1Daraufhin zogen alle Israeliten aus, von Dan bis Beerscheba und aus dem Land Gilead, und versammelten sich in Mizpa vor dem HERRN. (1Sam 7,5)2Die führenden Männer des ganzen Volkes und alle Stämme Israels – 400.000 mit Schwertern bewaffnete Krieger – nahmen ihren Platz in der Versammlung des Gottesvolkes ein.3Und der Stamm Benjamin erfuhr, dass die anderen Stämme nach Mizpa hinaufgezogen waren. Die Israeliten sagten: »Erzählt uns, wie dieses schreckliche Verbrechen geschehen ist.«4Der Levit, der Ehemann der Ermordeten, sagte: »Meine Nebenfrau und ich kamen nach Gibea im Land Benjamin und wollten dort die Nacht verbringen.5Doch einige Bürger von Gibea hatten es auf mich abgesehen. In der Nacht umzingelten sie das Haus und wollten mich umbringen. Sie vergewaltigten meine Nebenfrau, bis sie starb. (Ri 19,22)6Da nahm ich meine Nebenfrau und schnitt ihren Leichnam in zwölf Teile und schickte sie ins gesamte Gebiet der Stämme von Israel, denn diese Männer haben an Israel ein schreckliches und schändliches Verbrechen begangen. (Ri 19,29)7Da ihr Israeliten nun alle hier zusammen seid, beratet, was in diesem Fall unternommen werden muss, und trefft eine Entscheidung!«8Da stand das ganze Volk auf und entschied einstimmig: »Keiner von uns wird in sein Zelt oder sein Haus zurückkehren.9So wollen wir gegen Gibea vorgehen: Wir werden Lose werfen und entscheiden, wer Gibea angreift.10Ein Zehntel der Männer[1] aus jedem Stamm soll dafür ausgewählt werden, die Krieger mit Nahrung zu versorgen, die gekommen sind, um an Gibea im Stamm Benjamin für dieses schreckliche Verbrechen Rache zu nehmen, das in Israel begangen wurde.«11So sammelten sich alle Männer von Israel geschlossen gegen die Stadt.12Die Israeliten sandten in das gesamte Gebiet des Stammes Benjamin Boten mit der Nachricht: »Was für ein abscheuliches Verbrechen ist bei euch geschehen! (5Mo 13,15)13Liefert uns diese verdorbenen Männer aus Gibea aus, damit wir sie umbringen und Israel von dem Bösen reinigen können.« Doch die Männer von Benjamin wollten nicht auf ihre Brüder, die Israeliten, hören. (1Kor 5,13)14Stattdessen verließen sie ihre Städte und sammelten sich in Gibea, um gegen die Israeliten zu kämpfen.15An jenem Tag, als die Männer von Benjamin aus den Städten zusammenkamen, wurden 26.000 mit Schwertern bewaffnete Krieger zum Kampf aufgeboten, nicht eingerechnet die 700 hervorragenden Kämpfer aus der Stadt Gibea.16700 vortreffliche Krieger vom Stamm Benjamin waren Linkshänder, und jeder Einzelne von ihnen konnte mit der Steinschleuder ein Ziel haargenau treffen, ohne je danebenzuschießen. (Ri 3,15)17Auch in Israel wurde ein Heer von 400.000 mit Schwertern bewaffneten Kriegern einberufen – die Männer von Benjamin nicht eingerechnet –, lauter erfahrene Kämpfer.18Vor der Schlacht gingen die Israeliten nach Bethel und fragten Gott: »Welcher Stamm soll im Kampf gegen Benjamin den Anfang machen?« Der HERR antwortete: »Juda soll als Erstes gehen.