Hesekiel 11

Neues Leben. Die Bibel

von SCM Verlag
1 Danach hob der Geist mich empor und brachte mich hinüber zum östlichen Tor im Tempel des HERRN. Dort am Eingang des Tors sah ich 25 Männer, darunter Jaasanja, den Sohn von Asur, und Pelatja, den Sohn von Benaja, zwei führende Männer des Volkes. (Hes 8,3; Hes 43,5)2 Der HERR[1] sagte zu mir: »Menschenkind, das sind die Männer, die Unheil planen und diese Stadt so schlecht beraten. (Jes 30,1; Mi 2,1)3 Sie sagen zum Volk: ›Sind die Häuser nicht vor kurzem wieder aufgebaut worden?[2] Diese Stadt ist der Topf, wir sind das Fleisch.‹ (Jer 1,13; Hes 24,3; 2Petr 3,4)4 Deshalb, Menschenkind, sollst du über sie weissagen. Weissage über sie!« (Hes 3,4)5 Dann kam der Geist des HERRN über mich und befahl mir: »Sag: ›So spricht der HERR: So habt ihr geredet, Volk der Israeliten. Ich weiß sehr gut, was euch durch den Kopf geht. (Jer 11,20; Jer 17,10)6 Ihr habt in dieser Stadt einen nach dem anderen umgebracht, und in euren Straßen türmen sich die Toten. (Jes 1,15; Hes 7,23; Hes 22,2; Mt 23,35)7 Deshalb spricht Gott, der HERR: Die Menschen, die ihr hier in der Stadt ermordet habt, die sind das Fleisch und diese Stadt ist der Topf. Euch aber werde ich aus der Stadt wegführen. (2Kön 25,18; Jer 52,24)8 Ihr habt Angst vor dem Krieg[3]. Darum werde ich euch den Krieg schicken, spricht Gott, der HERR.9 Ich vertreibe euch aus Jerusalem und liefere euch Fremden aus, ich vollstrecke mein Strafgericht an euch. (5Mo 28,36; Ps 106,41)10 Ihr werdet durch das Schwert umkommen. An der Grenze von Israel werde ich Gericht über euch halten, und dann werdet ihr erkennen, dass ich der HERR bin. (4Mo 34,8; Jos 13,5)11 Nein, für euch wird diese Stadt kein Topf sein, und ihr werdet nicht das Fleisch darin sein. Ich werde an der Grenze von Israel Gericht über euch halten,12 und dann werdet ihr erkennen, dass ich der HERR bin. Denn ihr habt nicht nach meinen Gesetzen gelebt und meine Gebote nicht befolgt, sondern ihr habt euch nach den Rechtsbestimmungen gerichtet, die bei den Völkern um euch herum gelten.‹« (Hes 8,10; Hes 18,8)13 Und während ich noch weissagte, starb plötzlich Pelatja, der Sohn von Benaja. Da warf ich mich zu Boden und rief mit lauter Stimme: »O HERR, mein Gott, willst du denn den ganzen Rest von Israel vernichten?« (Hes 9,8)14 Danach erhielt ich folgende Botschaft vom HERRN:15 »Menschenkind, es sind deine Brüder, ja, deine Brüder und Verwandten und das ganze Volk der Israeliten, von denen die Einwohner in Jerusalem sagen: ›Sie sind nun weit weg vom HERRN, deshalb wurde uns das Land als Besitz gegeben!‹ (Hes 33,24)16 Darum sag: ›So spricht Gott, der HERR: Ja, ich habe sie weit weg unter die Völker führen lassen und habe sie in alle Länder verstreut, doch ich bin ihnen in den Ländern, in die sie kamen, beinahe zum Heiligtum geworden[4].‹ (Jer 29,7)17 Darum sollst du sagen: ›So spricht Gott, der HERR: Ich sammle euch wieder aus den Völkern und hole euch zurück aus den Ländern, in die ihr verstreut wurdet, und gebe euch das Land Israel wieder.‹ (Jes 11,11; Jer 24,5)18 Wenn sie dann hierher zurückkehren, werden sie all die abscheulichen Götzen aus dem Land entfernen. (Hes 5,11; Hes 37,23)19 Und ich werde ihnen ein Herz schenken, in dem Einigkeit herrscht[5], und werde ihnen einen neuen Geist geben. Ich nehme das Herz aus Stein aus ihrem Körper und gebe ihnen stattdessen ein Herz aus Fleisch, (Jer 24,7; Jer 32,39; Hes 36,26; Sach 7,12; 2Kor 3,3)20 damit sie sich an mein Gesetz halten und meine Gebote beachten und befolgen. Dann werden sie wirklich mein Volk sein, und ich werde ihr Gott sein. (Hes 36,27)21 Die aber, die weiterhin an ihren abscheulichen Götzen hängen, bekommen, was sie für ihr Verhalten verdienen[6], spricht Gott, der HERR.« (Jer 16,18)22 Dann breiteten die Cherubim ihre Flügel aus und erhoben sich mit ihren Rädern, und die Herrlichkeit des Gottes von Israel thronte über ihnen. (Hes 10,19)23 Die Herrlichkeit des HERRN erhob sich aus der Stadt und blieb über dem Berg östlich der Stadt stehen. (Hes 8,4; Sach 14,4)24 Danach hob der Geist mich empor und brachte mich in einer Vision durch den Geist Gottes wieder zurück zu den Verbannten nach Babel[7]. Und so endete die Vision, die ich gesehen hatte. (Hes 8,3; Hes 37,1)25 Ich erzählte den Verbannten alles, was der HERR mir gezeigt hatte.

