2.Samuel 2

Neues Leben. Die Bibel

von SCM Verlag
1 Danach fragte David den HERRN: »Soll ich in eine der Städte Judas zurückgehen?« Und der HERR antwortete: »Ja.« Daraufhin fragte David: »Wohin soll ich gehen?« Und der HERR antwortete: »Nach Hebron.« (Jos 14,13; 1Sam 23,2)2 So zog David nach Hebron. Seine beiden Frauen, Ahinoam aus Jesreel und Abigajil, die Witwe Nabals aus Karmel, kamen mit ihm. (1Sam 25,39)3 Auch seine Männer, die bei ihm waren, zogen zusammen mit ihren Familien mit, und ließen sich in der Nähe der Stadt Hebron nieder.4 Die Männer von Juda kamen zu David und salbten ihn zum König über den Stamm Juda. Als David berichtet wurde, dass die Einwohner von Jabesch im Gebiet von Gilead Saul begraben hatten, (1Sam 16,13; 1Sam 31,11; 2Sam 5,3)5 ließ er ihnen durch Boten ausrichten: »Der HERR segne euch für eure Liebe zu eurem Herrn, dafür, dass ihr ihn begraben habt. (1Sam 23,21; 1Sam 24,19)6 Der HERR erweise euch Liebe und Treue! Und auch ich will euch belohnen für das, was ihr getan habt. (2Mo 34,5)7 Nun seid starke und mutige Männer! Denn Saul, euer Herr, ist tot, aber das Volk Juda hat mich zu seinem neuen König gesalbt.«8 Doch Abner, der Sohn Ners, der Heerführer Sauls, hatte bereits Sauls Sohn Isch-Boschet[1] nach Mahanajim gebracht. (1Sam 14,50; 2Sam 17,24)9 Dort ließ er ihn zum König über Gilead, Asser, Jesreel, Ephraim, Benjamin und das restliche Israel ausrufen.10 Isch-Boschet, der Sohn Sauls, war 40 Jahre alt, als er König über Israel wurde. Er regierte zwei Jahre lang. Der Stamm Juda hingegen hielt zu David.11 David herrschte siebeneinhalb Jahre lang in Hebron als König über den Stamm Juda.12 Abner führte die Männer Isch-Boschets, des Sohnes Sauls, von Mahanajim nach Gibeon. (Jos 10,12)13 Etwa um die gleiche Zeit rückte Joab, der Sohn der Zeruja, mit Davids Truppen aus. Beim Teich von Gibeon trafen sie aufeinander. Dort schlugen die beiden Heere einander gegenüber, jeweils auf einer Seite des Teiches, ihr Lager auf. (2Sam 8,16; 1Chr 2,16; 1Chr 11,5)14 Abner sagte zu Joab: »Lass uns ein paar junge Krieger auswählen, die vor uns in einem Kampfspiel gegeneinander antreten.« »Gut«, stimmte Joab zu.15 Jede Seite wählte ihre Männer aus: zwölf aus dem Stamm Benjamin für Isch-Boschet, den Sohn Sauls, und zwölf für David.16 Jeder der Männer packte seinen Gegner an den Haaren und stieß ihm sein Schwert in die Seite, sodass alle starben. Seither nannte man diese Stelle bei Gibeon Helkat-Hazzurim[2].17 Danach stürzten sich die beiden Heere in einen erbitterten Kampf. Abner und die Männer Israels wurden aber von den Truppen Davids geschlagen. (2Sam 3,1)18 Joab, Abischai und Asaël, die drei Söhne der Zeruja, befanden sich an jenem Tag im Heer Davids. Asaël, der so schnell laufen konnte wie eine Gazelle, (1Chr 2,16; 1Chr 11,26; 1Chr 12,8)19 jagte Abner nach, nur darauf bedacht, ihn einzuholen.20 Da blickte sich Abner um und rief: »Bist du es, Asaël?« »Ja, ich bin es«, antwortete dieser.21 »Kämpf mit jemand anderem!«, warnte ihn Abner. »Nimm dir einen der jüngeren Männer vor und entwaffne ihn.« Aber Asaël weigerte sich und jagte weiter hinter Abner her.22 Wieder rief Abner: »Scher dich weg! Wenn ich dich töten muss, kann ich deinem Bruder Joab nie mehr in die Augen sehen.« (2Sam 3,27)23 Aber Asaël wollte nicht aufgeben. Da stieß Abner ihm das stumpfe Ende seines Speeres in den Bauch, sodass es am Rücken wieder herauskam. Asaël sank zu Boden und starb. Und jeder, der an die Stelle kam und Asaël dort tot liegen sah, blieb stehen.24 Joab und Abischai aber setzten Abner nach. Die Sonne ging gerade unter, als sie zum Hügel Amma kamen, der bei Giach an der Straße in die Wüste von Gibeon liegt.25 Die Männer vom Stamm Benjamin sammelten sich um Abner und nahmen oben auf dem Hügel Aufstellung.26 Abner rief zu Joab hinunter: »Soll denn das Morden ewig weitergehen? Weißt du denn nicht, dass wir dadurch immer erbittertere Gegner werden? Wann befiehlst du deinen Männern, ihre Brüder nicht weiter zu verfolgen?« (5Mo 32,42)27 Da sagte Joab: »So wahr Gott lebt, wenn du nicht geredet hättest, hätten sie ihre Brüder noch bis morgen früh verfolgt.«28 Und er blies das Horn und seine Männer gaben die Verfolgung der Truppen Israels auf und stellten den Kampf ein.29 Die ganze Nacht lang marschierten Abner und seine Männer durch die Jordanebene[3]. Sie setzten über den Jordan, durchquerten das ganze Tal Bitron und kamen wieder in Mahanajim an. (5Mo 3,17)30 Als Joab die Verfolgung Abners aufgegeben hatte, sammelte er seine ganze Truppe um sich und stellte fest, dass außer Asaël nur 19 Männer fehlten.31 Die Leute Davids hingegen hatten aus dem Stamm Benjamin und von Abners Kriegern 360 Mann getötet.32 Joab und seine Männer brachten Asaëls Leichnam nach Bethlehem und begruben ihn dort neben seinem Vater. Dann marschierten sie die Nacht durch und gelangten bei Tagesanbruch nach Hebron. (1Mo 49,29)

