Daniel 1

Neues Leben. Die Bibel

von SCM Verlag
1 Im dritten Regierungsjahr des Königs Jojakim von Juda[1] zog der babylonische König Nebukadnezar mit seinem Heer nach Jerusalem und belagerte die Stadt. (2Kön 24,1; 2Chr 36,6)2 Und der HERR ließ König Jojakim von Juda und einen Teil der heiligen Tempelgeräte in dessen Gewalt fallen. Nebukadnezar nahm alles mit nach Babel, in den Tempel seines Gottes. Die Tempelgeräte aber ließ er in die Schatzkammer bringen. (Jes 11,11; Jer 27,19; Sach 5,5)3 Danach befahl der König seinem höchsten Hofbeamten Aschpenas, er solle von den Israeliten junge Männer auswählen, die aus dem Königsgeschlecht oder aus den vornehmen Familien des Landes stammten, und sie an den Hof bringen. (Jes 39,7)4 Er sagte: »Such nur die Männer aus, an denen man keinen körperlichen Fehler finden kann. Außerdem müssen sie gut aussehen, eine umfangreiche Bildung vorweisen und von schneller Auffassungsgabe sein. Nur die jungen Männer, die dies alles erfüllen, sind geeignet für den Dienst am Palast des Königs. Dann unterrichte sie in der Sprache und den Schriften der Babylonier.«5 Der König legte auch fest, wie viel sie täglich von der königlichen Tafel zu essen und aus dem königlichen Weinkeller zu trinken bekommen sollten. Nach dreijähriger Ausbildung wollte er einige von ihnen zu seinen Ratgebern machen. (Dan 1,8)6 Unter den ausgewählten jungen Männern befanden sich auch Daniel, Hananja, Mischaël und Asarja, die alle zum Stamm Juda gehörten. (Hes 14,14; Hes 28,3; Mt 24,15)7 Der oberste Hofbeamte gab ihnen neue, babylonische Namen: Daniel wurde Beltschazar genannt und Hananja bekam den Namen Schadrach. Mischaël hieß von nun an Meschach und Asarja Abed-Nego. (Dan 2,49; Dan 3,12; Dan 4,5; Dan 5,12)8 Daniel beschloss in seinem Herzen, keine Speisen und keinen Wein vom Tisch des Königs anzurühren. Er wollte sich an die Speisegesetze seines Gottes halten. Er bat Aschpenas um die Erlaubnis, die kultisch unreinen Speisen nicht essen zu müssen. (3Mo 11,47; 5Mo 32,38; Hes 4,13; Hos 9,3)9 Gott sorgte dafür, dass der oberste Hofbeamte große Achtung vor Daniel hatte und Nachsicht mit ihm übte. (Ps 106,46; Spr 16,7)10 Trotzdem sagte er zu Daniel: »Ich habe Angst vor meinem Herrn, dem König, der den Auftrag gegeben hat, euch Speise und Trank von seiner königlichen Tafel vorzusetzen. Wenn er erfährt, dass ihr schlechter ausseht als die anderen jungen Männer eures Alters, wird er mir euretwegen den Kopf abschlagen.«11 Da sagte Daniel zu dem Palastdiener, den der oberste Hofbeamte ihm, Hananja, Mischaël und Asarja als Aufseher zugewiesen hatte:12 »Ernähre uns versuchsweise zehn Tage lang mit Gemüse und Wasser. (Dan 1,16)13 Vergleiche nach Ablauf dieser zehn Tage unser Aussehen mit dem der anderen jungen Männer, die von den Speisen des Königs essen. Danach entscheide, wie du weiter mit uns verfahren willst – je nachdem, was du an uns siehst.«14 Der Aufseher ging auf Daniels Vorschlag ein und führte diesen Versuch zehn Tage lang durch.15 Am Ende dieser zehn Tage wirkten Daniel und seine drei Freunde gesünder und sahen besser genährt aus als die anderen jungen Männer, die von den Speisen des Königs gegessen hatten. (2Mo 23,25; Spr 10,22)16 Daraufhin ließ der Aufseher die Speisen der königlichen Tafel und den Wein, den sie trinken sollten, wegtragen und gab ihnen nur noch Gemüse zu essen. (Dan 1,12)17 Und Gott schenkte diesen vier jungen Männern Einsicht und Verständnis für die Wissenschaft und alle Schriften ihrer Zeit. Daniel besaß außerdem die besondere Gabe, Visionen und Träume deuten zu können. (1Kön 3,12; Hi 32,8; Dan 1,20; Dan 2,19; Dan 7,1; Dan 8,1)18 Als die Zeit der dreijährigen Ausbildung beendet war, führte der oberste Palastbeamte die jungen Männer vor den König, genau wie dieser es angeordnet hatte.19 Der König unterhielt sich mit allen jungen Männern. Keiner jedoch konnte an Daniel, Hananja, Mischaël und Asarja heranreichen. So wurden sie in den Dienst des Königs gestellt. (1Mo 41,46; Jer 15,1; Dan 1,5)20 Und immer, wenn eine schwierige Frage beraten werden musste, die Verstand und Einsicht erforderte, wandte sich der König an diese Männer. Dabei fiel ihm auf, dass sie allen Gelehrten und Zeichendeutern seines Reiches zehnmal überlegen waren. (Jes 19,3; Dan 1,17; Dan 2,2; Dan 4,15; Dan 5,7)21 Daniel blieb bis zum ersten Jahr der Herrschaft von König Kyrus[2] im Dienst des Königs. (Dan 6,29; Dan 10,1)