« (4Mo 27,21; Ri 1,1)19Früh am nächsten Morgen brachen die Israeliten auf und lagerten in der Nähe von Gibea.20Dann zogen sie los, um Benjamin anzugreifen, und stellten sich vor der Stadt zum Kampf auf.21Doch die Krieger von Benjamin stürmten aus der Stadt heraus und töteten an diesem Tag 22.000 Israeliten auf dem Schlachtfeld.22Die Israeliten fassten neuen Mut und stellten sich wieder an dem Ort auf, wo sie am Tag vorher gestanden hatten. (Jos 7,6)23Denn sie waren nach Bethel hinaufgegangen und hatten bis zum Abend vor dem HERRN geklagt. Sie hatten den HERRN gefragt: »Sollen wir noch einmal gegen unseren Bruder Benjamin kämpfen?«, und der HERR hatte geantwortet: »Zieht hinauf und kämpft gegen ihn.«24Also zogen sie am zweiten Tag wieder gegen Benjamin in den Kampf.25Doch die Krieger von Benjamin kamen ihnen auch an diesem Tag aus der Stadt entgegen und töteten weitere 18.000 Israeliten, alles erfahrene Schwertkämpfer.26Da gingen die Israeliten, das ganze Volk, noch einmal hinauf nach Bethel und blieben weinend vor dem HERRN und fasteten bis zum Abend. Sie brachten dem HERRN Brand- und Friedensopfer dar (Ri 21,2)27und sie befragten dort den HERRN. Denn damals stand die Bundeslade Gottes in Bethel, (Ri 20,18)28und Pinhas, der Sohn von Eleasar und Enkel von Aaron, diente zu jener Zeit als Priester. Er fragte den HERRN: »Sollen wir weiterhin gegen unseren Bruder Benjamin kämpfen oder sollen wir es lassen?« Der HERR sprach: »Zieht hinauf! Morgen werde ich euch den Sieg über ihn schenken.«29Da legten die Israeliten einen Hinterhalt rund um Gibea.30Am dritten Tag zogen sie wieder in den Kampf gegen Benjamin und stellten sich bei Gibea auf wie zuvor.31Als die Krieger von Benjamin ausrückten, ließen sie sich von der Stadt weglocken, und wie an den Tagen davor fingen sie an, einige von den Israeliten zu töten. Etwa 30 Männer starben auf dem Schlachtfeld und auf den Straßen, die nach Bethel und Gibea führten. (Jos 8,16)32Da dachten die Krieger von Benjamin: »Wir haben sie wie bisher geschlagen!« Aber die Israeliten sagten sich: »Wir wollen zum Schein fliehen, damit sie uns auf den Straßen nachsetzen und sich von der Stadt entfernen.«33So zogen sich die Israeliten bis Baal-Tamar zurück und formierten sich dort neu zum Angriff. Gleichzeitig brachen die Israeliten, die westlich von Gibea im Hinterhalt lagen, aus ihren Verstecken hervor. (Jos 8,19)34So rückten aus ganz Israel 10.000 ausgewählte Krieger gegen Gibea vor und es tobte ein heftiger Kampf, und die Männer von Benjamin erkannten die Katastrophe nicht, die über sie hereinbrach. (Jos 8,14)35Auf diese Weise schenkte der HERR Israel den Sieg über Benjamin, und an diesem Tag töteten die Israeliten 25.100 Krieger von Benjamin, alles erfahrene Schwertkämpfer.36Da mussten die Männer vom Stamm Benjamin einsehen, dass sie geschlagen waren. Die Israeliten räumten nämlich das Feld vor den Männern von Benjamin, um den Männern, die im Hinterhalt lagen, Raum zum Angriff zu geben. (Jos 8,15)37Diese brachen dann aus ihren Verstecken gegen