Jesaja 29

Neues Leben. Die Bibel

von SCM Verlag
1 »Ariel, Ariel[1], der Stadt, in der David lagerte, wird es schlecht ergehen. Fügt nur Jahr an Jahr und feiert die Feste. (2Sam 5,9)2 Dennoch werde ich Ariel bedrängen und man wird weinen und klagen. Dann wird es ein rechter Ariel für mich sein. (Kla 2,5)3 Ich werde dich ringsherum belagern und Türme und Bollwerke gegen dich errichten. (Lk 19,43)4 Dann bist du gedemütigt. Du wirst aus der Erde sprechen und der Staub wird deine Stimme dämpfen. Sie wird wie eine Geisterstimme aus der Erde dringen; aus dem Staub wird sie flüstern. (Jes 8,19)5 Doch deine vielen Feinde werden wie feiner Staub sein und die vielen Gewalttätigen wie Spreu umherwehen. Dann wird sich urplötzlich Folgendes zutragen: (Jes 17,13; Jes 41,15; 1Thess 5,3)6 Ich, der HERR, der Allmächtige, werde mit Donner und Erdbeben und großem Lärm, mit Sturm, Unwetter und verzehrendem Feuer gegen sie vorrücken. (Mt 24,7; Mk 13,8; Lk 21,11; Offb 11,13; Offb 16,18)7 Die Völkerscharen derer, die zum Krieg gegen Ariel auszogen, werden zusammen mit allen Festungen und Mitteln, die gegen die Stadt aufgefahren wurden, wie ein nächtliches Traumgesicht verschwinden. (Sach 12,9)8 Wie ein Hungriger vom Essen träumt und doch hungrig aufwacht und wie ein Durstiger träumt, zu trinken und schwach vor Durst erwacht – so wird es all den Völkern ergehen, die gegen den Berg Zion zum Krieg ausziehen.« (Jes 54,17)9 Haltet inne und staunt. Blendet euch selbst und erblindet. Sie sind betrunken, aber nicht vom Wein! Sie wanken, aber nicht vom Alkohol! (Jes 51,17)10 Denn der HERR hat über sie einen Geist ausgegossen, der sie in einen tiefen Schlaf versetzt und ihre Augen verschließt. Er hat die Wahrnehmung der Propheten und ihrer Häupter, der Seher, verhüllt. (Röm 11,8; 2Thess 2,9)11 Deshalb ist jede Weissagung für sie wie ein Buch in einer verschlüsselten Sprache geworden. Wenn sie dieses Buch jemandem geben und ihn bitten zu lesen, muss er eingestehen: »Ich kann es nicht lesen, denn es ist verschlüsselt.« (Dan 12,4; Mt 13,11)12 Wenn sie Menschen bitten, es zu lesen, die nicht lesen können, dann sagen sie: »Wir können nicht lesen.«13 Der HERR hat gesagt: »Dieses Volk sucht meine Nähe nur mit dem Mund und ehrt mich nur mit Lippenbekenntnissen. In seinem Herzen aber hält es einen weiten Abstand von mir. Seine Furcht vor mir erschöpft sich in auswendig gelernten Sprüchen. (Hes 33,31; Mk 7,6)14 Deshalb will ich weiterhin auf wundersame Weise, rätselhaft und erstaunlich seltsam, mit diesem Volk verfahren. Ich will die Weisheit seiner Weisen zunichtemachen und seine Klugen ihrer Klugheit berauben.« (Jes 44,25; 1Kor 1,1)15 Schlimmes steht denen bevor, die versuchen, ihre Pläne tief im Verborgenen vor dem HERRN zu verstecken, deren Treiben im Dunkeln geschieht und die sagen: »Wer sieht und erkennt uns schon?« (Ps 10,11; Jes 47,10)16 Oh, ihr Tatsachenverdreher. Soll denn der Töpfer dem Ton gleichgestellt werden, dass ein Werk zu seinem Schöpfer sagen kann: »Er hat mich nicht gemacht« und das Gefäß zu dem, der es gemacht hat: »Er versteht nichts«? (Jes 45,9; Röm 9,20)17 Wird es nicht schon sehr bald geschehen, dass der Libanonwald in einen Garten voller Früchte umgewandelt, andererseits der Frucht bringende Garten zum Waldgestrüpp wird?18 Dann hören Taube Wörter, die aus einem Buch vorgelesen werden und Blinde können sogar bei Dunkelheit und Finsternis sehen. (Jes 32,3)19 Die Erniedrigten werden wieder Freude am HERRN erleben. Die Armen unter den Menschen werden über den Heiligen Israels jubeln. (Jes 14,30; Mt 5,5; Jak 2,5)20 Denn es gibt keine Gewalttäter mehr, und die Spötter sind verschwunden; und alle bösen Ränkeschmiede sind ausgerottet.21 Mit den Wort- und Rechtsverdrehern und den falschen Zeugen ist es vorbei. (Am 5,10)22 Deshalb spricht der HERR, der Abraham erlöst hat, zum Volk Israel[2]: »Mein Volk soll nicht mehr beschämt werden und nicht mehr erblassen. (Jes 41,8)23 Vielmehr wird es, wenn es seine Kinder – und das, was ich unter ihnen getan habe – ansieht, meinen Namen als heilig verehren. Sie werden den Heiligen Israels ehren und Ehrfurcht vor dem Gott Israels bekommen.24 Die im Irrtum gefangen waren, lernen Erkenntnis und die Unzufriedenen werden sich belehren lassen.« (Jes 30,21; Jes 41,20)

