2.Könige 4

VOLXBIBEL

von SCM Verlag
1 In der Zeit war ein Lehrling, der noch in der Prophetenausbildung war, plötzlich gestorben. Seine Frau kam zu Elischa mit einer dringenden Bitte: „Mein Mann ist tot! Sie wissen, dass er Gott immer treu war, er hat alles getan, was Gott von ihm wollte. Jetzt stand gestern so ein Geldeintreiber bei uns vor der Tür. Mein Mann hatte sich von dem etwas Kohle geliehen. Weil ich das Geld aber nicht zurückbezahlen konnte, wollte dieser Typ meine beiden Söhne mitnehmen und sie zur Zwangsarbeit einsetzen.“2 „Hm, wie kann ich Ihnen dabei helfen?“, überlegte Elischa. „Sagen Sie mal, was haben Sie denn noch an Wertgegenständen in Ihrer Bude stehen?“ – „Eigentlich nichts mehr. Wir haben höchsten noch einen halb vollen Benzinkanister in der Garage stehen.“3 „Okay, dann gehen Sie mal heute in der ganzen Nachbarschaft rum, und leihen Sie sich von denen so viele leere Kanister aus, wie Sie kriegen können!4 Dann gehen Sie wieder nach Hause und schließen die Tür hinter sich und Ihren Kindern zu. Danach nehmen Sie den Benzinkanister und gießen den Rest Benzin in die anderen Kanister um. Immer wenn ein Kanister voll ist, stellen Sie den beiseite und gehen zum nächsten. Okay?“5 Die Frau zog alles genau so durch, wie Elischa es ihr gesagt hatte. Als sie zu Hause war, schloss sie die Tür hinter sich zu. Die beiden Jungs gaben ihr einen Kanister nach dem anderen, die sie von den Nachbarn eingesammelt hatten. Sie füllte das Benzin aus dem halb vollen Kanister langsam in die anderen Kanister rein. Es kam dabei immer weiter Benzin aus dem ersten Kanister raus, ohne dass der leer wurde.6 Schließlich waren alle bis zum Rand voll! „Gebt mir noch einen!“, meinte sie zu einem ihrer Söhne. „Das waren alle!“, antwortete er. In dem Augenblick hörte diese Benzinvermehrung auch auf.7 Voll begeistert rannte die Frau zu Elischa und erzählte ihm, was sie gerade erlebt hatte. „Okay, und jetzt verkaufen Sie mal das Benzin. Mit der Kohle können Sie locker Ihre Schulden bezahlen. Und was übrig bleibt, müsste zum Einkaufen für Ihre Familie ausreichen.“8 Irgendwann zog Elischa in den Ort Schunem um. Er kannte dort eine schwerreiche Frau, die ihn zum Essen einladen wollte. Oft, wenn er spätabends noch unterwegs war, kam er dort vorbei, um noch bei ihr was zu spachteln.9 Irgendwann sagte die Frau zu ihrem Ehemann: „Dieser Typ, der manchmal bei uns vorbeikommt – ich glaub, das ist ein echt heftiger, besonderer Mann, der nur für Gott lebt. Er ist voll mit Gott unterwegs.10 Was hältst du von der Idee, wenn wir unseren Dachboden ausbauen und ihm dort eine Wohnung zur Verfügung stellen? Da könnte ein Schreibtisch rein, eine Sitzecke und ein paar Lampen. Wenn er dann mal bei uns zu Besuch ist, kann er sich da ausruhen, wenn er will.“ Der Mann war einverstanden, und sie setzten den Plan in die Tat um.11 Als Elischa dann mal wieder in Schunem war und die beiden besuchte, ging er nach oben in sein neues Zimmer. Er wollte sich für ein paar Minuten pennen legen.12 Nach seinem Mittagsschlaf bat er seinen Angestellten Gehasi, die Frau mal nach oben zu holen. Die kam dann auch hoch, aber blieb erst mal draußen vor der Tür stehen.13 Elischa sagte dann zu Gehasi, er solle sie fragen, ob es nicht irgendetwas gibt, was er für sie tun könnte. „Sie haben sich so viel Mühe gemacht! Gibt es vielleicht irgendein spezielles Anliegen, was ich mit meinem Einfluss bei den Behörden für Sie durchbringen kann?