1Im neunten Jahr, als Zidkija an der Macht war, stellte sich Nebukadnezzar mit seiner ganzen Armee rund um Jerusalem auf. Und zwar ging die Belagerung der Stadt am 10. Dezember los. Er ließ mehrere kleine Stellungen aufbauen und umzingelte die Stadt.2Zwei Jahre dauerte die ganze Aktion.3Am Ende gab es in der ganzen Stadt nichts mehr zu beißen. Am 9. Juli, es war das elfte Jahr, in dem Zidkija an der Macht war,4griff die babylonische Armee die Stadt frontal an. Sie schafften es, an einer Stelle den Schutzwall zu durchbrechen und in die Stadt einzufallen. Zidkija verdrückte sich in der Dunkelheit mit ein paar Soldaten auf einem Schleichweg zwischen den Mauern vom Garten des Präsidentenpalastes und der Stadt und schaffte es so, unbemerkt zu entkommen. Sie verdünnisierten sich dann in Richtung Osten, zur Jordanebene.5Als die Babylonier das mitkriegten, nahmen sie sofort die Verfolgung auf. In der Ebene bei Jericho holten sie Zidkija und seine Männer schließlich ein. Seine Truppen ließen ihn im Stich,6er wurde ohne Gegenwehr gefangenen genommen und nach Ribla gebracht. Dort machte man ihm in einem Kriegstribunal den Prozess, wobei Nebukadnezzar selbst als oberster Richter eingesetzt war.7Vor Zidkijas Augen wurden seine Söhne alle erschossen. Am Ende stach ein Soldat mit einem Schraubenzieher Zidkija die Augen aus. Schwer verletzt wurde er mit Handschellen gefesselt nach Babylonien gebracht.8Als Nebukadnezzar 19 Jahre an der Macht war, kam Nebusaradan, der General der babylonischen Truppe und einer der engsten Berater vom Präsidenten, in Jerusalem an.9Unter seinem Befehl wurden der Tempel von Gott, das gesamte Regierungsgebäude sowie alle Villenviertel in Jerusalem abgerissen und angezündet. Die ganze Stadt brannte lichterloh.10Auch die Stadtmauern von Jerusalem wurden von seinen Leuten plattgemacht.11General Nebusaradan ließ die gesamte Bevölkerung von Jerusalem abführen. Auch die übergelaufenen Soldaten wurden verhaftet.12Es durften nur ein paar von den ärmeren Leuten dableiben, die sich ein bisschen in der Landarbeit auskannten. Sie sollten sich um die Weinberge und die Äcker kümmern.13Im Tempel wurde alles zerstört. Die Säulen aus Bronze, die vor dem Tempel standen, wurden genauso umgehauen wie die Wagen und das große Waschbecken. Das Material wurde zur Altmetallverwertung nach Babylon gebracht.14Die Töpfe, die Schaufeln, die Messer, die Pfannen, einfach alles, was man im Tempel zum Opfern brauchte, sackten sie ein.15Dazu kamen auch die Becken, in denen die Holzkohle lag. Die Schalen, alles, was aus Gold und Silber gemacht worden war, wurde von Nebusaradan weggeschleppt.16Alleine für die beiden Säulen und das große Waschbecken hatte Salomo damals voll viel Bronze verbraten.17Neun Meter waren die beiden Säulen hoch! Jede Säule hatte oben so einen verschnörkelten Rand, der jeweils eineinhalb Meter dick war. Dieser Rand war mit so Bronzefiguren verziert, die aussahen wie geflochtene Zweige und Äpfel.18General Nebusaradan ließ auch den Oberpriester Seraja und seinen Stellvertreter Zefanja festnehmen. Und die drei Wachposten wurden genauso von ihm verhaftet.19In der Stadt wurden auch noch einige Männer gefunden und festgenommen, die sich dort versteckt hatten. Dazu gehörten: ein ranghoher Offizier, fünf enge Berater vom Präsidenten, der Offizier, der für die Musterung von neuen Soldaten für das Heer zuständig war, sowie sechzig weitere wichtige Männer aus Juda.20Sie wurden zum Präsidenten von Babylonien abgeführt, der in der Zeit in Ribla, in der Provinz Hamat, seinen Hauptsitz hatte.21Alle Männer kamen dort vor das Kriegsgericht, wurden verurteilt und standrechtlich erschossen. So passierte es, dass die Leute von Juda aus ihrem Land rausgeschmissen und nach Babylon geschleppt wurden.