Jesaja 29

Einheitsübersetzung 2016

von Katholisches Bibelwerk
1 Wehe dir, Ariël, Ariël, / du Stadt, wo David lagerte! / Fügt nur Jahr an Jahr, die Feste gehen im Kreis! (2Sam 5,6)2 Ich werde Ariël bedrängen, / sodass Traurigkeit und Trauer herrschen. / Dann wirst du mir wie ein Opferherd sein.3 Ringsum werde ich gegen dich lagern, / dich mit einem Wall einschließen / und Schanzen gegen dich aufrichten.4 Dann wirst du erniedrigt von der Erde aus sprechen, / aus dem Staub dringt dumpf deine Rede. Deine Stimme wird sein / wie die eines Totengeistes aus der Erde / und aus dem Staub wird deine Rede flüstern.5 Dann wird der Haufen der Fremden bei dir wie feiner Staub sein, der Haufen der Unterdrücker wie dahinfliegende Spreu. Und es wird sein - plötzlich, ganz plötzlich:6 Vom HERRN der Heerscharen wirst du mit Donner und Getöse und mit lautem Dröhnen heimgesucht, mit Wind und Wirbelsturm und mit Flammen verzehrenden Feuers. (Jes 30,30)7 Wie ein Traum, eine nächtliche Vision, wird der Haufen all der Nationen sein, die gegen Ariël kämpfen mit all ihrem Heer, ihren Schanzen und ihren Bedrängern.8 Dann wird es sein, wie wenn ein Hungriger träumt, dass er isst, aber aufwacht und sein Magen ist leer; und wie wenn ein Durstiger träumt, dass er trinkt, aber aufwacht und siehe: Er ist erschöpft und seine Kehle ist ausgedörrt. So wird es dem Haufen all der Nationen gehen, die gegen den Berg Zion kämpfen.9 Starrt einander an und erstarrt, / seid verblendet und erblindet! Sie sind betrunken, aber nicht vom Wein, / sie taumeln, aber nicht vom Bier! (Jes 28,7)10 Denn der HERR hat über euch einen Geist der Ohnmacht ausgegossen; / er hat eure Augen, die Propheten, verschlossen und eure Köpfe, die Seher, verhüllt. (Jes 19,14)11 So wurde für euch die Vision von alledem wie Worte in einem versiegelten Buch: Gibt man es einem, der lesen kann, und sagt: Lies dies doch!, dann wird er sagen: Ich kann nicht, denn es ist versiegelt.12 Und gibt man das Buch einem, der nicht lesen kann, und sagt: Lies dies doch!, dann wird er sagen: Ich kann nicht lesen.13 Der Herr sagte: Weil dieses Volk sich mir mit seinem Mund näherte / und mich mit seinen Lippen ehrte, sein Herz aber fernhielt von mir und weil ihre Furcht vor mir / zu einem angelernten menschlichen Gebot wurde,14 darum, siehe, will ich weiterhin wunderbar an diesem Volk handeln, / wunderbar und wundersam. Dann wird die Weisheit seiner Weisen vergehen / und die Klugheit seiner Klugen sich verbergen. (1Kor 1,19)15 Wehe denen, die einen Plan tief unten vor dem HERRN verborgen halten, / damit ihre Taten in der Dunkelheit bleiben! Sie sagen: Wer sieht uns / und wer weiß um uns?16 Oh, eure Verkehrtheit! / Wird denn der Töpfer wie Ton geachtet? Sagt denn das Werk von dem, der es herstellt: / Er hat mich nicht gemacht? Und ein Topf von seinem Töpfer: / Er versteht nichts? (Jes 45,9; Jer 18,1; Röm 9,20)17 Ist es nicht nur noch eine kurze Zeit, / dann wandelt sich der Libanon in einen Baumgarten / und der Baumgarten wird als Wald gelten? (Jes 32,15)18 Die Tauben werden an jenem Tag die Worte des Buches hören / und aus Dunkel und Finsternis werden die Augen der Blinden sehen.19 Die Gedemütigten freuen sich wieder am HERRN / und die Armen unter den Menschen jubeln über den Heiligen Israels.20 Denn der Unterdrücker ist nicht mehr da, / der Spötter ist am Ende, / ausgerottet sind alle, die auf Böses bedacht sind, (Jes 16,4)21 die durch ein Wort Menschen zur Sünde verleiten, / die dem, der im Stadttor entscheidet, Fallen stellen / und den Gerechten mit haltlosen Gründen wegdrängen.22 Darum - so spricht der HERR zum Haus Jakob, / der HERR, der Abraham losgekauft hat: Nun braucht sich Jakob nicht mehr zu schämen, / sein Gesicht muss nicht mehr erbleichen.23 Denn wenn er seine Kinder, das Werk meiner Hände, in seiner Mitte sieht, / werden sie meinen Namen heilig halten. Sie werden den Heiligen Jakobs heilig halten / und den Gott Israels werden sie fürchten.24 Dann werden, die verwirrten Geistes waren, Einsicht erkennen, / und die murrten, nehmen Belehrung an.