“ Die Antwort der Frau war aber: „Nein, ist alles okay soweit, ich wohne hier ja mit meiner Familie zusammen. Wir sorgen füreinander, ich habe echt keine Probleme!“14 Elischa ließ über seinen Angestellten zurückfragen: „Gibt es sonst irgendetwas, was wir für Sie tun könnten?“ Gehasi meinte dann: „Ja, eine Sache gibt es da: Sie hat keinen Sohn, und ihr Mann ist schon so alt, dass er wohl bald sterben wird!“15 „Okay, dann hol sie bitte mal rein!“ Die Frau kam dann in das Zimmer rein.16 „Passen Sie auf, im nächsten Jahr um dieselbe Zeit werden Sie einen Sohn im Arm halten!“, sagte Elischa. „Au ja, das wäre echt total genial! Aber bitte machen Sie mir nicht irgendwelche Versprechungen, die dann doch nichts werden, ja?“17 Aber die Frau wurde tatsächlich schwanger. Ein Jahr später bekam sie einen Sohn, und zwar exakt zu der Zeit, die Elischa vorhergesagt hatte.18 Aus dem Baby wurde dann ein kleiner Junge. Eines Tages wollte der Kleine mal seinen Vater auf der Arbeit besuchen.19 Plötzlich hatte er totale Kopfschmerzen. Er schrie „Papa, mein Kopf tut so weh!“ und brach zusammen. Der Vater holte ein Taxi und sagte dem Fahrer, er solle den Jungen nach Hause zu seiner Mutter bringen, damit er sich dort ausruhen könne.20 Zu Hause saß der Junge noch bis zum Mittag auf dem Schoß von seiner Mutter, dann starb er plötzlich.21 Die Frau trug das tote Kind auf den Dachboden und legte die Leiche auf das Bett von dem Propheten. Dann ging sie raus und machte die Tür hinter sich zu. Anschließend ging sie zur Arbeitsstelle von ihrem Mann.22 „Organisier mir bitte einen Leihwagen! Ich muss so schnell es geht diesen Propheten finden. Bin bald wieder da!“, sagte sie zu ihm.23 „Was willst du denn von dem? Warum ausgerechnet heute? Wir haben doch heute noch nicht mal Sonntag oder irgendeinen anderen Feiertag!?“, fragte sie der Ehemann. „Ist egal jetzt, frag nicht länger“, bekam er als knappe Antwort.24-25 Dann holte sie selbst das Auto und fuhr los, in Richtung des Berges Karmel. Der Prophet sah die Frau, als sie gerade auf dem Parkplatz anhielt. Er sagte zu seinem Angestellten Gehasi: „Ach, das ist doch die Frau aus Schunem!26 Geh ihr schon mal entgegen und begrüße sie. Frag nach ihrem Mann und ihrem Kind!“ Gehasi ging los, und als er sie fragte, wie es so geht, log sie: „Ja, es geht mir ganz gut!“27 Als sie dann aber oben auf dem Berg bei Elischa angekommen war, legte sie sich platt vor ihm auf den Boden, fasste seine Füße an und wollte nicht mehr loslassen. Gehasi fand das nicht so toll und versuchte, sie wegzuziehen. Elischa sagte aber sofort: „Ist in Ordnung! Die Arme ist ja total fertig! Außerdem hat mir Gott schon vorher gesagt, was bei ihr passiert ist!“28 „Mann, ich hab Sie damals um einen Sohn gebeten, aber ich hab auch gesagt, Sie sollen mir keine falschen Versprechungen machen, oder?“29 Elischa sah seinen Angestellten an und sagte zu ihm: „Hör zu, du fährst so schnell du kannst, ohne irgendwelche Zwischenstopps, nach Schunem, klar? Wenn dich zwischendurch irgendjemand vollquatschen will, dann antworte ihm nicht! Meinen ganz speziellen Propheten-Gehstock nimmst du bitte mit. Wenn du bei dem Jungen bist, legst du den auf sein Gesicht.