Unter den Leuten herrscht das Chaos
22Über die paar Menschen, die in Juda geblieben waren, setzte Nebukadnezzar einen General, der als Vertreter der Besatzungsmacht alles regelte, was es zu regeln gab. Den Job bekam Gedalja, ein Sohn von Ahikam und ein Enkel von Schafan.23Einige der Offiziere von Juda waren vor den Besatzern geflohen. Als sie nach einiger Zeit die neue Lage ausgecheckt hatten, baten sie alle um ein Treffen mit Gedalja. Das Treffen fand dann in Mizpa statt. Mit dabei waren: Jischmael, der Sohn von Netanja, Johanan, der Sohn von Kareach, Seraja, der Sohn von Tanhumet aus Netofa, und Jaasanja aus Maacha.24Nach der offiziellen Begrüßung sagte Gedalja zu den versammelten Männern: „Ich verspreche Ihnen hiermit, dass sie keinerlei Verfolgung und Ärger zu befürchten haben, wenn sie sich hundertprozentig dem Präsidenten von Babylonien unterwerfen!“ Also blieben sie alle da.25Aber im Oktober kam Jischmael, ein Sohn von Netanja und ein Enkel von Elischma (ein Sohn von einem Präsidenten), mit zehn Soldaten nach Mizpa. Erst brachten sie Gedalja um, und dann töteten sie auch noch alle Leute aus Juda und aus Babylonien, die gerade bei ihm waren.26Weil sie Schiss hatten, die Babylonier würden sich an ihnen rächen, floh die ganze verbliebene Bevölkerung nach Ägypten. Jeder kam mit, vom einfachen Arbeiter bis zum Professor, auch die Offiziere waren mit dabei.
Jojachin wird freigelassen
27Dann gab es einen Regierungswechsel bei den Babyloniern. Ewil-Merodach kam an die Macht, und einer seiner ersten Taten war, dass Jojachin, der alte Präsident von Juda, freigelassen wurde. In der Zeit war der schon 37 Jahre im Knast. Der Tag der Freilassung war der 27. März.28Der neue Präsident war voll nett zu Jojachin. Er behandelte ihn mit Respekt, gab ihm sogar eine besondere Anstellung in seiner Regierung, die höher war als die von anderen Präsidenten, die Ewil-Merodach auch freigelassen hatte.29Er durfte seine Gefängnisklamotten abgeben und lief ganz normal rum. Dazu bekam er Essensmarken für die bessere Kantine, in der auch der Präsident selbst immer zu Mittag aß.30Auf Befehl vom Präsidenten wurde alles, was er zum Leben brauchte, direkt bei ihm angeliefert. Das ging dann sein ganzes Leben lang so.
2.Könige 25
Einheitsübersetzung 2016
von Katholisches Bibelwerk1Im neunten Regierungsjahr, am zehnten Tag des zehnten Monats, rückte Nebukadnezzar, der König von Babel, mit seiner ganzen Streitmacht vor Jerusalem und belagerte es. Man errichtete ringsherum einen Belagerungswall.2Bis zum elften Jahr des Königs Zidkija wurde die Stadt belagert.3Am neunten Tag des vierten Monats war in der Stadt die Hungersnot groß geworden und die Bürger des Landes hatten kein Brot mehr.[1] (Jer 39,2; Kla 4,9)4Damals wurden Breschen in die Stadtmauer geschlagen. Alle Krieger verließen die Stadt bei Nacht auf dem Weg durch das Tor zwischen den beiden Mauern, das zum königlichen Garten hinausführt, obwohl die Chaldäer rings um die Stadt lagen. Der König ging in die Richtung nach der Araba.5Aber die chaldäischen Truppen setzten dem König nach und holten ihn in den Niederungen von Jericho ein, nachdem alle seine Truppen ihn verlassen und sich zerstreut hatten.6Man ergriff den König und brachte ihn nach Ribla, zum König von Babel, und dieser sprach über ihn das Urteil. (Kla 4,20)7Die Söhne Zidkijas machte man vor dessen Augen nieder. Zidkija ließ er blenden, in Fesseln legen und nach Babel bringen.