2.Samuel 2

Einheitsübersetzung 2016

von Katholisches Bibelwerk
1 Danach befragte David den HERRN: Soll ich in eine der Städte Judas hinaufziehen? Der HERR antwortete ihm: Zieh hinauf! David fragte: Wohin soll ich ziehen? Er antwortete: Nach Hebron. (1Sam 23,2; 1Sam 30,31)2 David zog also nach Hebron mit seinen beiden Frauen, Ahinoam aus Jesreel und Abigajil, der Frau Nabals aus Karmel. (1Sam 25,42)3 Auch die Männer, die bei ihm waren, führte David hinauf, jeden mit seiner Familie, und sie ließen sich in den Städten um Hebron nieder. (1Sam 22,2)4 Dann kamen die Männer Judas und salbten David dort zum König über das Haus Juda. Als man David berichtete, dass die Einwohner von Jabesch-Gilead Saul begraben hatten, (1Sam 16,13; 1Sam 31,12)5 schickte er Boten zu den Männern von Jabesch-Gilead und ließ ihnen sagen: Seid vom HERRN gesegnet, weil ihr Saul, eurem Herrn, dieses Wohlwollen erwiesen und ihn begraben habt. (1Sam 23,21)6 Möge der HERR euch jetzt auch sein Wohlwollen und seine Treue erweisen; auch ich will euch dafür Gutes tun, dass ihr das getan habt.7 Nun aber zeigt euren Mut und seid tapfer; denn Saul, euer Herr, ist tot, mich aber hat das Haus Juda zu seinem König gesalbt.8 Doch Abner, der Sohn Ners, der Heerführer Sauls, hatte Ischbaal, den Sohn Sauls, mit sich nach Mahanajim genommen[1] (1Sam 26,14; 1Chr 8,33; 1Chr 9,39)9 und ihn zum König über Gilead, Ascher, Jesreel, Efraim und Benjamin und über ganz Israel gemacht.10 Sauls Sohn Ischbaal war vierzig Jahre alt, als er König von Israel wurde, und er war zwei Jahre König; nur das Haus Juda stand hinter David.11 Die Zeit, die David in Hebron König über das Haus Juda war, betrug sieben Jahre und sechs Monate. (2Sam 5,5)12 Abner, der Sohn Ners, zog mit den Knechten Ischbaals, des Sohnes Sauls, von Mahanajim nach Gibeon.13 Auch Joab, der Sohn der Zeruja, und die Knechte Davids waren ausgezogen; sie trafen mit ihnen am Teich von Gibeon zusammen. Die einen blieben diesseits, die anderen jenseits des Teiches. (Jos 9,3; Jes 41,12)14 Da sagte Abner zu Joab: Die jungen Männer könnten doch zu einem Kampfspiel vor uns antreten. Joab erwiderte: Sie sollen antreten. (1Sam 14,50)15 Sie stellten sich also auf und es wurde abgezählt: zwölf für Benjamin und Ischbaal, den Sohn Sauls, und zwölf von den Leuten Davids. (1Sam 22,7)16 Jeder fasste seinen Gegner am Kopf und stieß ihm das Schwert in die Seite, sodass alle miteinander fielen. Diesen Ort bei Gibeon nannte man deshalb: Helkat-Hazzurim, Feld der Steinmesser.17 Der