Hiob 23

Neue evangelistische Übersetzung

von Karl-Heinz Vanheiden
1 Hiob erwiderte:2 „Auch heute lehnt sich meine Klage auf, / meine Hand muss mein Stöhnen bezwingen.3 Wüsste ich nur, wie ich ihn finden, / zu ihm hin gelangen könnte.4 Ich würde ihm meinen Rechtsfall erläutern, / meinen Mund mit Beweisgründen füllen.5 Ich würde wissen, was er mir erwidert, / erfahren, was er zu mir sagt.6 Würde er in seiner Allmacht mit mir streiten? / Nein, gerade er wird auf mich achten.7 Ein Aufrechter würde dort mit ihm streiten, / und ich hätte mein Recht für immer gesichert.8 Geh ich nach Osten, ist er nicht da, / und nach Westen, bemerke ich ihn nicht.9 Wirkt er im Norden, kann ich ihn nicht sehen, / und im Süden, da erblicke ich ihn nicht.10 Er kennt doch meinen Weg. / Wenn er mich prüfte, wäre ich wie Gold.11 Mein Fuß blieb in seiner Spur; / ich blieb auf seinem Weg und wich nicht ab.12 Ich ließ nicht ab von dem, was er mir gebot, / wich nicht von meinem Vorsatz ab / und verwahrte die Worte aus seinem Mund.13 Doch er ist der Eine. / Wer kann ihm wehren? / Was er will, das tut er auch.14 Er vollendet, was er mir bestimmt hat, / und hält davon noch mehr bereit.15 Darum bin ich so bestürzt vor ihm, / ich denke daran und habe vor ihm Angst.16 Gott hat mein Herz verzagt gemacht, / der Allmächtige macht mich bestürzt.17 Denn nicht wegen Finsternis vergehe ich / und auch nicht, weil mich Dunkelheit bedeckt.“

Hiob 23

Einheitsübersetzung 2016

von Katholisches Bibelwerk
1 Da antwortete Ijob und sprach:2 Auch heute ist meine Klage Widerspruch; / schwer lastet seine Hand auf meinem Seufzen.[1]3 Wüsste ich doch, wie ich ihn finden könnte, / gelangen könnte zu seiner Stätte.4 Ich wollte vor ihm den Rechtsfall ausbreiten, / meinen Mund mit Beweisen füllen. (Hi 9,14)5 Ich möchte wissen, mit welchen Worten er mir Antwort gibt, / möchte erfahren, was er mir zu sagen hat.6 Würde er in der Fülle der Macht mit mir streiten? / Nein, gerade er wird auf mich achten!7 Dort würde ein Redlicher mit ihm rechten / und ich käme für immer frei von meinem Richter.8 Seht, gehe ich nach Osten, so ist er nicht da, / nach Westen, so bemerke ich ihn nicht, (Hi 9,11; Ps 139,7)9 nach Norden, sein Tun erblicke ich nicht; / biege ich nach Süden, sehe ich ihn nicht.[2]10 Doch er kennt den Weg, den ich gehe; / prüfte er mich, ich ginge wie Gold hervor. (Ps 17,3; Ps 139,1; Weis 3,6)11 Mein Fuß hielt fest an seiner Spur, / seinen Weg hielt ich ein und bog nicht ab. (Ps 17,5)12 Das Gebot seiner Lippen gab ich nicht auf; / seines Mundes Worte barg ich in meinem Inneren.[3]13 Doch er bleibt der Eine, wer stimmt ihn um? / Wonach seine Seele verlangte, das machte er. (5Mo 6,4; Ps 115,3; Jes 55,10)14 Ja, er vollendet, was er mir bestimmt hat; / und Ähnliches hat er noch viel im Sinn.15 Darum erschrecke ich vor seinem Angesicht; / denke ich daran, gerate ich in Angst vor ihm. (Ps 119,120)16 Gott macht mein Herz verzagt, / der Allmächtige versetzt mich in Schrecken.17 Denn bin ich nicht von Finsternis umschlossen, / bedeckt nicht Dunkel mein Angesicht?