von Karl-Heinz Vanheiden1„Wohin ist dein Geliebter gegangen, / du schönste unter den Frauen? / Wohin hat dein Geliebter sich gewandt? / Wir suchen ihn mit dir.“2„Mein Geliebter stieg in seinen Garten hinab, / zu den Beeten mit Balsam, / auf die Weide in den Gärten, / um Lilien zu pflücken.3Ich gehöre meinem Geliebten / und mein Geliebter gehört mir, / der unter den Lilien weidet.“
Wiedervereinigung
4Schön wie Tirza[1] bist du, meine Freundin, / anmutig wie Jerusalem, / schrecklich wie die Banner im Krieg.5Wende deine Augen von mir ab, / denn sie haben mich verwirrt. / Dein Haar ist eine Herde schwarzer Ziegen, / die herunterspringen vom Gebirge Gilead.6Deine Zähne sind weiß wie eine Herde geschorener Schafe, / die gerade aus der Schwemme steigt. / Sie alle werfen Zwillinge, / keins hat einen Fehlwurf gehabt.7Wie eine Granatapfelscheibe / schimmert deine Schläfe hinter dem Schleier hervor.8Sechzig Königinnen sind es, / achtzig Nebenfrauen; / und junge Mädchen ohne Zahl.9Nur eine ist mein makelloses Täubchen. / Die Einzige war sie für ihre Mutter, / das Liebste für die, die sie geboren hat. / Würden die Töchter sie sehen, sie priesen sie glücklich, / die Königinnen und Nebenfrauen, sie rühmten sie.10Wer glänzt da hervor wie das Morgenrot, / schön wie der Mond, / klar wie die Sonne, / schrecklich wie die Banner im Krieg?11Ich stieg in den Nussgarten hinab, / um nach den Trieben der Dattelpalme zu sehen. / Ich wollte die Knospen am Weinstock betrachten / und die ersten Blüten am Granatapfelbaum.12Da setzte mich mein Verlangen – ich wusste nicht wie – auf die Streitwagen meines ehrsamen Volkes.
Hoheslied 6
Einheitsübersetzung 2016
von Katholisches Bibelwerk1Wohin ist dein Geliebter gegangen, / du schönste der Frauen?
Wohin wandte sich dein Geliebter? / Wir wollen ihn suchen mit dir.2Mein Geliebter ging in seinen Garten hinab / zu den Balsambeeten,
um in den Gärten zu weiden, / um Lilien zu pflücken. (Hl 4,12)3Ich gehöre meinem Geliebten / und mein Geliebter gehört mir, / der unter Lilien weidet. (Hl 2,16)4Schön bist du, meine Freundin, wie Tirza, / lieblich wie Jerusalem, / Furcht erregend wie Heerscharen.[1]5Wende deine Augen von mir, / denn sie verwirren mich.
Dein Haar gleicht einer Herde von Ziegen, / die herabziehen vom Gilead. (Hl 4,1)6Deine Zähne sind wie eine Herde von Mutterschafen, / die aus der Schwemme steigen,
die alle Zwillinge haben, / der Jungen beraubt ist keines von ihnen. (Hl 4,2)7Dem Riss eines Granatapfels gleicht deine Wange / hinter deinem Schleier. (Hl 4,3)8Sechzig Königinnen sind es, / achtzig Nebenfrauen / und junge Frauen ohne Zahl, (1Kön 11,3; Hl 3,7)9doch einzig ist meine Taube, meine Makellose, / die Einzige ihrer Mutter, / strahlend rein für jene, die sie gebar.
Töchter sehen sie / und preisen sie glücklich, / Königinnen und Nebenfrauen rühmen sie.10Wer ist, die da erscheint wie das Morgenrot, / wie der Mond so schön,
strahlend rein wie die Sonne, / Furcht erregend wie Heerscharen? (Ps 19,9)11In den Nussgarten stieg ich hinab, / um nach den Trieben am Bach zu sehen,
um zu sehen, ob der Weinstock treibt, / ob die Granatbäume blühen. (Hl 6,2; Hl 7,13)12Da entführte mich meine Seele, / ich weiß nicht wie, / zu den Wagen Amminadibs.[2]