Hesekiel 11

Einheitsübersetzung 2016

von Katholisches Bibelwerk
1 Und Geist hob mich empor und brachte mich zum östlichen Tor am Haus des HERRN, das nach Osten weist. Und siehe, am Eingang des Tores waren fünfundzwanzig Männer. Ich sah in ihrer Mitte Jaasanja, den Sohn Asurs, und Pelatja, den Sohn Benajas, die führenden Männer des Volkes. (Hes 3,12; Hes 8,3; Hes 10,19; Hes 43,4)2 Er sagte zu mir: Menschensohn, das sind die Männer, die Unheil ersinnen und einen bösen Plan fassen in dieser Stadt.3 Sie sagen: In nächster Zeit braucht man keine Häuser zu bauen. Sie ist der Topf, wir das Fleisch.4 Darum prophezeie gegen sie, prophezeie, Menschensohn!5 Da fiel der Geist des HERRN auf mich und er sagte zu mir: Sag: So spricht der HERR: Das habt ihr gesagt, Haus Israel. Ich weiß sehr gut, was euch in den Sinn gekommen ist. (Hes 24,1)6 Ihr habt viele in dieser Stadt erschlagen lassen und ihre Gassen mit Erschlagenen gefüllt.7 Darum - so spricht GOTT, der Herr: Eure Erschlagenen, die ihr mitten in der Stadt getötet habt, diese sind das Fleisch und sie ist der Topf. Euch aber führe ich heraus aus ihrer Mitte.8 Das Schwert fürchtet ihr; also bringe ich das Schwert über euch - Spruch GOTTES, des Herrn. (Hes 5,17; Hes 6,3; Hes 33,2)9 Ich führe euch heraus aus ihrer Mitte, ich gebe euch in die Hand von Fremden und vollstrecke an euch das Urteil. (2Kön 25,18; Hes 5,8)10 Durch das Schwert werdet ihr fallen. An Israels Grenze halte ich Gericht über euch. Dann werdet ihr erkennen, dass ich der HERR bin.11 Die Stadt wird für euch nicht der Topf sein und ihr nicht das Fleisch darin. An Israels Grenze halte ich Gericht über euch.12 Dann werdet ihr erkennen, dass ich der HERR bin, ihr, die ihr meinen Gesetzen nicht gefolgt seid und nach meinen Rechtsentscheiden nicht gehandelt habt. Stattdessen habt ihr nach den Rechtsentscheiden der Völker ringsum gehandelt. (Hes 5,7)13 Und es geschah, während ich prophezeite, da starb Pelatja, der Sohn Benajas. Da fiel ich nieder auf mein Gesicht, schrie laut auf und rief: Ach, Herr und GOTT, willst du dem Rest Israels ein Ende machen? (Hes 9,8)14 Das Wort des HERRN erging an mich:15 Menschensohn, deine Brüder, deine Brüder, deine Sippenangehörigen und das ganze Haus Israel, von ihnen sagen die Bewohner Jerusalems: Sie sind fern vom HERRN; uns ist das Land zum Besitz gegeben.16 Darum sag: So spricht GOTT, der Herr: Gewiss, ich habe sie weit weg unter die Völker entfernt; gewiss, ich habe sie in die Länder zerstreut. Doch bin ich ihnen ein wenig zu einem Heiligtum geworden in den Ländern, wohin sie gekommen sind. (Hes 6,8)17 Darum sag: So spricht GOTT, der Herr: Ich sammle euch aus allen Völkern und ich bringe euch zusammen aus den Ländern, in die ihr zerstreut worden seid, und ich gebe euch das Land Israel. (Jer 24,5; Jer 29,14; Hes 20,34; Hes 28,25; Hes 34,13; Hes 36,24; Hes 37,21; Hes 38,8; Hes 39,27)18 Und sie werden dorthin kommen und alle seine Scheusale und alle seine Gräuel aus dem Land entfernen.19 Ich gebe ihnen ein einmütiges Herz und einen neuen Geist gebe ich in euer Inneres. Ich entferne das Herz von Stein aus ihrem Fleisch und gebe ihnen ein Herz von Fleisch,[1] (Jer 24,7; Hes 18,31; Hes 36,26; 2Kor 3,3)20 damit sie meinen Satzungen folgen und meine Rechtsentscheide bewahren und sie erfüllen. Dann werden sie mir Volk sein und ich werde ihnen Gott sein. (Jer 24,7; Hes 14,11; Hes 34,24; Hes 36,28; Hes 37,23)21 Die aber, deren Herz an ihren Götzen und an ihren Gräueln hängt - Spruch GOTTES, des Herrn: Ihr Verhalten lasse ich auf sie selbst zurückfallen.22 Dann hoben die Kerubim ihre Flügel. Die Räder bewegten sich zugleich mit den Kerubim und die Herrlichkeit des Gottes Israels war über ihnen.23 Die Herrlichkeit des HERRN stieg empor, weg aus der Mitte der Stadt; und sie blieb stehen auf dem Berg im Osten der Stadt. (Hes 43,3)24 Und der Geist hob mich empor und brachte mich nach Chaldäa zu den Verbannten, in der Vision, im Gottesgeist. Und die Vision, die ich geschaut hatte, stieg auf, weg von mir. (Hes 1,1; Hes 3,12; Hes 8,3; Hes 40,2)25 Und ich sagte den Verbannten alle Worte des HERRN, die er mich hatte sehen lassen.