Hosea 10

Neue evangelistische Übersetzung

von Karl-Heinz Vanheiden
1 Israel war ein üppiger Weinstock, / es trug genügend Frucht. / Je fruchtbarer es war, / desto mehr Altäre hatte es. / Je schöner sein Land wurde, / desto schöner haben sie die Steinsäulen geschmückt.2 Ihr Herz ist geteilt, / jetzt müssen sie büßen: / Er zerschlägt ihre Altäre, / verwüstet diese Götzensteine.3 Dann werden sie sagen: / „Wir haben keinen König mehr, / denn wir haben Jahwe nicht geehrt. / Aber was kann ein König schon tun?“4 Reden halten, Meineide schwören, Bündnisse schließen. / So wuchert das Recht wie Giftkraut auf dem Acker.5 Die Bewohner von Samaria / zittern um das Kalb von Götzenhausen.[1] / Schon trauern sie darum. / Seine Priester aber kreischen noch verzückt. / Doch seine Herrlichkeit zieht aus, von ihnen weg. (Hos 4,15)6 Das Kalb wird nach Assyrien gebracht / als Tribut für den kampfbereiten König. / Efraïm wird Spott dafür ernten / und Israel sich seiner Ratschläge schämen.7 Vernichtet ist Samaria. / Sein König treibt wie ein Span auf dem Wasser.8 Die Opferhöhen von Awen werden verwüstet, / denn sie sind die Sünde Israels. / Dornen und Disteln werden wachsen auf ihren Altären. / Dann wird man zu den Bergen sagen: „Deckt uns zu!“ / und zu den Hügeln: „Fallt auf uns drauf!“[2] (Lk 23,30; Offb 6,16)9 Ihr ladet Schuld auf euch seit der Zeit von Gibea, / seit damals habt ihr euch nicht geändert. / Wird nicht wie in Gibea / der Krieg über dieses rebellische Volk kommen?10 Ich bin entschlossen, sie zu bestrafen, / und versammle Völker gegen sie, / denn sie fesselt doppelte Schuld.11 Efraïm war eine junge Kuh, / die es gewohnt war, Getreide zu dreschen, / und die es gerne tat. / Als ich vorbeiging und ihren schönen Nacken sah, / spannte ich Efraïm ein. / Juda sollte den Boden pflügen / und Jakob ihn eggen[3] für sich.12 Sät gerechte Taten aus! / Erntet nach dem Maß der Liebe! / Nehmt Neuland unter den Pflug! / Es ist Zeit, Jahwe zu suchen, bis er kommt / und euch den Regen der Gerechtigkeit schenkt.13 Doch ihr habt Unrecht eingepflügt und Verbrechen geerntet, / ihr habt die Frucht eurer Falschheit gegessen. / Du hast auf deinen Weg vertraut / und auf die Menge deiner Helden!14 Darum wird es Kriegslärm geben für dein Volk, / und all deine Festungen werden verwüstet. / Es wird euch wie Bet-Arbeël[4] gehen, / das Schalman am Tag der Schlacht[5] zerstörte: / Eine Mutter liegt zerschmettert über den Kindern.15 Das alles hat euch Bet-El[6] eingebracht / wegen eurer schlimmen Schlechtigkeit. / Schon am Morgen der Schlacht / ist Israels König geschlagen.

Hosea 10

Einheitsübersetzung 2016

von Katholisches Bibelwerk
1 Israel war ein üppiger Weinstock, / der seine Frucht brachte. Je fruchtbarer er war, / desto zahlreicher machte man die Altäre. Je schöner sein Land wurde, / umso schöner schmückten sie die Steinmale. (Jes 5,1; Jer 2,21; Hes 19,10)2 Ihr Herz ist geteilt, / jetzt müssen sie büßen: Er selbst wird ihre Altäre zerbrechen, / ihre Steinmale verwüsten.3 Dann werden sie sagen: / Wir haben keinen König mehr; denn wir haben den HERRN nicht gefürchtet. / Aber auch ein König - was könnte er für uns tun? (Hos 3,4)4 Sprüche machen, Meineide schwören, / Bündnisse schließen; und die Rechtsprechung wuchert / wie das giftige Unkraut in den Ackerfurchen. (Am 6,12)5 Um das Kalb von Bet-Awen / müssen die Bewohner von Samaria zittern, / ja, es trauert darum sein Volk, seine Priester jubeln noch über seine Herrlichkeit - / doch sie ist weg von ihm in die Verbannung gezogen. (Hos 4,15; Hos 8,5)6 Auch das Kalb wird nach Assur gebracht / als Geschenk für den König, der das Gericht vollziehen wird. Efraim erntet Schande, / Israel wird zuschanden wegen seiner Ratschläge.7 Vernichtet ist Samaria, / sein König - wie ein abgebrochener Zweig auf dem Wasser.8 Verwüstet werden die Kulthöhen von Awen, / die Sünde Israels: Dornen und Disteln werden ihre Altäre überwuchern. / Dann wird man zu den Bergen sagen: Deckt uns zu! / und zu den Hügeln: Fallt auf uns! (Jes 2,10; Hos 4,13; Hos 9,6; Lk 23,30; Offb 6,16)9 Seit den Tagen von Gibea hast du gesündigt, Israel. / Sie sind seither nicht anders geworden. Wird sie nicht wie in Gibea / der Krieg gegen die Kinder des Verbrechens einholen? (Hos 9,9)10 Ich bin entschlossen, sie zu züchtigen. / Und Völker werden sich gegen sie versammeln, / denn sie sind verstrickt in ihre doppelte Schuld.11 Efraim war ein gelehriges Rind, / willig zum Dreschen. Als ich vorbeikam an seinem kräftigen Nacken, / spannte ich Efraim ein: Juda sollte pflügen; / Jakob für sich eggen: (Hos 4,16)12 Sät für euch in Gerechtigkeit, / erntet in Liebe! Nehmt Neuland unter den Pflug! / Es ist Zeit, den HERRN zu suchen; dann wird er kommen / und Gerechtigkeit auf euch regnen lassen. (Jer 4,3; Mi 6,8)13 Ihr aber habt Frevel eingepflügt; / darum habt ihr Verbrechen geerntet / und die Frucht der Lüge gegessen. Du hast auf deine Wege vertraut / und auf die Menge deiner Krieger;14 darum erhebt sich Kriegslärm gegen dein Volk / und alle deine Festungen werden zerstört, wie Schalman im Krieg Bet-Arbeel zerstörte, am Tag der Schlacht, / an dem man die Mutter niederstreckte / über ihren Kindern.15 Das also hat euch Bet-El eingebracht / wegen der Bosheit eurer Bosheit. Zur Zeit der Morgenröte / wird der König von Israel völlig vernichtet.