1Blast die Trompeten[1] in Zion! Erhebt eure Stimme auf meinem heiligen Berg! Alle Bewohner des Landes sollen zittern vor Furcht, denn der Tag des HERRN ist nahe. (Zef 1,16)2Es ist ein Tag voll Finsternis und Dunkelheit, ein Tag voll dunkelster Wolken. Es kommt über uns wie sonst die ersten Sonnenstrahlen über die Berge: ein mächtiges Heer, ein so riesiges hat noch niemand gesehen, und auch später wird es so etwas niemals mehr geben – bis in die fernsten Generationen. (Dan 9,12)3Seine Vorboten sind Feuer und es hinterlässt verbrannte Erde. Wo früher fruchtbares Land wie in Eden war, bleiben nur wüste Felder zurück; nichts und niemand kann entkommen. (1Mo 2,8; Ps 105,34; Jes 51,3)4Sie sehen aus wie Pferde und sind auch so schnell wie diese. (Offb 9,7)5Es klingt wie das Rasseln von Kampfwagen, wenn sie die Berge überziehen, wie das Prasseln des Feuers, das das Gras verzehrt. Sie sind wie ein mächtiges Heer mit klirrenden Waffen, bereit zum Kampf. (Jes 5,24; Jes 30,30; Offb 9,9)6Ganze Völker erzittern vor ihnen, sie versetzen die Menschen in glühende Angst. (Jes 13,8; Jer 30,6)7Wie wilde Krieger erstürmen sie Mauern, durch nichts lassen sie sich beirren. Unaufhaltsam rücken sie vor, man kann sich ihnen nicht in den Weg stellen. (Jes 5,26)8Sie drängeln nicht, sie gehen geordnet und stetig ihren furchtbaren Gang. Sie durchbrechen jede Abwehr und ihr Zug nimmt kein Ende.9Sie überrennen die Stadt und klettern über ihre Mauern. Wie ein schleichender Dieb dringen sie durch die Fenster in die Häuser ein. (2Mo 10,6; Jer 9,20; Joh 10,1)10Das Land erzittert vor ihnen und der Himmel bebt. Die Sonne wird finster, der Mond wird nicht mehr leuchten und die Sterne nicht mehr strahlen. (Jes 13,10; Nah 1,5; Mt 24,29; Mt 27,51; Mk 13,24)11Der HERR befehligt mit donnernder Stimme sein Heer. Es ist mächtig und groß; es führt seinen Willen aus. Seine Kriegsmacht ist gewaltig, denn der Tag des HERRN ist ein furchtbarer, schrecklicher Tag. Wer kann ihn ertragen?
Aufruf zur Buße
12Doch auch jetzt noch spricht der HERR: »Kommt zu mir zurück! Schenkt mir eure Herzen, kommt zu mir mit Fasten, Weinen und Klagen! (5Mo 4,29)13Aber zerreißt nicht nur äußerlich eure Kleider, sondern zerreißt eure Herzen!« Kehrt zum HERRN, eurem Gott, zurück, denn er ist gnädig und barmherzig. Er gerät nicht schnell in Wut und ist voller Liebe. Es tut ihm leid, wenn er jemanden bestraft. (2Mo 34,6; Am 7,2)14Wer weiß? Vielleicht lässt er sich erneut erweichen und bringt den Segen zurück statt des Unheils. Vielleicht wird er euch so viel geben, dass ihr dem HERRN, eurem Gott, wie früher Korn und Wein darbringen könnt! (Hag 2,19)15Blast die Trompeten in Zion! Ordnet ein heiliges Fasten an und ruft die Einwohner des Landes zu einer Gebetsversammlung zusammen! (4Mo 10,3; Joe 2,1)16Holt die Alten und die Kinder und sogar die Säuglinge vom Stillen. Ruft die Eheleute aus ihren Zimmern, selbst wenn sie Hochzeitsnacht feiern!17Die Priester, die in der Gegenwart des HERRN Dienst tun, sollen weinend zwischen dem Volk und dem Altar stehen und beten: »Verschone dein Volk, HERR! Lass nicht zu, dass dein Eigentum zum Gespött der Heiden wird. Verhindere, dass sie höhnen: ›Wo ist nun euer Gott?‹« (Ps 44,14; Ps 79,10; Jes 37,20)
Gottes Zusage