Gibea hervor, drangen von allen Seiten in die Stadt ein und erschlugen alle, die sich noch darin aufhielten, mit dem Schwert. (Jos 8,19)38Zwischen den Israeliten und den Männern im Hinterhalt war aber die Vereinbarung getroffen worden, eine große Rauchwolke aus der Stadt aufsteigen zu lassen.39Als sich nun die Männer von Israel zum Schein zur Flucht wandten und die Männer von Benjamin anfingen, einige Israeliten zu erschlagen, und schon dachten, diese seien wie die letzten Male besiegt,40war das verabredete Zeichen, die Rauchsäule über der Stadt, zu sehen. Als die Männer von Benjamin sich umdrehten, sahen sie, dass die ganze Stadt in Flammen stand. (Jos 8,20)41In diesem Moment machten die Israeliten kehrt und griffen an. Da erschraken die Männer von Benjamin, weil ihnen klar wurde, dass sie ihrem Verhängnis nicht mehr entrinnen konnten.42Sie zogen sich dann vor den Israeliten in Richtung Wüste zurück, doch die Schlacht holte sie ein: Von den Israeliten, die aus der Stadt kamen, wurden sie vernichtet. (Jos 8,15)43Sie umzingelten die Männer von Benjamin, jagten sie, holten sie an ihrem Ruhelager ein, das sie östlich von Gibea aufgeschlagen hatten, und brachten sie endgültig zur Strecke.44Dabei fielen von Benjamin 18.000 Mann, lauter tapfere Krieger.45Die Überlebenden flohen in die Wüste zum Fels Rimmon, doch auf dem Weg dorthin töteten die Israeliten weitere 5000 und jagten ihnen nach, bis sie bei Gidon noch einmal 2000 erschlagen hatten. (Ri 21,13)46So verlor der Stamm Benjamin an diesem einen Tag 25.000 mutige Krieger und gute Schwertkämpfer.47Es blieben nur 600 Männer übrig, die zum Fels Rimmon entkamen, wo sie sich vier Monate lang versteckten.48Die Israeliten kehrten in das Gebiet des Stammes Benjamin zurück und löschten alles Leben in den Städten von Benjamin aus – Menschen, Vieh und alles, was sie vorfanden. Die Städte selbst, durch die sie kamen, brannten sie nieder.
1Alle Männer Israels aus dem Gebiet von Dan im Norden bis Beerscheba im Süden und aus Gilead im Osten gingen nach Mizpa und versammelten sich dort in der Gegenwart des HERRN.2Auch die Oberhäupter der israelitischen Stämme waren gekommen. Sie stellten ein Heer von 400.000 Soldaten auf, die alle mit Schwertern bewaffnet waren.3Im Stammesgebiet von Benjamin wusste man von diesem Treffen. Die Israeliten fragten: »Sag doch, wie konnte dieses schreckliche Verbrechen nur geschehen?«4Der Levit, dessen Frau ermordet worden war, berichtete: »Ich kam mit meiner Nebenfrau nach Gibea im Gebiet von Benjamin. Wir wollten dort übernachten.5Die Männer der Stadt versuchten, mich in ihre Gewalt zu bekommen. Sie umstellten in der Nacht das Haus meines Gastgebers und wollten mich töten. Meine Nebenfrau haben sie so brutal vergewaltigt, dass sie gestorben ist.6Ich habe ihre Leiche zerteilt und die Stücke überall in Israel herumzeigen lassen. Jeder sollte sehen, was für ein abscheuliches Verbrechen in unserem Land geschehen ist.7Darum seid ihr alle hier versammelt. Männer von Israel, bildet euch ein Urteil und entscheidet, was zu tun ist!