Hoheslied 5

Neues Leben. Die Bibel

von SCM Verlag
1 Junger Mann: »Ich komme in meinen Garten, meine Schwester, meine Braut. Ich sammle meine Myrrhe und meine Gewürze und esse meinen Honig aus der Wabe. Ich trinke meinen Wein und meine Milch.« Junge Frauen von Jerusalem: »Esst, Freunde, und trinkt! Berauscht euch an der Liebe!« Junge Frau: (Spr 9,5; Hl 1,13; Hl 4,9; Hl 6,2; Jes 55,1; Joh 3,29)2 »Ich schlief, aber mein Herz war wach. Da, hört, mein Geliebter klopft an die Tür. ›Öffne mir, meine Schwester, meine Freundin, meine Taube, meine Vollkommene, denn mein Haar ist durchnässt vom Tau, meine Locken sind feucht von den Tropfen der Nacht.‹ (Hl 2,14; Hl 4,9; Hl 6,9)3 ›Ich habe mein Kleid schon ausgezogen, soll ich mich wieder anziehen? Ich habe meine Füße gewaschen, soll ich sie wieder schmutzig machen?‹ (1Mo 19,2; Lk 11,7)4 Mein Geliebter streckte seine Hand durch die Öffnung in der Tür, und mein Herz fing an wie wild zu schlagen vor Sehnsucht nach ihm.5 Ich sprang auf, um meinem Geliebten zu öffnen. Meine Hände troffen von Myrrhe und meine Finger von bestem Öl, als ich nach dem Riegel griff. (Hl 5,13)6 Ich öffnete meinem Geliebten, doch mein Geliebter war fort, er war verschwunden. Ich war außer mir, dass er fort war! Ich suchte ihn, doch ich fand ihn nicht. Ich rief ihn, doch er antwortete mir nicht. (Spr 1,28; Hl 3,1; Hl 5,2; Hl 6,1)7 Die Wächter fanden mich, als sie in der Stadt ihre Runden drehten; sie schlugen und verletzten mich. Die Wächter auf der Mauer entrissen mir meinen Umhang. (Hl 3,3)8 Ihr Mädchen von Jerusalem, ich beschwöre euch! Wenn ihr meinen Geliebten findet, dann sagt ihm, dass ich krank vor Liebe bin.« Junge Frauen von Jerusalem: (Hl 2,5; Hl 3,5)9 »Was hat dein Geliebter anderen Männern voraus, du Schönste aller Frauen? Was hat dein Geliebter anderen Männern voraus, dass du uns so beschwörst?« Junge Frau: (Hl 1,8; Hl 6,1)10 »Mein Geliebter ist voller Kraft und strahlend schön[1], unter Zehntausenden ist ihm keiner gleich. (1Sam 16,12; Ps 45,3)11 Sein Gesicht ist wie feinstes Gold, sein Haar ist rabenschwarz und seine Locken sind wie wallende Ranken.12 Seine Augen gleichen Tauben an Wasserbächen, die wie in Milch gebadet am Teichrand sitzen. (Hl 1,15; Hl 4,1)13 Seine Wangen sind wie Balsambeete voll duftender Kräuter, seine Lippen wie Lilien, triefend von flüssiger Myrrhe. (Hl 2,1; Hl 5,5; Hl 6,2)14 Seine Arme sind wie Barren aus Gold, mit Edelsteinen geschmückt. Sein Körper ist ein Kunstwerk aus Elfenbein, mit Saphiren besetzt. (2Mo 24,10; 2Mo 28,18; Hi 28,16; Jes 54,11; Hes 1,16)15 Seine Beine sind wie Marmorsäulen, die auf Sockeln aus feinstem Gold gründen. Seine Gestalt ist wie der Libanon, sie ist so herausragend wie die Zedern. (1Kön 5,13; Hl 7,5)16 Sein Mund ist voll Süße – alles an ihm ist begehrenswert. So ist mein Geliebter, mein Freund, ihr Mädchen von Jerusalem.« (2Sam 1,23; Hl 7,10)

Hoheslied 5

Einheitsübersetzung 2016

von Katholisches Bibelwerk
1 Ich komme in meinen Garten, meine Schwester Braut, / ich pflücke meine Myrrhe samt meinem Balsam, ich esse meine Wabe samt meinem Honig, / ich trinke meinen Wein samt meiner Milch. Esst, Freunde, trinkt, / berauscht euch an der Liebe! (Pred 9,7; Hl 4,12; Sir 24,1)2 Ich schlief, doch mein Herz war wach. / Horch, mein Geliebter klopft: Öffne mir, meine Schwester, meine Freundin, / meine Taube, meine Makellose, denn mein Haupt ist voll Tau, / aus meinen Locken tropft die Nacht! (Offb 3,20)3 Ich habe mein Kleid schon abgelegt - / soll ich es wieder anziehen? Meine Füße habe ich gewaschen - / soll ich sie wieder beschmutzen?4 Mein Geliebter streckte die Hand durch die Luke; / da bebte mein Herz ihm entgegen.5 Ich stand auf, meinem Geliebten zu öffnen. / Da tropften meine Hände von Myrrhe, meine Finger von ausfließender Myrrhe an den Griffen des Riegels.6 Ich öffnete meinem Geliebten: / Doch mein Geliebter war weg, verschwunden. / Meine Seele war außer sich, als er zu mir sprach. Ich suchte ihn und fand ihn nicht. / Ich rief ihn und er antwortete mir nicht. (Hl 3,1)7 Da fanden mich die Wächter bei ihrer Runde durch die Stadt; / sie schlugen, sie verletzten mich. Meinen Mantel entrissen sie mir, / die Wächter der Mauern. (Hl 3,3; Hl 8,9)8 Ich beschwöre euch, Töchter Jerusalems: / Wenn ihr meinen Geliebten findet, was sollt ihr ihm sagen? / Dass ich krank bin vor Liebe! (Hl 1,5; Hl 2,5; Hl 2,7; Hl 3,5; Hl 5,16; Hl 8,4; Jes 3,16)9 Was hat dein Geliebter den andern voraus, / du schönste der Frauen? Was hat dein Geliebter den andern voraus, / dass du uns so beschwörst? (1Mo 1,26)10 Mein Geliebter ist weiß und rot, / ausgezeichnet vor Tausenden.11 Sein Haupt ist reines Gold, / seine Locken sind Rispen, rabenschwarz. (Dan 2,31)12 Seine Augen sind wie Tauben an Wasserbächen, / gebadet in Milch, sitzend am Wasser.[1] (Hl 1,15; Hl 4,1)13 Seine Wangen sind wie Balsambeete, / darin Gewürzkräuter sprießen, seine Lippen wie Lilien; / sie tropfen von flüssiger Myrrhe. (Hl 2,1; Hl 5,5)14 Seine Hände sind Rollen aus Gold, / mit Steinen aus Tarschisch besetzt. Sein Leib ist eine Platte aus Elfenbein, / mit Saphiren bedeckt.15 Seine Schenkel sind Säulen aus Marmor, / auf Sockel von Feingold gestellt. Seine Gestalt ist wie der Libanon, / erlesen wie Zedern. (1Sam 9,2)16 Sein Gaumen ist Süße, / alles ist Wonne an ihm. Das ist mein Geliebter, / ja, das ist mein Freund, / ihr Töchter Jerusalems. (Hl 5,1)