Zerstörung Jerusalems
8Am siebten Tag des fünften Monats - das ist im neunzehnten Jahr des Königs Nebukadnezzar, des Königs von Babel - rückte Nebusaradan, der Befehlshaber der Leibwache und Diener des Königs von Babel, in Jerusalem ein (2Chr 36,17; Jer 39,8; Jer 52,12)9und steckte das Haus des HERRN, den königlichen Palast und alle Häuser Jerusalems in Brand. Jedes große Haus ließ er in Flammen aufgehen.10Auch die Umfassungsmauern Jerusalems rissen die chaldäischen Truppen, die dem Befehlshaber der Leibwache unterstanden, nieder.11Den Rest der Bevölkerung, der noch in der Stadt geblieben war, sowie alle, die zum König von Babel übergelaufen waren, und den Rest der Menge schleppte Nebusaradan, der Befehlshaber der Leibwache, in die Verbannung.12Nur von den armen Leuten im Land ließ der Befehlshaber der Leibwache einen Teil als Wein- und Ackerbauern zurück.13Die bronzenen Säulen am Haus des HERRN, die fahrbaren Gestelle und das Eherne Meer beim Haus des HERRN zerschlugen die Chaldäer und nahmen alle Gegenstände aus Bronze mit nach Babel. (1Kön 7,15)14Auch die Töpfe, Schaufeln, Messer und Becher sowie alle bronzenen Geräte, die man beim Tempeldienst verwendete, nahmen sie weg.15Ebenso nahm der Befehlshaber der Leibwache die Kohlenpfannen und die Schalen weg, die sämtlich aus Gold oder aus Silber waren,16ferner die zwei Säulen, das eine Meer, die Gestelle, die Salomo für das Haus des HERRN hatte anfertigen lassen - die Bronze von all diesen Geräten war nicht zu wägen.17Achtzehn Ellen betrug die Höhe der einen Säule und oben hatte sie ein Kapitell aus Bronze. Die Höhe des einen Kapitells betrug drei Ellen; das Kapitell umgaben Flechtwerk und Granatäpfel, alles aus Bronze. Ebenso war es bei der zweiten Säule auf dem Flechtwerk.18Der Befehlshaber der Leibwache nahm ferner den Oberpriester Seraja, den zweiten Priester Zefanja und die drei Schwellenwächter mit.19Aus der Stadt nahm er einen Hofbeamten, der Kommandant der Soldaten war, und fünf Leute vom persönlichen Dienst des Königs mit, die sich noch in der Stadt befanden, sowie den Schreiber des Heerführers, der die Bürger des Landes auszuheben hatte, schließlich sechzig Mann von der Bürgerschaft, die sich noch in der Stadt befanden.20Nebusaradan, der Befehlshaber der Leibwache, nahm sie fest und schickte sie zum König von Babel nach Ribla.21Der König von Babel ließ sie in Ribla in der Landschaft Hamat hinrichten. So wurde Juda von seiner Heimat weggeführt.
Der Statthalter Gedalja
22Über das Volk, das im Land Juda geblieben war und das Nebukadnezzar, der König von Babel, zurückgelassen hatte, setzte er Gedalja, den Sohn Ahikams und Enkel Schafans, als Statthalter ein. (Jer 39,14; Jer 40,5; Jer 40,7)23Als nun alle Truppenführer und ihre Mannschaften hörten, dass der König von Babel Gedalja als Statthalter eingesetzt habe, kamen sie zu ihm nach Mizpa. Es waren Jischmael, der Sohn Netanjas, Johanan, der Sohn Kareachs, Seraja, der Sohn Tanhumets aus Netofa, und Jaasanja, der Sohn des Maachatiters, mit ihren Leuten.24Gedalja schwor ihnen und ihren Mannschaften und sagte ihnen: Fürchtet euch nicht vor den chaldäischen Beamten! Bleibt im Land und dient dem König von Babel; dann wird es euch gut gehen.25Aber im siebten Monat kam Jischmael, der Sohn Netanjas, des Sohnes Elischamas, ein Mann aus königlichem Geschlecht, mit zehn Mann. Sie erschlugen Gedalja samt den Judäern und Chaldäern, die bei ihm in Mizpa waren.26Dann machte sich das ganze Volk vom Kleinsten bis zum Größten mit den Truppenführern auf und zog nach Ägypten. Sie fürchteten sich nämlich vor den Chaldäern.
Jojachins Begnadigung
27Im siebenunddreißigsten Jahr nach der Wegführung Jojachins, des Königs von Juda, am siebenundzwanzigsten Tag des zwölften Monats, begnadigte Ewil-Merodach, der König von Babel, im Jahr seines Regierungsantritts Jojachin, den König von Juda, und entließ ihn aus dem Kerker. (2Kön 24,12; Jer 52,31)28Er söhnte sich mit ihm aus und wies ihm seinen Sitz oberhalb des Sitzes der anderen Könige an, die bei ihm in Babel waren.29Er durfte seine Gefängniskleidung ablegen und ständig bei ihm speisen, solange er lebte. (2Sam 9,7)30Sein Unterhalt - ein dauernder Unterhalt - wurde ihm vom König von Babel in der bestimmten Menge täglich geliefert, solange er lebte.