«8Da standen alle Israeliten auf und erklärten einstimmig: »Keiner von uns wird nach Hause zurückkehren,9bevor Gibea seine gerechte Strafe bekommen hat. Wir müssen sofort gegen die Stadt vorgehen! Das Los soll entscheiden, wer was zu tun hat.10Jeder Zehnte von uns soll Verpflegung für unser Heer besorgen, alle anderen kommen gleich mit nach Gibea. Wir werden die Bewohner dort zur Rechenschaft ziehen für das Verbrechen, das sie in unserem Land begangen haben.«11So zogen die Israeliten geschlossen nach Gibea, um die Stadt anzugreifen.12Unterwegs sandten sie Boten zu allen Sippen des Stammes Benjamin und ließen ihnen ausrichten: »Bei euch ist eine abscheuliche Tat verübt worden.13Liefert uns die Männer von Gibea aus. Wir werden diese skrupellosen Kerle töten. Eine solche Schandtat darf in Israel nicht geduldet werden!« Doch dazu waren die Benjaminiter nicht bereit.14Aus dem ganzen Stammesgebiet zogen sie nach Gibea, um der Stadt im Kampf gegen die Israeliten zu helfen.15Noch am selben Tag stellten sie ein Heer von 26.000 Mann auf, alle mit Schwertern bewaffnet. Dazu kamen weitere 700 erfahrene Soldaten aus Gibea selbst.16Im ganzen Stamm Benjamin gab es 700 Männer – allesamt Linkshänder –, die hervorragend mit der Steinschleuder umgehen konnten und nie ihr Ziel verfehlten.17Die Israeliten hatten ohne den Stamm Benjamin 400.000 kampferprobte Soldaten aufgeboten, die mit Schwertern bewaffnet waren.18Sie zogen nach Bethel und fragten Gott: »Welcher Stamm soll uns in der Schlacht gegen Benjamin anführen?« Der HERR antwortete: »Juda soll vorangehen!«
Der Krieg zwischen Israel und Benjamin
19Am nächsten Morgen zogen die Israeliten nach Gibea und schlugen in der Nähe ihr Heerlager auf.20Sie machten sich zum Angriff bereit und stellten sich in Schlachtordnung vor die Stadt.21Da stürmten die Benjaminiter heraus und töteten an jenem Tag 22.000 von ihnen.22-23Die Israeliten flohen nach Bethel zum Heiligtum des HERRN und weinten dort bis zum Abend. Sie fragten den HERRN: »Sollen wir noch einmal gegen unsere Brüder vom Stamm Benjamin kämpfen?« Der HERR antwortete: »Ja, greift sie an!« Nun fassten die Israeliten wieder Mut. Sie stellten sich am nächsten Tag an derselben Stelle auf,24um Gibea anzugreifen.25Doch die Benjaminiter kamen ihnen erneut zuvor und brachten 18.000 israelitische Soldaten um.26Da zog das ganze Heer der Israeliten wieder zum Heiligtum des HERRN nach Bethel; dort weinten und fasteten sie bis zum Abend. Sie brachten dem HERRN Brand- und Friedensopfer dar27und fragten ihn, was sie tun sollten. Zu dieser Zeit stand in Bethel die Bundeslade Gottes,28und Pinhas, ein Sohn von Eleasar und Enkel von Aaron, übte das Priesteramt aus. »Sollen wir noch einmal gegen unsere Stammesbrüder von Benjamin kämpfen, oder sollen wir aufgeben?«, fragten die Israeliten. »Greift sie an«, antwortete der HERR, »morgen schenke ich euch den Sieg über sie.«
Die Benjaminiter werden beinahe ausgelöscht