Daniel 1

Schlachter 2000

von Genfer Bibelgesellschaft
1 Im dritten Jahr der Regierung Jojakims, des Königs von Juda, kam Nebukadnezar, der König von Babel, nach Jerusalem und belagerte es. (2Kön 24,1; 2Chr 36,5)2 Und der Herr gab Jojakim, den König von Juda, in seine Hand, auch einen Teil der Geräte des Hauses Gottes; diese führte er hinweg in das Land Sinear[1], in das Haus seines Gottes; und er brachte die Geräte in die Schatzkammer seines Gottes. (1Mo 10,10; 1Mo 11,2; 2Chr 36,6; Kla 3,37; Dan 5,2; Sach 5,11)3 Und der König befahl Aspenas, dem Obersten seiner Kämmerer, dass er ihm etliche von den Söhnen Israels bringen solle, die von königlichem Samen und von den Vornehmsten sein sollten, (5Mo 28,41; 2Kön 20,18; Jes 39,7)4 junge Männer ohne Makel, schön von Gestalt und klug in aller Weisheit, einsichtsvoll und des Wissens kundig, die tüchtig wären, im Palast des Königs zu dienen, und dass man sie in der Schrift und Sprache der Chaldäer unterwiese. (Spr 22,29; Apg 7,22)5 Diesen bestimmte der König den täglichen Unterhalt von der feinen Speise des Königs und von dem Wein, den er selbst trank, und [ordnete an], dass man sie drei Jahre lang erziehen sollte und dass sie danach dem König dienen sollten. (2Mo 8,9; Dan 9,24)6 Unter ihnen befanden sich von den Söhnen Judas Daniel, Hananja, Misael und Asarja. (Dan 1,19; Dan 2,17)7 Diesen gab der oberste Kämmerer andere Namen; und zwar nannte er Daniel »Beltsazar«, Hananja »Sadrach«, Misael »Mesach« und Asarja »Abednego«. (1Mo 41,45; 2Kön 24,17; Dan 2,26; Dan 4,5; Dan 5,12; Dan 10,1)8 Daniel aber nahm sich in seinem Herzen vor, sich nicht mit der feinen Speise des Königs und mit dem Wein, den er trank, zu verunreinigen; er erbat sich vom obersten Kämmerer, dass er sich nicht verunreinigen müsse. (3Mo 7,19; Hes 4,13; Apg 10,14; 1Kor 8,7; 1Kor 10,21)9 Und Gott gab Daniel Gnade und Barmherzigkeit vor dem obersten Kämmerer. (1Mo 39,4; 1Mo 39,21; Est 2,9; Spr 16,7)10 Und der oberste Kämmerer sprach zu Daniel: Ich fürchte nur meinen Herrn, den König, der euch eure Speise und euer Getränk bestimmt hat. Denn warum sollte er wahrnehmen, dass euer Aussehen weniger gut wäre als das der anderen jungen Männer in eurem Alter? Dann wärt ihr schuld, wenn ich meinen Kopf beim König verwirkte! (Spr 29,25; Gal 1,10)11 Da antwortete Daniel dem Aufseher, den der oberste Kämmerer über Daniel, Hananja, Misael und Asarja gesetzt hatte:12 Versuche es doch zehn Tage lang mit deinen Knechten, dass man uns Gemüse zu essen und Wasser zu trinken gibt; (Dan 1,15)13 danach soll man vor dir unser Aussehen und das Aussehen der anderen jungen Männer anschauen, die von der feinen Speise des Königs essen; nach dem, was du dann sehen wirst, handle weiter mit deinen Knechten! (Ps 37,3; Joh 4,32)14 Da hörte er auf sie in dieser Sache und versuchte es zehn Tage lang mit ihnen. (Spr 20,12; Mk 6,20)15 Und nach den zehn Tagen sah man, dass sie besser aussahen und wohlgenährter waren als alle jungen Männer, die von der feinen Speise des Königs aßen. (2Mo 23,25; Ps 18,26; Dan 1,12)16 Da nahm der Aufseher ihre feine Speise und den Wein, den sie trinken sollten, weg und gab ihnen Gemüse. (Dan 1,12)17 Und Gott gab diesen vier jungen Männern Kenntnis und Verständnis für alle Schrift und Weisheit; Daniel aber machte er verständig in allen Gesichten und Träumen. (1Mo 41,12; 1Mo 41,38; 1Kön 3,12; 2Chr 26,5; Spr 2,6; Pred 2,26; Dan 2,21; Dan 2,23; Dan 5,12; Jak 1,5)18 Nachdem nun die Zeit verflossen war, nach welcher der König ihre Vorstellung befohlen hatte, führte sie der oberste Kämmerer vor Nebukadnezar. (Dan 1,5)19 Da redete der König mit ihnen; aber keiner unter ihnen allen wurde gefunden, der Daniel, Hananja, Misael und Asarja gleichgekommen wäre; und sie traten in den Dienst des Königs. (Spr 22,29; Dan 1,21; Dan 6,17; Dan 6,21)20 Und in allen Angelegenheiten, die Weisheit und Einsicht erforderten, nach denen der König sie fragte, fand er sie zehnmal besser als alle Traumdeuter und Wahrsager,[2] die er in seinem ganzen Reich hatte. (1Kön 3,12; Ps 119,99; Dan 2,27; Dan 12,3)21 Und Daniel blieb bis zum ersten Jahr des Königs Kyrus. (Dan 6,29; Dan 10,1; Lk 19,17)