1Danach kamen jedoch die führenden Männer zu mir und sagten: »Das Volk der Israeliten und die Priester und Leviten haben sich nicht von den Völkern, die im Land leben, ferngehalten. Dies hätten die abscheulichen Praktiken der Kanaaniter, Hetiter, Perisiter, Jebusiter, Ammoniter, Moabiter, Ägypter und Amoriter verlangt. (2Mo 23,28; 3Mo 18,24; 5Mo 20,17)2Die Israeliten nahmen deren Töchter für sich und ihre Söhne. So wurde die heilige Nachkommenschaft mit den Völkern, die im Land leben, vermischt. Und die Obersten und führenden Männer begingen als Erste diesen Treuebruch.« (2Mo 34,16)3Als ich von dieser Sache hörte, zerriss ich mein Kleid und meinen Mantel und raufte mir Haare und Bart. Erschüttert saß ich auf dem Boden. (Neh 1,4)4Da versammelten sich alle bei mir, die Ehrfurcht vor dem Wort des Gottes Israels hatten und die angesichts des Treuebruchs der Verbannten erzitterten. Ich aber blieb zutiefst bestürzt sitzen, bis die Zeit des abendlichen Speiseopfers gekommen war. (2Mo 29,38)5Zur Zeit des abendlichen Speiseopfers raffte ich mich mit zerrissenem Kleid und Mantel aus meiner Trauerhaltung auf. Ich kniete nieder, erhob meine Hände zum HERRN, meinem Gott, (2Mo 9,29)6und betete: »Mein Gott, ich schäme mich und ich wage kaum, mein Gott, mein Gesicht zu dir zu erheben. Denn unsere Sünden haben sich hoch über uns aufgetürmt und unsere Schuld reicht bis zum Himmel. (2Chr 28,9; Offb 18,5)7Seit den Tagen unserer Väter leben wir in großer Schuld, bis heute. Wegen unserer Sünden wurden wir, unsere Könige und unsere Priester in die Hand der Könige der Länder ausgeliefert; dem Schwert, der Gefangenschaft, der Plünderung und den offenen Schmähungen übergeben. Das ist noch heute so.8Doch nun wurde uns ein kurzer Augenblick der Gnade geschenkt, denn der HERR, unser Gott, hat uns Gerettete überleben lassen. Er hat uns Zuflucht an dem Ort seines Heiligtums gewährt. Unser Gott hat unsere Augen hell gemacht und unsere Unterdrückung erleichtert.9Denn wir sind Sklaven, doch unser Gott hat uns auch in der Sklaverei nicht verlassen, sondern uns durch die Könige Persiens Gnade gewährt. Er hat uns wieder zum Leben erweckt, sodass wir das Haus unseres Gottes aufbauen und es aus seinen Trümmern erstehen lassen konnten. Er hat uns ein Bollwerk in Juda und Jerusalem gegeben. (2Mo 1,11; Neh 9,36; Ps 106,45)10Was, unser Gott, sollen wir nun sagen, nach all diesem? Wir haben deine Gebote missachtet!11Diese hast du durch die Hand deiner Diener, der Propheten, gegeben, indem du sagtest: ›Das Land, in das ihr kommt, um es zu besitzen, ist verunreinigt von den Unreinheiten der Völker der Länder. Durch ihre Gräueltaten ist das Land von einem Ende zum anderen mit Verderben erfüllt.12Nun sollt ihr eure Töchter nicht ihren Söhnen geben und ihre Töchter nicht für eure Söhne nehmen. Ihr sollt bis in Ewigkeit nicht nach ihrem Wohlstand und ihrem Glück suchen, damit ihr stark werdet, die Güter des Landes genießen und sie für immer an eure Söhne vererben könnt.‹ (5Mo 7,3)13Nach allem, was uns wegen unserer bösen Taten und unserer großen Schuld widerfahren ist – dabei warst du, unser Gott, zurückhaltend angesichts unserer Vergehen, denn du hast uns Gerettete wie diese geschenkt –14nach all dem sollten wir etwa deine Gebote erneut missachten? Sollten wir uns mit den Völkern zusammentun, die so abscheuliche Dinge vollbringen? Muss dein Zorn uns denn nicht vernichten, sodass kein Rest Gerettete überleben wird? (5Mo 9,7)15HERR, Gott Israels, du bist gerecht. Wir stehen vor dir in unserer Schuld, ein kleiner Rest, der entkommen ist, doch auch von diesem Rest kann keiner in deiner Gegenwart bestehen.« (Neh 9,33; Ps 130,3; Dan 9,7)