18Da erfasste den HERRN Leidenschaft für sein Land und er erbarmte sich seines Volkes. (Jes 60,10; Sach 1,14)19So antwortete der HERR seinem Volk: »Seht her! Ich bin es, der euch Korn, Wein und Öl gibt. Ihr sollt satt werden! Dem Spott der Völker werde ich euch nicht weiter aussetzen. (Hes 34,29; Hes 36,15; Hos 2,23)20Ich werde den Feind aus dem Norden vertreiben und ihn in ein dürres Land verstoßen, seine Vorboten lasse ich im Toten Meer und seine Nachhut im Mittelmeer[2] ertrinken. Sie sollen verfaulen und stinken. Ihr Gestank soll über dem Land liegen, denn sie haben Furchtbares getan.« (5Mo 11,24; Jer 1,14; Sach 14,8)21Fürchte dich nicht, Ackerland! Sei froh und freue dich, denn der HERR hat Großes getan.22Fürchtet euch nicht, ihr Tiere des Feldes! Eure Weiden werden bald wieder grün sein. Die Bäume werden wieder Früchte tragen, Feigenbäume und Weinstöcke geben wieder vollen Ertrag. (Ps 65,13)23Freut euch, ihr Einwohner von Jerusalem! Freut euch am HERRN, eurem Gott! Denn er schickt euch den Regen nach seiner Gerechtigkeit[3]. Herbstregen und Frühjahrsregen werden wieder einsetzen. (Ps 149,2; Hos 6,3; Sach 10,1)24Auf den Dreschplätzen wird sich das Korn wieder häufen, die Keltern werden von Wein und Olivenöl überfließen.25Der HERR spricht: »Ich will euch zurückgeben, was die Heuschrecken, die Grashüpfer, die Raupen und Käfer gefressen haben[4]. Ich selbst habe euch dieses große Heer geschickt.26Ihr sollt wieder essen und satt werden und ihr werdet den HERRN, euren Gott, der diese Wunder für euch tut, loben. Nie mehr soll mein Volk sich schämen müssen. (Ps 67,6; Jes 45,17)27Dann werdet ihr erkennen, dass ich mitten unter meinem Volk Israel wohne und dass ich allein der HERR, euer Gott, bin. Nie wieder soll mein Volk sich schämen müssen.« (3Mo 26,11; Jes 45,5; Joe 4,17)
1Stoßt in das Schopharhorn in Zion und blast Lärm auf meinem heiligen Berg, dass alle Bewohner des Landes erzittern; denn der Tag des HERRN kommt, ja, er ist nahe — (4Mo 10,3; Jes 2,3; Jer 4,5; Joe 1,15; Joe 2,15; Joe 3,5; Joe 4,17; Mi 4,2)2ein Tag der Finsternis und des Dunkels, ein Tag des Gewölks und des Wolkendunkels. Wie Morgenrot breitet sich über die Berge aus ein großes, mächtiges Volk, wie es seinesgleichen von Ewigkeit her nicht gegeben hat und auch in künftigen Zeiten und Generationen nicht mehr geben wird. (2Mo 10,14; Joe 1,2; Joe 1,6; Am 5,18; Am 5,20; Zef 1,15)3Fressendes Feuer geht vor ihm her, und hinter ihm her eine lodernde Flamme: Ist das Land vor ihm wie der Garten Eden gewesen, hinter ihm ist es eine öde Wüste; und man kann ihm nicht entfliehen! (1Mo 2,8; 1Mo 13,10; Jes 51,3; Jer 5,17; Joe 1,19)4Wie Rosse sehen sie aus, und wie Reiter rennen sie. (Offb 9,7)5Wie rasselnde Streitwagen kommen sie über die Höhen der Berge her, wie eine Feuerflamme, die prasselnd das Stroh verzehrt, gleich einem mächtigen Heer, das zum Kampf gerüstet ist. (Offb 9,17)6Vor ihm erzittern die Völker; alle Angesichter verfärben sich. (Jer 30,6; Nah 2,11)7Wie Helden laufen sie, wie Krieger ersteigen sie die Mauer; jeder geht auf seinem Weg, und keiner kreuzt den Pfad des anderen. (Jer 6,23; Jer 48,14)8Keiner drängt den anderen, jeder geht seine eigene Bahn; zwischen den Wurfgeschossen stürzen sie hindurch und lassen sich nicht aufhalten. (Spr 30,27)9Sie dringen in die Stadt ein, rennen auf die Mauer, erklimmen die Häuser, steigen wie Diebe zum Fenster hinein. (Jer 5,10)10Vor ihnen erbebt die Erde, der Himmel erzittert; Sonne und Mond verfinstern sich, und die Sterne verlieren ihren Schein. (Jes 13,10; Mt 24,29)11Und der HERR lässt seine Stimme hören vor seinem Kriegsvolk her; denn sehr groß ist sein Heerlager und gewaltig sind, die sein Wort vollstrecken. Ja, groß ist der Tag des HERRN und sehr schrecklich; wer kann ihn ertragen? (Ps 18,14; Ps 68,18; Jes 46,10; Joe 4,16; Mal 3,2; Offb 6,17)
