Prediger 1

Neue evangelistische Übersetzung

von Karl-Heinz Vanheiden
1 Worte des Predigers, des Davidssohns, der König in Jerusalem war.2 Nichtig und flüchtig, sagte der Prediger, nichtig und flüchtig – alles ist nichtig.3 Was bleibt dem Menschen von all seiner Mühe und Plage unter der Sonne?4 Ein Geschlecht geht, und ein Geschlecht kommt, / aber die Erde besteht immerfort.5 Die Sonne geht auf, und die Sonne geht unter. / Dann eilt sie dem Ort zu, wo sie wieder aufgehen soll.6 Der Wind weht nach Süden, / er kreist nach Norden, / er dreht und dreht und weht / und kommt zum Ausgangspunkt zurück.7 Alle Flüsse fließen ins Meer, / und das Meer wird nicht voll. / Zum Ort, wohin sie fließen, / da fließen sie wieder und wieder.8 Alle Dinge mühen sich ab, / keiner fasst sie alle in Worte. / Das Auge wird vom Sehen nicht satt / und das Ohr vom Hören nicht voll.9 Was gewesen ist, wird wieder sein; / was man getan hat, wird man wieder tun; / und nichts ist wirklich neu unter der Sonne.10 Wohl sagt man: „Sieh her, da ist etwas neu!“ / Doch es war längst schon einmal da in den Zeiten vor uns.11 An die Früheren denkt man nicht mehr. / Und an die Späteren, die nach uns kommen, / auch an sie wird man sich nicht mehr erinnern – und zwar bei denen, die noch später am Leben sind.12 Ich, der Prediger, war König über Israel und lebte in Jerusalem.13 Ich nahm mir vor, mit Weisheit alles zu erforschen und zu erkunden, was unter dem Himmel geschieht. Das ist eine leidige Plage. Gott hat es den Menschen aufgegeben, sich damit abzumühen.14 Ich habe alles beobachtet, was unter der Sonne getan wird, und fand: Es ist alles nichtig und ein Haschen nach Wind.15 Krummes kann nicht gerade werden, und Fehlendes kann man nicht zählen.16 Ich sagte mir: „Ich habe mein Wissen vergrößert und weiß mehr als jeder, der vor mir in Jerusalem war. Mein Geist hat eine Fülle von Weisheit und Erkenntnis erfasst.“17 So nahm ich mir vor, herauszubekommen, was Weisheit, was Verblendung und was Dummheit ist. Doch ich erkannte: Auch das ist nur ein Haschen nach Wind.18 Mit viel Weisheit kommt auch viel Verdruss. Wer seine Erkenntnis mehrt, mehrt auch den Schmerz.

Prediger 1

Einheitsübersetzung 2016

von Katholisches Bibelwerk
1 Worte Kohelets, des Davidsohnes, der König in Jerusalem war. (1Kön 8,1; Spr 1,1; Pred 1,12)2 Windhauch, Windhauch, sagte Kohelet, Windhauch, Windhauch, das ist alles Windhauch. (Hi 7,16; Ps 39,6; Ps 62,10; Ps 144,4; Pred 12,8; Röm 8,20)3 Welchen Vorteil hat der Mensch von all seinem Besitz, für den er sich anstrengt unter der Sonne? (1Mo 3,17; Hi 7,1; Spr 14,23; Pred 2,11; Pred 3,9; Pred 5,15; Pred 9,9)4 Eine Generation geht, eine andere kommt. / Die Erde steht in Ewigkeit. (2Sam 12,23; Hi 10,21; Ps 39,14; Ps 93,1; Ps 104,5; Pred 3,11; Sir 14,18)5 Die Sonne, die aufging und wieder unterging, / atemlos jagt sie zurück an den Ort, wo sie wieder aufgeht. (Ps 19,6; Pred 11,7; Pred 12,2)6 Er weht nach Süden, dreht nach Norden, dreht, dreht, weht, der Wind. / Weil er sich immerzu dreht, kehrt er zurück, der Wind. (Pred 11,5; Joh 3,8)7 Alle Flüsse fließen ins Meer, / das Meer wird nicht voll. Zu dem Ort, wo die Flüsse entspringen, / kehren sie zurück, um wieder zu entspringen. (Ps 24,2; Ps 104,5; Spr 8,29; Jer 5,22; Sir 40,11)8 Alle Dinge sind rastlos tätig, / kein Mensch kann alles ausdrücken, nie wird ein Auge satt, wenn es beobachtet, / nie wird ein Ohr vom Hören voll.[1] (Spr 27,20; Pred 5,9; Pred 8,17; Sir 42,15)9 Was geschehen ist, wird wieder geschehen, / was getan wurde, wird man wieder tun: / Es gibt nichts Neues unter der Sonne. (Pred 3,15; Pred 4,13; Pred 6,10; Jes 42,9; Jes 43,18; Jes 65,17; Offb 21,1)10 Zwar gibt es bisweilen ein Ding, von dem es heißt: / Sieh dir das an, das ist etwas Neues - / aber auch das gab es schon in den Zeiten, die vor uns gewesen sind.11 Nur gibt es keine Erinnerung an die Früheren / und auch an die Späteren, die erst kommen werden, auch an sie wird es keine Erinnerung geben / bei denen, die noch später kommen werden. (Pred 2,16; Pred 9,5; Sir 44,1)12 Ich, Kohelet, war in Jerusalem König über Israel. (1Kön 3,1; 1Kön 4,1; 1Kön 11,42)13 Ich hatte mir vorgenommen, das Wissen daraufhin zu untersuchen und zu erforschen, ob nicht alles, was unter dem Himmel getan wurde, ein schlechtes Geschäft war, für das die einzelnen Menschen durch Gottes Auftrag sich abgemüht haben. (Pred 2,3; Pred 3,10; Pred 5,13; Pred 8,9)14 Ich beobachtete alle Taten, die unter der Sonne getan wurden. Das Ergebnis: Das ist alles Windhauch und Luftgespinst. (Pred 2,11; Pred 4,4)15 Was krumm ist, kann man nicht gerade biegen; / was nicht da ist, kann man nicht zählen. (Spr 27,22; Pred 7,13; Jes 40,4; Jes 42,16)16 Ich überlegte mir Folgendes: Ich habe mein Wissen immerzu vergrößert, sodass ich jetzt darin jeden übertreffe, der vor mir über Jerusalem geherrscht hat. Oft konnte ich Wissen und Können beobachten. (1Kön 5,9; Pred 2,9)17 So habe ich mir vorgenommen zu erkennen, was Wissen wirklich ist, und zu erkennen, was Verblendung und Unwissen wirklich sind. Ich erkannte, dass auch dies ein Luftgespinst ist. (Pred 2,12; Pred 7,25; Pred 8,16)18 Denn: Viel Wissen, viel Ärger, / wer das Können mehrt, der mehrt die Sorge. (Spr 3,13; Spr 22,15; Pred 2,23; Pred 5,16; Sir 6,18)