Hesekiel 19

Schlachter 2000

von Genfer Bibelgesellschaft
1 Du aber stimme ein Klagelied an über die Fürsten Israels (Hes 19,14; Hes 26,17; Hes 27,2; Hes 32,16)2 und sprich: Was ist deine Mutter? Eine Löwin; unter Löwen lagerte sie, mitten unter den jungen Löwen zog sie ihre Jungen auf. (Hi 4,11; Ps 58,7; Nah 2,11; Zef 3,1)3 Und sie zog eins von ihren Jungen auf, das wurde ein junger Löwe; der lernte Beute reißen; er fraß Menschen. (2Chr 36,1; Hes 19,6)4 Da hörten die Heiden von ihm, und er wurde in ihrer Grube gefangen, und sie führten ihn an Nasenringen in das Land Ägypten. (2Kön 23,33; Jer 22,11; Jer 22,18)5 Als sie aber sah, dass sie [vergeblich] harrte, dass ihre Hoffnung verloren war, da nahm sie ein anderes von ihren Jungen und erzog es zu einem jungen Löwen; (2Kön 23,34; Hes 19,3)6 der ging einher unter den Löwen und wurde ein junger Löwe; der lernte Beute reißen; er fraß Menschen. (2Kön 24,1; 2Chr 36,5; Jer 22,13)7 Und er machte sich über ihre Paläste her und verwüstete ihre Städte, sodass das Land samt allem, was darin war, sich entsetzte vor seinem lauten Brüllen. (2Kön 23,35; Spr 19,12; Spr 28,15; Jer 25,1; Hes 12,19; Hes 32,10)8 Aber die Völker stellten sich ihm entgegen ringsum aus allen Ländern; sie spannten ihr Netz über ihn; und er wurde in ihrer Grube gefangen. (2Kön 24,1; Hes 12,13; Hes 17,20; Hes 19,4)9 Und sie zogen ihn an Nasenringen in einen Käfig und brachten ihn zu dem König von Babel; sie brachten ihn in einen Zwinger, damit seine Stimme nicht mehr gehört würde auf den Bergen Israels. (2Chr 36,6; Jer 22,18; Jer 36,30; Hes 6,2; Hes 36,1)10 Deine Mutter war wie du ein Weinstock, an Wassern gepflanzt, der viele Früchte und Reben bekam vom vielen Wasser. (Ps 80,9; Hes 17,6; Hes 19,2; Mt 21,33)11 Seine Äste wurden so stark, dass man Herrscherstäbe daraus machen konnte, und sein Wuchs erhob sich bis zu den Wolken, sodass er auffiel wegen seiner Höhe und wegen der Menge seiner Ranken. (1Kön 5,1; Esr 4,20)12 Aber er wurde im Zorn ausgerissen und zu Boden geworfen, und der Ostwind dörrte seine Frucht aus; seine starken Äste wurden abgerissen und dürr; Feuer verzehrte sie. (5Mo 32,22; Ps 80,13; Jes 27,11; Jer 1,10; Hes 15,2; Hes 17,10)13 Jetzt aber ist er in der Wüste gepflanzt, in einem dürren und trockenen Land. (3Mo 26,31; 2Chr 36,20)14 Und es ging Feuer aus von einem Zweig seiner Äste, das verzehrte seine Früchte, sodass ihm [nun] kein starker Ast mehr geblieben ist, der zu einem Herrscherstab tauglich wäre. — Das ist ein Klagelied und zum Klagegesang bestimmt. (Ri 9,15; 2Kön 24,20; Ps 79,7; Hes 19,1; Hes 19,11; Hos 3,4)

Hesekiel 19

Einheitsübersetzung 2016

von Katholisches Bibelwerk
1 Du aber, stimm eine Totenklage an über die Fürsten von Israel2 und sag: Was war doch deine Mutter für eine Löwin / unter den Löwen! Bei jungen Löwen hatte sie ihr Lager / und zog ihren Nachwuchs auf. (1Mo 49,9)3 Eins von ihren Jungen zog sie groß / und es wurde ein starker Löwe. Er lernte, Beute zu reißen, / er fraß Menschen.4 Da hörten Völker von ihm. / In ihrer Grube wurde er gefangen. Sie schleppten ihn an Haken / ins Land Ägypten. (2Kön 23,31; Jer 22,11)5 Als sie sah, dass sie vergeblich harrte, / ihre Hoffnung zunichte war, nahm sie ein anderes von ihren Jungen / und machte es zum starken Löwen.[1] (2Kön 24,8)6 Er schritt einher unter den Löwen / und wurde ein starker Löwe. Er lernte, Beute zu reißen, / er fraß Menschen.7 Er zerbrach ihre Burgen / und verheerte ihre Städte; die Erde, und was sie erfüllt, / entsetzte sich bei seinem lauten Gebrüll.[2] (2Kön 24,9)8 Da setzte man Völker gegen ihn ein / aus den Provinzen ringsum. Sie warfen ihr Netz über ihn; / in ihrer Grube wurde er gefangen. (Hes 12,13)9 Sie legten ihn mit Haken in das Halseisen / und brachten ihn zum König von Babel. Sie brachten ihn in Gewahrsam, / damit man seine Stimme nicht mehr hörte / auf Israels Bergen. (2Kön 24,15)10 Deine Mutter war einem Weinstock vergleichbar, / der am Wasser gepflanzt ist. Voll von Früchten und Ranken war er / wegen der reichlichen Wasser.[3] (Ps 1,3; Jes 5,1; Hes 15,1; Hes 15,2; Hes 17,6)11 Es wuchsen ihm kräftige Zweige, / für Zepter von Herrschern geeignet; sein Wuchs war hoch, / bis mitten unter die Wolken. Und sichtbar war er wegen seiner Höhe / und wegen seines dichten Laubes.12 Doch im Zorn wurde er ausgerissen, / wurde auf die Erde geworfen. Der Ostwind ließ seine Früchte verdorren. / Sie wurden abgerissen und verdorrten. Sein kräftiger Stamm - / Feuer verzehrte ihn. (Joh 15,6)13 Nun ist er in die Wüste verpflanzt, / in trockenes und dürstendes Land.14 Und Feuer ging aus von den Zweigen am Stamm, / es fraß seine Früchte. Kein kräftiger Zweig war mehr an ihm, / kein Zepter für Herrscher. - Eine Totenklage ist dies; zur Totenklage ist es geworden.