1Danach erhielt ich folgende Botschaft vom HERRN:2»Menschenkind, weissage gegen die Propheten in Israel, sprich zu denen, die sich ihre eigenen Weissagungen ausdenken: ›Hört das Wort des HERRN! (Jes 9,14; Jes 56,9; Jer 37,19)3So spricht Gott, der HERR: Den dummen Propheten, die sich selbst etwas ausdenken und gar keine echten Visionen haben, wird es schlecht ergehen! (Jer 23,28; Kla 2,14)4O Israel, deine Propheten sind wie Schakale, die in Ruinen herumschnüffeln.5Ihr seid nicht in die Bresche gesprungen und habt die Mauer um das Volk der Israeliten herum nicht geschlossen, damit es am Tag des HERRN im Kampf besteht. (Ps 106,23; Jes 58,12)6Stattdessen habt ihr gelogen und falsch geweissagt und gesagt: Meine Botschaft ist vom HERRN, obwohl der HERR euch nicht geschickt hat. Und doch erwartet ihr, dass er eure Worte erfüllt! (Jer 28,15; Jer 29,8)7Ist es etwa nicht so, dass ihr erlogene Offenbarungen und falsche Visionen geweissagt und dann behauptet habt: Diese Botschaft ist vom HERRN, obwohl ich gar nichts gesagt habe?8Deshalb spricht Gott, der HERR: Weil das, was ihr gesagt habt, nicht wahr ist und weil eure Visionen Lügen sind, werde ich jetzt gegen euch vorgehen, spricht Gott, der HERR. (Nah 2,14)9Ich erhebe meine Hand gegen die Propheten mit den falschen Visionen und erfundenen Weissagungen: Sie sollen aus der Gemeinschaft des israelitischen Volkes ausgeschlossen werden. In den Verzeichnissen des israelitischen Volkes wird man ihre Namen nicht finden und sie werden nie nach Israel zurückkommen. Dann werdet ihr erkennen, dass ich Gott, der HERR, bin!‹ (Esr 2,59; Ps 69,29; Jer 20,3; Dan 12,1)10Denn sie betrügen mein Volk, wenn sie sagen: Alles ist friedlich!, obwohl nirgendwo Friede ist. Wenn mein Volk eine Mauer errichtet, bedecken sie sie mit Tünche! (Jer 8,11; Jer 50,6)11Sag diesen Tünchern: ›Sie wird bald einstürzen! Ein schwerer Regen kommt, Hagelkörner fallen wie Steine, ein heftiger Sturm bricht los –12und die Mauer stürzt ein! Wird man dann nicht zu euch sagen: Wo ist nun eure Tünche, mit der ihr getüncht habt?13Deshalb spricht Gott, der HERR: Ich lasse einen Sturm losbrechen in meinem Groll, ich schicke Regenfluten in meinem Zorn und Hagel in vernichtender Wut. (2Mo 9,24; Ps 18,13; Offb 11,19; Offb 16,21)14Ich zerstöre die Mauer, die ihr mit Tünche bestrichen habt, und lasse sie zu Boden stürzen, sodass man ihre Grundsteine sieht. Und wenn sie fällt, kommt ihr in ihren Trümmern um. Dann werdet ihr erkennen, dass ich der HERR bin! (Mi 1,6)15So werde ich meinen Zorn an der Mauer und an denen, die sie getüncht haben, auslassen. Und ich werde zu euch sagen: Die Mauer gibt es nicht mehr und die, die sie getüncht haben, sind auch nicht mehr da –16diese Propheten von Israel, die über Jerusalem geweissagt und der Stadt Frieden versprochen haben, obwohl es keinen Frieden gibt. Ich, Gott, der HERR, habe gesprochen.‹ (Jes 57,21)
Das Gericht über die falschen Prophetinnen
17Als Nächstes, Menschenkind, sollst du dich an die Frauen deines Volkes wenden, die sich ihre eigenen Weissagungen ausdenken. Weissage gegen sie und (Ri 4,4; 2Kön 22,14; Lk 2,36; Apg 21,9; Offb 2,20)18sag ihnen: ›So spricht Gott, der HERR: Es wird denen schlimm ergehen, die Binden für die Handgelenke nähen und Schleier für Leute jeder Größe[1], um damit Menschen[2] einzufangen. Wollt ihr Menschen meines Volkes jagen und andere Menschen am Leben lassen, wie es euch passt? (2Petr 2,14)19Für ein paar Hände voll Gerste oder ein Stück Brot entweiht ihr mich bei meinem Volk. Indem ihr Menschen tötet, die nicht sterben sollten, und Menschen am Leben erhaltet, die nicht leben sollten, belügt ihr mein Volk, das nur zu gern auf Lügen hört. (Spr 28,21; Jer 23,14; Mi 3,5)20Deshalb spricht Gott, der HERR: Ich gehe nun gegen eure Zauberbinden vor, mit denen ihr die Menschen wie Vögel in die Falle lockt, und reiße sie von euren Armen ab. Und ich lasse die Menschen frei, die ihr wie Vögel eingefangen habt.21Ich reiße euch die Schleier weg und rette mein Volk aus eurer Hand. Sie werden euch nicht mehr zum Opfer fallen. Dann werdet ihr erkennen, dass ich der HERR bin. (Ps 91,3; Ps 124,7)22Mit euren Lügen habt ihr den Gerechten entmutigt, obwohl ich ihn nicht beunruhigen wollte, und dem Gottlosen habt ihr Mut gemacht, sodass er sein böses Verhalten nicht ändert, um am Leben zu bleiben. (Am 5,12; 2Petr 2,18)23Aber ihr werdet nicht länger Lügenvisionen erzählen, eure Wahrsagerei soll ein Ende haben. Denn ich rette mein Volk aus euren Händen. Dann werdet ihr erkennen, dass ich der HERR bin.‹« (Mi 3,6; Sach 13,3)