“30 Die Frau war aber echt hartnäckig. „Ich schwöre Ihnen, bei Gott, dass ich keinen Zentimeter von hier weggehe, wenn Sie nicht mitkommen!“ Also packte Elischa seine Sachen und kam mit nach Schunem.31 Gehasi war schon vorgefahren und hatte auch schon den Stock auf das Gesicht von dem Jungen gelegt. Leider aber ohne Erfolg, der Junge war immer noch mausetot. Auf dem Rückweg traf er Elischa und berichtete ihm davon. „Er ist nicht wieder lebendig geworden!“32 Als Elischa dann beim Haus angekommen war, lag der Junge immer noch tot auf seinem Bett.33 Er ging in das Zimmer, schloss die Tür hinter sich zu und redete mit Gott über die Sache.34 Dann beugte er sich über das Kind drüber, und zwar so, dass sein Mund über dem Mund und seine Augen über den Augen von dem Kind waren. Nach einer Zeit fing das Herz von dem Jungen wieder an zu schlagen, und er wurde warm.35 Elischa stand auf und ging einmal durch das Zimmer. Dann beugte er sich noch mal über den Jungen. Diesmal fing der Kleine sogar an zu niesen und öffnete seine Augen!36 Dann rief Elischa seinen Angestellten Gehasi rein und sagte ihm, er solle mal die Mutter herholen. Als sie da war, sagte er zu ihr: „Hier hast du deinen Sohn wieder!“37 Die Frau war total baff. Sie legte sich vor Elischa flach auf den Boden, weil sie so einen Respekt vor ihm hatte. Dann nahm sie ihren Sohn und ging aus dem Zimmer.38 Später ging Elischa wieder zurück nach Gilgal. Irgendwann gab es im ganzen Land plötzlich nichts mehr zu essen, und die Leute hatten überall voll den Kohldampf. An einem Tag trafen sich die Männer aus der Propheten- WG mal mit Elischa im Gemeinschaftsraum. Elischa befahl dann einem der Angestellten, er solle schon mal in der Küche einen großen Topf mit Wasser aufsetzen. „Koch den Leuten mal was zu essen!“, sagte er zu ihm.39 Einer von den Männern ging raus in den Garten, um ein paar Kartoffeln zu ernten. Aber alles, was er dort noch finden konnte, waren so kleine Gurken, die an einer Schlingpflanze dran waren. Er sammelte davon eine Plastiktüte voll. In der Küche zerschnitt er dann die Teile und warf sie in einen Topf. Keiner hatte mitbekommen, dass diese „Gurken“ gar keine richtigen Gurken waren, sondern eigentlich voll giftig.40 Danach gab es Mittagessen, und alle füllten sich die Teller voll. Mitten im Essen schrie einer plötzlich los: „Elischa! Die Teile sind giftig!“ Dann kriegte natürlich keiner mehr einen Bissen runter.41 Elischa sagte aber nur: „Gebt mir mal etwas Mehl!“ Dann streute er das Mehl in den Topf und sagte zu seinem Angestellten: „Jetzt teil das Essen mal weiter aus!“ Und ab dem Zeitpunkt war der Gurkeneintopf lecker und nicht mehr giftig.42 Einmal kam so ein Typ zu Elischa, der in Baal-Schalischa wohnte. Er hatte eine Spende für die Prophetentypen dabei, als Geschenk an Gott von der -ersten Ernte. Und zwar waren das zwanzig Fladenbrote und ein Beutel mit Getreide. Elischa hatte die Idee, dass dieses Geschenk für seine Leute sein sollte, damit die sich mal wieder richtig die Wampe vollhauen könnten.43 „Äh, aber wie soll das denn bitte für hundert Männer reichen?“, fragte der Angestellte, der die Sachen verteilen sollte. „Verteilen Sie das einfach! Gott hat mir gesagt, es wird dicke reichen, und wir werden sogar am Ende noch Reste übrig haben!“44 Der Mann verteilte das Essen. Tatsächlich wurden alle satt, und es blieben sogar noch einige Reste übrig.