29Diesmal legten sich einige israelitische Soldaten rings um Gibea in den Hinterhalt.30Die anderen stellten sich wie an den zwei ersten Tagen vor der Stadt zum Kampf auf.31Wieder stürmten die Benjaminiter heraus und griffen an. Auf den Wegen, die nach Bethel und nach Gibea führten, und auf dem offenen Land töteten sie etwa dreißig Israeliten. Dabei entfernten sie sich immer weiter von der Stadt.32»Jetzt schlagen wir sie wie die letzten Male!«, riefen sie. Doch die Männer aus Israel hatten sich einen Plan zurechtgelegt: »Wir fliehen vor ihnen und locken sie von der Stadt weg auf die Wege!«33Sie rannten vor den Benjaminitern davon, bei Baal-Tamar aber kehrten sie um und stellten sich ihren Verfolgern entgegen. Die anderen Israeliten, die sich zunächst rings um Gibea auf freiem Feld versteckt hatten, stürmten nun heran.34Plötzlich sahen sich die Benjaminiter von Gibea 10.000 der besten Soldaten aus ganz Israel gegenüber, und es entbrannte eine heftige Schlacht. Unerwartet brach das Unglück über die Stadt herein.35Der HERR selbst schenkte den Israeliten den Sieg, und so konnten sie an jenem Tag 25.100 benjaminitische Soldaten töten.36Erst ganz zuletzt begriffen die Benjaminiter, dass sie verloren waren. So war der Kampf im Einzelnen verlaufen: Das israelitische Heer hatte die Benjaminiter durch seine Flucht von Gibea fortgelockt. Die Männer, die rings um Gibea im Hinterhalt lagen,37brachen aus ihren Verstecken hervor, überfielen die Stadt und töteten alle Menschen dort mit dem Schwert.38Dann legten sie Feuer und ließen eine große Rauchwolke aufsteigen. Dies war das Zeichen für die anderen Soldaten,39die zum Schein vor den Benjaminitern geflohen waren. Die Benjaminiter hatten etwa dreißig Israeliten getötet und gerufen: »Wir werden sie besiegen wie gestern und vorgestern!«40Plötzlich stieg hinter ihnen der Rauch aus der Stadt auf. Die Benjaminiter drehten sich um und sahen, dass ganz Gibea in Flammen stand.41In diesem Augenblick machten die fliehenden Israeliten kehrt und griffen ihre Feinde an. Da packte die Benjaminiter die Angst. Sie merkten, dass sie verloren waren,42-43und versuchten, nach Osten in Richtung Wüste zu entkommen. Nun verfolgten auch diejenigen Soldaten sie, die vorher Gibea aus dem Hinterhalt angegriffen hatten. Die Israeliten holten die Fliehenden ein, umzingelten sie und brachten sie um.4418.000 Benjaminiter, alles erfahrene Soldaten, fielen in der Schlacht.45Die Überlebenden versuchten, weiter in Richtung Wüste zum Rimmonfelsen zu fliehen. Doch die Israeliten überwältigten unterwegs 5000 von ihnen und stachen sie nieder. Weitere 2000 töteten sie bei Gidom.46Insgesamt verloren die Benjaminiter in dieser Schlacht 25.000 gute und kampferprobte Soldaten.47Nur 600 erreichten den Rimmonfelsen und versteckten sich dort vier Monate lang.48Die Israeliten brachen die Verfolgung ab und kehrten in das Stammesgebiet Benjamins zurück. Hier töteten sie alle Menschen und Tiere, die sie fanden, und brannten die Städte nieder.
