von SCM Verlag1Junger Mann: »Ich komme in meinen Garten, meine Schwester, meine Braut. Ich sammle meine Myrrhe und meine Gewürze und esse meinen Honig aus der Wabe. Ich trinke meinen Wein und meine Milch.« Junge Frauen von Jerusalem: »Esst, Freunde, und trinkt! Berauscht euch an der Liebe!« Junge Frau: (Spr 9,5; Hl 1,13; Hl 4,9; Hl 6,2; Jes 55,1; Joh 3,29)2»Ich schlief, aber mein Herz war wach. Da, hört, mein Geliebter klopft an die Tür. ›Öffne mir, meine Schwester, meine Freundin, meine Taube, meine Vollkommene, denn mein Haar ist durchnässt vom Tau, meine Locken sind feucht von den Tropfen der Nacht.‹ (Hl 2,14; Hl 4,9; Hl 6,9)3›Ich habe mein Kleid schon ausgezogen, soll ich mich wieder anziehen? Ich habe meine Füße gewaschen, soll ich sie wieder schmutzig machen?‹ (1Mo 19,2; Lk 11,7)4Mein Geliebter streckte seine Hand durch die Öffnung in der Tür, und mein Herz fing an wie wild zu schlagen vor Sehnsucht nach ihm.5Ich sprang auf, um meinem Geliebten zu öffnen. Meine Hände troffen von Myrrhe und meine Finger von bestem Öl, als ich nach dem Riegel griff. (Hl 5,13)6Ich öffnete meinem Geliebten, doch mein Geliebter war fort, er war verschwunden. Ich war außer mir, dass er fort war! Ich suchte ihn, doch ich fand ihn nicht. Ich rief ihn, doch er antwortete mir nicht. (Spr 1,28; Hl 3,1; Hl 5,2; Hl 6,1)7Die Wächter fanden mich, als sie in der Stadt ihre Runden drehten; sie schlugen und verletzten mich. Die Wächter auf der Mauer entrissen mir meinen Umhang. (Hl 3,3)8Ihr Mädchen von Jerusalem, ich beschwöre euch! Wenn ihr meinen Geliebten findet, dann sagt ihm, dass ich krank vor Liebe bin.« Junge Frauen von Jerusalem: (Hl 2,5; Hl 3,5)9»Was hat dein Geliebter anderen Männern voraus, du Schönste aller Frauen? Was hat dein Geliebter anderen Männern voraus, dass du uns so beschwörst?« Junge Frau: (Hl 1,8; Hl 6,1)10»Mein Geliebter ist voller Kraft und strahlend schön[1], unter Zehntausenden ist ihm keiner gleich. (1Sam 16,12; Ps 45,3)11Sein Gesicht ist wie feinstes Gold, sein Haar ist rabenschwarz und seine Locken sind wie wallende Ranken.12Seine Augen gleichen Tauben an Wasserbächen, die wie in Milch gebadet am Teichrand sitzen. (Hl 1,15; Hl 4,1)13Seine Wangen sind wie Balsambeete voll duftender Kräuter, seine Lippen wie Lilien, triefend von flüssiger Myrrhe. (Hl 2,1; Hl 5,5; Hl 6,2)14Seine Arme sind wie Barren aus Gold, mit Edelsteinen geschmückt. Sein Körper ist ein Kunstwerk aus Elfenbein, mit Saphiren besetzt. (2Mo 24,10; 2Mo 28,18; Hi 28,16; Jes 54,11; Hes 1,16)15Seine Beine sind wie Marmorsäulen, die auf Sockeln aus feinstem Gold gründen. Seine Gestalt ist wie der Libanon, sie ist so herausragend wie die Zedern. (1Kön 5,13; Hl 7,5)16Sein Mund ist voll Süße – alles an ihm ist begehrenswert. So ist mein Geliebter, mein Freund, ihr Mädchen von Jerusalem.« (2Sam 1,23; Hl 7,10)
Hoheslied 5
Einheitsübersetzung 2016
von Katholisches Bibelwerk1Ich komme in meinen Garten, meine Schwester Braut, / ich pflücke meine Myrrhe samt meinem Balsam, ich esse meine Wabe samt meinem Honig, / ich trinke meinen Wein samt meiner Milch.
Esst, Freunde, trinkt, / berauscht euch an der Liebe! (Pred 9,7; Hl 4,12; Sir 24,1)
Verpasste Begegnung
2Ich schlief, doch mein Herz war wach. / Horch, mein Geliebter klopft:
Öffne mir, meine Schwester, meine Freundin, / meine Taube, meine Makellose,
denn mein Haupt ist voll Tau, / aus meinen Locken tropft die Nacht! (Offb 3,20)3Ich habe mein Kleid schon abgelegt - / soll ich es wieder anziehen?
Meine Füße habe ich gewaschen - / soll ich sie wieder beschmutzen?4Mein Geliebter streckte die Hand durch die Luke; / da bebte mein Herz ihm entgegen.5Ich stand auf, meinem Geliebten zu öffnen. / Da tropften meine Hände von Myrrhe, meine Finger von ausfließender Myrrhe an den Griffen des Riegels.6Ich öffnete meinem Geliebten: / Doch mein Geliebter war weg, verschwunden. / Meine Seele war außer sich, als er zu mir sprach.
Ich suchte ihn und fand ihn nicht. / Ich rief ihn und er antwortete mir nicht. (Hl 3,1)7Da fanden mich die Wächter bei ihrer Runde durch die Stadt; / sie schlugen, sie verletzten mich.
Meinen Mantel entrissen sie mir, / die Wächter der Mauern. (Hl 3,3; Hl 8,9)8Ich beschwöre euch, Töchter Jerusalems: / Wenn ihr meinen Geliebten findet, was sollt ihr ihm sagen? / Dass ich krank bin vor Liebe! (Hl 1,5; Hl 2,5; Hl 2,7; Hl 3,5; Hl 5,16; Hl 8,4; Jes 3,16)
Gegenseitige Bewunderung
9Was hat dein Geliebter den andern voraus, / du schönste der Frauen?
Was hat dein Geliebter den andern voraus, / dass du uns so beschwörst? (1Mo 1,26)10Mein Geliebter ist weiß und rot, / ausgezeichnet vor Tausenden.11Sein Haupt ist reines Gold, / seine Locken sind Rispen, rabenschwarz. (Dan 2,31)12Seine Augen sind wie Tauben an Wasserbächen, / gebadet in Milch, sitzend am Wasser.[1] (Hl 1,15; Hl 4,1)13Seine Wangen sind wie Balsambeete, / darin Gewürzkräuter sprießen,
seine Lippen wie Lilien; / sie tropfen von flüssiger Myrrhe. (Hl 2,1; Hl 5,5)14Seine Hände sind Rollen aus Gold, / mit Steinen aus Tarschisch besetzt.
Sein Leib ist eine Platte aus Elfenbein, / mit Saphiren bedeckt.15Seine Schenkel sind Säulen aus Marmor, / auf Sockel von Feingold gestellt.
Seine Gestalt ist wie der Libanon, / erlesen wie Zedern. (1Sam 9,2)16Sein Gaumen ist Süße, / alles ist Wonne an ihm.
Das ist mein Geliebter, / ja, das ist mein Freund, / ihr Töchter Jerusalems. (Hl 5,1)