1Als das vollbracht war, kamen die Obersten zu mir und sagten: Das Volk Israel und die Priester und die Leviten haben sich nicht ferngehalten von den Völkern der Länder mit ihren Gräueln, von den Kanaanitern, Hetitern, Perisitern, Jebusitern, Ammonitern, Moabitern, Ägyptern und Amoritern. (5Mo 7,1; 5Mo 23,3)2Sie haben von deren Töchtern Frauen genommen für sich und ihre Söhne. So hat sich der heilige Same mit den Völkern der Länder vermischt und die Obersten und Beamten waren bei diesem Treubruch die Ersten. (Neh 13,23; Mal 2,10)3Als ich das hörte, zerriss ich mein Gewand und meinen Mantel; ich raufte mir die Haare und den Bart und setzte mich erschüttert nieder.4Da versammelten sich alle um mich, die wegen des Treubruchs der Heimkehrer vor den Worten des Gottes Israels zitterten. Bis zum Abendopfer saß ich erschüttert da.5Zur Zeit des Abendopfers erhob ich mich aus meiner Bußübung, mit zerrissenem Gewand und Mantel. Dann warf ich mich auf die Knie, breitete die Hände aus und betete zum HERRN, meinem Gott:6Mein Gott, ich schäme mich und wage nicht, die Augen zu dir, mein Gott, zu erheben. Denn unsere Vergehen sind uns über den Kopf gewachsen; unsere Schuld reicht bis zum Himmel.7Seit den Tagen unserer Väter bis heute sind wir in großer Schuld. Wegen unserer Vergehen wurden wir, unsere Könige und Priester, den Königen der Länder ausgeliefert, dem Schwert, der Gefangenschaft, der Plünderung und der Schande, wie es noch heute der Fall ist.8Jetzt, für einen kurzen Augenblick, hat der HERR, unser Gott, uns Erbarmen gezeigt; er hat einen Rest gerettet und übrig gelassen und uns einen Ruheplatz an seinem heiligen Ort gewährt. So ließ unser Gott unsere Augen aufleuchten, er ließ uns ein wenig aufleben in unserer Knechtschaft.9Ja, wir sind Knechte. Aber auch in unserer Knechtschaft hat unser Gott uns nicht verlassen. Er wandte uns die Gunst der Könige von Persien zu. Er ließ uns aufleben, sodass wir das Haus unseres Gottes wieder aufbauen und es aus den Trümmern wieder aufrichten konnten. Er gewährte uns ein geschütztes Gebiet in Juda und Jerusalem.10Aber jetzt, unser Gott, was sollen wir nach alldem sagen? Wir haben ja deine Gebote verlassen.11Du hast durch deine Diener, die Propheten, geboten: Das Land, in das ihr kommt, um es in Besitz zu nehmen, ist ein beflecktes Land; denn die Völker der Länder haben es befleckt; in ihrer Unreinheit haben sie es mit ihren Gräueltaten erfüllt, vom einen Ende bis zum andern. (3Mo 18,24; 5Mo 7,1; Hes 6,14; Hes 36,17)12Darum dürft ihr eure Töchter nicht ihren Söhnen als Frauen geben, noch dürft ihr ihre Töchter für eure Söhne nehmen. Ihr werdet euch niemals um einen Friedens- und Freundschaftsvertrag mit ihnen bemühen. Dann werdet ihr stark sein und die Güter des Landes genießen und sie euren Kindern vererben für alle Zeit.13Was ist alles über uns gekommen wegen unserer bösen Taten und unserer großen Schuld! Dabei hast du, unser Gott, unsere Schuld mit Nachsicht behandelt und uns diese Schar von Geretteten gelassen.14Können wir nach alledem von Neuem deine Gebote brechen und uns mit diesen Gräuel beladenen Völkern verschwägern? Musst du uns dann nicht zürnen, bis wir ganz vernichtet sind, sodass kein Rest von Geretteten mehr übrig bleibt?15HERR, Gott Israels, du bist gerecht; darum hast du uns als geretteten Rest übrig gelassen, wie es heute der Fall ist. Nun stehen wir vor dir mit unserer Schuld. Nein, so kann niemand vor dir bestehen.