Die Stämme Israels beschließen die Bestrafung Gibeas
1Alle Männer Israels von Dan im Norden bis Beerscheba im Süden und auch die aus Gilead im Ostjordanland versammelten sich wie ein Mann beim Heiligtum des HERRN in Mizpa. (Ri 21,1; 1Sam 7,5; 1Sam 10,17)2Nicht nur die Oberhäupter der Stämme kamen zusammen, sondern die ganze Gemeinde der Israeliten, 400000 mit Schwertern bewaffnete Männer.3Die Leute des Stammes Benjamin erfuhren davon. Die versammelten Israeliten fragten: »Wie ist dieses Verbrechen geschehen?«,4und der Levit, der Mann der ermordeten Frau, berichtete: »Ich kam mit meiner Nebenfrau nach Gibea im Gebiet von Benjamin und wollte dort übernachten.5Da umzingelten die Männer von Gibea in der Nacht das Haus, in dem ich war. Auf mich hatten sie es abgesehen und wollten mich umbringen. Sie vergewaltigten meine Frau so lange, bis sie starb.6Deshalb zerteilte ich ihren Leichnam und schickte die Stücke in alle Gegenden des Landes. Die Männer von Gibea haben ein Verbrechen begangen, das in Israel unerhört ist. (2Sam 13,12)7Ihr alle seid doch Israeliten, haltet also Rat und beschließt, was geschehen soll!«8Da standen sie alle auf wie ein Mann und erklärten: »Keiner von uns darf nach Hause zurückkehren,9bevor wir an den Leuten von Gibea die Strafe vollstreckt haben! Wir wollen das Los werfen10und jeden zehnten Mann dazu bestimmen, für die Verpflegung zu sorgen; die Übrigen sollen die Leute von Gibea bestrafen für dieses schändliche Verbrechen, das sie mitten in Israel begangen haben.«
Der Stamm Benjamin hält zu den Leuten von Gibea
11Die Männer Israels zogen einmütig, wie ein Mann, gegen die Stadt Gibea.12Sie schickten Boten voraus durch den ganzen Stamm Benjamin und ließen sagen: »Was ist da für eine schwere Untat unter euch geschehen! (5Mo 13,6)13Liefert uns die Männer von Gibea aus, dieses verruchte Gesindel! Wir wollen sie töten und so das Böse aus Israel entfernen.« Aber die Männer von Benjamin wollten nicht auf ihre Brüder, die übrigen Israeliten, hören.14Aus dem ganzen Stammesgebiet zogen sie nach Gibea, um gegen die Israeliten zu kämpfen.1526000 mit Schwertern bewaffnete Männer aus dem Stamm Benjamin sammelten sich dort, dazu kamen noch die 700 Männer von Gibea, geübte Krieger.16Im Heer Benjamins gab es 700 Elitekämpfer, die Linkshänder waren und mit der Schleuder unfehlbar ins Ziel trafen.17Auf der Seite der Israeliten zählte man 400000 mit Schwertern bewaffnete Krieger.
Die Strafexpedition droht ein Misserfolg zu werden
18Die Männer Israels gingen zum Heiligtum von Bet-El, um bei Gott Rat zu holen. Sie fragten ihn: »Welcher Stamm soll den Kampf gegen die Männer von Benjamin eröffnen?« Der HERR antwortete: »Der Stamm Juda.« (Ri 1,1)19Früh am Morgen brachen die Männer Israels auf, zogen vor Gibea20und stellten sich zum Kampf gegen die Männer von Benjamin auf.21Die Männer von Benjamin aber brachen aus der Stadt hervor und erschlugen 22000 von den Israeliten.22-23Die Männer Israels kehrten nach Bet-El zurück. Sie weinten und klagten vor dem HERRN über ihre Niederlage, den ganzen Tag bis zum Abend. Sie fragten den HERRN: »Sollen wir noch einmal gegen unsere Brüder, die Männer von Benjamin, in den Kampf ziehen?« Der HERR antwortete: »Ja, zieht gegen sie!« Da ermannten sie sich und stellten sich am anderen Tag noch einmal an derselben Stelle zum Kampf auf.24Sie rückten gegen die Männer von Benjamin vor,25aber die brachen auch an diesem Tag aus der Stadt hervor und erschlugen 18000 von den Israeliten, lauter mit Schwertern bewaffnete Krieger.26Wieder zogen die Männer Israels nach Bet-El und klagten dem HERRN ihre Niederlage. Sie weinten und fasteten bis zum Abend, dann brachten sie dem HERRN Brandopfer und Mahlopfer dar.27-28Damals stand im Heiligtum von Bet-El die Bundeslade und als Priester diente dort Pinhas, der Sohn Eleasars und Enkel Aarons. Die Israeliten fragten den HERRN: »Sollen wir noch einmal gegen unsere Brüder, die Männer von Benjamin, in den Kampf ziehen oder sollen wir es aufgeben?« Der HERR antwortete: »Ja, zieht noch einmal gegen sie; morgen werde ich sie in eure Hand geben.« (4Mo 25,10)