Aufruf an das Volk zur Herzensumkehr
12Doch auch jetzt noch, spricht der HERR, kehrt um zu mir von ganzem Herzen, mit Fasten, mit Weinen, mit Klagen! (5Mo 4,29; 1Sam 7,6; Neh 9,1; Jes 22,12; Hos 12,7; Sach 1,3)13Zerreißt eure Herzen und nicht eure Kleider, und kehrt um zu dem HERRN, eurem Gott; denn er ist gnädig und barmherzig, langmütig und von großer Gnade, und das Übel reut ihn. (Ps 34,19; Ps 86,15; Ps 103,8; Jes 57,15; Jes 58,5; Jer 18,8; Kla 3,31; Jon 4,2)14Wer weiß, ob er sich wieder abkehrt und es ihn nicht reut, und ob er nicht einen Segen zurücklassen wird, Speisopfer und Trankopfer für den HERRN, euren Gott? (Jes 6,13; Am 5,15; Jon 3,9; Hag 2,19)15Stoßt in das Horn in Zion, heiligt ein Fasten, beruft eine allgemeine Versammlung! (Joe 1,14; Joe 2,1)16Versammelt das Volk, heiligt die Gemeinde, bringt die Ältesten herbei, versammelt die Kinder und die Säuglinge; der Bräutigam gehe aus seiner Kammer und die Braut aus ihrem Gemach! (2Chr 20,13; Mt 19,14)17Die Priester, die Diener des HERRN, sollen zwischen der Halle und dem Altar weinen und sagen: HERR, habe Mitleid mit deinem Volk und gib dein Erbteil nicht der Beschimpfung preis, dass die Heidenvölker über sie spotten! Warum soll man unter den Völkern sagen: »Wo ist [nun] ihr Gott?« (5Mo 30,3; 5Mo 32,36; Ps 79,10; Jer 12,15; Hes 8,16; Hos 11,8; Joe 1,13; Joe 4,17; Mt 23,35; Hebr 4,15)
Die Verheißung der Wiederherstellung für Israel nach dem Endgericht
18Dann gerät der HERR in Eifer für sein Land und hat Mitleid mit seinem Volk. (Hes 36,6; Joe 2,17; Sach 1,14)19Und der HERR wird antworten und zu seinem Volk sprechen: Siehe, ich sende euch Korn, Most und Öl, dass ihr davon satt werden sollt, und ich will euch nicht mehr der Beschimpfung preisgeben unter den Heidenvölkern; (Hes 36,30; Sach 8,12; Mal 3,10)20sondern ich will den von Norden [Kommenden] von euch entfernen und ihn verstoßen in ein dürres und wüstes Land, seine Vorhut ins östliche Meer[1] und seine Nachhut ins westliche Meer,[2] und sein Gestank soll aufsteigen und sein Verwesungsgeruch sich erheben; denn er hat großgetan! (2Mo 10,19; Jer 1,14; Sach 14,8)21Fürchte dich nicht, o Land, sondern frohlocke und freue dich; denn der HERR hat Großes getan! (Ps 126,2; Joe 2,26; Lk 1,49; Joh 1,50)22Fürchtet euch nicht, ihr Tiere des Feldes; denn die Auen der Steppe sollen grünen, und die Bäume sollen ihre Früchte tragen, der Weinstock und der Feigenbaum, so viel sie nur können. (3Mo 26,4)23Und ihr Kinder Zions, frohlockt und freut euch über den HERRN, euren Gott; denn er gibt euch den Frühregen in rechtem Maß, und er lässt euch am ersten [Tag] Regengüsse herabkommen, Frühregen und Spätregen. (5Mo 11,14; Ps 149,2; Jes 41,16; Hes 34,26; Hab 3,18; Zef 3,14; Sach 10,1)24Und die Tennen sollen voll Korn werden und die Keltern von Most und Öl überfließen. (Spr 3,9)25Und ich werde euch die Jahre zurückerstatten, welche die Heuschrecke, der Fresser, der Verwüster und der Nager verzehrt haben — mein großes Kriegsheer, das ich gegen euch gesandt habe; (2Chr 25,9; Joe 1,12)26und ihr sollt genug zu essen haben und satt werden und den Namen des HERRN, eures Gottes, loben, der wunderbar an euch gehandelt hat; und mein Volk soll nie mehr zuschanden werden! (5Mo 8,10; Ps 22,27; Jes 25,1; Jes 45,17; Joe 2,27)27Und ihr sollt erkennen, dass ich in Israels Mitte bin und dass ich, der HERR, euer Gott bin und keiner sonst; und mein Volk soll nie mehr zuschanden werden! (3Mo 26,12; Jes 12,6; Jes 44,6; Jes 45,6; Hes 37,27; Zef 3,17)