Kampf wurde an jenem Tag sehr hart. Abner und die Israeliten wurden von den Leuten Davids geschlagen. (1Sam 26,5)18 Auch die drei Söhne der Zeruja waren dabei: Joab, Abischai und Asaël. Asaël war so flink auf den Beinen wie eine Gazelle im Gelände. (2Sam 23,19)19 Asaël jagte Abner nach, ohne nach rechts oder links abzuweichen.20 Da wandte sich Abner um und sagte: Bist du es, Asaël? Asaël antwortete: Ja, ich bin es.21 Abner sagte zu ihm: Bieg doch nach rechts oder links ab, greif dir einen von den jungen Männern und nimm dir seine Rüstung! Asaël aber wollte nicht von ihm ablassen.22 Abner sagte noch einmal zu Asaël: Lass von mir ab! Warum soll ich dich zu Boden schlagen? Wie könnte ich dann noch deinem Bruder Joab in die Augen blicken?23 Als Asaël sich weigerte, von ihm abzulassen, stieß ihm Abner das Ende des Speers in den Bauch, sodass der Speer hinten wieder herauskam. Asaël stürzte zu Boden und starb auf der Stelle. Alle aber, die an den Ort kamen, wo Asaël niedergestürzt und gestorben war, blieben stehen. (Ri 3,22)24 Joab und Abischai jedoch jagten Abner nach. Als die Sonne unterging, waren sie bis Gibeat-Amma gelangt, das Giach gegenüber am Weg in die Steppe von Gibeon liegt.25 Die Benjaminiter in der Gefolgschaft Abners sammelten sich, bildeten eine geschlossene Gruppe und stellten sich auf dem Gipfel eines Hügels auf.26 Abner rief Joab zu: Soll denn das Schwert unaufhörlich um sich fressen? Weißt du nicht, dass das zu einem bitteren Ende führen wird? Wann endlich wirst du deinen Leuten befehlen, die Verfolgung ihrer Brüder aufzugeben? (2Sam 11,25)27 Joab antwortete: So wahr Gott lebt: Wenn du nichts gesagt hättest, dann hätten die Leute erst am Morgen den Rückzug angetreten und aufgehört, ihre Brüder zu verfolgen.28 Dann ließ Joab das Widderhorn blasen und alle Leute machten Halt; sie setzten den Kampf nicht mehr fort und verfolgten die Israeliten nicht mehr.29 Abner und seine Männer durchzogen während jener Nacht die Araba, überschritten den Jordan, waren den ganzen Vormittag unterwegs und kamen nach Mahanajim.30 Als Joab aufhörte, Abner zu verfolgen, und seine Leute wieder sammelte, fehlten außer Asaël von den Leuten Davids neunzehn Mann.31 Davids Leute aber hatten von den Benjaminitern und von den Männern Abners dreihundertsechzig Mann erschlagen und getötet.32 Sie nahmen Asaël mit und begruben ihn im Grab seines Vaters in Betlehem. Dann marschierte Joab mit seinen Männern die ganze Nacht hindurch in Richtung Hebron, das sie bei Tagesanbruch erreichten.