Der Stamm Benjamin wird vernichtend geschlagen
29Diesmal wandten die Israeliten eine List an und versteckten einen Teil ihrer Männer an verschiedenen Stellen rings um Gibea.30Dann stellten sie sich genau wie an den beiden vorangegangenen Tagen vor der Stadt zum Kampf auf.31Als die Männer von Benjamin aus der Stadt hervorbrachen, ließen sich die Israeliten zum Schein von ihnen zurückschlagen und lockten sie so von der Stadt weg. Auf freiem Feld, auf den Straßen, die von Gibea nach Bet-El und nach Gibeon[1] führen, erschlugen die Männer von Benjamin etwa 30 Israeliten. (Jos 8,6; Jos 8,16)32Sie waren siegesgewiss und sagten: »Wir schlagen sie wieder wie schon zweimal!« Die Männer von Israel folgten der Parole: »Wir weichen zurück und locken sie von der Stadt weg auf die Landstraßen!«33Bei Baal-Tamar jedoch hielten sie an und stellten sich zum Kampf. Gleichzeitig brachen die Männer aus dem Hinterhalt bei Geba hervor,3410000 ausgesuchte Krieger, und drangen gegen Gibea vor. Die Männer von Benjamin waren nichts ahnend in die Falle gegangen. Es kam zu einem schweren Kampf.35Der HERR half den Männern von Israel und so konnten sie an diesem Tag 25100 Benjaminiter töten, lauter mit Schwertern bewaffnete Krieger.36Die Männer von Benjamin sahen, dass sie geschlagen waren. Im Einzelnen war es so zugegangen: Das Heer Israels war vor den Männern Benjamins zurückgewichen; denn die Israeliten setzten auf den Hinterhalt, den sie in der Nähe der Stadt gelegt hatten.37Die Männer aus dem Hinterhalt brachen hervor, überfielen die Stadt und erschlugen alle Bewohner mit dem Schwert.38Wie verabredet steckten sie die Stadt in Brand, sodass der Rauch von ihr aufstieg.39Während der Verfolgung der Zurückweichenden hatten die Männer von Benjamin schon eine Reihe von Israeliten, etwa dreißig, erschlagen. Sie sagten zueinander: »Die Israeliten fliehen! Wir haben sie auch diesmal wieder geschlagen!«40Doch da begann der Rauch von der Stadt aufzusteigen, und als die Männer von Benjamin zurückschauten, erkannten sie, dass die ganze Stadt in Flammen stand. (Jos 8,20)41Jetzt machten die fliehenden Israeliten kehrt und stellten sich zum Kampf. Die Männer von Benjamin wurden von Entsetzen gepackt, denn sie sahen, dass für sie alles verloren war.42Sie flohen vor den Israeliten der Wüste zu, aber ihre Verfolger blieben ihnen auf den Fersen, und auf der anderen Seite nahmen die Israeliten, die von der Stadt her[2] kamen, sie in die Zange.43Die Männer von Benjamin wurden umzingelt, gejagt, niedergemacht von Noha[3] bis östlich von Gibea.4418000 von ihnen fanden den Tod.45Nur ein Rest entkam und floh in Richtung Wüste, zum Rimmonfelsen. Auf den Straßen erschlugen die Israeliten noch einmal 5000 Benjaminiter und bei der weiteren Verfolgung schließlich noch 2000.[4]46So waren insgesamt 25000 mit Schwertern bewaffnete Männer aus dem Stamm Benjamin getötet worden, lauter tapfere Krieger.47Nur 600 hatten sich zum Rimmonfelsen flüchten können. Dort blieben sie vier Monate.48Die Männer Israels aber durchzogen das ganze Stammesgebiet Benjamin, töteten alles, Menschen und Vieh, und brannten die Städte und Dörfer nieder.