1Das Wort des HERRN erging an mich: (Jer 23,9)2Menschensohn, sprich als Prophet gegen die Propheten Israels, die prophezeien, und sag zu denen, die aus ihrem eigenen Herzen heraus prophezeien: Hört das Wort des HERRN!3So spricht GOTT, der Herr: Weh den törichten Propheten, die nur ihrem eigenen Geist folgen und nichts geschaut haben! (Jer 14,14; Jer 23,26)4Wie Schakale in Ruinen sind deine Propheten, Israel. (Kla 5,18)5Ihr seid nicht in die Bresche gesprungen. Ihr habt keine Mauer für das Haus Israel errichtet, damit es im Kampf am Tag des HERRN standhalten kann. (Ps 106,23; Hes 22,30)6Sie haben nichtige Visionen und falsche Orakel, sie, die da sagen: Spruch des HERRN - obwohl der HERR sie nicht gesandt hat. Trotzdem warten sie darauf, dass er das Wort erfüllt. (Jer 23,32; Hes 21,34; Hes 22,28)7Ist es nicht so, dass ihr nichtige Visionen geschaut, falsche Orakel verkündet und dabei gesagt habt: Spruch des HERRN - obwohl ich gar nicht gesprochen hatte? (5Mo 18,20)8Darum - so spricht GOTT, der Herr: Weil ihr nichtige Worte gemacht habt und falsche Visionen hattet, siehe, darum gehe ich gegen euch vor - Spruch GOTTES, des Herrn.9Meine Hand wird gegen die Propheten sein, die nichtige Visionen haben und falsche Orakel verkünden. Sie gehören nicht in die Gemeinschaft meines Volkes und sollen nicht im Verzeichnis des Hauses Israel verzeichnet sein; sie werden nicht in das Land Israel kommen. Dann werdet ihr erkennen, dass ich GOTT, der Herr, bin.[1] (Hes 14,9)10Gerade deshalb, weil sie mein Volk in die Irre führen und Heil verkünden, wo es kein Heil gibt, weil das Volk eine Mauer aufrichtet und jene sie mit Tünche bestreichen, (Jer 6,14; Hes 22,28)11deshalb sag denen, die sie mit Tünche bestreichen: Sie wird einstürzen. Es kommt ein Wolkenbruch und ihr, ihr Hagelsteine, sollt herabfallen und ein Sturmwind bricht los12und siehe, schon stürzt die Mauer ein. Wird man dann nicht zu euch sagen: Wo ist jetzt die Tünche, die ihr aufgetragen habt?13Darum - so spricht GOTT, der Herr: Ich lasse in meinem Zorn einen Sturmwind losbrechen, in meinem Groll wird ein Wolkenbruch kommen, in meinem Zorn ein verheerender Hagelschlag.14Ich reiße die Mauer ein, die ihr mit Tünche bestrichen habt, ich lasse sie zu Boden stürzen und ihr Fundament wird bloßgelegt. Und wenn sie einstürzt, werdet ihr darin umkommen. Dann werdet ihr erkennen, dass ich der HERR bin.15Ich vollende meinen Zorn an der Mauer und an denen, die sie mit Tünche bestrichen haben, und ich sage euch: Die Mauer ist weg und weg sind die, die sie bestrichen haben,16die Propheten Israels, die über Jerusalem prophezeien und ihm eine Heilsvision schauen, obwohl es kein Heil gibt - Spruch GOTTES, des Herrn.17Du, Menschensohn, richte dein Gesicht auf die Töchter deines Volkes, die aus ihrem eigenen Herzen heraus prophetisch reden! Sprich als Prophet gegen sie!18Sag: So spricht GOTT, der Herr: Weh den Frauen, die Zauberbinden für alle Handgelenke nähen und Schleier für Köpfe jeder Größe anfertigen, um damit auf Menschenjagd zu gehen! Meint ihr, ihr könnt in meinem Volk Menschen jagen und Menschen zu eurem Vorteil Leben zusprechen?19Ihr habt mich entweiht bei meinem Volk für ein paar Handvoll Gerste und für ein paar Bissen Brot: Ihr habt Menschen den Tod zugesprochen, die nicht sterben sollten, und Menschen das Leben zugesprochen, die nicht am Leben bleiben sollten; ihr habt mein Volk belogen, das auf Lügen hört. (4Mo 22,7; 1Sam 9,7; Mi 3,5)20Darum - so spricht GOTT, der Herr: Siehe, ich gehe gegen eure Zauberbinden vor, mit denen ihr die Menschen jagt wie Vögel, ich reiße sie von euren Armen und lasse die Menschen frei, die ihr gefangen habt wie Vögel.21Ich reiße eure Schleier herunter und befreie mein Volk aus eurer Hand. Sie sollen nicht länger zur Jagdbeute in eurer Hand werden. Dann werdet ihr erkennen, dass ich der HERR bin. (Hes 34,10; Hes 37,23)22Weil ihr dem Herzen des Gerechten durch Lüge Kummer bereitet habt, während ich ihm kein Leid zufügen wollte, und weil ihr die Hände des Frevlers stark macht, sodass er nicht umkehrt von seinem bösen Weg, um sein Leben zu retten, (Jer 23,14)23darum sollt ihr keine nichtigen Visionen mehr haben und keine Orakel mehr verkünden. Ich werde mein Volk aus eurer Hand befreien. Dann werdet ihr erkennen, dass ich der HERR bin.