von SCM Verlag1Lass dir keine unüberlegten Worte entschlüpfen, rede nicht unbedacht im Überschwang deiner Gefühle, wenn du zu Gott betest; denn Gott ist im Himmel und du bist hier auf der Erde. Deshalb geh sparsam mit deinen Worten um! (2Mo 3,5; 2Mo 30,18; 1Sam 15,22; Spr 15,8; Spr 21,27)2Man sagt doch: »Wer zu viel arbeitet, kann nicht mehr ruhig schlafen, und wer zu viel plappert, gibt oft unsinniges Gerede von sich.« (Spr 10,19; Spr 20,25; Mt 6,7)3Wenn du Gott etwas versprochen hast, zögere nicht, dein Versprechen einzulösen; denn Gott hat keine Freude an Dummköpfen, die leichtfertig etwas versprechen. Was du versprichst, sollst du auch halten!4Es ist besser, gar nichts zu sagen, als etwas zu versprechen und es nicht zu halten. (4Mo 30,3; Ps 50,14; Ps 66,13; Ps 76,12)5Werde nicht durch ein voreilig gegebenes Versprechen schuldig. Versuche dich auch nicht herauszureden, indem du vor dem Priester erklärst, bei deinem Versprechen handle es sich um ein Missverständnis. Oder willst du den Zorn Gottes über dich bringen, sodass er alles, was du erreicht hast, zunichtemacht? (Spr 20,25; Apg 5,4)6Denn wer sinnlosen Fantasien nachhängt, neigt zu unnützem Gerede. Du aber sollst Gott fürchten! (3Mo 4,2; 4Mo 15,25)
Die Sinnlosigkeit des Reichtums
7Wenn du siehst, dass ein Armer unterdrückt wird und dass Recht und Gerechtigkeit im ganzen Land mit Füßen getreten werden, dann reg dich nicht darüber auf. Denn über dem Mächtigen steht ein weiterer; und ein noch Mächtigerer gibt diesen beiden wiederum Rückendeckung. (Pred 3,14; Pred 12,13)8Ein großer Gewinn für ein Land ist es, wenn der König für Recht und Ordnung sorgt.[1] (Ps 12,6; Pred 4,1; Hes 18,18; 1Petr 4,12)9Wer am Geld hängt, wird davon nie genug kriegen, und wer den Wohlstand liebt, wird immer von der Gier nach mehr getrieben werden. Auch dies alles ist so sinnlos!10Je mehr Geld du ansammelst, desto mehr Menschen kommen, um auf deine Kosten zu leben. Welchen Nutzen hast du also von deinem Geld, außer, dass du dich an seinem Anblick erfreuen kannst? (Pred 2,10)11Wer arbeitet, schläft gut, ob er viel oder wenig zu essen hat. Der Reiche dagegen kann keinen Schlaf finden, weil sein voller Bauch ihn drückt. (Pred 2,9)12Und ich beobachtete auf dieser Erde etwas richtig Schlimmes: dass jemand seinen Reichtum sorgsam hegt und pflegt – und ihm das zum Verhängnis wird. (Spr 3,24)13Verliert ein solcher Mann seinen Reichtum durch ein unerwartetes Ereignis, bleibt ihm nichts mehr und auch seinem Sohn kann er nichts hinterlassen. (Pred 6,2)14Genauso nackt, wie er bei der Geburt auf die Welt gekommen ist, muss dieser Mensch auch wieder diese Welt verlassen. Und obwohl er viel gearbeitet und große Mühen auf sich genommen hat, wird er nicht einmal eine Handvoll von seinem Besitz mit sich nehmen können.15Ja, das ist schlimm: Wie der Mensch in die Welt gekommen ist, so verlässt er sie auch wieder. Was bringt es ihm am Ende, dass er sich um Wind gemüht hat? (Hi 1,21; Ps 49,18; 1Tim 6,7)16Sein ganzes Leben verbrachte er wie unter einer dunklen Wolke: Er hatte eine Menge Ärger, viel Kummer und wurde über dem allen sogar krank. (Spr 11,29; Pred 1,3; Pred 2,11; Pred 3,10)17Ich habe aber auch etwas Schönes und Gutes entdeckt: dass jemand isst, trinkt und Freude an seiner Arbeit hat, obwohl sie ihm, solange er lebt, viel Mühe schafft – denn das ist seine Bestimmung. (Pred 2,23)18Auch wenn Gott einem Menschen Reichtum und viele Güter gegeben hat, und der Mensch diese aus der Hand Gottes annehmen und sich trotz seiner Mühe daran freuen kann, ist es ein Geschenk Gottes. (Pred 2,10)19Wer dazu in der Lage ist, denkt nicht mehr oft über die Kürze seines Lebens nach. Denn Gott hat ihm Freude ins Herz gegeben. (2Chr 1,12; Pred 3,13; Pred 6,2)
Prediger 5
Einheitsübersetzung 2016
von Katholisches Bibelwerk1Sei nicht zu schnell mit dem Mund, ja selbst innerlich fiebere nicht, vor Gott das Wort zu ergreifen! Gott ist im Himmel, du bist auf der Erde, also mach wenig Worte!2Im Traum schließt man viele Geschäfte ab, der Ungebildete macht viele Worte. (Spr 10,19; Pred 10,14)
Gelübde
3Wenn du Gott ein Gelübde machst, / dann zögere nicht, es zu erfüllen!
