Volk machen.11Mose aber besänftigte den HERRN, seinen Gott, indem er sagte: Wozu, HERR, soll dein Zorn gegen dein Volk entbrennen, das du mit großer Macht und starker Hand aus dem Land Ägypten herausgeführt hast.12Wozu sollen die Ägypter sagen können: In böser Absicht hat er sie herausgeführt, um sie im Gebirge umzubringen und sie vom Erdboden verschwinden zu lassen? Lass ab von deinem glühenden Zorn und lass dich das Unheil reuen, das du deinem Volk antun wolltest!13Denk an deine Knechte, an Abraham, Isaak und Israel, denen du selbst geschworen und gesagt hast: Ich will eure Nachkommen zahlreich machen wie die Sterne am Himmel, und: Dieses ganze Land, von dem ich gesprochen habe, will ich euren Nachkommen geben und sie sollen es für immer besitzen. (1Mo 22,17; 1Mo 26,4)14Da ließ sich der HERR das Unheil reuen, das er seinem Volk angedroht hatte.15Mose kehrte um und stieg den Berg hinab, die zwei Tafeln des Bundeszeugnisses in der Hand, die Tafeln, die auf beiden Seiten beschrieben waren. Auf der einen wie auf der andern Seite waren sie beschrieben.16Die Tafeln hatte Gott selbst gemacht und die Schrift, die auf den Tafeln eingegraben war, war Gottes Schrift.17Josua hörte das Lärmen und die Schreie des Volkes und sagte zu Mose: Horch, Kriegslärm ist im Lager.18Mose antwortete: Nicht Geschrei der Starken, nicht Geschrei der Schwachen, Geschrei höre ich!19Als er dem Lager näher kam und das Kalb und die Tänze sah, entbrannte der Zorn des Mose. Er schleuderte die Tafeln fort und zerschmetterte sie am Fuß des Berges. (2Mo 24,4)20Dann packte er das Kalb, das sie gemacht hatten, verbrannte es im Feuer und zerstampfte es zu Staub. Den Staub streute er in Wasser und gab es den Israeliten zu trinken.21Zu Aaron sagte Mose: Was hat dir dieses Volk getan, dass du ihm eine so große Schuld aufgeladen hast?22Aaron erwiderte: Mein Herr möge sich doch nicht vom Zorn hinreißen lassen. Du kennst das Volk, es ist böse.23Sie haben zu mir gesagt: Mach uns Götter, die uns vorangehen! Denn dieser Mose, der Mann, der uns aus dem Land Ägypten heraufgeführt hat - wir wissen nicht, was mit ihm geschehen ist.24Da habe ich zu ihnen gesagt: Wer Goldschmuck trägt, soll ihn ablegen. Sie haben es mir übergeben, ich habe es ins Feuer geworfen und herausgekommen ist dieses Kalb.25Mose sah, wie verwildert das Volk war. Denn Aaron hatte es verwildern lassen, zur Schadenfreude ihrer Widersacher.26Mose trat in das Lagertor und sagte: Wer für den HERRN ist, her zu mir! Da sammelten sich alle Leviten um ihn.27Er sagte zu ihnen: So spricht der HERR, der Gott Israels: Jeder lege sein Schwert an. Zieht durch das Lager von Tor zu Tor! Jeder erschlage seinen Bruder, seinen Freund, seinen Nachbarn.28Die Leviten taten, was Mose gesagt hatte. Vom Volk fielen an jenem Tag gegen dreitausend Mann.29Dann sagte Mose: Füllt heute eure Hände für den HERRN! Denn jeder ist gegen seinen Sohn und seinen Bruder vorgegangen, damit Segen auf euch komme.[2]
Mose, der Fürbitter
30Am folgenden Morgen sprach Mose zum Volk: Ihr habt eine große Sünde begangen. Jetzt will ich zum HERRN hinaufsteigen; vielleicht kann ich für eure Sünde Sühne erwirken.31Mose kehrte zum HERRN zurück und sagte: Ach, dieses Volk hat eine große Sünde begangen. Götter aus Gold haben sie sich gemacht.32Jetzt nimm ihre Sünde von ihnen! Wenn nicht, dann streich mich aus dem Buch, das du geschrieben hast.33Der HERR antwortete Mose: Nur wer gegen mich gesündigt hat, den streiche ich aus meinem Buch.34Aber jetzt geh, führe das Volk, wohin ich dir gesagt habe! Siehe, mein Engel wird vor dir hergehen. Am Tag meiner Heimsuchung werde ich ihre Sünde an ihnen heimsuchen.35Der HERR schlug das Volk dafür, dass sie das Kalb gemacht hatten, das Aaron gemacht hatte.