2.Könige 4

Einheitsübersetzung 2016

von Katholisches Bibelwerk
1 Eine von den Frauen der Prophetenjünger wandte sich laut rufend an Elischa: Mein Mann, dein Knecht, ist gestorben. Du weißt, dass dein Knecht gottesfürchtig war. Nun kommt der Gläubiger, um sich meine beiden Söhne als Sklaven zu nehmen.2 Elischa fragte sie: Was kann ich für dich tun? Sag mir: Was hast du im Haus? Sie antwortete: Deine Magd hat nichts im Haus als einen Krug Öl. (1Kön 17,12)3 Da sagte er: Geh und erbitte dir auf der Gasse von allen deinen Nachbarn leere Gefäße, aber nicht zu wenige!4 Dann geh heim, verschließ die Tür hinter dir und deinen Söhnen, gieß Öl in alle diese Gefäße und stell die gefüllten beiseite!5 Sie ging von ihm weg und verschloss die Tür hinter sich und ihren Söhnen. Diese reichten ihr die Gefäße hin und sie füllte ein.6 Als alle Gefäße voll waren, sagte sie zu ihrem Sohn: Bring mir noch ein Gefäß! Er antwortete: Es ist keines mehr da. Da floss das Öl nicht mehr weiter.7 Sie aber kam und erzählte es dem Gottesmann. Dieser befahl ihr: Geh, verkauf das Öl und bezahl deine Schuld! Von dem, was übrig bleibt, magst du mit deinen Söhnen leben.8 Eines Tages ging Elischa nach Schunem. Dort lebte eine vornehme Frau, die ihn dringend bat, bei ihr zu essen. Seither kehrte er zum Essen bei ihr ein, sooft er vorbeikam.9 Sie aber sagte zu ihrem Mann: Ich weiß, dass dieser Mann, der ständig bei uns vorbeikommt, ein heiliger Gottesmann ist.10 Wir wollen ein kleines, gemauertes Obergemach herrichten und dort ein Bett, einen Tisch, einen Stuhl und einen Leuchter für ihn bereitstellen. Wenn er dann zu uns kommt, kann er sich dorthin zurückziehen.11 Als Elischa eines Tages wieder hinkam, ging er in das Obergemach, um dort zu schlafen.12 Dann befahl er seinem Diener Gehasi: Ruf diese Schunemiterin! Er rief sie, und als sie vor ihm stand,13 befahl er dem Diener: Sag zu ihr: Du hast dir so viel Mühe um uns gemacht. Was können wir für dich tun? Sollen wir beim König oder beim Obersten des Heeres ein Wort für dich einlegen? Doch sie entgegnete: Ich wohne inmitten meiner Verwandten.14 Und als er weiter fragte, was man für sie tun könne, sagte Gehasi: Nun, sie hat keinen Sohn und ihr Mann ist alt.15 Da befahl er: Ruf sie herein! Er rief sie und sie blieb in der Tür stehen.16 Darauf versicherte ihr Elischa: Im nächsten Jahr um diese Zeit wirst du einen Sohn liebkosen. Sie aber entgegnete: Ach nein, Herr, Mann Gottes, täusche doch deiner Magd nichts vor!17 Doch die Frau wurde schwanger und im nächsten Jahr, um die Zeit, die Elischa genannt hatte, gebar sie einen Sohn.18 Als das Kind herangewachsen war, ging es eines Tages zu seinem Vater hinaus zu den Schnittern. (1Kön 17,17)19 Dort klagte es ihm: Mein Kopf, mein Kopf! Der Vater befahl seinem Knecht: Trag das Kind heim zu seiner Mutter!20 Der Knecht nahm es und brachte es zu ihr. Es saß noch bis zum Mittag auf ihren Knien; dann starb es.21 Sie stieg nun in das obere Gemach hinauf, legte das Kind auf das Bett des Gottesmannes und schloss die Tür hinter ihm ab. Dann verließ sie das Haus,22 rief ihren Mann und bat ihn: Schick mir einen von den Knechten und einen Esel! Ich will zum Gottesmann eilen und komme bald zurück.23 Er wandte ein: Warum gehst du heute zu ihm? Es ist doch nicht Neumond und nicht Sabbat. Doch sie sagte nur: Friede mit dir!,24 sattelte den Esel und befahl dem Knecht: Treib tüchtig an und halte mich beim Reiten