Die Ungebildeten gefallen Gott nicht: / Was du gelobst, erfülle! (4Mo 30,3; 5Mo 23,22; Spr 20,25; Mt 5,37; Sir 18,22)4Es ist besser, wenn du nichts gelobst, / als wenn du etwas gelobst und nicht erfüllst.5Lass nicht zu, dass dein Mund / dein Fleisch in Sünde stürzt!
Erkläre nie vor dem Boten: / Es war ein Versehen!
Warum soll Gott zürnen über das, was du redest, / und vernichten, was deine Hände tun? (3Mo 4,1; 4Mo 15,22; 4Mo 35,9; Ps 51,1; Ps 141,3; Spr 28,13; Jes 1,10; Jak 3,6)6Vielmehr, wo Träume sich mehren und Windhauch und viele Worte, / da fürchte du Gott!
ÜBER ARMUT UND REICHTUM
Beamtenherrschaft
7Wenn du beobachtest, dass in der Provinz die Armen ausgebeutet und Gericht und Gerechtigkeit nicht gewährt werden, dann wundere dich nicht über solche Vorgänge:
Ein Mächtiger deckt den andern, / hinter beiden stehen noch Mächtigere (2Mo 23,6; Spr 1,3; Pred 3,16; Pred 4,1; Hos 2,21; Am 5,24)8und es ist auf jeden Fall ein Vorteil für das Land, wenn das bebaute Feld einem König untersteht.[1]
Nutzlosigkeit des Reichtums
9Wer das Geld liebt, / bekommt vom Geld nie genug;
wer den Luxus liebt, / hat nie genug Einnahmen - auch das ist Windhauch. (Pred 1,8; Pred 4,8; Mt 6,19)10Mehrt sich das Vermögen, / so mehren sich auch die, die es verzehren.
Was für ein Erfolg bleibt dem Besitzer? / Seine Augen dürfen zusehen. (Spr 14,20; Spr 19,4; Sir 22,23)11Süß ist der Schlaf des Arbeiters, / ob er wenig oder viel zu essen hat.
Dem Reichen raubt sein voller Bauch / die Ruhe des Schlafs. (Sir 31,1; Sir 31,19)
Verlust des Reichtums
12Es gibt etwas Schlimmes, etwas wie eine Krankheit, das ich unter der Sonne beobachtet habe: wenn Reichtum, der für seinen Besitzer ängstlich gehütet wurde, diesem Schlimmes brachte. (Pred 2,17)13Durch ein schlechtes Geschäft ging ihm dieser Reichtum verloren. Er hatte einen Sohn gezeugt, aber jetzt hat er nichts mehr, das ihm gehört. (Spr 23,4; Spr 27,24; Pred 11,2; Lk 16,9; Lk 19,11)14Wie er aus dem Leib seiner Mutter herausgekommen ist - nackt, wie er kam, muss er wieder gehen. Von seinem Besitz darf er überhaupt nichts forttragen, nichts, das er als ihm gehörig mitnehmen könnte. (Hi 1,21; Ps 49,17; Ps 49,18; 1Tim 6,7)15So ist auch dies etwas Schlimmes, etwas wie eine Krankheit. Genau wie er kam, muss er gehen. Welchen Vorteil bringt es ihm, dass er sich anstrengt für den Wind?16Auch wird er während seines ganzen restlichen Lebens sein Essen im Dunkeln einnehmen; er wird sich häufig ärgern und Krankheit und Unmut werden ihn plagen. (Pred 2,23)
Unverwerteter Reichtum
17Dies ist etwas, was ich eingesehen habe: Das vollkommene Glück besteht darin, dass jemand isst und trinkt und das Glück kennenlernt durch seinen eigenen Besitz, für den er sich unter der Sonne anstrengt während der wenigen Tage seines Lebens, die Gott ihm geschenkt hat. Denn das ist sein Anteil. (Pred 2,10)18Außerdem: Immer wenn Gott einem Menschen Reichtum und Wohlstand geschenkt und ihn ermächtigt hat, davon zu essen und seinen Anteil fortzutragen und durch seinen Besitz Freude zu gewinnen, besteht das eigentliche Geschenk Gottes darin, (Pred 3,13)19dass dieser Mensch sich nicht so oft daran erinnern muss, wie wenige Tage sein Leben zählt, weil Gott ihm Antwort gibt in der Freude seines Herzens.[2]