nicht auf, es sei denn, dass ich es dir sage.25 So reiste sie ab und kam zum Gottesmann auf den Karmel. Als er sie von ferne sah, sagte er zu seinem Diener Gehasi: Da kommt die Schunemiterin.26 Lauf ihr entgegen und frag sie: Geht es dir gut? Geht es auch deinem Mann und dem Kind gut? Sie antwortete: Es geht gut.27 Sobald sie aber zum Gottesmann auf den Berg kam, umfasste sie seine Füße. Gehasi trat hinzu, um sie wegzudrängen; aber der Gottesmann wehrte ab: Lass sie; denn ihre Seele ist betrübt. Doch der HERR hat mir den Grund verborgen und mir nicht mitgeteilt.28 Darauf sagte sie: Habe ich denn meinen Herrn um einen Sohn gebeten? Habe ich nicht gesagt: Mach mir keine falschen Hoffnungen?29 Elischa befahl nun Gehasi: Gürte dich, nimm meinen Stab in die Hand und mach dich auf den Weg! Wenn du jemand begegnest, so grüß ihn nicht; und wenn dich jemand grüßt, so antworte ihm nicht! Leg meinen Stab auf das Gesicht des Kindes!30 Aber die Mutter des Kindes sagte: So wahr der HERR lebt und so wahr du lebst: Ich lasse nicht von dir ab. Da stand er auf und folgte ihr.31 Gehasi war vorausgeeilt und hatte den Stab auf das Gesicht des Kindes gelegt; doch es kam kein Laut und kein Lebenszeichen. Daher lief er zum Gottesmann zurück und berichtete: Das Kind ist nicht aufgewacht.32 Als Elischa in das Haus kam, lag das Kind tot auf seinem Bett.33 Er ging in das Gemach, schloss die Tür hinter sich und dem Kind und betete zum HERRN.34 Dann trat er an das Bett und warf sich über das Kind; er legte seinen Mund auf dessen Mund, seine Augen auf dessen Augen, seine Hände auf dessen Hände. Als er sich so über das Kind hinstreckte, kam Wärme in dessen Leib. (1Kön 17,21; Apg 20,10)35 Dann stand er auf, ging im Haus einmal hin und her, trat wieder an das Bett und warf sich über das Kind. Da nieste es siebenmal und öffnete die Augen.36 Nun rief Elischa seinen Diener Gehasi und befahl ihm, die Schunemiterin zu rufen. Er rief sie, und als sie kam, sagte der Gottesmann zu ihr: Nimm deinen Sohn!37 Sie trat hinzu, fiel Elischa zu Füßen und verneigte sich bis zur Erde. Dann nahm sie ihren Sohn und ging hinaus.38 Elischa kehrte nach Gilgal zurück. Im Land herrschte damals eine Hungersnot. Als die Prophetenjünger vor ihm saßen, befahl er seinem Diener: Setz den großen Topf auf und koch ein Gericht für die Prophetenjünger!39 Einer von ihnen ging auf das Feld hinaus, um Malven zu holen. Dabei fand er ein wildes Rankengewächs und pflückte davon so viele Früchte, wie sein Gewand fassen konnte. Dann kam er zurück und schnitt sie in den Kochtopf hinein, da man sie nicht kannte.40 Als man sie aber den Männern zum Essen vorsetzte und sie von der Speise kosteten, schrien sie laut und riefen: Der Tod ist im Topf, Mann Gottes. Sie konnten nichts essen.41 Doch er befahl: Bringt mir etwas Mehl! Er streute das Mehl in den Topf und sagte: Setzt es nun den Leuten zum Essen vor! Jetzt war nichts Schädliches mehr im Topf.[1]42 Einmal kam ein Mann von Baal-Schalischa und brachte dem Gottesmann Brot von Erstlingsfrüchten, zwanzig Gerstenbrote und frische Körner in einem Beutel. Elischa sagte: Gib es den Leuten zu essen! (Mk 6,32; Mk 8,1)43 Doch sein Diener sagte: Wie soll ich das hundert Männern vorsetzen? Elischa aber sagte: Gib es den Leuten zu essen! Denn so spricht der HERR: Man wird essen und noch übrig lassen.44 Nun setzte er es ihnen vor; und sie aßen und ließen noch übrig, wie der HERR gesagt hatte.